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Sulcus Ulnaris Syndrom
Sammy, das Krankenhausfluchttier
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03.11. bis 09.11. Suwos ...

Samstag: Was ned alles gibt!
Ich hab heut a Auto gseng, auf dem is Outlander gstandn. Dabei woar's im Inland auf'm Hof gstandn.

2019 is Gesundheitsjahr in Höchstadt. Ehrenamtliche sind aufgerufen, mitzumachen.
Ich hab mich mal mit Schmerzcomics und einen Vortrag zum Leben mit Schmerzen beworben. Dann leider nix vor der ersten Veranstaltung gehört. Hab halt gedacht, die wolln vielleicht bloss Profis (Ärzte, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Heilpraktiker, Apotheker...)

Etz is doch nu was kumma. Das Anmeldeformular. Um den Raum muss man sich selber kümmern. Antworten auf meine Fragen hab ich leider noch keine bekommen. Die bräucht ich aber, um das Formular ausfüllen zu können.

Jetzt hab ich mal in einer Apotheke, beim Hörakkustiker und in der Buchhandlung gefragt, ob ich da vielleicht meine Comics ausstellen darf.
Bücherstube überlegt noch, dem Hörakkustiker gefiel die Idee, der guckt sich noch die Comics an. Ich hoff sie gefalln ihm. Sonst gehn mir die Optionen aus. Von der Apotheke hab ich eine Abfuhr bekommen. Anscheinend hat die Gesundheitsbranche keinen Humor. Find ich schad. Weil lachen doch so gsund is. Dazu gibt's sogar Studien.

Und den Vortrag däd ich am liebsten wieder im Kommunbrauhaus im grossen Sitzungssaal machen. Da könnt ich evtl. die Ausstellung auch mit verbinden bevor sie in einen Laden umzieht. Mal gucken, ob's klappt.

Eine Bekannte meinte, dass der Schlüssel jetzt nicht mehr im Bauhof ist. Seufz! Ja wo isser denn dann?

Einen Comic hab ich heut auch wieder für Euch!
Viel Spass und schönes Wochenende!

Sonntag: Neue Büchertipps.
"Ich denke zu viel" von Christel Petitcollin fand ich klasse. Sie erklärt, dass es Menschen mit einer Linkshirn- und Menschen mit einer Rechtshirndominanz gibt. Zu den Rechtshirndominanten zählen z.B. Hochsensible und Autisten.

Die Rechtsdominanten sind mit 30 Prozent in der Minderheit.

Unsere westliche Welt ist also rechtshirndominant. Kein Wunder, dass rechtshirnige damit nicht immer zurechtkommen. Beide nehmen die Welt ganz anders wahr.

Wusstet Ihr, dass das Bauchgefühl in der rechten Gehirnhälfte wohnt? Ich find das irgendwie lustig. Der Bauch wohnt im Hirn.

Rechts wohnen die Emotionen, die Kreativität, das Denken in Bildern, das Bauchgefühl. Rechtsdenkende nehmen die Welt mit allen Sinnen viel intensiver wahr.

In der linken Gehirnhälfte wohnt das logische, lineare Denken. Das Ego. Aber auch der innere Kritiker.

Ihre Erkenntnisse basieren auch auf dem Erfahrungsbericht der Hirnforscherin Dr. Jill B. Taylor, die einen Schlaganfall hatte und deren linke Hirnhälfte sich damals verabschiedete. 10 Jahre brauchte sie, um wieder zu genesen. Dabei hat sie die Dominanz der rechten Gehirnhälfte so sehr zu schätzen gelernt, dass sie sich dafür entschieden hat, Teile aus ihrer frühren linksdominanten Zeit nicht wiederherzustellen. Sie ist jetzt viel zufriedener.

Sie hat ihr Wissen was genau beim Schlaganfall in ihrem Hirn vor sich ging, konstruktiv für ihre Heilung eingesetzt. Und genau dasselbe möchte ich bei der Heilung von meinem CRPS machen :)
Deswegen möchte ich ja genau verstehen, was mit meinem Hirn und meinen neurologischen Verknüpfungen dort im Oberstübchen passiert. Damit ich herausfinden kann, was ich tun muss, um wieder gesund zu werden, meine Schmerzfestplatte zu überschreiben. Wieder gute und gesunde neurologische Verbindungen auszubilden und die alten kranken zu überschreiben.
Die Frau is mir vielleicht sympathisch!

Als Forscherin erlebte sie den Schlaganfall als eine aussergewöhnliche Erfahrung, die sie nicht missen möchte und ist dafür dankbar. Denn so konnte sie berichten, was genau in einem da vor sich geht. Als sie erkannte, dass sie einen Schlaganfall hatte, dachte sie: "Oh mein Gott! Ich habe einen Schlaganfall. Das ist ja cool."

Wusstet Ihr, dass die vom limbischen System ausgelösten Emotionen nur 90 Sekunden dauern? Das sind die Urinstinkte, die man nicht unterbrechen kann. Dass man sich aber nach diesen 90 Sekunden aktiv entscheidet, wie man sich weiterhin fühlt? Der Hirnforscherin gelingt es, diese nach 90 Sekunden Emotionen bewußt zu steuern und so Stress zu vermeiden. Den macht man sich nämlich selbst. Durch das Hirngeplapper.

Das versuch ich jetzt auch. Toll, was für interessante Menschen mir jetzt auf meiner Suche schon begegnet sind. :)

Donnerstag: Ich bin die Woche dicht mit allem möglichen und unmöglichen Zeug. Ich treib mich derzeit mehr IRL (im wahren Leben) herum, als vor dem Rechner zu sitzen. Das hab ich ja schon auf Arbeit.
Jetzt reich ich doch mal ein bisschen was nach.

Montag:
Monatsanfang. Alle kaufen Fahrkarten im Bus. Deswegen sind wir erst um 5:58 Uhr am Bahnhof in Höchstadt. Eine der drei indischen Schwestern fährt mit. Heut hat sie eine Mütze über ihren Schwesternschleier gezogen. Das sieht lustig aus. Hab sie zuerst für n'en Scheich gehalten.

Vor mir sitzt einer mit grossen Löchern in den Ohrläppchen. Warum macht man sowas? Damit's besser durchzieht?

Hannberg: An der Sporthalle in Hannberg hängt das "S" schebs. Sieht aus, als wär es auf dem Sprung. Sportlich, sportlich. Des bassd ja zur Sporthalle.

Der 2.te Monitor im Bus schaltet sich bei jedem unsanftem Holperer vom Bus ein und aus. Ein Gefunzel is des.

Die Ampel unterhalb vom Busbahnhof mag heut auch ned mit uns. Sie schaltet von Grün gradaus auf rot und dann wieder auf Grün gradaus. Wir als Rechtsabbieger schauen in die Röhre. Unser Busfahrer war scho in die Startlöcher und hat dann wieder scharf bremst, weil as Grün ausgebliebm is. Erst bei der nächsten Runde funktioniert's.

Den Regionalexpress hammer grad so erwischt. Ohne zu Rennen. Mein Busnachbar setzt sich, guckt auf seine Uhr und brummt:"Perfekt."

Dienstag:
Heute begrüßt uns der 2.te Haltestellenmonitor mit:
"No boot device present. Halting."
Der Cursor blinkt lustig vor sich hin. Er fesselt meine ganze Aufmerksamkeit. Ich blinzle im Cursortakt.

Heute steigen zwei indische Schwestern mit Mütze ein. Eine trägt Bommel. Sie setzen sich separat. Ob sie gstritten hamm?

Um 6:23 Uhr sind wir am Bahnhof. Auf Gleis 3 ertönt grad die Ansage:"... fährt ein der Regionalexpress ..."
Wir laufen in gemäßtem Tempo zum Bahnsteig.
Als wir am Bahnsteig stehen, ist der Zug noch ned da. Mein Busnachbar brummt:"Immer dieser Stress." und zündet sich sein Zigarettla an.

Mittwoch:
Heut is der Bus flott unterwegs. wir sind um 6:19 Uhr am Bahnhof.
Die S-Bahn fährt grade ab.
Mein Busnachbar:"Hätt mer heut fast einen Zug früher nehmen können."

Donnerstag:
Dei S-Bahn hat ca. 5 Minuten Verspätung. Also fahren wir mal mit anstatt mit dem Regionalexpress.
Mein Busnachbar als wir drinsitzen:"Müssen ja ned immer so rasen. Kriegt man ja gar nix mit."

 
Die Glaa aus ERH - Das Sprichwort No 2 Sandra Jaeger 2018
Die Glaa aus ERH - Der Rahmen No 2 Sandra Jaeger 2018
09.11. bis 23.11. ...

Dienstag 20.11. :
War viel los die letzten Wochen. Hier ist der Nachtrag der Geschichten.

Am 09.11. steht am Bahnsteig Gleis 3 ein Mann, der immer wieder sein Handy vor sein Gesicht hält, dabei grinst und die Zähne bleckt. Sieht aus wie Fury (das Pferd) auf Extasy. Das ganze wiederholt er mehrmals. Dazwischen fallen die Mundwinkel immer wieder nach unten.

Mein Busnachbar beobachtet ihn ebenfalls mit skeptischer Miene. Dann grinst mein Busnachbar und bleckt die Zähne nur einen Moment lang wie der Mann. Ich muss lachen.

Wir steigen in den Zug und erwischen einen 2er. Ich denk gegen die Fahrtrichtung. In Fahrtrichtung sin a nu welche frei.
Ich zu meim Busnachbarn: "Gell, du fährst lieber gegen die Fahrtrichtung."
Mein Busnachbar guckt verduzt. In dem Moment fährt der Zug los und wir fahren IN Fahrtrichtung. Das Gleis 3 mit dem Rechtseinstieg hat mich scho widder verwirrt.
Ich korrigier mich:"Ach des is ja in Fahrtrichtung. Auf dem Gleis komm ich immer durcheinander."
Mein Busnachbar brummt:"Hatte mich schon gewundert."

Bürogschmarri...
Die Server ziehen um und wir müssen die Software anpassen und testen.
Ich:"Wie soll ich das denn testen?"
Kollege:"Vorsichtig!"

Ich hab grad viel um die Ohren. Ich wechsle zwischen skypen, analog telefonieren und Personenunterbrechungen ab.
Da ruft ein Kollege an.
Ich:"Hetz mich ned. Ich arbeite ned so gut unter Druck."
Er:"Dann war er no ned hoch genug. Druck formt die schönsten Diamanten."
Ich:"Des funktioniert bei mir ned. Bei mir gibt des bloss Brösel."

12.11.: Der Bus war flott. Mir hamm die S-Bahn erwischt.

13.11.: Der RE hat heute ca. 5 Minuten Verspätung und ein vermindertes Sitzplatzangebot. Wir erwischen trotzdem einen Platz an einem 4-er. Der Mann mir gegenüber hat viele Taschen mit Akten dabei. Einen Aktenberg. Ob man darauf auch Skifahren kann? Ich fahr Ski mit der Bürokratie. Anstatt dass die Bürokratie mit uns Schlitten fährt. Wintersport.

In Fürth simmer um 6:45 Uhr. Der RE Richtung Jena-Saalfeld auf dem Gegengleis hat heute auch ein vermindertes Sitzplatzangebot. Is wohl der Tag des verminderten Sitzplatzangebots. Oder was ansteckendes. Die Sitzplatzgrippe. Ein grippaler Sitzplatz-Defekt. Gibt ja nix, was ned gibt. Momentan geht ja auch die Hasengrippe rum.

Uns gegenüber sitzt ein streng frisierter Dutt. Der kann bestimmt a Falten glätten, so streng wie er frisiert is. Die Frau sieht ned so aus, als ob sie noch lachen kann, soviel Zug wie da drauf ist. Vielleicht traut sie sie a nimmer. Hui! Zug im Zug. Das gefällt mir.

Mit Wortschöpfungen verwirrende Begrifflichkeiten zu schaffen, scheint eine Spezialität der Öffentlichen zu sein. Vermindertes Sitzplatzangebot, Gleisbelegungsstörung, Türstörung, Mit oder ohne Ausschlusszeiten....

Heimwärts im 30iger steht ein Mädchen an der Tür mit einem Blatt im Haar. Das ist doch wunderbar.

Im 203er ziert den Kopf meiner Vorsitzenden eine Häkelmütze. Sieht aus wie unser Klorollenhütchen aus dem Auto. Erst wurd's belächelt und etz trägt mers selber.

Bei uns ums Eck is a Baustell. Mei Mama begrüßt mich mit den Worten:"Do foarn laufend Laster!"
Do foahrn laufend... hamm die Reifen Füß?

Mei Mama woar mit meiner Schwester einkaufen. Auf amol is mei Schwester fort. Mama sucht sie.
Eine Verkäuferin:"Suchen Sie was?"
Mama:"Ja, mei Tochter."

10.11.: Mei Haltestellenbekanntschaft und ich steign in den Bus ein. Es is derselbe Fahrer wie gestern.
Er:"So. Guten Morgen! Des sin ja die zwaa gleichen wie gestern."

15.11.:Der Schlot von der ESTW is widder beleuchtet! Desmol in lila! Etz treibm sie's aber ganz schee bunt!

Eine Frau im Zug hat ein kleines halbmondförmiges Döschen in der Hand. Ob da wohl ein Gebiss drin is? Ooch nö! Nur Kopfhörer. Wie langweilig.

16.11.: Mei Haltestellenbekanntschaft hat amol in Weinzierlein gwohnt, wo der Busunfall war. Sie meint, sie kennt die Strass. Do blend die Sunna so arg, do is mer ganz schnell auf der verkehrten Seiten. Is ihr a scho bassiert.

Ein Auto fährt einsam und gemütlich durch den Kreisverkehr.
Sie:"Was fährt der denn so langsam?"
Ich:"Etz lass ner halt und hetz ner ned. Vielleicht medidierder. (Meditiert er) "

Im Bahnhof in Nürnberg hamms die Frankfurter Allgemeine verschenkt. Des anzige was mich in der Zeitung interessiert hat, war der Comic "Glückskind".

Gestern hat mei Ergo mich gfragt, ob ich scho mal mein Schmerztherapeuten oder die Neurologin auf Cannabis ogsprochen hab.
Sie:"Der Dr. x hält nix davon."
Ich:"Ich halt vom Dr. x a nix."

19.11.: Alle Jahre wieder ... füll ich mein Gdb-Verschlechterungsantrag aus.

War letzten Freitag bei der Selbsthilfegruppe. Ein Ehepaar spült freiwillig ab. Ich will Ihnen helfen, aber er wiegelt ab.
Er:"Wir sind ein eingespültes Team."

20.11.: Mei Haltestellenbekanntschaft hat heut a Decken dabei.
Sie:"Ich frier immer so im Büro. Mir hamm an schwer Herzkranken im Büro und der reisst immer bevor ich kumm alla zwaa Fenster auf. Der braucht Sauerstoff. Ich trau mi goar ned die Heizung aufzudreha, weil's ner dann immer so schlecht geht. Etz nimmi a Decken mit."
Ich:"Aber wenn Du derfrierst, is des doch a ka Lösung."

In Erlangen am Bahnhof wären wir fast Richtung Gleis 3 gelaufen.
Mein Busnachbar:"Etz hätti mich fast verlaufen."
Ich:"Ich a. Mer hat sich so an Gleis 3 gewöhnt."

Etz kriegter nu an Bürocomic dazu.

Donnerstag: 21.11.:
Unser Bus kummd heit a weng später. Im Bushäusle stehen heut statt meiner Haltestellenbekannten zwei Jugendliche und rauchen. Meine Haltestellenbekannte steht rechts daneben.
Ich stell mich neben sie und sag:"Wegen Überfüllung geschlossen."
Sie lacht und sagt:"Heut hamm die doch goar ka Schul!"
Ich:"Stimmt. Heut is ja Buß- und Bettag."
Sie:"Heut is der Bus aber spät dro."
Ich deut auf die zwaa Jugendlichen:"Vielleicht hams tauscht. Der Busfahrer und die Schüler. Die kumma heut und der Bus kummd heut dafür ned."
Sie lacht.

Am Bahnhof in Erlangen. Die Sperrung hat keine Verbesserung gebracht.
Die S-Bahn hat ca. 5 Minuten und der RE wenige Minuten Verspätung. Wir warten auf den RE.

Die S-Bahn fährt ein.
Mein Busnachbar deut auf die Aufschrift am Zug und sagt:"Wie in China."
Drauf steht: Hersbruck li. Peg.
Ich muss lachen.

Die alltägliche Kehrmaschine ist heut auch später dran.
Mei Busnachbar brummt:"Die hat heute auch wenige Minuten Verspätung."

In Fürth haben wir die 2 Minuten Verspätung auf 4 Minuten verdoppelt. Wir schleichen aus Fürth heraus und werden von der U1 überholt. Die fährt dort oberirdisch. Mir eher unterirdisch.

Auf dem Weg zur U3 werd ich fast von einem Transportwäggelchen überfahren. A ned grod des gsündeste.

So um 16:00 Uhr lauf ich den Weg am Altenheim in Etzelskirchen runter. Ein Traktor mit Anhänger und einem Schlauch fährt lautstark vor. Ein Mann in grüner Arbeitskleidung kommt auf mich zu und fragt:"Is der Weg oben auch so sauber?"
Der Weg ist blattfrei.
Ich:"Ja."
Er:"Mir sollten den eigentlich etz saubermachen."
Er klingt richtig enttäuscht.
Dann kommen seine Kollegen noch mit einem Busla angefahren. Sie beraten sich noch ein Weilchen und dann fahren sie wieder.

Heute:
Gestern war der Schlot der Erlanger Stadtwerke blau. Heut isser grün.
Mei Busnachbar meint dazu:"Die müssen den Reststrom noch gar loswerden."

Der RE ist heute pünktlich. Bis Fürth. Dort legen wir ein Päuschen ein. Wegen Zugfolge. Immer noch zu wenig Gleis für zuviel Zug.

Eine Frau hetzt ins Abteil. Die freut sich über die Verzögerung. Sunsd hätt sie den Zug ned derwischd. Siggsdes! Alles eine Frage der Einstellung!

Mit 3 Minuten Verspätung fahr mer weiter. Seeeehr laaangsam.
Mit 5 Minuten Verspätung kummer dann in Nürnberg o. Die U3 is fort. Aber es kummd ja widder aaner.

Der Spruch des Tages der VAG is heut: "Wer sich nicht selbst helfen will, dem kann keiner helfen."

So. Heut gibt's Teil 2 von der Softwareumstellung. Vill Spass!

 
Die Glaa aus ERH - Die Softwareumstellung Sandra Jaeger 2018
Die Glaa aus ERH - Buerohetze Sandra Jaeger 2018
26.11. bis 30.11.

Montag:
Letzte Woche beim Standup-Meeting. Mit Skype. Im Sitzen. Es findet diesmal auf englisch statt weil wir Kollegen dabei haben, die kein Deutsch sprechen.
Scrum-Master:"X it's your turn."
Stille...
Scrum-Master:"Oh.. he is not here. Does anybody know where he is?"
Scrum-Mitglied:"Gleitzeit. Was heisst denn Gleitzeit auf Englisch?"
Scrum-MitgliedNo2:"Slippery time."

Ich folge den Hinweisen. In der Apotheke war neulich im Schaufenster ein Schmerzöl auf Basis von blauem Fingerhut. Heisst Aconit Schmerzöl von Wala. Wenn ich das auf die nicht mehr vorhandenen Muskeln zwischen den Fingern reibe, dann tut das gut. Ausserdem riecht es gut. Ich glaub der Geruch entspannt mich auch ein bisschen. Das mach ich vor dem schlafengehen und damit kann ich derzeit wieder etwas besser einschlafen. Wache aber trotzdem zwischen 01:00 und 03:00 Uhr auf.

Meine Füsse stellen sich quer. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich kann bald vorwärts seitwärts laufen. Ich dystonier so vor mich hin. Mein rechtes Fussgewölbe steht seit neuestem immer mehr in die Höhe. Also es wölbt sich mehr. Sieht aus wie die alte Aischbrücke. Mal schauen, was das noch gibt. Über sieben Brücken musst du gehn...

Ui schön! Am Samstag bin ich zweimal auf Comics von der Glaa angesprochen worden. Freu :))))
Frau No2 strahlte über's ganze Gesicht und hat mich gefragt: "Gibt's wieder neue Comics?"
Ich hab dann auch gestrahlt und: "Ja." gesagt.
Und am nachmittag gleich zwei neue Comics gezeichnet.

Einen neuen Comic gibt es heut auch. Von der Fachwerkausstellung im Höchstadter Stadtmuseum. Viel Spass!

Dienstag: Habt Ihr Euch auch schon was gewünscht und es ist dann passiert? Mir passiert das öfter. Ich hab mir immer Geduld gewünscht. Und jetzt lern ich das mit dem Schmerzsyndrom. Der liebe Gott scheint schon einen sehr schrägen Sinn für Humor zu haben.

Hab den neuen Fitzek - Der Insasse in der Buchhandlung gesehen und auch gleich die ersten Kapitel gelesen. Den wollt ich unbedingt lesen und hab schon überlegt, ob ich ihn kaufe. Gebraucht. Aber heut is was cooles passiert! In der Bücherei lag er bei den Neuzugängen. Und ich hab ihn als allererste ausgeliehen!

Die Bücherfrau bei der Ausleihe:"Den können Sie aber nicht verlängern."
Ich glaub ned, dass es des braucht ;-)
Da brauch ich ka 4 Wochen. Den les ich in 4 Stunden ;-)

Hab heut 6 Bücher abgegeben und gemeint, dass ich heut nicht mehr soviel mitnehmen will.
Es sind dann 8 geworden.
Worauf die Abgabedame zur Ausleihdame schmunzelnd gemeint hat:"Eigentlich wollt sie heut weniger mitnehmen."

Und meinen Gehörschutz hab ich jetzt auch. Die hab ich mir wegen meiner Hyperakkusis machen lassen. Die sind aus medizinischen Silikon hat der Hörakkustiker gesagt. Sehen ein bisschen aus wie seltsam geformte Gummibärchen und fühlen sich auch so an. Heut hab ich ihm ein paar Comics mitgebracht. Damit er weiss, worauf er sich nächstes Jahr beim Gesundheitsjahr gefasst machen muss. Ich darf ja bei ihm ein paar Schmerzcomimcs ausstellen.

Es ist schön wenn man zugucken kann, wenn jemand einen Comic liest und wie dann langsam ein Schmunzeln auf dem Gesicht erscheint. Siggsdes die aan stecken sich des Silikon in den Busen, die andern in die Ohren.

Donnerstag: Gestern war ich im Siemens Med Museum. Das ist kostenlos. Man bekommt ein Tablet mit Hilfe dessen man sich über QR-Codes Infos abrufen kann. Dann gibt's noch zwei Medienwände auf denen man herum-touchen kann und jede Menge Hör - und Lesestationen. Da das Halten des Tablets in meinen Händen schmerzt bzw. ich es auch nicht lange halten konnte, hab ich es immer zwischendurch abgelegt. Das lange Stehen und Herumlaufen ist für meine Dystonie-Füsse auch nimmer das wahre.

Wüßtet Ihr, dass die Gebrüder Siemens das erste TENS-Gerät entwickelt haben? Friedrich von Siemens hatte so grosse Zahnschmerzen, dass Werner sich was einfallen liess und seine Schmerzen mit einem Gerät mit Strom behandelt hat. Da war der Strom aber noch nicht regelbar. Das war sehr unangenehm. Er war dann aber schmerzfrei. Eine Zeit lang. Das Gerät wurde dann noch verfeinert mit Regler und wurde so zum Verkaufshit. Voltinduktor hiess es.

Der erste Zahnarztbohrer war mit Motor ausgestattet und hatte als Nebenwirkung , dass sowohl Patient als auch Zahnarzt gelegentlich einen elektrischen Schlag abbekamen. Da durfte der Arzt noch mit dem Patienten mitleiden. Der Tüftler hat dann den Motor noch besser isoliert, damit das ausblieb.

Wußtet Ihr, dass Siemens auch Hörgeräte gemacht hat? Die basieren auf demselben Prinzip wie das Telefon. Weil man festgestellt hatte, dass Schwerhörige am Telefon besser hören als ohne. Die Gebrüder Bell, die Erfinder des Telefons hatten übrigens auch mit Schwerhörigkeit zu kämpfen, aber den Fortschritt der Hörgeräte haben sie trotzdem nicht unterstützt. Der eine meinte, dass ihn seine Schwerhörigkeit beim Denken fördert. Siggsdes! Alles eine Frage der Sichtweise.

Es gab sogar mal Hörbrillen! Da war das Hörgerät im Brillenbügel integriert. Das hat sich aber nicht durchgesetzt.

Durchsetzen konnte sich dagegen der Herzschrittmacher. Der Erfinder hat damals übrigens nicht daran geglaubt. Der erste wurde in Schweden implantiert. Eine schwedische Frau, die davon genervt war ihren Mann 30 mal am Tag wiederzubeleben, weil er 30 mal am Tag einen Herzstillstand hatte, nervte die Erfinder solange, bis ihr Mann als erster einen Schrittmacher eingesetzt bekam. Der erste hielt bloss ein paar Stunden. Wurde dann durch einen zweiten ersetzt, der dann mehrere Wochen funktionierte. Die Stromversorgung war vorher immer das größte Problem. Die war oft extern und diese Leitung entzündete sich oft. Anfangs waren die Geräte noch Kühlschrankgross. Dann wurden sie kleiner und das Infektionsrisiko schaltete man dann aus, indem man auch die Stromversorgung mit implantierte.

Die Geburt des Herzultraschalls kam, als einem Arzt zusammen mit einem Techniker die Idee kam, ob man da nicht mit Sonar arbeiten könnte. Ultraschall wurde beim Schiffbau eingesetzt, um Schwachstellen an den Schweissnähten und Schiffsrümpfen zu erkennen. Der Tüftler ist dort einfach hin und hat das Ding an seine Brust gehalten und konnte sein Herz schlagen sehen. Das Schiffsgerät hat sich allerdings dann als nicht ganz tauglich erwiesen und wurde dann noch auf den Menschen angepasst.

Viele der damaligen Erfinder hatten keine technische Ausbildung. Sie waren einfach Tüftler und neugierig. Lag auch daran, dass man damals noch für eine Ausbildung Lehrgeld zahlen musste als heute welches zu bekommen. Und viele konnten sich das einfach nicht leisten.
Wenn schon immer zündende Ideen von Quereinsteigern kamen, warum macht man es ihnen heute in der Wirtschaft so schwer? Die Menschen sollen immer flexibler werden, und die Arbeitgeber werden immer starrer. Des bassd doch ned zamm.

Röntgenstrahlen wurden nach ihrer Entdeckung gefeiert und als Allheilmittel eingesetzt. Bis man die negativen Folgen erkannte. Viele Röntgenärzte, Fotografen (die kannten sich ja mit Bildern aus und wurden dort eingesetzt) und Röntgenschwestern starben an den Strahlungsfolgen.

Es gibt einen Film: X-Ray , in dem es bewegte Röntgenbilder gibt. Da sieht man eine Frau, die sich schminkt (genauer ihr Skelett) und einen Musiker... Das sieht ziemlich lustig aus.

Es gibt auch eine Röntgenbilder-Collage. Ein Skelett aus vielen einzelnen Röntgenbildern von verschiedenen Personen. Kunst am Bau sozusagen. Da sieht man dann die menschliche Skelettbauweise.

Man sieht dort auch alte Röntgen, CTs, Ultraschall und MRT-Geräte.

Es gibt auch Infos zu automatischen Laboruntersuchungen und Co.
Insgesamt hab ich fast zwei Stunden dort verbracht. Wenn man alles liest, anhört und den QR-Code überall anguckt, dann ist es auch technisch ganz interessant.

Das öffentlichen Klo am Hugenottenplatz hat jemand mit dem Satz beschmiert: Liebe für alle.
Aber doch ned auf dem Klo!

Der Weihnachtsmarkt hat auch schon offen. Dem Bratwurstduft kann ich nicht widerstehen. Und gebrannte Erdnüsse als Nachspeise müssen auch sein.

Dann kauf ich noch Idefix-Socken beim C und A. Und finde ein neues Autismus-Buch im Thalia.
Judith Newman - Hey Siri, willst du mich heiraten?: Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen meinem autistischen Sohn und seinem Handy

Da haben sie auch wieder die Absperrung mit "Kasseneingang" und "Kassenausgang" aufgestellt. Diesmal standen die Leute richtig. Nicht falsch rum wie letztes Jahr. Find ich schon etwas peinlich für Leute in einem Buchladen, wenn sie ned lesen können.

Einer Bettlerin schenke ich einen Apfel weil sie mir leidtut. Sie sieht hungrig aus. Alle andern Leute laufen an ihr vorbei und beachten sie nicht. Ich weiss ja, dass das Bettlerbanden sind und wenn man ihnen Geld gibt, landet es ganz woanders. Deswegen geb ich lieber "Hardware". Sie hat gelächelt und sich gefreut und bedankt.

Passend dazu hab ich in der Buchhandlung Rupprecht ein Buch mit dem Titel gesehen: "Wir können nicht allen helfen?"
Gegenfrage: Warum denn nicht?!?

Einen Comic hab ich heute auch wieder für Euch. Viel Spass!

 
Die Glaa aus ERH - Die Fachwerkausstellung Sandra Jaeger 2018
Die Glaa aus ERH - Der Wunsch Sandra Jaeger 2018
01.12. bis 07.12. Neues aus der Hobby-Schmerzforschung

Sonntag:
Schmerzforschung und einige Aha-Erlebnisse.
Das Wetter verstärkt mein Schmerzsyndrom. Mein inneres Trafohäuschen die Unruhe wird durch das schlechte Wetter verstärkt. Die sogenannte Wetterfühligkeit. Die Muskeln bauen ab. Tut ganz schön weh. Druck hilft gegen die Schmerzen. D.h. ich drücke gegen die schmerzenden Gliedmassen und dann läßt der Schmerz nach. Denn der Schmerz ist ja nicht die Ursache sondern nur ein Symptom. Die Ursache ist ein überschiessendes Nervensystem. Bei Nervenschmerzen hilft ja auch dagegen zu drücken.

Reize nehme ich viel intensiver wahr. z.B. spüre (Vibration) und höre ich vom 1. Stock aus, wenn die Waschmaschine im Keller ausgeschleudert hat. Das ist ganz schön praktisch, weil ich dann nicht umsonst in den Keller renne, wenn die Wäsche noch gar nicht fertig ist.

Andererseits spüre und höre ich im Büro auf Arbeit aber auch das MRT 3 Stockwerke unter uns. Das Gebrumme macht mich schier wahnsinnig! Und die Vibrationen spüre ich im Bauch. Das ist ziemlich unangenehm. Dabei kann ich mich nur schlecht konzentrieren. Kennt Ihr die Fernsehserie Die bionische Frau. Die konnte ähnliche Dinge. Allerdings war sie operativ optimiert worden. Bei mir ist das in der Grundausstattung inbegriffen.

Ich schlafe deswegen in komischen Stellungen, mal die Hand unterm Kopf oder auf dem Ellbogen. Die Beine gerne auch ineinender verknäuelt. Denn nur so konnte ich heute nacht überhaupt schlafen.

Ich denke das ist wie bei Autismus und ADHS, das Hirn kommt mit den Reizen, den Schmerz ist ja auch nur ein Reiz nicht mehr klar. Es ist zuviel. Auch Temple Grandin (Autistin) hat z.B. eine Körperdruckmaschine gebaut, die ihr Nervensystem beruhigt. Zahlreiche Testpersonen ohne Autismus haben es auch mal ausprobiert und bestätigen den beruhigenden Effekt.

Und dass der Cortisolspiegel dabei auch eine Rolle spielt, weil man Reize intensiver wahrnimmt, je niedrieger der ist, ist ja logisch. Langfristiger Stress und nichts anderes ist eine chronische Schmerzerkrankung für den Körper kann der Organismus auf Dauer nämlich nicht aushalten. Deshalb sagt die Nebenniere irgendwann: Rutsch mir doch den Buckel runter und produziert nicht mehr genug Cortisol. Ist ja logisch. Sie kann einfach nimmer, wenn sie das auf Dauer machen muss! Ihr könnt ja auch nicht ständig im Dauerlauf herumrennen. Obwohl das auch wieder für den Stressabbau gut ist. Aber halt im richtigen Maß. Man kann ja auch an zuviel Wasser trinken sterben. Dann kommen nämlich die Elektrolyte durcheinander. Und das ist auch ned grad des gsündeste.

Wahrscheinlich ist es so, dass bei vielen Krankheiten die Lösungen schon vorhanden sind in den einzelnen medizinischen Fachrichtungen. Jetzt muss "nur" noch dieses Wissen aus den unterschiedlichen Fachbereichen miteinander verknüpft werden. Es scheint mir leider so, dass sich die Fachbereiche zu arg voneinander abgrenzen. Und sogar bekämpfen. Das ist sehr schade und bedauernswert. Ich fände es ja schon mal einen Fortschritt, wenn die unterschiedlichen Ärzte bei denen man ist, miteinander reden würden. Nie war es so einfach wie heute. Telefon oder skype, Videokonferenzen machen es doch möglich. Bis vor kurzem dachte ich noch, es liegt daran, dass das nicht abrechenbar wäre.

Ich denke wenn man Möglichkeiten findet das Nervensystem zu beruhigen, kann man sowohl Autisten als auch chronisch Schmerzkranken und vielleicht sogar Immunerkrankten oder auch Depressiven besser helfen. Denn auch da vermute ich dieselbe Ursache. Zumindest wäre es ja mal einen Versuch wert in die Richtung zu forschen. Und vielleicht hilft ja auch das, was dem einen hilft, dem andern auch. Bei Neuroleptika und Antidepressiva hat man ja auch eher zufällig herausgefunden, dass sie auch bei Schmerzerkrankungen helfen. Vielleicht ist das ja nicht die einzige Gemeinsamkeit dieser Erkrankungen...

Ich habe jetzt schon zahlreiche Ärzte angeschrieben, aber keine Antwort bekommen. Das finde ich schade. Wahrscheinlich halten sie mich für einen Spinner. Dann wär ich ja in guter Gesellschaft. Ich denke die Schmerzforschung könnte von der Autismusforschung viel lernen. Denn Autisten haben viele Verhaltensweisen genau um ihr Nervensystem zu beruhigen. Dieses Verhalten wird oft nur nicht richtig gedeutet. Und genutzt schon gleich gar nicht.

Ich glaube auch, dass CRPS nur eine hypersensitive Variante einer chronischen Schmerzerkrankung ist. Eine höhere Reizfilteroffenheit könnte die Ursache des intensivieren Verlaufs sein. Denn Schmerz ist ja nichts anderes als ein Reiz. Wenn ein Mensch schon von Haus aus Reizoffener ist, dann dürfte auch ein lang anhaltender Schmerzreiz einen intensiveren Effekt auf das Gehirn haben, das ja bereits mit den vorher bestehenden Reizen schon am Limit ist.

Vergleichbar, wenn der Virenschoner (Setzen wir das mal einem Reiz gleich) auf Eurem Rechner die ganze Zeit am Limit läuft. Dann läuft der Rechner ja auch langsamer. Er hat einfach keine Ressourcen mehr für andere Dinge zur Verfügung. Erst wenn der Reiz (das Programm) nicht mehr da ist, funktioniert der PC wieder. Ist ja auch logisch.

Wußtet Ihr, dass ein 14-jähriger das erste Röntgengerät gebaut hat? Ich glaube heute hätte er keine Chance damit. Vielleicht versuch ich es mal bei einem Schmerzforscher, wenn ich denn einen finde, der mir mal zuhört.
Und Dr. Semmelweiss der Vorreiter der Krankenhaushygiene (bei der Entbindung starben viele Frauen und Kinder, weil sich die Ärzte und Schwestern nicht die Hände wuschen) ist in der Psychiatrie gestorben. Des is ja a ned grad des gsündeste. Er hatte recht. Es hat ihm nur nichts genützt. Es hat ihm keiner geglaubt. Zumindest nicht zu seinen Lebzeiten.

Und Florence Nightingale hat ja auch nur durch Zufall herausgefunden, dass Sonnenlicht gegen Gelbsucht bei Babies hilft. Weil ihr die Würmchen denen man damals noch menschliche Wärme und Geborgenheit vorenthielt (dieses Vorurteil hat sich in der Medizin sehr lange hartnäckig gehalten, dass nur steril das einzig wahre ist. Inzwischen ist man schlauer.), leid taten. Sie nahm sie mit an die frische Luft und siehe da, wo Sonne hinkam, war es weg.

Auf der Station einer Krankenschwester, die Früchen zuerst mit Liebe und Zuneigung behandelte, entwickelten sich die Babies viel besser. Jetzt darf man Kangarooing machen. Dank einer Krankenschwester, die auf ihren Instinkt gesetzt hat.

Schon deshalb finde ich die Lösung Pflegeroboter einzusetzen etwas seltsam. Ist das nicht ein Rückschritt? Menschen brauchen doch Menschen. Wir sind soziale Wesen. Wir brauchen menschliche Wärme und Zuneigung. Ein Gespräch kann heilsam sein. Darauf beruht ja die ganze Psychotherapie. Auch die Telefonseelsorge. Oder das Barkeepertum. Da ich Alkohol nicht vertrage, tut es bei mir die Bäckereiverkäuferin. Die hat auch sehr viel Menschenkenntnis. Das stimuliert nämlich auch den Vagusnerv und sorgt so für Entspannung und Wohlbefinden. Und Entspannung wirkt ja wieder dem Stress entgegen. Fühlt man sich einem Pflegeroboter nicht eher ausgeliefert? Ausgeliefertsein erzeugt wiederum Stress. Das wär dann nicht so gut. Hmm... Schon heute ist man im Krankenhaus ausgeliefert. z.B. wenn man zum OP geschoben wird. Habe neulich eine schöne Geschichte gelesen. Ein Patient (Clown von Beruf) wollte das Spielchen nicht mitmachen. Zumindest wollte er es zu seinen Bedingungen machen. Er hat sich eine Krone von einem Fastfood-Restaurant vor dem OP-Termin besorgt und eine Zeitschrift. Die Zeitschrift hat er dann zusammengerollt. Sobald er zum OP geschoben wurde, hat er sich aufgesetzt, die Krone auf den Kopf, eine Clownsnase aufgesetzt und die Zeitschrift als Zepter in der Hand. Es hat für viel Heiterkeit gesorgt. Und er fühlte sich nicht mehr ausgeliefert. So kann man dem Stress auch ein Schnippchen schlagen. Humor ist doch das beste Gegenmittel.

Sodalein und heut gibt's auch einen neuen Comic. Der sieht etwas "pulverisiert" aus. Weil mir der Resttonerbehälter explodiert ist. Sein Inhalt hat sich über einige Zeichnungen ergossen. Des is ja ned grad des gsündeste. Mit einem Staubsauger hab ich dann das gröbste weggemacht. Und in der Küche ist er mir dann aus der Hand gefallen und das Pulver hat sich dort auch noch verteilt. Sellerie.

Ein paar lustige Sprüche hab ich auch auf ein paar Postkarten gelesen. Ich glaube ja wirklich, dass die Philsophen von heute in der Spruchkartenindustrie arbeiten.

Ich komme aus Ironien. Das liegt am sarkastischen Meer.
Ich krieche Menschen nicht in den Hintern, weil ich Angst vor dem Dunkeln habe.

In diesem Sinne ein schönes Wochenende! Euer Hobbyschmerzforscher.

Dienstag: Nachtrag vom Montag...
Mei Bushaltestellenbekanntschaft und ich stehen im Bushäusla. Nacheinender fahren drei Autos die Haltestelle an und spucken Schüler aus.
Ich:"Der Schülerlieferservice."
Mei Bekannte lacht.

Sie:"Also ich hab mein Wech in der Grundschul scho selber gfundn. Ich hätt des goar ned möng. Des is uncool."
Ich:"Ich hätt die Option goar ned ghabt und wenni sie ghabt hätt, dann hättis ned gwußt"

Des blaue Wunder kummd. Heut derf mer des 3.te Türla am Adventskalender aufmachen. Mir langt a Tür am Bus. Alle Tage wieder...

Es fängt wieder ärger zum regna o, wie mir eisteign.
Mei Haltestellenbekanntschaft:"Etz fängt des scho widder o zum regna!"
Ich:"Etz hocksd doch druggn." (Jetzt sitzt Du doch im Trockenen)

Wie mer o der Arztpraxis am Polizeikreisel vorbeifoahrn, geht dortn widder im 1. Stock as Licht o. Erleuchtung!

Zeit is relativ. Des hat scho der Einstein gsachd. Wenn dir die Zeit wurschd is, kannsd relativ entspannt auf Ärbert foahrn.

Mei Busnachbar schläft kaum, dasser eigstiegn is und wacht kurz bevor mir do sin, auf. Beneidenswert.

Heut simmer grad richtig am Bahnsteig. Mir sin ned grennt. A Zigaretten kanner nimmer rauchen.
Mei Busnachbar brummt:"Immer dieser Stress."

Ein gut gelaunter Schaffner verabschiedet sich überschwenglich.
"Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag, eine gute Weiterreise und einen guten Start in die neue Woche."
Mein Busnachbar brummt:"Und einen schönen Advent."
Ich muss schmunzeln.

Dienstag:
Der Schlot der ESTW leuchtet heut unten grün und oben blau.
Mein Busnachbar:"Heut beleuchten zwei Leute den Schlot."
Ich:"Und die hamm si ned entscheiden könna..."

Heimwärts an die Strassenbahnhaltestelle trau ich mich fast ned hi. Do stehn zwei Polizisten , a Rudel Fahrkartenkontrolleure und zwei Männer. Einen von den Männern filzt der Polizist.
Wie die Strassenbahn kummd saus ich schnell nei. Die Fahrkartenkontrolleure steign a ei. Und dann kontrollierns. Zwaamal. Naja, woar ja amol widder Zeit. Mei Ausweis schaut scho ganz abgegriffen aus. Schaua dud mer doch mit die Aang und ned mit die Händ.

Der VAG-Spruch des Tages ist heut:"Lache nie über die Dummheit der anderen. Sie ist Deine Chance."

An neue Comic habi heut a für Euch.

 
Die Glaa aus ERH - Der Trend Sandra Jaeger 2018
Die Glaa aus ERH - Warum Sandra Jaeger 2018
08.12. bis 14.12. Nikolausi

Samstag:
Ich war ab Mittwoch immer unterwegs. Deswegn gibt's die Restwoche erscht heut.
Mittwoch:
Wir laufen zum Zug Richtung Gleis 4. Oben auf Gleis 4 rattert ein Güterzug durch.
Mein Busnachbar brummt:"Den hammer verpasst."

Im Raucherquadrat zündet sich mei Busnachbar seine Zigarette an.
Da kommt ein junger Mann und nuschelt fast unverständlich:"Hamse mol a Zigarettn?"
Mei Busnachbar brummt:"Au. Das wird ein langer Tach. Die muss ich mir einteilen."
und läßt ihn abblitzen.

Als wir im Zug sitzen, frag ich ihn:"Hast du heut wirlich einen langen Tag?"
Er schmunzelt und schweigt.

Wir stehen wieder ein bisschen in Fürth herum. Mit Verspätung trudel ich deswegen auf Arbeit ein. Dafür geh ich dann früher.

Donnerstag:
Der Zug hat heute ca. 35 Minuten Verspätung. Des sehn mir leider erst als wir oben am Gleis stehen. Denn die S-Bahn hat ebenfalls Verspätung, lungert aber auf dem Gleis gegenüber herum. Also rennen und humpeln wir zum Gegengleis. Vergeblich. Ich hab mi bal derennt. Grich die Füss nimmer so hoch wecher der Dystoniererei und bleib an den Sehbeeinträchtigungssteinen hängen. Bei mir woarn des eher Gehbehinderungssteine. Hab mi grod nu derfangt. Ich brauch so schnell kann Wecheunfall mehr. Ich hab scho genuch Spass mit Ärzten, Krankenhäusern und Versicherungen. Die S-Bahn steht da dann zwar noch einige Minuten rum, aber die Türen bleiben zu.

Also trott ich zum 30iger. Do treff ich nu an Mo vom Zug. Die gestrandeten. Die gibt's ned bloss auf Inseln, sondern a im öffentlichen Nahverkehr. Mit dem steh ich dann erstmal 20 Minuten an der Haltestell herum, weil der 30iger uns a grod vor der Nasen wechgfoarn is. Etz hammer alle Zeit der Welt.

Hammwärtsi: Der Werbespruch des Handwerks auf der Strassenbahn gefällt mir.
Do steht:"Wir fragen nicht, wo sie herkommen. Uns interessiert wo Sie hinwollen."
Die Bahn hat des heut ned gross interessiert.

Im 203E Bus heimwärts auf dem Laufband am Monitor habi glesen dass ab 09.12. der neue Fahrplan gilt. Mir solln schaua, ob sie was gändert hod. Alle Jahre wieder... Ich versteh des ned, dass mer die Zeiten immer ändern muss. Ich muss doch a jeden Tag um die gleiche Zeit auf Ärbert sei. Ich variier des doch a ned jeds Joahr im Dezember neu.

Ich hab an Brief am Mittwoch grichd. Die Zonen in Fürth ändern sich. Ich weiss nicht, was soll es bedeuten.. ich werd aus dem Brief ned schlau. Ich hab a Jahresabo bei der Bahn. Die waas anscheinend ned welche Zonen ich hab. Schee wär ja gwesen, wenn die bei aaner Änderung automatisch die Korrekturen der Zonen als Karten an die Aboler schicken däden. Stattdessen steht im Brief ich soll bei einer Stelle im Landratsamt Fürth orufn. Die sogn Dir dann, ob sich was für Dich ändert. Und wenn ja, dann darfst Du selber a nu beim Abocenter orufn und dena die Änderung mitteilen.

Also ruf ich kaum, dassi am Donnerstag dahamm bin, in Fürth an. Es ertönt ohne jede Ansage sofort nervige Warteschleifenmusik. Ich weiss ned amol, wo ich etz gelandet bin. Das Lied macht mich aggressiv. Das wird auch nach dem 15. mal und 25 Minuten ned besser. Do leg ich auf. Und probier es dann doch lieber beim Abocenter. Da bekomm ich dann in der Warteschleifenmusikzeit den Tipp doch auf die Website ins Kundenportal zu gehen. Und dass ich auserwählt wurde, an einer Umfrage zur Kundenzufriedenheit über die telefonische Beratung teilzunehmen. Etz habi nu kanner grichd... Ich bin leicht genervt...
Da meldet sich doch nach 6 Minuten eine weibliche Stimme mit symphatischem bayerischen Dialekt und läßt mich meinen Groll vergessen. Ich:"Juchu! Ein Mensch!"
Nachdem ich ihr mei Abonummer und mei Zonen genannt habe, erklärt sie mir, dass ich nix machen muss, weil sich für mich nix ändert. Juchu. Sie ist nett, lustig und fröhlich (ganz anders als der nervige Mensch am Vortag von meinem Telefonanbieter)
Des is schon dreist, wie Firmen ihre Dienstleistungen auf den Kunden auslagern. Vielleicht solltmer uns des amol bezahlen lassen. Das Telefonat mit der Abofrau war aber schee. Des hat mich wieder versöhnt.

Die Anrufe von meim Telefonanbieter wern a immer seltsamer. Die wolln an immer was verkaafen. Aber ich brauch nix.
Neulich er:"Wir haben jetzt eine viel schnellere Leitung."
Ich:"Die brauch ich ned. Wo ich sie aber scho dran hab: die Leitung is seit letztem Dezember langsamer woarn."
Er:"Das liegt daran, dass die Leitungsgeschwindigkeit auf alle Kunden des Tarifs aufteilt. Deswegen wechseln ja viele zum schnelleren Tarif. Wollen Sie nicht auch wechseln?"
Ich:"Na. Wenn die andern alla wechseln, dann kannis ja derwarten bis sie widder schneller wird."

Mein Tipp: einfach sagn:"Ich bin wunschlos glücklich." Dann wissens nämlich nimmer, was sie drauf sagn solln. Des hilft übrigens a bei die Zeugen Jehovas.

Freitag:
Do is der Zug amol ausnahmsweis widder pünktlich kumma, gfoahrn und okumma. Dassi des die Woch nu erlebn derf!

Bürogschmarri.
A Kollege kummd rei während zwei andere Kollegen sich scho bei uns unterhalten.
Der eine:"Der x. malt a Diagramm dazu."
Kollege zwinkert mir zu:"Malen kann doch die Sandra."

Neulich war es mal sehr still bei uns im Büro.
Mein Kollege:"Do herin is aber a komische Stimmung."
Ich:"Is doch schee still."
Er:"Des is keine Stille. Des is Schweigen."
Ich hab ned gwissd, dass do an Unterschied gibt.

Woar dann nu auf der Weihnachtsfeier der Selbsthilfegruppe. Schee woar's. Der Nikolaus is kumma, mir hamm gsunga und gwichtelt mit Armbrustschiessen (des woar lustig) - und nach zahlreichen Versuchen habi dann direkt in die Mitten troffen - und es hat Wienerle gebm.
Mei Nachbarin is schneller mit Ihr Wienerle fertig wie ich.
Ich:"Mei bist du schnell."
Sie:"Dafür liest du schneller wie ich."

Sie hat dahamm a Kamera installiert, damit sie über's Handy gucken kann, ob ihr Hund was dahamm ostellt.
Sie:"Wenni ned dahamm bin, dann schläft er bloss. Wenni dahamm bin, dann stellt er dauernd was o."
Ich:"Dann musst mehra fort geh."

Samstag:
Ich woar heit im Städtla. Im Fenster vom Outdoorladen seh ich eine Schneeflockenmütze mit Bommel.
Ich geh in den Laden und frag, ob ich sie mal aufprobieren darf. Darf ich.
Verkäufer will mir versichern, dass die jedem passt:"Des is a Einheitsgrößen."
Ich:"Ich hab aber kann Einheitskopf."
Die hat bassd. Die habi glei mitgnumma.

Die Ohrstöpsel vom Hörakkustiker sin fei prima! Wenn ich die nei du, dann bini total entspannt. Des is sogoar meiner Ergo aufgfalln. Weil es die Reize dämpft. Und des hilft gecher mei Schmerzen! Ich bin a ned so fertig, wenni dann dahamm bin. Mei is des schee! As Licht habi a auf Ärbert nu dimmd. Des hilft a. Ich hab ja scho immer zu die Psychologen in der Schmerztherapie gsachd, dass ich was praktisches brauch. Aber des hams ned verstanden. Die verstehn fei vill ned. Vielleicht welln sie's a bloss ned versteh.

Vielleicht geh ich morgn a weng auf'n Weihnachtsmarkt in Höchstadt. Wenn's ned die ganze Zeit renga dud. Ich wollt ned hieschwimma.

An Comic habi a nu für Euch. A scheens Wochenend!

 
Die Glaa aus ERH - Geraeuschvoll Sandra Jaeger 2018
15.12. bis 21.12. Gedankenspiele

Sonntag:
In der letzten Woche habe ich gelernt, dass Menschen Systeme und Vorschriften gemeinsam zugunsten der Menschlichkeit überwinden können. Also, dass Menschen über ihren Schatten springen können. Das war eine sehr schöne Erfahrung.
Da hätt ich gern mehr davon.

Von meiner Physio hab ich zum Nikolaus ein Schokorentier von der Bäckerei Baier bekommen. Da hab ich mich sehr gefreut.

Letzte Woche hatte ich einen neuen CRPS-Schub. Das war nicht so schön. Ich hab jetzt Krücken. Da ich keine Kraft in den Händen habe, hab ich Achselstützkrücken gebraucht.

Im Wartezimmer saß auch unsere ältere Nachbarin. Ihr gefallen meine Comics.
Da kam eine Frau mit weissem Kurzhaarschnitt und schwarzer Brille zur Tür herein.
Meine Nachbarin:"Oh. Heino."
Dann hat sie mir noch erzählt, dass Heino jetzt in Rente gehen will.
Das haben schon viele Künstler gesagt und es dann doch nicht gemacht.

War lustig im Orthopädiegeschäft. Da hatten sie nur noch welche aus Holz da. Die waren mir aber viel zu hoch.
Die Orthopädie-Frau zum Orthopädie-Mann :"Kannst Du die bitte nach unten verstellen? Ich weiss nicht wie das geht."
Drauf kam er und guckte etwas verwirrt:"Was willste denn da verstellen? Die sind doch schon ganz unten."

Dann hat sie mir welche aus Alu bestellt. In rot und blau. Des putzt die Sau. Sachd mer bei uns. Am Donnerstag konnt ich sie abholen. Und jetzt üb ich. Meine Physio hat mir noch kurz erklärt, wie ich es richtig machen muss. Es geht jetzt schon ganz gut.
Busfahren find ich noch schwierig. Weil der Gang so eng ist. Und es auch meistens hoch zum Bus reingeht. Und raus auch. Und wenn er anfährt, wenn man noch nicht sitzt, hab ich ja auch keine 3.te Hand zum Festhalten. Das ist auch etwas ungünstig. Die Krücken dann neben dem Sitz zu verstauen, ist auch nicht ohne. Mal gucken, ob ich da noch besser werde.

Dabei fällt einem dann auf, dass die Gehsteige ganz schön krumm sind. Dauernd bleib ich mit der einen Krücke hängen und komm aus dem Tritt. A ned grod as gsündeste.

Die Leut reagiern auch anders. Vorher hat man die Behinderung ja nicht gesehen. Jetzt sieht man es. Die einen gucken total erschrocken. Dabei bin ich froh, dass das mit den Krücken so schnell geklappt hat. Andere gucken weg. Gestern hab ich fröhlich 8 Leute im Städtchen gegrüßt. Nur zwei haben zurückgegrüßt. Einer hat recht gebrummt. Vielleicht liegt es auch am Wetter. Es schneit grad.

An der Theke im Supermarkt war am Freitag auch die Hölle los. Da muss man eine Nummer ziehen. Hab ich auch gemacht. Die 9. Dann haben sie von 6 auf die 9 gedrückt, aber die 7 und 8 bedient und die Nummer 9 gar nimmer aufgerufen, sondern gleich die 10. Das war mir dann zuviel. Ausserdem fuhr dann mein Bus. Also hab ich halt nix gekauft. So hab ich Geld gespart. Auch schön. So wichtig war mir das dann auch nicht. Da wollt ich lieber heim. Man muss immer Prioritäten setzen.

Die Bücherei ist auch nicht wirklich behindertengerecht. Zwar gibt es dort einen Aufzug, aber dann kommen zwei schwere Türen, die nach aussen aufgehen. Türen, die nach innen aufgehen, kann ich mit dem Hintern voraus (also rückwärts laufend) öffnen. Das geht. Andersherum ist es schwierig. Rauswärts haben sie mir die Türen aber aufgehalten. Das war sehr nett.

Ich hab nachgedacht. Das Gedächtnis (die neuronalen Verknüpfungen im Hirn) bildet sich ja aus all unseren Erfahrungen aus. Das Schmerzgedächtnis heisst es aber erst wenn ein akuter Schmerz zu lange besteht. Gleichzeitig hat man inzwischen herausgefunden, dass unser Hirn zwischen psychischen Schmerz und physischen Schmerz keinen Unterschied macht. Da läuft im Hirn dasselbe Programm ab. Deshalb wirken auch Schmerzmittel bei psychischem Schmerz. Wird aber nicht empfohlen.

Wenn alle Gedächtnisinhalte im Laufe eines Lebens entstehen, warum soll es dann ausgerechnet beim Schmerzgedächtnis anders sein?
Ich glaub viel mehr, dass jeder ein Schmerzgedächtnis hat, das durch Trauer, Enttäuschung, schlechte Erfahrungen geprägt wird. Bei der Schmerzchronifizierung wird dann lediglich der Link falsch gesetzt. Da verknüpft sich dann der physische Schmerz irrtümlich mit dem schon vorhandenen Schmerzgedächtnis. Wie ein Symlink bei Linux.

Dann hätte man zwei Möglichkeiten das Schmerzgedächtnis umzubauen. Erstens den Link zu löschen oder wenigstens umzusetzen. Wenn man Schmerz z.B. mit einer schönen Erfahrung verbinden könnte. Ich habe in den letzten 5 Jahren ja auch viel gelernt. Also wenn man das positiv sieht.

Zweitens den Speicherinhalt (die Schmerzgedächtnisinhalte), auf den der Symlink zeigt, zu überschreiben. So hat man ja auch aus der Trauer , Enttäuschung in der Vergangenheit viel gelernt. Es hat unsere Persönlichkeit ausgebildet. z.B. dass man zäh ist. Neugierig. Stur. Unabhängig. Alles hat zwei Seiten. Reframing nennt sich das in der Psychologie. Das heisst wir gucken uns das, was uns weh tut einfach mal aus einer anderen Perspektive an. Wo wären wir, wenn uns das nicht alles passsiert wäre? Wäre ich dann überhaupt noch ich? Welche Stärken habe ich und sind die nicht aus diesen Krisen entstanden? Ich denke: Ja. Ich glaube sogar,dass ich in Krisen immer am meisten gewachsen bin. Also nicht in cm. Nachmessen funktioniert also nicht. Rückblickend waren und sind das immer die spannendsten Zeiten im Leben. Dann kann ich ja mal sehr gespannt sein wie das CRPS-Projekt weitergeht und was und wen ich noch alles kennenlernen werde.

Ich probier es aus. Schaden kann es ja nix.
Den Symlink zu löschen kann man übrigens auch mit Spiegeltherapie oder Spiegeltherapiekarten versuchen. Das mach ich auch.

Mein diesjähriges Weihnachtsmuster hab ich auch veröffentlicht. Das hab ich 2016 noch selber stricken können. Ich hoffe, das geht irgendwann mal wieder. Denn Krallenhände mögen das nicht so gern.
Es ist eine Hundeparade-Mütze im Norwegerstil. Mit einem Norwegerstern mit Pfoten auf der Mützenspitze. Es kommt richtig gut an.
Freu!!

Neulich auf dem Weg zur Physio widder amol den Fluchtlichtstorch gseng. Und des habter etz davo ;-)
Vill Spass!

Montag: Auf der Anzeige steht: RE ca. 10 Minuten Verspätung. Zwei Minuten später hat er nur noch ca. 5 Minuten Verspätung. Gekommen ist er dann mit 8 Minuten Verspätung.
Statt Doppelstock-Waggons nur einfache heute. Den 1. Stock hams vergessen. Dafür hab ich heut zwaa dabei. ;-)

Lustig. Wie ich in Nürnberg die Bahnsteigtreppen mit die Krückn nunterwackel, teil ich hinter mir die Menschenmenge wie Moses das rote Meer.

Bürogschmarri.
Ich:"Mei Mama hat gsachd, wenn's glatt wird, blebsd dahamm mit dei Krückn. Da hab ich drauf gsachd: ich kann doch ned an ganzen Winter wecher die Kruckn dahamm bleibm."
Mei Kollegin:"Gibt's für Krücken Spikes?"

Dienstag: Heut hat der Zug ca. 5 Minuten Verspätung. Da kann ich mir beim Treppensteigen Zeit lassen.

Geht scho gut los heut. Die erste Rolltreppe in Nürnberg am Hauptbahnhof blinkt rot und tut nix mehr. Die zweite fährt ein Stück und ich steh dann mittendrin. Des habi dann aber mit die Krücken nu gmeistert.

Dafür hab ich mich dann heimwärts im Bus mit dem Rucksack und den Krücken so dermaßen eingewördelt, dass ich mich neben den Sitz gesetzt hab und dann strecksderlängs im Gang gleng bin. Samt Krücken. Wie ein gestrandeter Käfer. Des is fei a ned grod as gsündeste. Sunsd is abber fei nix bassierd.

Gestern abend guckmer Fernsehn. Die Landfrauen auf BR3. Es ist eine Sonderweihnachtsausgabe und die Landfrauen werden von Promintenten unter Anleitung eines Starkochs bekocht.
Koch:"Do kocht a jeder an Gang."
Ich:"Mir kochen ned auf'm Gang. Mir kochen in der Küch."

Lustigerweise hab ich gestern und heute je ein Kochbuch als Weihnachtsgeschenk per Post bekommen. Ob des irgendwas zu bedeuten hat...?

An Comic gibt's heit a amol widder! Vill Spass!

Mittwoch: Hab meiner Haltestellenbekanntschaft ein Schokoladen-Weihnachtsgeschenk mitgebracht.
Sie freut sich riesig:"Oh! Danke! Etz habi gar nix für Dich."
Ich:"Du versüßt mir jeden Tag."
Da hadsi dann gstrahlt und glacht.

Bürogschmarri...
An der Tür zur Herrentoilette hängt ein handgeschriebener Zettel auf dem steht: "Ihr müßt den Papierspender behandeln wie eine Frau. !!! Zärtlich !!!"
Unten drunter hat einer gekritzelt: "Und auf dem Damenklo?"

Schokorentier
Norwegian Dog Beanie
Norwegian Dog Beanie
Die Glaa aus ERH - Der Superstorch Sandra Jaeger 2018
Die Glaa aus ERH - Die kaputte Geschwindigkeitsanzeige Sandra Jaeger 2018
22.12. bis 28.12. Frohe Weihnachten!

Sonntag:
Sodalein. Ich hab was neues entdeckt. Ich möchte ja weiter Reize dämpfen, um mein CRPS in den Griff zu bekommen. Den IRLEN-Filter. Das ist eine visuelle Wahrnehmungsstörung, die wohl viele AD(H)Sler und Autisten, aber auch andere Menschen mit neurologischen Erkrankungen (Schlaganfall, MS, CRPS ...) haben. Auf der Seite gibt es auch einen Test. Da könnt Ihr gucken, ob Ihr auch betroffen seid.

Ich wünsch Euch noch ein schönes Wochenende und ein wunderschönes Weihnachtsfest!

Einen Comic hab ich heut auch noch für Euch. Viel Spass!

Montag: Oh cool!
Ich hab schon ein paar wunderbare Weihnachtsgeschenke bekommen ;-)

Ich hab gestern ein Lesezeichenmuster gebastelt. Und meine Doppelstrickweltmeisterin und Teststrickerin hat es schon fertig. Dabei hab ich es ihr gestern erst geschickt.
Ich freu mich total!

Und der Minifahrerin und mit Urheberin des gestrigen Comics hab ich den Comic auch geschickt. Und sogar gestern noch diese Antwort bekommen.

"Einfach super Ihr Cartoon ! Danke !!!
Ich wünsche Ihnen Frohe Weihnachten und hoffe dass Rudolph in keinen Stau gerät ;)"


Und diesen wunderbaren Kommentar will ich Euch auch nicht vorenthalten. Über den hab ich mich am allermeisten gefreut ;-)

"du machst das immer sooo toll:-)
Deine Comics sind einfach der Brüller. Super toll und ich muss immer schmunzeln.
Ja eigentlich bist du ein Zauberer. Du zauberst einem damit ein Lächeln ins Herz/Gesicht..."

Dienstag: Im toonsup-Forum hat jemand den Rentier-Comic einen Kalauer genannt.
Ich kenn nur einen Kalauer und der sitzt im Bus jeden Werktag neben mir.

Neulich hat jemand zu mir gesagt, dass ich mich noch schneller anpassen und ändern soll. Selbst hält derjenige aber am althergebrachtem fest. Predigt auf der einen Seite, dass die Veränderungen immer schneller kommen, trägt aber selbst nicht dazu bei die Umgebungsbedingungen positiv mit-zu verändern. Das finde ich äußerst verwirrend.

Albert Einstein hat mal gesagt:
"Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten."

Ich wünsche mir zu Weihnachten und für das neue Jahr ein ausgeglichenes Gleichgewicht von Fördern UND Fordern! Von Geben und Nehmen. Denn ich gebe sehr gern. Und habe festgestellt, je mehr ich gebe, desto mehr bekomme ich auch zurück. Das ist sehr schön. Seltsamerweise macht mir das Geben viel mehr Freude als umgekehrt. Sogar immer einen ausgesprochen diebischen Spass. :)

Wie ein Bild wünsch ich mir also den richtigen Rahmen, um voll zur Geltung zu kommen. Ich arbeite daran. :)

Dann kann die Zukunft gerne kommen. :)
Nicht, dass wir das irgendwie aufhalten könnten ;-)
Denn ich möchte ja Neues lernen! Dabei brauche ich aber auch ein entsprechendes positives und wertschätzendes Umfeld. Und dann kommt der Spass bei der Arbeit von ganz allein. Denn es gibt nix schöneres als anderen zu helfen und dann im Gegenzug selbst Unterstützung zu bekommen. :)

Habt Ihr Euch mal in jüngster Zeit Stellenanzeigen durchgesehen? Ich glaub das ist wie bei den Pflanzen mit den heutigen beruflichen Spezialisten. Man möchte die schönsten Rosen, die am besten duften und am längsten halten. Pflanzt man die teuersten Rosenstöcke und kümmert man sich nicht weiter darum, dann gehen sie ein. Ich glaub, das ist bei den Menschen genauso.

Zumal ich mich ja in den letzten 5 Jahren auch ganz schön weiterentwickelt habe. Das tut ja jeder. Oder etwa nicht? An Herausforderungen wachsen und neue Perspektiven sehen. Ich bin neugieriger auf die Welt und auf die Menschen geworden. Und ich finde es spannend, wie oft Menschen sich missverstehen. Dass da oft Gefühle im Spiel sind, die zur Verwirrung beitragen und dass Sender und Empfänger auf zwei völlig unterschiedliche Kanäle eingestellt sind.

Ich lese grade Bücher über die Themen gewaltfreie Kommunikation (übersetzen würde ich das als: vorwurfsfreie und konstruktive Kommunikation) und emotionale Intelligenz. Das finde ich total spannend. Vielleicht waren am Turmbau zu Babel gar nicht Menschen aus unterschiedlichen Ländern beteiligt. Die sprachen wahrscheinlich alle dieselbe Sprache. Und haben sich trotzdem nicht verstanden, weil jeder aus einem anderen Kontext kam und auf einer anderen Welle gesendet bzw. empfangen hat. Das Gleichnis ist für mich deshalb so aktuell wie nie. Weil genau das im täglichen Leben (daheim und auf Arbeit) ständig passiert. Und das finde ich total spannend.

Ich hab mich nämlich schon immer gefragt, warum einzelne Menschen, die jeder für sich wunderbar und einzigartig sind, sich so schlecht verstehen und so schlecht zusammenarbeiten können. Jetzt habe ich die Erklärung gefunden.

An der Lösung kann jeder selbst arbeiten. Es wär doch einfach toll, klar, einfach, praktisch und unmissverständlich zu kommunizieren. Es wird sicher nie soweit kommen, dass es gar keine Missverständnisse mehr gibt, aber man kann sie ja aufklären und den anderen fragen, was er denn jetzt genau verstanden hat, wenn er aufgebracht, verwirrt, traurig, enttäuscht oder verärgert wirkt. Dazu muss man aber erst wieder seine und auch die Gefühle von anderen verstehen lernen. Und zu seinen eigenen Gefühlen und Bedürfnissen auch stehen und diese einfordern und auch klar äußern, wenn diese verletzt werden. Tut man dies nicht, und frisst seine Gefühle in sich rein, dann ist man nicht gut zu sich selbst. Das nennt man auch passiv-aggressiv. Und das macht krank. Auch nicht gerade einfach. Ich bin da nicht so gut drin. Arbeite aber daran.

Denn wenn ich es nicht verstehe, was passiert, dann kann ich ja nachfragen. Und das krieg selbst ich hin. Überlegt doch mal, was man an Zeit, Kraft und Energie mit klarer und einfacher Kommunikation (oder anders gesagt: wenn man sich besser verstehen würde) sparen könnte! Das wär doch toll! Da gibt es noch deutlich Verbesserungspotential. Cool!

Und nur der, der gut für sich selber sorgt (auch in Bezug auf seine Gefühle und eigenen Bedürfnisse), kann auch gut für andere sorgen. Denn verdrängte Gefühle machen krank.

Die Natur liefert das Beispiel. Auf einer Pferdekoppel brachte der Bauer im Sommer einen Eimer Wasser zu Stute und Fohlen. Wer glaubt Ihr, hat zuerst getrunken? Die Stute. Denn wenn sie nicht für sich selber sorgt, dann kann sie auch nicht für ihr Fohlen sorgen. Ist ja logisch. Wenn sie in der freien Wildbahn an ein Wasserloch käme und dort nur noch wenig Wasser ist, und sie läßt das Fohlen trinken , verzichtet aber selbst, dann stirbt sie. Und dann auch das Fohlen, weil es ohne die Mutter nicht überlebensfähig ist.

Ich bin sehr dankbar für die Erfahrungen, die ich in den vergangenen Jahren machen durfte und die unterschiedlichen, wunderbaren Menschen, die mir auf meinem Weg begegnet sind. Und hoffe, noch viel neues lernen und die Welt und mich selber und die Menschen noch besser verstehen zu können. Das wär fein.

Ich habe zu Weihnachten einen Weihnachtsgorilla von Schleich bekommen ;-). Nur echt mit Weihnachtsmütze, Christbaum und Geschenk und einer roten Schleife.
Das ist mit Abstand das coolste und lustigste Geschenk. Hier (etwas weiter oben rechts) ist ein Bildchen davon. Danke U.!

Eine meiner Teststrickerinnen ist grad in Grönland. Sie hat mir folgendes gemailt.

"Dein Eisbär Chart lieben alle hier i Nuuk. Ich habe ein Foto als Inspiration mit gesendet eine Inuit Mütze wäre toll."

Muss mal in mich und nach draussen gehen - mit Bewegung kann ich besser denken (das haben übrigens auch schon die Philosophen in ihren Wandelhallen so gehandhabt).
Das ist ein wunderschönes Geben und Nehmen. Das macht Spass!
Im Gegenzug darf ich gespannt sein, wie die neuen Teststricke aussehen werden. Dann ist jeder glücklich. Und das ist schön.

Einen Weihnachtscomic hat die Glaa aus ERH noch für Euch ;-)

Viel Spass und schöne Feiertage!

Donnerstag: Nachdem ich das Buch Heute singe ich mein Leben: Eine Autistin begreift sich und ihre Welt von Dawn Prince-Hughes gelesen habe, ergibt der Gorilla noch mehr Sinn. ;)

Das Aspergirl hat sich nämlich die menschliche nonverbale Sprache (Gestik und Mimik) über die Gestik und Mimik und das Verhalten von Gorillas erschlossen. Spannend!

Mir ist aufgefallen wie unterschiedlich Menschen Mitgefühl und Trost ausdrücken.
Ich bin ja jetzt mit Hanni & Nanni (meinen Achselstützkrücken) unterwegs. Begegne ich Menschen, die mich vom Sehen kennen, dann kommt meistens die Frage: "Was hast Du denn gemacht?"
Worauf ich inzwischen antworte:"Ich hab gar nix gemacht."
Und dann erklär ich ihnen, dass das eine neurologische Erkrankung ähnlich wie MS ist, bei der die Muskeln abbauen und zeige meine Hände. Da sieht man es ja. Und dass ich es jetzt auch an den Füssen habe.

Die Frau, die mir vorgestern begegnet ist, war dann sehr traurig. Das hab ich gespürt. Und hat meinen Arm berührt. Das fand ich sehr unangenehm. Ich hab es nicht so mit Berührungen, weil die sehr schmerzhaft für mich sind aufgrund der Allodynie.

Gestern bin ich einem Mann mit Hund begegnet. Seine Reaktion hat mir viel besser gefallen: "Ach Goddla, Madla."
Den Satz find ich schon vom Klang her sehr lustig. Er hat mich zum Schmunzeln gebracht und ich hab ihn auf dem Heimweg immer wieder wiederholt.

Bin letzte Woche im Bus unserem ehemaligen Nachbarn begegnet. Ich hätte ihn nicht erkannt. Ich hab's ned so mit Gesichtern. Und mit Namen auch nicht. Er hat seine Frau im Krankenhaus in Erlangen besucht.
Er:"Etz grichd die mit 75 nu an Blinddarm. Die hamm alla glacht."
An Blinddarm bekommt man doch ned. Den had mer doch scho. Und dann dun si ner naus.

Freitag: Lustig. Der Hechtsprung (eine Strasse im Neubaugebiet) ist nur einen Katzensprung von uns entfernt. Eine Hupferei is des.

Harari und Precht sind beide der Meinung, dass in nicht allzu ferner Zeit Maschinen und Künstliche Intelligenz massiv Arbeitsplätze vernichten. Es werden zwar neue entstehen, aber wird jeder dann so flexibel sein, dass er sich drauf einstellen kann? Und selbst diese werden nur solange existieren, bis Maschinen und Algorithmen sie übernehmen können. Wobei Algorithmen auch nur so fair sind, wie der Programmierer bzw. dessen Vorgaben.

Menschen sind Gewohnheitstiere. Die Berufswelt wird sich schneller denn je verändern. Das war ja schon in den letzten 15 Jahren der Fall. Den Datenkaufmann gibt es nicht mehr. Dafür den Mechatroniker und den Fachinformatiker. Ob dann das vielgepriesene duale Berufsbildungssystem noch mithalten kann? Oder müssen wir uns drauf einstellen immer mehr Verantwortung für uns und unser Leben selber zu übernehmen? Lebenslanges lernen.

Nach Harari werden dann die, die dabei auf der Strecke bleiben, sich unnütz fühlen. Depressionen und psychische Erkrankungen wären die Folge.Gewerkschaften würden überflüssig werden, weil sie es nicht schaffen, schnell genug mit der beruflichen Entwicklung mitzukommen. Dann wäre es wie bei den alten Griechen ein Privileg arbeiten zu dürfen. Das Sozialsystem müsste auf die neuen Veränderungen umgestellt werden. Von kostenlosen Dienstleistungen oder bedingungslosem Grundeinkommen ist die Rede. Doch wer definiert, was das bedingungslose Grundeinkommen ist? Schafft das nicht neue Spaltungen? Wird die Kluft zwischen arm und reich dann nicht noch größer?

Oder wird es doch positiv ausfallen? Werden Tätigkeiten wie Kindererziehung, Pflege dadurch aufgewertet und bekommen endlich die Bedeutung, die sie verdienen?

Ich selber träume von einem Peer-2-Peer-System. In dem jeder Mensch gleich viel wert ist und gleich wertgeschätzt wird. Ob Mann, Frau, Zuwanderer, Behindert, ob alt oder jung, ob arm oder reich. Nach meinen persönlichen Erfahrungen ist es bis dahin aber noch ein weiter Weg. Denn Benachteiligung gibt es auch bei uns noch überall. Wäre es anders, bräuchten wir keine Inklusion. Das Wort und die politische Idee dahinter wären an sich überflüssig.

Wenn man das lernen könnte und dort forschen dürfte, was einen interessiert. Wo einen die Neugier hintreibt. Dann könnten Praktiker und Theoretiker zusammen Projekte anpacken, ausprobieren und umsetzen. Schon immer hat es Autodidakten gegeben, die sich das Wissen, das sie interessierte selbst beibrachten. Ich glaube, dass das keine Ausnahmen sind. Ich glaube, dass jeder Mensch dazu fähig ist. Im Siemens-Med-Museum habe ich erfahren, dass ein 14-jähriger das erste Röntgengerät gebaut hat. Ich glaube nicht, dass die Menschen heute dümmer sind als früher.

Es ist toll, wenn sich Menschen mit denselben Interessen (egal welchem Hintergrund) dynamisch (agil) zusammentun, um ein Problem zu lösen. Sowas geschieht auch heute schon in einigen Bereichen.
z.B. bei der Identifizierung von Mumien. Mumien wurden zum Schutz vor Grabräubern umgelagert. So war auch die Mumie von Hatshepsut nicht in ihrem Grab. Schliesslich hatten Archeologen und Ärzte die Identifikation auf 3 Mumien eingeschränkt, die in königlicher Haltung und mit derselben Hautkrankheit wie andere Pharonen aufgefunden wurden. Erst ein Zahnarzt konnte dann die richtige Mumie anhand eines abgebrochenen Backenzahns identifiziert. Eine Hälfte des Zahns lag in einer Grabbeigabe der Pharaonin im ursprünglichen Grab, aus dem die Mumie entfernt worden war. Dieser Zahn wurde mit Hilfe eines Röntgenbilds in der Grabbeigabe sichtbar. Der andere dazu passende halbe Zahn befand sich noch im Mund der Mumie. Sprichwörtlich wie ein Puzzle setzten die Forscher das Rätsel zusammen. Sie wurde also von einem ganzen Team von Menschen mit unterschiedlichem Fachwissen identifiziert. Was hindert uns daran, es ihnen gleichzutun?

Und wenn jeder das machen könnte was ihn interessiert, wäre es keine Arbeit und kein Beruf mehr sondern eine Berufung. Spass und das reinste Vergnügen. Arbeit aus intrinsischer Motivation fühlt sich nicht nach Arbeit an. Sie macht zufrieden durch das Tun selbst. Denn für mich gibt es nichts schöneres als in ein Problem und dessen Fragestellung und die Thematik ganz wie ein Delfin ins Wasser einzutauchen. Neue Welten, Ansichten andere Perspektiven und Sichtweisen zu entdecken. Sich mit anderen auszutauschen. Und verschiedene Wissensbereiche miteinander zu neuen Lösungsansätzen zu verknüpfen. Man kann die Lebensbereiche und Disziplinen nicht getrennt voneinander sehen. Sie sind miteinander verbunden. Sie beeinflussen sich gegenseitig. Deswegen geht der Trend in der Medizin auch wieder zurück auf das Ganzheitliche. Denn jede Untersuchung, jede Krankheit hat nicht nur Einfluss auf ein Körperteil sondern immer auf den ganzen Menschen.

Harari geht sogar soweit, dass er denkt, dass es in Zukunft nur noch KI-Ärzte geben wird. Denn Diagnosestellung meint er, könnten Algorithmen sehr viel schneller. Und ein Update des Wissens wäre auch viel schneller möglich. Das hoffe ich nicht. In Pflege und Kindererziehung ginge dies jedoch nicht. Jedoch ist in der Medizin die Technik durch bildgebende Verfahren immer weiter auf dem Vormarsch. Informatik und Medizin verschmelzen immer mehr.

Schon stehen wir vor ethischen Fragen. Darf alles, was möglich ist, auch gemacht werden? Dürfen behinderte Kinder schon im Mutterleib aussortiert werden? Was ist lebenswertes Leben? Und wer definiert es? Fachleute? Kann nicht ein Mensch mit einer Behinderung und sogar aufgrund derer glücklicher und zufriedener sein, als ein gesunder Mensch, der seine Gesundheit gar nicht zu schätzen weiss? Ja, das kann er. Für mich sind die Fachleute für Krankheiten, die die sie haben. Sie kennen sich und ihre Krankheit am Besten. Über ihr Wohl und Wehe entscheiden aber oft Fach-Theoretiker, die das Verhalten der Kranken oft falsch deuten. Erst wenn sich die Betroffenen zu Wort melden, wird dies klar. Und auch dann noch ist es ein langer Kampf bis diese Sicht auch offiziell anerkannt wird. D.h. selbst die Wissenschaft besteht aus Menschen, die sich gegen Veränderungen mit Händen und Füssen und somit auch gegen den Fortschritt und das Wohl des einzelnen wehren. Weil wir alle bloss Menschen sind.

Dazu ein Beispiel, das mich gestern zum Schmunzeln gebracht hat.
Ich hab gestern eine bekrückte Frau getroffen und bin mit ihr wegen meiner Krücken ins Gespräch gekommen. Sie hat ein interessantes Leben und war bei der 68er-Generation mit dabei.

Ich habe ihr davon erzählt, dass ich erst nach 5 Jahren begriffen habe, dass ich eine Psychologin in der Schmerztherapie beleidigt habe. Das war mir nicht bewußt. Und ich habe dies auch nicht absichtlich getan. Ich habe einfach nicht verstanden,was sie warum von mir wollte. Sie hat vorgeschlagen einen Achtsamkeitsspaziergang zu machen. Da ich immmer alle Reize um mich herum mitbekomme, kann ich gar nicht nicht achtsam sein! Es ergab also für mich keinen Sinn. Und ich habe abgelehnt. Das war nicht böse gemeint und hatte nichts mit ihr zu tun. Danach war sie komisch. Ich wusste aber nicht warum. Habe aber auch dies erst nach der Therapie realisiert. Ich brauche zu sowas immer länger. Ich habe inzwischen aber festgestellt, dass andere Menschen auch nicht besser im Erkennen von Gefühlen anderer sind. Da ich damals nicht wusste, dass andere Menschen die Welt weniger intensiv als ich wahrnehmen, ging ich davon aus, dass sie meinen Grund nachvollziehen kann. Immerhin hat sie aufgeschrieben, dass ich sehr achtsam Geräusche wahrnehme. Ihr war leider nicht bewußt, dass ich sie gar nicht ausblenden kann. Das ist wohl der Mehrheit der Menschen möglich. Mir leider nicht.

Ich meinte dann gestern, dass das komisch ist, dass eine Psychologin, die doch über Gefühle Bescheid wissen sollte, ansprechen hätte müssen, dass ich sie verletzt habe und auch warum. So war mir das gar nicht klar. Und sie hat das Gefühl in sich reingefressen. Und war damit selbst zu sich passiv - aggressiv. Etwas, das man mir gern unterstellt.

Die Antwort meiner Mitbekrückten aus ihrer 68er Zeit in den Pyrenäen, wo auch ein Psychologen dabei war:
"Psychologen sind auch auch nur Menschen."

Da musste ich schmunzeln. Wir alle sind Menschen und stolpern über dieselben menschlichen Schwächen. Sogar die, die sie studiert haben. Das finde ich schon wieder unglaublich lustig.

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29.12.18 bis 04.01.19 Gsunds neus Jahr!

Dienstag:
Als erstes wünsche ich Euch allen ein wunderbares und spannendes 2019!
Möge es viele neue Erfahrungen und Erkenntnisse bringen!

Apropos neue Erkenntnisse. Ich les grad das Buch Accessing the healing power of the vagus nerve Self-help exercises for anxiety, depression, trauma and autism von Stanley Rosenberg. Habt Ihr schon mal von der Poly-Vagal-Theorie gehört?
Auf die stützt sich der Autor ein Therapeut, der mit Rolfing und Cranialsacral Therapie begonnen und dann auf die Poly-Vagal-Theorie von Stephen Porges gestossen ist.

Die Theorie geht davon aus, dass der Vagusnerv aus zwei getrennten Nerven besteht. Und beide auch andere Funktionalitäten haben. Das ist relativ neu. Bisher ging man davon aus, dass das einer ist. Das fand schon Galen, der die Gladiatoren verarztet hat, heraus. Der hatte damals aber auch noch nicht die technischen Möglichkeiten, die der Medizin heute zur Verfügung stehen.

Die zwei Stadien Fight or Flight (Alarmzustand) und Entspannung werden durch die obige Theorie noch durch einen Wohlfühlstatus (Socialising state) ergänzt. In diesem Status fühlt man sich sicher und geborgen und somit ist soziale Interaktion möglich.

In bestimmten Situationen z.B. bei chronischen Krankheiten verbleibt das autonome Nervensystem aber im Alarmstatus und findet nicht wieder in den Wohlfühlstatus zurück. Folglich sind das Krankheiten, die sich durch einen sozialen Rückzug und Antriebslosigkeit und Erschöpfung auszeichnen.

Die Cranialnerven und das autonome Nervensystem sind unter anderem auch für die Sinne (Hören, Sehen, Riechen ...) und für die Nierenfunktion und Körpertemperatur zuständig. Damit schließt sich der Kreis zum Cortisolspiegel und zur Reizüberflutungsproblematik von AD(H)S und Autismus. Denn Ihr erinnert Euch: je niedriger der Cortisolspiegel, desto reizempfindlicher wird man. (Lehrbuch biologische Psychologie)

Das könnte auch erklären, warum Autisten Probleme mit sozialer Interaktion haben. Weil sie durch die ständige Reizüberflutung immer im Alarm-Modus sind. Weil sie Reize intensiver wahrnehmen und nicht ausblenden können, wird das Gehirn mit Informationen zugeballert. Dass das auf die Dauer nicht gesund sein kann, versteht sich wohl von selbst. Denn wenn Ihr in einem Raum voller Leute Schwierigkeiten habt, das, was Euer Gesprächspartner sagt, herauszufiltern, wie wollt Ihr Euch dann unterhalten? Wenn Ihr nix versteht.

Dann zieht man den Rückzug zur Regenereration freilich der sozialen Ineraktion vor. Denn die ist ungeheuer anstrengend und kräftezehrend. Autisten erholen sich, wenn sie ihren Spezialinteressen nachgehen. Sie brauchen das Alleinsein um sich zu erholen.

Und chronisch Schmerzkranke auch. Auch da funktioniert das Hirn nicht besonders gut. Wenn ich es richtig verstanden habe, werden im Fluchtmodus auch über die 5 Kranialnerven die Blutversorgung im Gehirn herabgesetzt. Dann funktioniert es mit dem Denken natürlich nicht mehr so gut. Es kommt zu Konzentrationsproblemen, Wortfindungsproblemen, Gedächtnisproblemen. Bei vielen neurologischen Erkrankungen ist das der Fall.

Nur wenn alle Cranialnerven im Gleichgewicht funktionieren, fühlt man sich wohl und der Körper kann sich selbst heilen. Laut dem Buch hat Rosenberg damit erfolgreich chronische Krankheiten wie Asthma, Depressionen, COPD, Fibromyalgie, Schulterschmerzen behandelt. Auch bei Autismus hat sich durch seine Übungen bei vielen Betroffenen die soziale Interaktion verbessert. Sie basieren darauf die Cranialnerven wieder ins Gleichgewicht zu bekommen und damit die soziale Interaktionsfähigkeit wieder zu fördern.

Deshalb geht er davon aus, dass bei vielen chronischen Krankheiten die Cranialnerven im Ungleichgewicht sind und das autonome Nervensystem im Alarmmodus, der durch ein bestimmtes Ereignis ausgelöst wurde, verbleibt anstatt sich wieder davon zu erholen.

Mit den Übungen aus dem Buch habe ich es das erste mal geschafft die Augenpartie zu entspannen. Überhaupt das Gesicht. Und mehr Energie hab ich auch! Zwar ned lang. Aber immerhin. Bedenkt, dass die Cranialnerven und der/die Vagusnerven gehören ja dazu auch die KörperthemperaturSie regeln die Nierenfunktion. Und damit auch den Cortisolspiegel. Das würde also dazu passen, dass es einen Zusammenhang mit dem Cortisolspiegel z.B. bei chronischen Schmerzen aber auch bei anderen chronischen Erkrankungen gibt.

Neulich sind zwei Mädels vor mir gelaufen. Dann sind sie stehen geblieben, weil der Schuhbendel bei einer der beiden offen war. Da sangen beide plötzlich: "Der Schuh ist aufgegaaangen..." (zur Melodie von der Mond ist aufgegangen ;-)
Ich musste schmunzeln.

Ein Bekannter hat mir noch nachträglich frohe Weihnachten gewünscht mit dem Satz.
"Der Weihnachtsstress... und dann kommste heim und musst noch einkaufen! Stell Dir vor, es ist Weihnachten und das Klopapier ist alle."
Schmunzelfaktor No. 2 :)

Sodala. Und einen Comic gibt's für Euch zum Jahresanfang auch wieder! Viel Spass!

Donnerstag: Meine Krückenbekanntschaft hat mir diesen Videolink zum Zusammenhang zwischen Ernährung und regressivem Autismus geschickt.

Dabei geht es darum, dass bei auffällig viele somalische Emmigrantenkindern in Canada autistisch werden und der Frage, woran das liegen könnte. Dabei stellte sich über die Urinuntersuchung raus, dass autistische Kinder eine anderer Darmflora als gesunde Kinder und ihre Geschwister haben. In den im Film gezeigten Fällen, wurden die Kinder im Kleinkindalter (wegen Ohren- und anderer Entzündungen) mit Antibiotika behandelt. Und Antibiotika verändern die Darmflora. Bedenkt bitte, das Antibiotika ja auch in den industriell hergestellten Lebensmitteln enthalten sind. Stellt Euch die Darmflora wie ein Ökosystem wie den Regenwald vor. Was passiert mit dem Regenwald, wenn man eine bestimmte Baumsorte komplett fällt? Er kommt aus dem Gleichgewicht. In der Darmflora der Kinder blieben Klostridien übrig. Diese produzieren Neurotoxine und Propionsäure.

Eine andere Mutter nahm die Dinge selbst in die Hand, weil sie um die Zukunft ihres Sohnes besorgt war. Er konnte immer noch nicht sprechen. Und ab einem Alter von 8 Jahren, schließt sich dieses Lernzeitfenster. Deshalb pilgerte von Pontius zu Pilatus (weil keine Fachrichtung sich dafür zuständig fühlte), um ein Antibiotikum für ihren Sohn zu bekommen, der die Klostridien abtötet. Irgendwann hatte sie Erfolg und ihr Sohn wurde eine Zeit lang mit Vancoycin behandelt. Und siehe da. Sein Verhalten änderte sich. Er reagierte und interagierte. Was vorher überhaupt nicht möglich war. Einen Haken gibt es aber. Klostridien hinterlassen auch nach abtöten Sporen in der Darmflora.

Ihr Arzt kontaktierte Dr. Finegold, der zu diesem Thema Darmflora und Autismus forscht. Und es wurde eine Studie mit weiteren autistischen Kindern durchgeführt. Auch hier zeigte sich, dass sich ihr Verhalten besserte. Sobald das Antibiotika abgesetzt wurde, kam das Verhalten jedoch zurück. Weil die Sporen im Darm wieder Klostridien hervorbrachten.

Das erhoffte Echo auf diese Publikation blieb jedoch aus. Anstatt die Chance zu sehen, ja, es gibt einen Zusammenhang mit der Darmflora, konzentrierte sich das Echo nur darauf, dass beim Absetzen die alten Symptome wieder auftraten. Das war aber nicht DER PUNKT!

Ein Rattenversuch (Ratten sind sehr sozial Tiere) hat ergeben, dass die Tiere bei Verabreichung von Proprionsäure autistisch wurden. Prprionsäure überwindet die Blut-Hirnschranke, wenn ich es richtig verstanden habe. Sie verändert die Gehirnfette. Das läßt sich auch im Blut von Autisten nachweisen. Sobald das Mittel abgebaut war, schliefen die Ratten und wurden wieder sozialer.

Ich denke, dass nicht nur Antibiotika sondern auch die Nahrung und andere Medikamente (Schmerzmittel...) die Darmflora verändern. Das zeigt ja auch der Erfolg der Ernährungsdocs.
Die Frage ist nur, ob die Darmfloraveränderung die Ursache oder nur ein Symptom ist. Für mich sieht es eher so aus, als wird bei chronischen Erkrankungen das Nervensystem übererregt und übererregbar. Als würde es nicht in sein altes Gleichgewicht, einen entspannten Zustand zurückfinden. Gleiches vermute ich bei Autismus. Denn sowohl chronisch Kranke (z.B. Krebskranke) als auch Autisten können sehr geräuschempfindlich sein. Was ja wieder auf den Cortisolspiegel und die Cranialnerven zurückzuführen sein könnte. Und dass Schmerzmittel und andere Medikamente die Darmflora verändern, könnt Ihr ja auf dem Beipackzettel nachlesen. Wenn da Durchfall oder Verstopfung steht, viele Schmerzmittel (Neuroleptika, Antidepressiva (die werden in geringer Dosis auch als Schmerzmittel eingesetzt) haben entweder das eine oder das andere als Nebenwirkung zur Folge. Vielleicht ist die Wirkung gar nicht so daneben.
Ist die veränderte Darmflora jetzt die Henne oder das Ei des Problems? Ursache oder Wirkung (Symptom)? In der Folge könnte es sogar zu einem Aktivieren oder Deaktivieren von bestimmten Genen kommen. Wir wissen noch viel zu wenig darüber wie der menschliche Körper im Zusammenspiel funktioniert. Die Wissenschaftler konzentrieren sich wie mir scheint meist auf eine spezielle Thematik und lassen das Drumherum ausser acht. Ein Test unter Laborbedingungen. Wie aussagekräftig ist der? Wo bleibt die Praxis? Ist das in der Praxis und unter Realbedingungen überhaupt testbar? Müssten Fachärzte nicht viel mehr inderdisziplinär zusammenarbeiten, um die aktuellen Krankheiten in den Griff zu bekommen? Auch mal über den Tellerrand schauen? Es ist schön da!

In der Schmerztherapie hat man das auch schon mit dem multimodalem Ansatz erkannt. Das ist schon mal ein Anfang. Funktioniert hat es bei mir trotzdem nicht. Ich konnte beobachten, dass es einigen meiner Mit-Schmerzis ebenso ging.

Ich glaube nicht, dass sich das auf eine einzige Ursache zurückführen läßt. Dazu ist der Mensch zu komplex. Bedenkt doch, dass emmigrierte Kinder auch aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen wurden. Dass dort auch die Umwelt ganz anders aussieht und noch nicht westlich geprägt ist. Der Westen unterscheidet sich ja nicht nur durch die Nahrung. Sondern auch durch den Verkehr, die Gewohnheiten, die Bräuche, das Schulsystem ... Und vergesst nicht, mit einzubeziehen, was sie in ihrem Heimatland und auf dem Weg in den Westen alles erlebt und erduldet haben.

Auch bei einem chronisch Schmerzkranken treffen mehrere Faktoren zusammen. Oft ging der Krankheit ein Unfall voraus. Das kann sehr belastend sein. Kann und darf man weiter arbeiten? Denn Arbeit gibt dem Tag Routine, Struktur und einen Sinn. Und die ist wichtig. Wird man aufgrund der Krankheit gar entlassen? Erfährt man Unterstützung durch die Fammilie und Freunde? Oder ist man sozial isoliert?
D.h. auch chronisch Kranke wurden am Beginn der Krankheit aus dem gewohnten Umfeld gerissen. Das ist eine Parallele zu den somalischen Kindern. Sind Erwachsene wirklich resilienter als Kinder? Vielleicht geht es weniger darum, ob man Kind oder Erwachsener ist, sondern um genetische Veranlagungen. Veranlagung in der Grundausstattung jedes Menschen.

Als ich auf Reha in einem Krankenhaus war, kam ich mir wie ein Gestrandete unter Gestrandeten vor. Plötzlich aus dem Alltag aus ihren Routinen gerissen. Hinzu kommt die Unsicherheit wie es weitergeht. Der Zweifel, ob man den Ärzten und der Versicherung in der Klinik wirklich trauen kann. Am Ende der Reha die Enttäuschung, wenn die Beschwerden und Einschränkungen blieben. Man ist weit weg von zuhause und seinen Lieben, die einen allerhöchstens am Wochenende besuchen können. Wenn überhaupt. Einem Mann verboten die Ärzte, das Krankenhaus zur Beerdigung seines Vaters zu verlassen. Hilflosigkeit und Verzweiflung stellt sich ein. Die Vertrauensbasis für den Heilerfolg fehlt. Dazu kommt noch das erdrückende Prinzip der der heutigen Leistungsgesellschaft. Wir sollen funktionieren. Und was ist, wenn das nicht geht? Wer weiss, was solche Ausnahme.Situationen an biochemischen und sonstigen Prozessen in unserem Körper auslösen? Darin wird der Schlüssel liegen. Dabei darf man auch nicht den Fehler machen, zwischen Geist und Körper zu trennen. Denn beide beeinflussen sich gegenseitig. Soviel ist inzwischen klar. Bildgebende Verfahren dazu sucht man aber leider noch vergeblich. Und was man nicht sieht, das glaubt man nicht. Apropos nicht glauben... Das hat mir am meisten zu schaffen gemacht. Dass man mir nicht geglaubt hat. Gesund werden kann man aber nur, wenn alles passt. Wenn man sich wohlfühlt und in gegenseitigem Vertrauen und Respekt.

Ein weiteres Beispiel dafür findet Ihr im Hospitalismus bei Zootieren. Das habt Ihr sicher auch schon beobachtet. z.B. im Eisbärgehege, bei den Raubkatzen oder Elefanten. Die Gehege sind viel zu klein und die Tiere können sich nicht wie in Freiheit in ihrem riesigen Territorium bewegen. Die Folge sind repetitive Verhaltensweisen. Sie laufen oder wiegen sich hin und her. Das erinnert mich stark an autistische Kinder. Auch sie wurden aus ihrem natürlichen Lebensraum gerissen. Dort ist es in der Regel stiller als im Zoo. Im Zoo finden sie sich lärmenden Besuchermassen ausgesetzt. Oft ohne viel Rückzugsmöglickeit. Autistischen Kindern, die in der Klasse von den lärmenden Mitschülern umgeben sind, geht es da ähnlich. Den autistischen Kindern tun vom Lärm sprichwörtlich die Ohren weh. Zuhalten dürfen sie sie nicht. Weglaufen dürfen sie auch nicht. Und in so einer Situation sollen sie etwas lernen? Da wundert Ihr Euch? Wie soll das funktionieren?

Sodalein... genug herumthesiert. Etz gibt's Gschmarri vo gestern.

Mir gucken gestern die Wildkatzen-Doku auf BR3. Der Canada-Luchs jagt grad einen Schneeschuhhasen.
Ich:"Gibt's auch einen Schlittschuhhasen?"
Mei Mama lachend:"Einen Skihasen!"

Es gibt auch einen Beitrag über einen Schneeleoparden im Himalaya. Er ist auf Single und auf Partnersuche. Also der Schneeleopard.
Der Erzähler:"Er markiert bis zu 20 x pro Stunde."
Mei Mama:"Der muss ja öfter wie ich!"
Ich:"Vielleicht markierst du a?"

Und hier ist noch ein Comic.
Den lachen ist die beste Medizin. :)
Also los! Lacht a weng!

Samstag: Das muss ich jetzt einfach mal runterschreiben.

Also mir ist in der Bücherei ein Buch über Restless Legs von Trias in die Hände gefallen. Und da sind mir die Ähnlichkeiten zu CRPS aufgefallen. Direkt unheimlich. Da ich beides selber habe, das Beinzucken und jucken schon im Babyalter (es gibt Fotos), kenn ich beides. Es ist fast unheimlich. Denn sie verhalten sich gleich. Tagsüber geht es nämlich meistens einigermassen. Aber nachts kommen die Probleme. Die Unruhe in den Beinen und beim CRPS kommt die Unruhe und die Schmerzen nachts auch am stärksten. Genau dann, wenn man sich nicht mehr bewegt.

Mir sind auch schon vorher Ählichkeiten von CRPS zu Autismus/ADHS aufgefallen. Und dass es auch Parallellen zu anderen neurologischen Erkrankungen wie MS, Fibromyalgie und chronischen Schmerzerkrankungen ... gibt.

Meine These ist ja, dass die Ursache ein überschiessendes autonomes Nervensystem ist. Und das kann man soweit ich es verstanden habe, mit HRV-Geräten (Heart Rate Variability) messen.

Jetzt wär es ja mal interessant zu gucken wie sich der HRV-Wert im Laufe eines Lebens verändert. Und wenn er sich verändert, dann wäre doch nicht nur das Hirn neuroplastisch sondern auch das Nervensystem.

Kann man messen, ob Nerven hypersensibel sind? Bei mir wurde immer nur gemessen, ob der Nerv noch leitet. Aber wie gut? Kann man das im Aktionspotential sehen? Das wär mal interessant.

Wenn Autisten und ADHSler missverstanden werden, weil sie sich mündlich nicht äußern können, weil sie in Situationen von Reizen überflutet und das autonome Nervensystem im Dauer-Alertmodus ist, kann das nicht auch bei anderen Krankheiten vorkommen?

Auch ältere Menschen, die ja schon viele chronische Erkrankungen haben, berichten mir, dass sie auf bestimmte Gerüche übersensibel sind (z.B. bei Lungenkrankheiten) , aber auch eine bestimmte Geräuschfrequenz nicht ertragen können (wie bei Autisten: Staubsauger, Laubbläser, hochstimmiges kreischendes Kindergeschrei ...). Obwohl sie ansonsten schlechter hören. Dann kann das nicht am Gehör an sich, sondern muss am Nervensystem (Cranialnerven) liegen. Oder? Ich muss mal fragen, ob es ihnen auch schwerer fällt Geräusche aus anderen herauszufiltern. Also ob sie z.B. in einem belebten und lauten Cafe den Gesprächspartner am Tisch überhaupt noch verstehen können. Damit hab ich nämlich massiv Probleme. Ich bekomme immer alle Wortfetzen um mich rum mit und kann mich auf das eigentliche Gespräch gar nicht mehr konzentrieren. Geht es chronisch Kranken auch so?

Ich hab mal gelesen, dass Schmerz dumm macht. Das glaube ich nicht. Ich glaube eher dass ältere Menschen, chronisch Schmerzkranke und Menschen mit chronischen neurologischen Erkrankungen sehr wohl noch intelligent sind, aber es einfach nicht rüberbringen können. Weil sie von Reizen aufgrund des hypersensiblen Nervensystems bombardiert werden und das Hirn dann einfach nicht mehr richtig funktioniert.

Ist es Zufall, dass manche ältere Menschen wie manche Autisten lautieren, echalolieren, versessen auf Routinen sind? Ist es nicht wahrscheinlicher, dass hier eine gemeinsame Ursache zugrunde liegt?

Das würde bedeuten, dass viele Menschen weil sie missverstanden und ihre geistigen Fähigkeiten unterschätzt werden und sich mündlich nicht mehr ausdrücken können, keine Mimik und Gestik mehr zeigen und auch nicht lesen können, ständig frustriert sind und deswegen depressiv werden. Nur wissen sie auch nicht, warum sie immer wieder frustriert werden, warum man sie nicht versteht. Und schlimmer noch: die Schublade, in die man sie steckt, passt überhaupt nicht. Nur leider können sie sich wegen der Reizüberflutung im Hirn auch nicht dagegen wehren! Gruselig!

Noch gruseligeres vom CRPS.
Mehrere CRPSler aus der Gruppe haben berichtet, dass ihr Smartphone in der Hand brennt wie Feuer.
Heut wollt ich Fotos für die Website machen. Meine Digitalkamera macht das auch! Die brennt genauso! Und meine Hand zittert auch mehr, wenn ich das Ding in der Hand habe. Das ist unheimlich. Ob CRPS auf Elektrosmog hypersensibel ist? Das könnte die Erklärung sein.

Ein Mit-CRPSler hat mich drauf angesprochen, dass bei CRPS auch zu übermäßiger Hornhautbildung kommen kann. Die hab ich. An der rechten Hand und am rechten Fuss. Ist mir bisher gar nicht aufgefallen.

Sonntag: Es wird noch gruseliger und unheimlicher.

Oh mein Gott!
Wenn es älteren Menschen und Behinderten genauso geht wie Autisten, dann haben sie ein intensives geistiges Innenleben und können es nur nicht nach außen mitteilen. Und aufgrund ihres auffälligen Verhaltens, neurologischer Deformitäten wie Krallenhände und Füsse (Dystonien), gekrümmte Körperhaltung wirken sie auf andere Menschen auch noch abschreckend.

Ich weiss wie das ist, ständig missverstanden zu werden. Es ist frustrierend. Wenn das Verhalten aufgrund des überschiessenden Nervensystems und der damit verbundenen Reizüberflutung seltsam und auffällig wird, grantig, sogar aggressiv.

Das ist ja dann wie lebendig begraben.
Da fällt mir ein, es gibt ja diesen Zustand Wachkoma, Locked-in. Was ist, wenn das auch ein überschießendes Nervensystem ist?
Es fäL;llt in die gleiche Kategorie. Wow! Unheimlich. Gruselig.
Ich kann mich ja wenigstens schriftlich ausdrücken.

Aber wie verzweifelt, hoffnungslos ist die Lage, wenn man kein Körperteil mehr bewegen kann? Und Wachkoma und Langzeitkomapatienten entwickeln ja auch diese Krallenhände und Krallenfüße. Das sind doch auch Dystonien. Und von denen weiss man doch auch, dass das Hirn noch funktioniert, aber sie maximal noch die Augen bewegen können. Über die Augen hat man doch schon Kontakt mit solchen Menschen aufgenommen.

Meine Schwester (hatte mit 7 einen epileptischen Anfall und eine Gehirnblutung, ist seitdem halbseitig gelähmt.) hat ja auch eine Dystonie am rechten Fuss und an der rechten Hand. Die Hand geht nachts in Entspannung aber auf. Nur am Tag, krallt sie sich mit aller Kraft zusammen. Und sie kann nichts dagegen machen.
Das passt zusammen!

Ich habe bei der Selbsthilfegruppe auch erfahren, dass mein letzter Schub ein Neglect war. Das Wegsacken des rechten Beins. Das Hirn ist mit Reizen so überflutet, dass es zum Selbstschutz versucht, dem Einhalt zu gebieten. Indem es Verbindungen kappt. Deshalb schwindet bei CRPS die Kraft in Händen, Füssen, Armen und Beinen. Deswegen fallen uns Dinge einfach aus der Hand, sacken Beine einfach beim Laufen weg, kommt es zur Taubhaut in Händen, Beinen, Füssen und Armen. Kommt es zu eiskalten, sich wie absterbend anfühlenden Gliedmassen. Das ist ein Schutzmechanismus.

Unsere Finger und Hände sind so kalt, dass nicht mal mehr Smartgeräte (Smartphones, Tablets) auf unseren Fingerdruck reagieren. Für die sind unsere Finger tot! Weil sie nicht mehr die körperliche Aktivität aufweisen, die zur Bedienung dieser Geräte notwendig ist. Nicht nur bei Smartgeräten ist das der Fall. Ich habe immer Probleme mit den Drückschalten an Ampeln. Die registrieren meinen Hand- und Fingerdruck auch nicht mehr!!!! Ich dachte immer die Ampel ist kaputt. Dabei sind es meine Hände.

Und Digitalkamera und Handy in der Hand brennen und verstärken bei mir auch das Zittern in der Hand.
Da ich seit ich CRPS habe, auch das MRT 3 Stockwerke unter unserem Büro höre und fühle, glaube ich, wir sind auch hypersensibel auf elektro-magnetische und elektronische Strahlung und die Vibrationen.

Wow! Wir sind X-Men! X-Women! Die bionischen Männer und Frauen!

Ich habe auch eine starke Hornhautbildung an der rechten Hand und am rechten Fuss. Darauf hat mich ein anderer CRPSler aufmerksam gemacht. Links ist es nicht so stark. D.h. nicht nur Nagelwachstum und Haarwachstum, sondern auch Hornhautwachstum können anders sein. Ein zu schnell feuerndes Nervensystem kann man inzwischen über den HRV-Scan (es gibt diverse Messgeräte) messen. Ich will das mal ausprobieren.

Ob bei mir der HRV-Scan, das wiedergibt, was mein inneres Trafohäuschen mir sagt? Ich geh davon aus.
Wahrscheinlich bin ich inzwischen so hypersensibel und die Nerven feuern so schnell, dass ich das autonome Nervensystem in mir spüren und hören kann! Wenn man bedenkt, dass ja das Feuern von Nerven auch nichts anderes als elektronische Impulse sind, ist das vollkommen logisch! Der Neurologe misst und liest ja auch das Aktionspotenzial vom Nerven in der Nervenleitgeschwindigkeit.
Kann er auch lesen, wenn der Nerv zu schnell leitet? Oder sieht er nur, ob er leitet oder eben nicht?

Auch bei Hochbegabung (Dummerweise hochbegabt - Agnes Imhof) feuern die Nerven zu schnell!

Deswegen konnt ich im Krankenhaus in Frankfurt auch nicht schlafen, weil meine Bettnachbarin den Fernseher, die ganze Zeit durchlaufen hat lassen. Ich hab die Augen mit meinem Arm gegen das Fernsehlicht meiner Nachbarin abgeschirmt. Der Blauanteil im Fernsehlicht, der stört das Schlafhormon Melatonin, deswegen soll man abends auch nicht mehr vor dem PC arbeiten. Eine Augenmaske kann ich am Gesicht nicht ertragen, das juckt, brennt und macht mich wahnsinnig. Wegen meiner Reizüberempfindlichkeit. Ich konnte trotzdem nicht schlafen, weil ich den Fernseher noch gehört (trotz Kopfhöreraktivierung, ich dachte zweitweise, sie hat da gar keine dran!) und gespürt habe! Das ist ja der Hammer!

Und die Lichtempfindlichkeit und die Beleuchtung in Krankenhäusern sind ja auch nicht miteinander kompatibel. Da wäre dämmbares Licht von großem Vorteil, statt der Neonröhren, deren Geflacker übersensible ja wahrnehmen können. Das macht sie reizbarer. Das macht sie aggressiv. Und dann noch der Gestank von Desinfektionsmittel! Im Krankenhaus ist man einem wahren Reizfeuerwerk ausgesetzt! Deswegen ist es dort schlimmer geworden! Das war wie bei den Tieren im Zoo im Käfig. Kein Wunder! Die können da ja auch nicht einfach davonlaufen.

Auf der Intensivstation is ja auch viel "Blaulicht". Ich mein jetzt nicht Tatütata sondern die Monitore. Soweit ich mich erinnern kann, als ich meine Mama auf der Intensivstation besucht habe, schimmerten dort alle Monitore bläulich. Ich frage mich jetzt, wenn auf der Intensivstation viele Menschen liegen (mit Schlaganfall oder Herzinfarkt), deren Nervensystem noch übersensibler ist, wie meins, ob dann diese Monitore nicht den Zustand noch verschlimmern... und auch der Geruch... Ob es auch geruchsloses Desinfektionsmittel gibt? Oder muss man diese "Sauberkeit" riechen? Mir wird davon immer schlecht. So wie bei Weihrauchgeruch. Da könnt ich speien. Und statt Neonlicht gedämpftes Licht. Bei Computermonitoren kann man den Blaulichtanteil ausschalten. Das müsste doch im Krankenhaus auch funktioneren. Oder nicht? Bei Migräne verträgt man ja auch kein Licht und keine Gerüche und keinen Lärm.

Heut hat es Sauerbraten gebm.
Mei Mama:"Ich hab ehtu a weng vill Essig derwischd."
Ich:"Heißt ja Sauer-Braten."

Gschmeckt hadder fei trotzdem.

Ich war vorgestern in der Bücherei und hab mit der Ausleihdame gred.
Ich hatt diesmal 7 Bücher gfundn. Abgebm habi 6.

Ich:"Des sin scho widder mehra woarn. Lesen Sie a soviel wie ich?"
Ich bin logischerweise einfach davon ausgegagen, dass wer in einer Bücherei arbeitet, auch gerne Bücher liest.
Sie:"Nein. Ich les bei neuen Büchern ab und zu die Klappentexte und denk mir, das wär amol was. Aber dann les ich doch lieber online."

Übrigens ein Papierbuch ist auch reizärmer als ein E-Book. Blaulichtanteil. Aber ich könnt mit meinen Fingern ohnehin nimmer beim E-book umblättern. Apropos. In Nürnberg bei den Nürnberger Nachrichten hatten sie auch eine Zeit lang solche Touchscreens zum virtuellen Zeitungsblättern und im Siemens Med Museum hatten sie auch so Touchwände. Deswegen haben die bei mir nicht funktioniert! Und deswegen hatte ich auch Probleme mit dem I-Pad, das ich für den Rundgang dort bekommen habe! Ach SOOO! Allmächd! Ich bin gar ned zu blöd für die Bedienung. Des geht einfach mit meinen CRPS-Fingern nimmer! Weil die für die Sensoren tot sind!

Jetzt wär die Frage wie solchen Touchscreens , Ampeln und Co den Fingerdruck messen. Juchu, ich hab jemanden, der mir die Frage beantworten kann und auch möchte. Er schreibt es mir zusammen. YEAH!

 
Die Glaa aus ERH - Neujahr Sandra Jaeger 2018
Die Glaa aus ERH - DerGuteRat Sandra Jaeger 2018
20.01.19 bis 26.01.19 Und ab geht die Luzie!

Sonntag:
Wahnsinn! Es ist soviel passiert die letzten Wochen. Im real life!

1. Nehm ich grad an einem Ölmalereikurs teil und 2.tens hab ich tolle neue Leute kennengelernt. Das ist der Hammer!

Ich weiss jetzt auch, welche Frage in Schmerzfragebögen drinstehen sollte.
Verstehen Sie in einem lauten Cafe, was Ihr Tischnachbar erzählt?
Jetzt fragt Ihr Euch bestimmt warum. Ganz einfach.

Wenn es so ist, dann funktioniert nämlich der Mittelohrmuskel nicht mehr richtig. Der wird vom Mittelohrnerven gesteuert. Und der wiederum vom autonomen Nervensystem. Und wenn er nicht funktioniert, dann könnt Ihr Umgebungsgeräusche nicht mehr herausfiltern. Gesunde können das. Ich konnte das leider noch nie ;-)
Beantwortet man diese Frage also mit "Ja" bedeutet es nicht automatisch, dass Ihr schwerhörig seid, sondern es ist ein Zeichen dafür dass Euer autonomes Nervensystem nicht mehr im Gleichgewicht ist und nicht richtig funktioniert.

Dann ist folgendes passiert. Diese Woche an der Haltestelle saß im Bushäusle neben mir eine alte Dame mit Stock und neben ihr eine jüngere Begleiterin. Zu hören ist das "Toc - toc - toc ..." für Menschen mit Sehbehinderung und Blinde. Ich höre es auch.
Die alte Dame:"Dieses Geklopfe geht mir auf die Nerven."
Ihre jüngere Begleitung: "Das hörst Du?!?! Ich hör das gar ned."

Die jüngere Begleiterin konnnte also das Geräusch noch herausfiltern. Bei ihr funktioniert der Mittelohrnerv noch. Ich stelle weiterhin fest, dass wir ohne funktionierenden Mittelohrnerv in der Überzahl sind. Und schon stellt sich mir die Frage, ob das auch im Großen und Ganzen so ist. Wenn ich mir aber auf Arbeit, die Kollegen und ihre Zipperlein so ansehe, dann gehe ich stark davon aus, dass sich die funktionierenden Mittelohrnerven in der Minderheit befinden. Frage: Sollten wir da nicht mal langsam was tun? Bevor keiner mehr übrig ist? Übrigens kein Wunder, dass sich diese beiden Gruppen nicht mehr verstehen. Das ist ja wirklich und wortwörtlich der Fall. Kommt es vielleicht deshalb in Unternehmen und der Gesellschaft zu immer mehr Missverständnissen. Weil wir uns nicht nur vom Kontext und Hintergrunderlebnissen, sondern auch von Hardware und Software (Physisch und Physiologisch) nicht mehr verstehen können? Das würde einiges erklären. Das würde auch erklären, warum wir trotz immer mehr elektronischen Möglichkeiten der sozialen Kommunikation immer weniger direkt miteinander sprechen und uns immer weniger verstehen. Faszinierend! (So würde es Spock vom Raumschiff Enterprise wohl ausdrücken).

Bei Blinden weiss man ja inzwischen, dass sich das Nervensystem neu organisiert. Das Hirn arbeitet ja nach dem use it or loose it Prinzip. Unser Körper und Nervensystem ist dann so schlau und bildet automatisch Umgehungslösungen (Workarounds) aus. Z.B. Wird der Geruchssinn und Hörsinn bei Blinden geschärft. Ist ja klar. Damit können sie den Verlust vom Sehen kompensieren.

Älteren Menschen geht es genauso. Mit dem Alter verabschiedet sich auch diese Fähigkeit. Wäre dann die Frage, ob das auch bedeutet, dass das autonome Nervensystem sich im Alter langsam von seiner Funktionsfähigkeit verabschiedet. Wahrscheinlich schon. Denn wie ein altes Auto hat man dann halt schon einige Jahre auf dem Buckel und die kleinen Problemchen summieren sich.

Ob man das auch wieder rückgängig machen kann? Können Vagusnervübungen, Entspannungsübungen und Co auch das Altern hinauszögern oder kann man dadurch sogar wieder "jünger" werden?

Wenn es bei chronisch Kranken funktioniert, dann könnte das schon sein. Denn ätlere Menschen sind ja oft auch chronisch krank. Sie bilden sozusagen eine Schnittmenge. Und da ja nicht ein Körperteil unabhängig vom restlichen Körper funktioniert und versagt, sondern wie bei einem Auto auch immer die ganze Funktion eingeschränkt wird bzw. sich verändert, wirkt sich ja eine OP mehr am Körper auch auf den ganzen Rest aus.

Bildlich könnt Ihr Euch das so vorstellen. Ihr habt eine Marionette. Die hängt ja an vielen Schnüren. Dann schneidet mal eine Schnur durch. Was passiert? Nicht nur der eine Teil, an dem der durchgeschnittene Faden hängt, sondern die gesamte Puppe gerät in Schieflage. Genauso ist es bei unserem Körper. Das bildhafte Beispiel hab ich übrigens von meiner Ergo. Hiermit nochmal ein ganz liebes Dankeschön.

D.h. im Alter läßt also nicht nur die Hardware (man hört generell schlechter, die Gelenke, Knochen verschleissen, die Muskeln bauen ab...) nach, sondern auch die Software (das Nervensystem) verändert sich. Dann ist nicht nur das Hirn neuroplastisch sondern auch das Nervensystem.
Alles, was neuroplastisch ist, kann der Körper aber auch selber wieder umbauen. Dann müsste das doch auch für das Nervensystem gelten.

Auch der Filter für Gerüche verändert sich im Alter. Woher ich das weiss?
Im Bus saß neulich neben mir eine ältere Nachbarin.
Sie erzählt:"Seit der Seniorensport in der neuen Turnhalle ist, kann ich nicht mehr mitmachen. Der Boden riecht so arg nach Gummi, dass ich Atemprobleme bekomme. Und ich bin nicht die einzige, der es so geht."

Das Problem kenn ich noch aus meiner Schulzeit. Sobald ich die Turnhalle betrat, überfiel mich der eklige Turnhallenbodengestank. Es war fürchterlich. Einmal habe ich mich in der Halle übergeben. Das konnte den Geruch auch nicht verbessern. Und oft flüchtete ich mit den Worten: "Mir ist schlecht." in die Kabine.
Man trifft hier übrigens auf wenig Verständnis von Sportlehrern und Mitschülern.

Und wenn sowohl der Geruchsfilter als auch Hörfilter nicht mehr funktioniert, dann wird das bei den restlichen Sinnen auch so sein. Fühlen, schmecken, und bei Gefühlsempfindungen wie Trauer, Wut oder Schmerz. Das ist ja logisch. Und wenn ein Filter über das Nervensystem gesteuert wird, dann doch sicher die restlichen anderern auch.

Das heisst die einen haben es schon als Kinder, der Rest bekommt es erst im Alter zu spüren. Aber entkommen tun wir dem nicht. Dann werden Menschen mit unterschiedlichem Status des Nervensystems geboren und verändern ihn auch im Laufe ihres Lebens.

Ist das nur bei westlichen Kulturen so? Wenn ja, dann dürfte es an unserer westlichen Lebensweise liegen. Ernährung (Antibiotika schon in Tieren), zu wenig Bewegung ....
In nicht westlich geprägten Ländern verläßt man sich auf sein Bauchgefühl. Wir auf die Logik und die Wissenschaft. Ist das wirklich immer das Richtige? Weiss wirklich die Wissenschaft besser was mir persönlich und meinem Körper guttut? Wußtet Ihr, dass das Bauchgefühl in der rechten Gehirnhälfte wohnt? Lustig...

Ich hatte neulich einen kleinen Denkfehler in der Poly-Vagal-Theorie. Sie besagt nämlich nicht, dass wir, wenn unser Nervernsystem und unser Körper entgleist (auch ein sehr schönes Bild... vielleicht handelt es sich auch um eine Gleisbelegungsstörung oder Zugstörung ;-) im Kampf-Flucht-Modus sind. Dem ist mitnichten (und mit Tanten) so. Uns ergeht es wie einer Maus , wenn sie sich im Maul einer Katze befindet. Sie erstarrt. Fällt in Ohnmacht. Das ist ein normaler physiologischer, überlebenssichernder Effekt. Denn, wenn die Maus Glück hat, verliert die Katze an einem bewegungslosen "Spielzeug" ihr Interesse. Und die Maus kann den Moment nutzen und fliehen. Es ist also ein durchaus sinnvolles und richtiges Verhalten.

Meine Physio hat mir von einer Maus erzählt, die beim Anblick einer Katze Tod umfiel. Da hat der Mechanismus nicht so gut funktioiert. Es zeigt aber, wie es auch dem Menschen in ähnlichen Situationen ergehen kann. Vielleicht färbt aber auch schon die westliche Lebensweise durch die veränderte Umwelt auf die Tierwelt ab. Wir sollten das im Auge behalten. Vielleicht hat sich die Maus auch wirklich wieder hinterher derappelt.

Es ist also ein physiologischer und kein psychologischer Prozess. Der kommt vom "alten Reptilienvagusnerv". Der sichert unser Überleben. Bei Reptilien macht der ja noch durchaus Sinn, wenn sie im Winterschlaf oder in Schockstarre die Atmung anhalten. Bei Säugetieren ist dies natürlich nicht so toll. Auf Dauer verheerend. Bei chronisch Kranken klemmt der Schalter, der den Modus wieder in den Wohlfühl und Sicherheitszustand zurückversetzt. Des is a ned grad des gsündeste.

Irgendwie schafft es der Körper dann nicht mehr aus diesem Modus herauszukommen. Die Reizfilter funktionieren nicht mehr. Wie bei einem Computer, an dem zu viele Fenster (Programme) offen sind, trifft auch auf unseren Hauptprozessor (Gehirn) zuviel Information ein. Der Prozessor kann sie nicht mehr verarbeiten. Er friert ein oder stürzt ab. Beim Menschen wäre ein solcher Systemabsturt dann Migräne, Epilepsie, Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Kleine Anekdote: Das habe ich auch so meinem Busnachbarn erzählt. Ja, ich neige dazu die Menschen um mich herum, mit meinen neuesten Erkenntnissen todzuquatschen. Daführ gibt es sogar einen medizinischen Fachausdruck: Loghorroe. Was es ned alles gibt...
Er arbeitet in der Erwachsenenbildung und sie machen die Kurse alle am Computer.
Er:"Beim nächsten Rechnerabsturz sag ich: Der hat jetzt einen Schlaganfall. Ich bin auf die Gesichter gespannt."

Da man überreizt ist, ist man schneller erschöpft. Man braucht viele und lange Erholungsphasen. Ein PC muss ja dann auch neu booten. Man zieht sich zurück. Man hat keine Energien für soziale Kontakte. Da soziale Kontakte den guten Vagusnerv stimulieren, behindern wir damit auch den guten Vagusnerv daran, seine Funktion wieder aufzunehmen. D.h. der Reptilienvagus (unterhalb des Zwerchfells) läuft auf Hochtouren und der gute Vagusnerv (oberhalb des Zwerchfells) kommt nicht in die Gänge. Damit der gute Vagus anspringt, müsste man sich rundum wohlfühlen. Chronisch Kranke fühlen sich häufig weder von der Umgebung, noch von Ärzten oder Gesundheitssystem besonders ernst genommen. Auch kein Wunder, wenn man in die psychologische Ecke geschobenen wird. Bei einem physiologischen Problem!
Warum ist das so?

Da wir chronisch Kranken uns in einem physiologischen Zustand der Gefahrenlage (Maus im Maul der Katze) befinden, ist es uns gar nicht möglich mit anderen zu interagieren. Redet doch mal auf die Maus im Maul der Katze ein. Sagt Ihr, ist doch ned soooo schlimm. Das wird schon wieder. Seht Ihr?

Unsere Mimik wird weniger, flacher. Die Maus reagiert ja auch nicht. Logisch. Wir können gar nicht.
In diesem Modus schickt man uns dann auf Schmerztherapie. In ein Krankenhaus. Das die Maus im Maul der Katze nund auch noch zusätzlich mit Neonlicht, Phenollösung, mehrmaligen Nachtweckattacken von Krankenschwestern, Einfall einer Horde von Ärzten (Visite), mit fremden Zimmergenossen und ihren Problemen, keiner Privatsphäre malträtiert! Das ist so ziemlich genau das Gegenteil von sicher und geborgen. Ich kenne jedenfalls keinen, der sich in einem Krankenhaus wohlfühlt.

Nicht einmal die Ärzte.
Eine kleine Anekdote.
Nach dem Armbruch fragte mich der Arzt schon zum 3.ten mal, warum ich denn so blass wäre.
Diesmal schaffte es meine Maus etwas aus dem Maul herauszukrabbeln, wollte ihm die Frage beantworten und erwiderte:"Ich geh ned gern ins Krankenhaus."
Arzt:"Ich auch nicht."

Es gibt ja auch die Weisskittelhypertonie. Sprich bei einem weissem Kittel, spielt das Nervensystem verrückt. A ned grod as gsündeste, wenn einem der Arzt dann Betablocker verschreibt. Das kuriert ein Symptom. Er sollte mal lieber seinen weissen Kittel ausziehen. Manchmal tut es auch schon ein grüner Kasak. Ich mag grün. Ob das mit der Reaktion auf das Weiss auf einer visuellen Reizüberempfindlichkeit liegt?

Und der Psychologe erklärt der Maus, dass wir uns im Maul einer Katze befinden (chronischer Schmerz). Ich glaub nicht, dass das die Maus in ihrer Lage irgendwie interessiert.

Ausserdem wird die fehlende Mimik und Gestik der Maus (sie liegt ja immer noch faul im Maul der Katze rum) sehr oft fehlgedeutet. Mit fatalen Folgen. D.h. die Maus wird komplett missverstanden!

Es kommt vor, dass die Maus als Hypochonder beschimpft wird, oder mit dem Etikett einer psychischen Störung die Klinik wieder verlässt. Einmal durchgenudelt bittesehr. Geholfen hat es gar nicht sehr. Denn jetzt ist die Maus zu allem Überfluss auch noch traumatisiert und traut niemandem mehr. Was ihr dann auch wieder negativ ausgelegt werden kann. z.B. als Depression oder PTSB. A ned grod as gsündeste.

Die feindliche Reaktion im Krankenhaus ist übrigens auch ein physiologischer Prozess. Auch bei Psychologen. Ich habe mich doch neulich drüber gewundert, dass Psychologen, die das doch studiert haben, bei emotionaler Intelligenz so versagen.
Das ist menschlich. Bzw. tierlich. Oder wie sagt man... es ist natürlich.

Hier trifft ein Säugetier in Abwehrhaltung (Maus , Patient) also auf ein anderes Säugetier (Psychologe). Da das andere Säugetier die Abwehrhaltung der Maus wahrnimmt, reagiert es physiologisch entsprechend. Es verfällt in den Verteidigungsmodus. Eine sehr verfahrene Situation.

Oder einfacher gesagt: So wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Gut, die Maus ruft jetzt nicht, aber sie signalisiert (nicht absichtlich) dass sie an einer Unterhaltung nicht besonders interessiert ist. Der Gegenpart erwartet aber ein "gesundes" Verhalten der Kommunikationsbereitschaft bei einem kranken Menschen. A ned grad des gsündeste. Einleuchtend, dass das nicht funktionieren kann.

Sicherheitshalber gebe ich noch ein Mausbeispiel.
Der Psychologe hält also der Maus im Maul der Katze ein Stück Käse vor die Nase. Er erwartet, dass sie den Käse frisst. Die Maus ist dazu nicht in der Lage. Der Psychologe deutet das Verhalten der Maus als Nahrungsverweigerung. Damit hätte sie seiner Ansicht nach eine Ess-Störung. A ned grod as gsündeste.

Was ist die Lösung?
Die Maus aus dem Maul der Katze zu holen.

Und wie macht man das mit einem chronisch Kranken? Man muss ihn aus seinem Abwehrmodus herauslocken. Wie? Durch Sicherheit und Privatsphäre.Man muss sein Vertrauen gewinnen. Das bekommt man nämlich nicht geschenkt. Das muss man sich verdienen. Ihn verstehen lernen. Und ihm seine Krankheit nicht zum Vorwurf machen.

Dann wird er auch langsam aus dem Maul der Katze herausgucken. Je sicherer er sich fühlt, desto bereiter ist er zu interagieren. Und je mehr er interagiert, desto mehr wird der gute Vagusnerv angeregt.

Es geht sicher nicht schnell. Es dauert ja auch bis zu 10 Jahre oder länger um sich vollständig von einem Schlaganfall zu erholen. Das Nervensystem wird sich neuroplastisch auch nicht schneller erholen. Es muss sich ja wieder umbauen. Je länger jemand in diesem Mausmodus war, desto länger wird es sicher auch dauern. Leider ist dafür in Krankenhäusern keine Zeit. Das ist ja nicht wirtschaftlich. Das ist zu kurz gedacht. Bezöge man Ausfallzeiten und gesellschaftliche Folgekosten und Folgeerkrankungen von pflegenden Angehörigen mit ein, würde die Rechnung gleich anders aussehen.

Die schlechte Nachricht ist: es kostet Zeit und Energie.
Die gute: Man kann selber daran arbeiten. Man muss sich selber ein Umfeld schaffen, in dem man sich wohlfühlt. Ich sage nicht, dass das einfach ist. Aber ich arbeite daran. Und ich glaube daran. Denn der Glaube versetzt bekanntlich Berge und warum sollte ich den Placeboeffekt nicht nutzen? ;-)

Übrigens den Mittelohrnerven kann man mit Musik stimulieren und trainieren. Ja, genau Muskeln kann man trainieren. Auch mit selber singen. So kann ein Kirchenbesuch mit Gesang durchaus heilsam sein. Andere werden lieber Coldplay hören. Ich persönlich steh wie der Junge aus "Siri, willst Du mich heiraten?" eher auf Laurie Berkner. Ich habe in der Selbsthilfegruppe rumgefragt. Da muss jeder auf sein Ohr und seinen Bauch hören und sollte das anhören, was ihm/ihr guttut.

Bliebe die Frage, ob wenn ein Mensch oder ein Säugetier es Zeit seines Lebens schafft, immer auf seinen Bauch zu hören und die meiste Zeit im Sicherheitsmodus zu verbringen, womöglich ewig leben könnte. Will man das wirklich? Das hiesse auch, immer neues lernen, immer flexibel bleiben. Neue Techniken bis ins Alter lernen. Hat man davon nicht irgendwann genug...? Und was für ein Leben wäre es dann? Wäre das dann auch noch lebenswert?
Geht der Lebenswert denn nicht schon heute und jetzt verloren?

Mittwoch: Beim letzten mal bei meiner Ergo kommt aus ihrm Behandlungszimmer vor mir ein junges Pärchen raus. Er und sie. Besonders hilfsbedürftig hat kanner vo die zwaa ausgschaut.
Wie mich mei Ergo begrüßt, frag ich:"Machst Du etz auch Paartherapie?"

Im Bus neulich tönt's auf amol hinter mir:"Aber morgn dürfen's die Krücken ned nehma! Do werd's glatt!"
Ei solli etz dahamm bleibm, bloss weil Winter is?
Ich erzähl des hinterher meiner Physio.
Sie hätt gsachd:"Ohne is a ned besser."

Neulich an der Haltestelle. Mit Krücken kannsd was derlebn. Neber mir sitzt a älterer Mo. Er hat Sandalen o. Ich frag ihn, ob's ihn ned friert.
Er hat an eitrigen Zeh ghabt, des hams operiert und etz isser verbunden und passt ned in an normalen Schuh. Die normalen Schuh hat er sogoar in am Beutel dabei. Wir tauschen Krankengeschichten aus.

Er is im Sommer gstürzt und hat a a Hirnblutung ghabt. Dann hams ner auf Reha gschickt. Sei Gepäck hat er mit'm am Zusteller vorausgschickt, weil er's mit'm Rollator ned hätt tragn könna. Er is mit'm Zug gfahrn. 5 mal hat er umsteign müssen. Die Unterlagn hat er dahamm am Küchentisch vergessen.

Den Busfahrer hat er gfrachd wo er hi muss. Der hat gsachd, er sachd ihm Bescheid, wenn er aussteign muss. Dann is ner doch a weng lang vorkumma. Isser zum Busfahrer vier (vor). Der:"Was machen Sie denn noch da?"
Er:"Sie wollten mir doch sagn, wann ich aussteign muss. Des hamms ned gmacht."
Etz soll er aussteign und mit dem Gegenbus widder a Haltestell retour fahrn.

Dann isser in der Klinik, aber kanner kennt ner. Man erzählt ihm, dass es hier mehrere Rehakliniken gibt. Die Dame ist so nett und telefoniert umeinander und findet die richtige und bestellt ihm ein Taxi. Dann war er richtig, aber sei Gepäck, woar ned do. Des is scho am Freitag vorher kumma und des hat kanner ognumma. Etz woar's beim Zusteller im Lager. Er hat ka Waschzeuch und bloss des dabeighabt, was er oghabd hat.
Er lacht. Ich kennerd a Buch drüber schreibm.
Ich sag, er soll's machen.

Die Ölmalerei-Lehrerin von der VHS fragt mich:"Können Sie zeichnen?"
Ich:"Ich glaub schon."

Zur Zeit werden wohl die neuen Busse überholt. Wir haben wieder öfter alte rote Busse ohne Gurt. Neulich im Bus drückt mein Gegenüber schon auf der Autobahn auf den Stopp-Knopf. Es ertönt ein lautes Klingeln statt ein Pling.
Ich:"Sin des etz die Glocken von Rom?"
Sie:"Wie ich das letzte mal schon auf der Autobahn gedrückt hab, ruft der Busfahrer, wer denn jetzt hier auf der Autobahn aussteigen will..."

Lustig... Mir hamm etz Winter. Am Weingartsgraben bin ich am Haus von Familie Winter vorbeigekommen. Familie Sommer wohnt an der Lehmgrube. Etz fehlt bloss nu der Frühling.

Donnerstag: Meine Krücken hab ich getauft. Hanni und Nanni.
Apropos getauft. Ich hab einen Spitznamen von einem Kollegen bekommen: Humpelstilzchen.

Ach so... dann ist die Abwehrhaltung auf alles neue, ein physiologischer Reflex. Und dient uns zum Schutz.
Als Beispiel ist mir ein Bekannter mit seinem Hund eingefallen. Also als ich noch krückenlos war, bin ich Hund und Herrchen auch schon begegnet, wobei mir aber mehr der Hund in Erinnerung geblieben ist. Ich hab's ned so mit Gsichter. Ich durft ihn auch streicheln. Den Hund.

Dann hatt ich meine Kücken und bin den beiden wieder begegnet. Da hat mich der Hund angebellt. Sein Herrchen meinte, der bellt nicht mich an, sondern die Krücken, weil er sie noch nicht kennt. Dann hat er sie in Ruhe beschnuppert, festgestellt, dass sie ned beissen und ließ sich von mir auch wieder streicheln.

Wenn's bei den Menschen bloss auch so einfach wär. Aber viele trauen sich ned zu schnuppern. Und bleiben bei der vorgefassten Meinung. Deshalb gibt es so viele Vorurteile. Vorurteile basieren aber nicht auf Fakten sondern auf Meinungen. Und Meinungen müssen nicht stimmen. Oft sind sie falsch. Fortgeschrittene schaffen es wenigstens ihre einmal vorgefasste Meinung zu revidieren. Die sind aber leider in der Minderheit. Das dürfte dann aber was psychologisches sein.

Wo hört Physiologie auf und fängt Psychologie an? Oder sind die Grenzen fliessend? Gibt es gar keine? Wenn jeder Mensch individuell reagiert, dann wär auch das wieder höchst individuell.

Der Schwerbehindertenausweis Gdb heisst auch Nachteilsausgleich. Ich halte ihn eher für einen Vorurteilsausgleich. Habt Ihr Euch schon mal als Schwerbehinderter bei einer Firma beworben? Wie hat mein D-Arzt neulich gsachd: Schwierig.

 
27.01.19 bis 02.02.19 Ich wunder mich alla Dooch...

Sonntag:
Heut zeig ich Euch mal einen Zwischenstand von meinem Ölmalkurs - Bild. Es wird in der Lasurtechnik, der Technik der alten Meister gearbeitet.

Früher muss Maler so ein Lehrberuf wie Fachinformatiker gewesen sein. Bloss analog halt. Da gab es ja noch keine Fotokameras und Smartphones. Da hat man noch gemalt. Ob die damals auch schon gephotoshopt haben? Und die eine oder andere Falte weggemogelt haben? Bestimmt. Denn wenn der Auftraggeber nicht zufrieden war, dann gab's kein Geld.

Obwohl geschickte Künstler wie Leonoardo Da Vinci schon mal in der Auftragsarbeit des Vatikans eine Religions- und Systemkritik versteckten. Wahrscheinlich ist die wahre Kunst, nicht dabei erwischt zu werden. Und wahre Künstler wollen mit ihrer Kunst auch etwas bewirken. Etwas sagen. Er hat dabei Kopf und Kragen riskiert, weil er das System, für das er arbeitete, kritisiert hat. Gibt es diesen Mut heute noch?

Ja! Wenn Ihr mir nicht glaubt, dann schaut Euch den Dokumentarfilm: "Der marktgerechte Patient an.".
Den hab ich im Höchstadter Kulturkino gesehen. Das Kino ist klein und fein und wird von einem Ehepaar geführt. Es gab eine kleine Einleitung zum Film durch den Hausherrn persönlich und anschliessend eine spannede Diskussion. Da werden Euch im wahrsten Sinne des Wortes die Augen aufgehen!

Lest Bücher! Anstatt blind Twitter, den Nachrichten und Co zu vertrauen. Macht Euch selbst ein Bild, indem Ihr genug Wissen über die Dinge ansammelt. Aus verschiedenen Perspektiven. Und aus verlässlichen und seriösen Quellen! Und bildet Euch dann selbst eine Meinung. Drum heisst es ja Meinungsbildung. Nur mit entsprechend Wissen (also Bildung) kann man sich eine Meinung bilden.

Und viele der heute berühmten Maler, hatten zu ihren Lebzeiten kein Auskommen mit ihrem Einkommen. Und heute sind ihre Werke unbezahlbar und zu Spekulations- und Anlageobjekten geworden. Was würden sie wohl darüber denken? Wäre das in ihrem Sinne? Wieviele wunderschöne Bilder liegen wohl verschlossen in Tresoren und verchlossenen Türen, anstatt der Öffentlichkeit zugänglich zu sein?

Das Schönheitsideal war damals ein anderes. Wer wohlhabend war, dem sah man es auch an. War mollig oder dick. Heut ist das anders. Die Strassenbahn mit der Werbung einer Schönheitsklinik gibt da ein anderes Bild. D.h. sogar Ästhetik ist der Mode unterworfen.

Warum eigentlich? Warum darf man nicht einfach so sein wie man ist? Einerseits wird alles konformiert andererseits predigen Ratgeber-, Psychologie-, Gesundheits-, Hirnforschungs- und Glücksbücher, Lebenscoaches den Individualismus, den Mut zum Nein-Sagen, den Mut zum gesunden Egoismus.

Die Regale in den Buchhandlungen sind voll damit. Das ist anscheinend auch wieder eine Konformismusbewegung. Bin gespannt, was als nächstes kommt.

Liest man mal diese Ratgeber quer, erzählen die auch nix anderes, als altbekannte Sprichwörter. Wenn ich mir als Kind etwas wünschte, das auch die andern hatten, dann bekam ich immer die Antwort:"Wenn die anderen alle von der Aischbrücke springen, springst du hinterher?"

Das könnte man auch als Anti-Lemmingismus bezeichnen ;-)
Oder wie ein Schauspieler und Umweltkämpfer schrieb: Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche.

Damit war der Käs gessen und das Thema erledigt. Und so haben meine Eltern die Weisheit der heutigen Ratgeber in einen Satz gepackt. :) Ist das nun echte Weisheit oder nicht einfach gesunder Menschenverstand? Instinkt? Und wenn es das zweite ist, scheint uns derselbe inzwischen abhanden gekommen zu sein. Warum? Wo isser denn hin? Wo isn des Hirn? Das fragt man sich spätestens, wenn man einen Smoothie im Supermarkt kauft - ist dann ein Stück Obst am Stück ein Hardie? - und auf der Verpackung zu lesen ist:"Bitte erst schütteln und dann öffnen.".

Wo bleibt der Instinkt oder das Bauchgefühl? In westliche Kulturen hat die Logik und die Wissenschaft längst dem Bauchgefühl den Rang abgelaufen. Wir glauben nur das, was wir auch sehen oder messen können. Wer mir nicht glaubt, kann sich im Selbstversuch mal eine seltene neurologische Erkrankung zuziehen. Da seltene Krankheiten nicht rentabel sind (weder für Pharmafirmen noch die Wissenschaft), werden sie nicht erforscht und deswegen werden auch keine Tests entwickelt, mit denen man sie nachweisen kann. Von Heilen ganz zu schweigen. Nicht selten haben solche Erkrankten wahre Ärzte-Odysseen hinter sich. Da meist die Krankheit, wenn überhaupt, nur über Ausschlussdiagnosen festgestellt werden kann. Eine Negativtestung dauert noch viel länger! Das ist viel aufwendiger! Die Patienten machen das nicht zum Spass und um das Gesundheitssystem zu ärgern. Sie möchten einfach wieder ein bisschen Lebensqualität und die Hoffnung auf Heilung, Verständnis. Sie sind für das Gesundheitssystem langwierig, unrentabel und teuer.

Ist Euch eigentlich klar, dass die Krankheiten und Unfallfolgeschäden unseres Landes von Versicherungen (Krankenkassen, Berufsgenossenschaften ...) definiert werden? Sprich: nicht ein Arzt entscheidet, welche Krankheit ihr habt oder ob eine nach einem Unfall bleibende körperliche Beeinträchtigung eine Unfallfolge ist, das bestimmten die Vorgaben der Versicherungen. Habr Ihr das gewußt?
Habt Ihr eine seltene Krankheit, die es laut Versicherung gar nicht gibt, weil es noch keine Definition dafür gibt, dann könnt Ihr schauen, wo Ihr bleibt. Das hatte ich mir ganz anders vorgestellt.
Auf meiner wundersamen Schmerz-Reise sind mir auch andere Weggefährten begegnet, die dann meinten:"Jetzt habe ich endgültig den Glauben ans deutsche Gesundheitssystem verloren."
Zu der Anspielung mit dem Glauben und dem Gesundheitssystem komm ich weiter unten nochmal zurück ;-)

Wie sozial ist unser System, wenn wir den Menschen, die Hilfe brauchen, diese aufgrund von Definitionen und Bürokratie verwehren oder aus Kostengründen gar nicht mehr leisten können? Wenn es sich für das System nicht mehr rechnet. Und wie sozial und fair ist dieses System den eigenen Mitarbeitern gegenüber? Die Notfallbehandlung gehört da heute schon dazu. 33 Euro pro Patient bekommt ein öffentliches Krankenhaus für einen Notfallpatienten. Viel zu wenig. Denn die Geräte, Ärzte, Pflegepersonal, Krankenschwestern und Infrastruktur müssen ja rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Wie kommt man aus den roten Zahlen? Man spart am Personal. Auf Kosten der Gesundheit der überarbeiteten und überforderten Pfleger, Krankenschwestern und Ärzte. Das ist das perfideste am Gesundheitssystem. Dass es nicht mal gesund ist, für die eigenen Mitarbeiter.

Private Kliniken picken sich die Rosinen des Systems heraus. Notaufnahmen findet man dort nicht. Ist das noch solidarisch? Ist das noch sozial?

Ohne Hoffnung können wir nicht leben. Die Wirtschaft spielt mit unserer Hoffnung. Die Werbung weckt in uns die Hoffnung, dass, wenn wir ein bestimmtes Produkt kaufen, genauso glücklich und gesund werden, wie die Menschen in ihren Werbespots. Die Gesundheitsindustrie lebt auch ganz gut davon.

Hilflosigkeit sowohl des Patienten als auch des Arztes führt auf beiden Seiten zu Hilflosigkeit oder zu Wut. Das ist übrigens eine ganz normale physiologische Reaktion. Wenn die allerdings zur Normalität wird, ist das alles andere als Normal. A ned grad des gsündeste. Das Fallpauschalen-System verschärft diese Problematik noch.

Logik und Wissenschaft? Ist es wirklich so einfach? Können wir es usn wirklich so leicht machen? Was ist mit Gefühlen? Was ist mit unseren Empfindungen? Was ist mit unserem Bauchgefühl? (Wußtet Ihr, dass das Bauchgefühl in der rechten Gehirnhälfte wohnt? Das finde ich besonders lustig :)
Die gibt es doch auch? Die kann man nicht messen. Psychologen benutzen dafür Fragebogen. Aber die sind auch nur so gut, wie der, der sie gemacht hat. Und wie gut kennt der uns? Wie gut kennt der sich selbst? Und wie klar und unmissverständlich sind sie formuliert?

Ihr glaubt mir nicht?
Ein kleines Beispiel.
Ein Patient in einem Krankenhaus hat einfach ein unglaublich gutes Gehör, so dass er auch Geräusche und Gespräche im Nebenraum wahrnimmt.
Nun ist er auch noch ein sehr ehrlicher Mensch, vielleicht auch etwas naiv und glaubt an das Gute in allen Menschen und auch verzweifelt. Er denkt sich: "Ich muss den Fragebogen ehrlich ausfüllen, dass man mir mit meiner Krankheit auch helfen kann." Er hat aufgrund eines Unfalls ein chronisches Schmerzsyndrom entwickelt, befindet sich auf Schmerztherapie und füllt gewissenhaft den Fragebogen der Psychologen (die gehören zu einer Schmerztherapie dazu) aus.

Die Frage lautet:
"Hören Sie Stimmen?"
Antwort: Ja/Nein
Da er die Stimmen aus dem Nebenraum klar und deutlich wahrnehmen kann, kreuzt er hier "Ja" an.

Und was denkt Ihr, wird nun passieren?
Er bekommt ein Etikett. Leider ein völlig falsches.

Aus seiner physischen und physiologischen Fähigkeit und Stärke sehr gut zu hören, wird ein psychisches Problem gemacht.

Hat er Glück und empathische Ärzte , oder die Fähigkeit das Missverständnis zu erkennen und sich zu wehren, kann er vielleicht das Missverständnis noch aufklären.
Leider kann genau das Erkennen einer solchen Situation für einen Schmerzkranken aufgrund der Schmerzerkrankung (das Hirn ist mit den Schmerzreizen überfordert und funktioniert nicht immer richtig) das Problem sein. So erkennt er es nicht und hat einfach Pech gehabt. Evtl. erfährt er erst aus den Befundbericht, den man ihm in einem Umschlag wortlos mitgibt von dem Irrtum und wundert sich im weiteren Verlauf der Schmerztherapie über eine etwas seltsame und komische Behandlung...

Ich hab mich schon oft gefragt, was passieren würde wenn Jesus heute nochmal auf die Welt käme, über's Wasser wandeln , Gelähmte, Blinde und andere Kranke heilen würde. Meine Ergo meinte, er würde sich den Zorn der Gesundheitsindustrie zuziehen und sehr schnell in der Versenkung verschwinden. Sprich in der Psychiatrie verschwinden.

Eine traurige Vorstellung. Gut ein bisschen komisch ist sie auch.. ;-) Ich glaube, sie hat leider recht.
Zumal ich irgendwo mal gelesen habe, dass man den derzeitigen Gesundheitswahn auch als Gesundheitsreligion bezeichnet. Und Jesus hat ja auch die Händler und Geldwechsler aus dem Tempel geworfen. Irgendwie gleichen sich die Bilder...

Anders formuliert: "Früher is mer zum Arzt ganga, wenn mer krank war. Heute geht man hin, um gesund zu bleiben..."

Warum ist das Missverständnis passiert?
Weil Kommunikation nicht nur aus Worten besteht. Weil Kommunikation viel komplexer ist und nicht nur Logik, physiologische Reaktionen, psychologische Reaktionen, sondern auch Gefühle, Umstände und andere Befindlichkeiten eine Rolle spielen. Sprich: es ist kompliziert! Weil die Frage aus dem Kontext gerissen ist. Bzw. in einem anderen Kontext einen völligen anderen Sinn ergibt. Weil man sie deswegen missverstehen kann. Jeder Fragebogen ist nur so gut, wie dessen Fragestellung. Ich glaub, hier ist noch Luft nach oben. Eindeutig Verbesserungsbedarf.

Wer erstellt denn eigentlich solche medizinischen Fragebögen? Mediziner? Forscher? Wissenschaftler? Oder Fachleute für Kommunikation und Fragebogenerstellung? Eine Komission von allen Seiten zusammen? Meine Ansicht nach könnte man solche Fragebogen auch verbessern, wenn man mal die Patienten befragt, bei welchen Fragen sie Probleme hatten, bzw. welche zu Problemen und Missverständnissen mit ihren Ärzten führten.

Wie kriegt man denn einen guten Fragebogen mit klaren und unmissverständlichen Fragen hin? Oder ist das gar unmöglich, weil jeder die Frage anders verstehen könnte je nach Kontext, seinem aktuellem Befinden, äußeren Umständen (Stimmen im Nebenraum), körperlicher Verfassung, ob man grad hungrig oder durstig ist, den Fragebogen schnellstmöglichst hinter sich bringen möchte, weil man ihn am letzten Tag eines Einstufungsaufenthalts ausfüllen darf, und man eigentlich viel lieber endlich daheim wäre?

Müsste man dann nicht zuerst mal für alle Antwortenden dieselben entspannten Bedingungen zum Ausfüllen herstellen? Was ist mit Leuten, die unter Prüfungsangst leiden? Kann man deren Antworten mit anderen vergleichen? Welche Vergleichbarkeit hat sonst ein solcher Test? Kann man überhaupt einen Test erstellen, der für alle Menschen gleich aussagekräftig ist?

Da geistert grad das Wort Individualmedizin durch mein Hirn.... Wie ist es damit bestellt? Soll nicht genau dort die Zukunft liegen? Wenn dem so ist, dann braucht man keinen generalisierten missverständlichen Fragebogen sondern ein Gegenüber, das einem einfach richtig zuhört und auch die entsprechende Zeit und Empathie mitbringt. Mit der aktuellen Fallpauschale (DRG) wird das nicht zu machen sein.

Denn wir sind Menschen und kein Auto, dass man, wenn es kaputt ist, in die Werkstatt bringt, an diverse Fehlererkennungssysteme und Messysteme anschließt und dann das fehlerhafte Teil austauscht. Mal ganz davon abgesehen, dass das jetzt schon bei Autos aufgrund der digitaleren Komplexität der Komponenten auch immer weniger funktioniert.

Wenn Ihr mir nicht glaubt... wir hatten mal ein "Hupf-Auto".
Das hatte folgendes Problem. Auf offener Strecke ohne ersichtlichen Grund fing ers an zu Bocken wie ein wilder Hengst beim Rodeo. Weder ein Tritt auf's Gaspedal noch auf die Kupplung, noch Schalten brachte es zur Räson. Wir Insassen wurden jedesmal ordentlich durchgeschüttelt. Der Fehler trat nur spontan auf und hörte auch von allein wieder auf. Er war nie von langer Dauer, brachte uns aber das ein oder andere mal in gefährliche Sitationen.

Wir brachten das Auto also in die Händlerwerkstatt. Die sollten sich ja damit auskennen. Trotz mehrmaliger "stationärer" Aufenthalte, konnten sie den Fehler leider nicht finden. Noch viel schlimmer: man bestritt, dieses Problem. "Das kann gar nicht sein."
Ähnlich ergeht es Schmerzkranken. Hätte nur noch gefehlt: "Das bilden Sie sich ein."

Ich warte auf den Tag, an dem eine Werkstatt den Halter eines solchen Problem-Fahrzeugs an einen Psychiater oder Psychologen verweist. ;-)

Ein Boschtechniker hat den Fehler dann übrigens gefunden und das defekte Teil einfach ausgetauscht. Und wenn es nicht gestorben ist, dann fährt das Auto heute noch und bockt nie wieder...

Wenn mein Knie beim Joggen schmerzt, will mir mein Körper doch damit etwas sagen.
Das ignorieren wir komplett. Vielleicht braucht es nur Ruhe. Vielleicht will es uns einfach mitteilen, dass es unsere Leidenschaft für jahrelange tägliche Marathonläufe nicht teilt bzw. nicht mehr leisten kann.

Was tun wir? Hören wir ihm zu?
Im Gegenteil. Ich habe einen Fernsehbericht darüber gesehen, dass vor Marathonläufen viele Läufer Schmerzmittel nehmen. Damit sie den "gesunden" Schmerz nicht spüren und über ihre Grenzen gehen können. Wie gesund kann es sein, über seine Grenzen zu gehen? Ganz zu schweigen davon, Schmerzmittel zu nehmen, wenn man sie nicht unbedingt braucht. Schon mal den Beipackzettel gelesen?

Im Bericht hat die Frau, deren Knie schmerzte, sich am Knie operieren lassen. Danach lief sie weiter wie bisher ihre Joggingrunde.

Der Körper schickt dem Hirn Signale, dass etwas nicht stimmt. Und unser Hirn ignoriert es. Anstatt unser Leben zu ändern, "lassen" wir reparieren und machen dann weiter wie bisher. Des is a ned grod as gsündeste.

Oelbild
03.02.19 bis 09.02.19 Wunderbares!

Sonntag:
Letzte Woche hab ich ja die Frage mal in den Raum gestellt, was passieren würde, wenn Jesus heute nochmal auf die Welt käme und anfinge die Leute zu heilen.

Da hat mir eine Bekannte vom Gröning Phänomen geschrieben. Gröning war ein geborener Heiler. Der konnte das einfach. Er wollte damit auch kein Geld verdienen sondern nur helfen. Die Ärzteschaft ist Sturm gelaufen. Die Presse hat sich wie Hyänen auf ihn gestürzt. Er wurde als Scharlatan beschimpft. Die Kranken sind trotzdem in Schaaren zu ihm gepilgert. Und er hat auch die Skeptiker unter ihnen geheilt. Das Ende vom Lied: er bekam Berufsverbot und weil er seine Gabe nicht anwenden durfte, hat sie ihn zerstört. Es gibt eine Doku über ihn. Die könnt Ihr bei youtube gucken.

Meine Bekannte meinte: Wir sind Kleingläubige, weil wir nicht an unsere eigenen Heilkräfte glauben.

Momentan scheint sich das aber wieder zu ändern. Überall boomen grad Gesundheitskurse, die sich mit diesem Thema befassen. z.B. in Höchstadt auch beim Gesundheitsjahr. Das finde ich wahnsinnig spannend!

Auch weil man z.B. mit dem HRV-Scan diese Dinge auch mal sichtbar machen kann. Gelassenheit durch Meditation und "Rumatmen" kann man sehen! So manchen buddhistischen Mönch hat man auch ins MRT gesteckt um zu verstehen, was bei der Mediation mit den Menschen passiert und wie sie funktioniert. Sowas sehen, was man fühlen kann, kann man z.B. auch mit der Qiu - Kugel. Brauchen tut man so ein Ding nicht. Aber ich fand es einfach spannend mal das zu sehen, was ich fühlen kann.

Biofeedback wird wohl ähnlich funktionieren. Das kann ich aber nicht beurteilen, weil ich das noch nicht ausprobieren durfte. Seltsamerweise stand das aber als durchgeführt im Psychologen-Roman drin. Sicher ein Kopierfehler. Die müssen ja massenhaft Berichte schreiben. Ich hatte ja auch Schwierigkeiten, die ganzen Leute, die man auf Reha trifft, auseinanderzuhalten. Vielleicht geht es Psychologen ja ähnlich. Die sind ja auch nur Menschen. Und wo Menschen sind, passieren Fehler. Jeder Fehler ist eine Chance zu lernen. Leider wird dies allzu selten genutzt. Das heisst man verbaut sich den Weg zum Lernerfolg. Wenn Edison so vorgegangen wäre, hätten wir heute noch Kerzen. Er hat es so formuliert: Er hat 100 Wege gefunden, wie man eine Glühbirne nicht bauen kann. Das heisst, er hat die Fehlschläge positiv bewertet. Denn sie haben ihn ja weitergebracht. Und nur so und mit diesem Wissen hat er dann den Weg gefunden, wie es funktionierte. Heutzutage stecken wir beim ersten Fehlschlag den Kopf in den Sand. Auch ein schönes Bild. Liegt es daran, dass wir immer mehr Stress haben? An den sich immer schneller wandelnden Anforderungen? An der zunehmenden seelischen Belastung? An der Digitalisierung?

Und was würde passieren, wenn wir die Digitalisierung und die Irrungen und Wirrungen derselben als Lernerfahrung verbuchen und einfach weiter unserem Bauchgefühl folgen? Ich glaub, da kommen wir weiter... Ein paar Versuche isses doch Wert :)
Ihr seid es und ich bin es auch.. wert. Wertvoll... Jeder Mensch ist wertvoll.

Denn in der Medizin ist es leider noch oft so, dass man nur das glaubt, was man auch sieht. Sprich, was man nicht auf einem MRT, CT sehen oder mit der Nervenleitgeschwindigkeit anhand von Aktionspotenzialen messen kann, bildet man sich immer noch ein.

Das tut Ihr nicht.

Wußtet Ihr übrigens, dass Messtechniken wie Nervenleitgeschwindigkeit, aber auch Blutuntersuchungen bei verschiedenen Ärzten nicht 1:1 vergleichbar sind? Sprich: es kommt nicht dasselbe raus!
Das kann einerseits an den Geräten und Methoden liegen, andererseits auch am Patienten selber. Denn wenn man sich bei dem ersten Arzt wohlfühlt und vom zweiten eingeschüchtert ist oder gar Angst hat (z.B. wegen einer Weisskittelphobie), dann sieht man das auch im Ergebnis. Auch wenn Ihr vorher was gegessen habt oder hungrig seid, wird sich das ja im Ergebnis niederschlagen. Niederschlagen ein schönes Wort. Der Niederschlag.. draussen regnet's. Aber auch einen Aufstand kann man niederschlagen. Und dann kann man bei dem Niederschlag auch noch niedergeschlagen sein...

Der Stressanalyse Kurs von precisionworks.de war echt lustig und spannend. Lustig, weil wir auch viel gelacht haben. z.B. beim Aufblasen von Smiley-Luftballons ohne zu Hilfenahme der Hände. Also nur mit den Zähnen und Lippen. Ich hab es nicht besonders weit gebracht. Mir musste man schon immer als Kind den Luftballon voraufblasen. Bis der erste Widerstand vom Luftballon 1 x überwunden war.

Wer das mit dem Atmen nicht hinkriegt, weil er nicht die Geduld dafür aufbringt, weil seine innere Anspannung, sein Trafohäuschen einfach noch zu hoch ist, der kann alternativ Luftballons aufblasen. Ob Luftmatratze auch geht? Da bin ich besser als bei Luftballonen.

Singen könnt Ihr natürlich auch. Denn auch da müsst Ihr eine Atemtechnik anwenden. Sonst klingt Euer Gesang sehr gedrungen, gedrückt und Eure Stimme dünn, weil Euch beim Singen schnell die Luft ausgeht.

Wenn Ihr dann noch beim Luftballonaufblasen ohne Hände einen Heidenspass (was haben eigentlich die Heiden damit zu tun? Gibt es auch einen Christenspass? Katholikenspass? ...) habt und Euch vor lauter Lachen die Tränen in die Augen steigen, dient dies auch der Entspannung und der Stärkung vom Vagusnerv. Vom guten. Also: ran an die Luftballons! :)

Cool fand ich, dass auch einer der Kursleiter auf Ohrstöpsel gegen Stress schwört. Yey! Endlich mal einer, der mich versteht! Die Krankenkasse tut dies übrigens nicht. Sie haben meinen Widerspruch zur Kostenübernahme des Gehörschutzes wegen meiner Hyperakkusis jetzt zum zweiten mal abgelehnt. " Der Medizinische Dienst hat in seiner Stellungnahme vom 22.01.2019 entschieden, dass die medizinischen Voraussetzungen für einen Gehörschutz nicht erfüllt sind."

Die Begründung haben sie nicht mitgeschickt. Da hab ich dann angerufen und gefragt: warum?
Antwort: Weil das eine interne Begründung ist. Aber ich hab doch extern Widerspruch eingelegt und meine Begründung war auch extern. Dann sollte doch auch die Begründung für die Ablehnung des Widerspruchs extern erfolgen. Das verstehe ich nicht... Wieso ist das alles so unlogisch und so kompliziert?

Sie schicken sie mir jetzt zu. Darauf bin ich mal gespannt. Es ist also der Krankenkasse lieber die kleinere Investition für einen Gehörschutz zu sparen. Da zahlen sie lieber die Folgekosten, wenn man aufgrund der Reizüberflutung und dem Stress dann ohne Gehörschutz einen Schlaganfall wie meine Schwester bekommt. Das ist total unlogisch. Mit dem Arbeitsaufwand, den ich Ihnen in der Zeit gemacht habe, habe ich sicher auch schon ordentlich deren Arbeitszeit verbraten. Wahrscheinlich hätte man davon auch schon den Gehörschutz bezahlen können.

Jetzt werd ich abwarten, was als Begründung drinsteht und dann entscheiden, was ich mache.

Habt Ihr auch manchmal oder sogar oft das Gefühl Ihr seid im falschen Film oder gar auf dem falschen Planeten gelandet?
Ich habe diese Woche diesen wunderbaren Satz gelesen. :)

"Wenn Du das Gefühl hast, dass Du nicht in diese Welt passt, dann liegt das daran, dass Du hier bist, um eine bessere zu erschaffen." (Urheber unbekannt)

Die Woche hab ich erstaunliches festgestellt. Ich war ziemlich deprimiert und traurig und konnte mich zu nichts aufraffen bzw. wenn, dann kostete mich es sehr viel Energie. Es war als würde über meinem Kopf eine schwarze Wolke schweben. Und die Menschen um mich rum, habe ich als feindlich wahrgenommen. Ich war grantig. Wusste aber nicht warum. Es gab keinen Auslöser dafür. Entspannungsübungen, lesen, zeichnen, spazierengehen brachte nur kurzfristige Linderung.

Dann hab ich mich dran erinnert, dass es zwei CRPSlern, die ich kenne schlechter ging, als sie obendrauf noch einen Unfall hatten bzw. Unfallzeuge wurden. Eine Frau im Auto vor ihr wurde beim Unfall getötet und ihr Arm lag abgetrennt auf der Strasse. Der Schock, das Gefühl hat den Schmerz und das CRPS verstärkt. Es gab einen neuen Schub. Eine bekam daraufhin eine Dystonie in der Hand.

Das heisst Gefühle verstärken den Schmerz. Überhaupt schmerzhafte. Da bei schmerzhaften Gefühlen (wie Trauer, Wut, Hilflosigkeit..) die gleichen Prozesse im Hirn ablaufen wie bei körperlichem Schmerz, ist das kein Wunder. Deswegen helfen Schmerzmittel z.B. auch gegen schmerzhafte Gefühle. Wird natürlich nicht empfohlen. Neueste Forschungen haben gezeigt, dass Schmerzmittel (wie Paracetamol) die Empathiefähigkeit herabsetzen.

Die Fayu (Ein Stamm von Ureinwohnern aus dem Buch "Das Dschungelkind") und auch Menschen wie Herbert Grönemeyer verarbeiten ihre Gefühle durch Singen. Sie machen ein Lied darüber. Das ist eine gesündere Variante. Denn so verarbeitet man die Gefühle gleich und tut dies auf konstruktive und kreative Weise. Sprich: sie helfen einem zu wachsen.

Wenn man dann mit solchen Liedern auch noch seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, ist das sicherlich was wunderbares. Deswegen berühren solche Lieder auch und lösen wiederum Gefühle bei uns aus. Eine Kettenreaktion. Deswegen kann ein Lied auch die Welt "bewegen". Ich mach das ja auch so. Wisst Ihr ja aus den Liedern im Extras-Bereich. Ausserdem stimuliert singen den Vagusnerv und Singen ist wegen der Atemtechnik auch eine wunderbare Alternative für Menschen, die sich mit Atemtechniken, Meditieren und Yoga schwertun.

In Nürnberg könnt Ihr Euch sogar zum "Rudelsingen" (kein Scherz! Ich hab das zuerst auch nicht geglaubt!) anmelden. Die günstigere Alternative (Rudelsingen kostet was) ist ein sonntäglicher Kirchenbesuch. Da könnt Ihr Rudelsingen. Oder heisst das in der Kirche dann Herdensingen? Der Pfarrer mit seinen Schäfchen... Dann wäre das Rudelsingen das Singen bzw. Heulen der Wölfe...? Ich lass das jetzt mal. Mein Hirn ist grad auf sehr schrägen Assoziationswegen... Ich muss es mal kurz bremsen. Brrr brauner brrr..

Nun zu meiner Theorie aufgrund meiner Erfahrung dieser Woche. Wenn ein Gefühl bei chronischen Schmerzen Schmerz auslösen kann ... kann es dann nicht auch sein, dass bei chronischem Schmerz auch der Schmerz ein Gefühl auslösen kann? Das würde mein Phänomen von dieser Woche erklären. Denn wenn Schmerzen und negative Gefühle miteinander verschaltet oder bei chronischem Schmerz fehlverschaltet sind (z.B. über eine fehlerhafte Körperlandkarte und über eine Fehlverschaltung der sensorischen und physischen Körperlandkarten), warum soll die Fehlschaltung nur in eine Richtung funktionieren? Dann wäre es ja logisch, dass die fehlerhafte Verknüpfung auch in die umgekehrte Richtung genauso fehlerhaft ist. Für mich wäre das total logisch.

Muss ich mal meinen Schmerztherapeuten fragen. Das interessiert mich.

Das hiesse dann für Schmerzpatienten, dass sie auch Schmerzmittel nehmen könnten, wenn sie grundlos in diesem dunkleWolken-Modus festsitzen. Dann wäre das Gefühl der Seismograph für den Schmerz, den nächsten Schmerzschub. Der Schmerz, Schmerzschub kündigt sich quasi vorher an. Das Gefühl wäre dann eine Art "Wettervorhersage" für den kommenden Schmerzschub.
Die Ansagefee würde dann sagen:"Heute ist es trüb und bewölkt und abends erwarten wir ein steigendes Schmerzrisiko."
Muss ich mal im Auge behalten, ob das immer so ist.

Damit könnten Schmerzpatienten dem Schmerz, Schmerzschub vorab entgegenwirken, wenn sie dann das Schmerzmittel oder eine höhere Dosis nehmen. Ich probier das grad aus. Denn heut war auch wieder so ein Tag (mein Schmerz ist ja auch noch Wetternsensibel, da hat wohl auch meine sensorische Körper-Wetterlandkarte einen Treffer abbekommen), wo ich mich kaum zu etwas aufraffen konnte. Fast wär ich nicht aufgestanden. Dann ist mir die Idee mit dem Schmerzmittel gekommen. Momentan fühl ich mich gut. Das merkt Ihr ja, sonst würd ich das hier ja nicht schreiben. Einen Comic hab ich auch gezeichnet. :) Oder mit den Worten von Yoda: "Glücklich ich bin.". Neugierig übrigens auch.

Immer wenn ich die STARWARS - T-shirts sehe, habe den Drang mir ein T-shirt mit der Glaa aus ERH und dem Text ""ICHWARSNICHT" in der gleichen Schriftart zu machen. ;-)

Apropos... wäre es nicht wunderbar, wenn wir krankmachende Angst und Stress durch eine gesunde Portion Neugier und Humor ersetzen könnten? Ich fände das herrlich. Ich arbeite daran... Das wär auch mal eine Idee für ein T-shirt. Die Glaa am Schreibtisch in ein Problem vertieft... und drunter diesen Satz. ;-)
Und wenn mich dann jemand fragt, was mein CRPS und meine Heilung macht, könnte ich einfach auf den Spruch zeigen. :)

War gestern bei einer Trigger-Punkt-Therapie Gurine (Guru in weiblich). Hat 120 Euro für eine Behandlungsstunde gekostet. Sie hat meinen ganzen Körper zum Reagieren gebracht. Und wollte meine Empfindungen von mir auch hören. Also das, was mir Ärzte immer nicht geglaubt haben, wo ich mich dann gar nicht mehr getraut habe, das überhaupt noch zu erwähnen. Als sie am Arm getriggert hat, gurgelte es in meinem Bauch. Das ist kein Grund sich zu schämen, sondern ein Zeichen dafür, dass ihre Methode wirkt und der Körper sich entspannt. Das hab ich erst gestern begriffen. Beim Yoga und Meditieren hab ich das Bauchgurgeln auch schon hinbekommen. Dann funktioniert das ja. Dann ist das der richtige Weg.

Sie meinte, dass man es wiederhinbekommen kann. Davon war und bin ich eh überzeugt. Sie sagte aber auch: Dass ich aber grad einen kompletten Systemabsturz habe. Sag ich doch. Mir glaubt nur keiner. Die Blockkade liegt an einem Armmuskel, an dem sie gestern rumgearbeitet hat. Hinterher fühlte sich die Hand so gut wie seit Ewigkeiten nicht mehr, an. Hat leider nicht lange angehalten. Sie meinte, das muss man öfter machen und dann ändert sich auch wieder die fehlerhafte Verschaltung im Hirn und dann wird es auch wieder. Ich muss aber viel Geduld haben.

Momentan ist mein Körper wie ein Haus, bei dem man die Toilettenspülung betätigt und das Licht angeht. Also im Endeffekt könntet Ihr unseren Schmerzpatienten-Körper mit einem defekten Smart Home vergleichen. Irgendwas an der Verkabelung ist schebs. Und wie bei technisch komplizierten Sachverhalten dauert es auch im Hirn lange, bis die fehlerhafte Verschaltung gefunden und wieder behoben werden kann. Es dauert Zeit!

Und da wir noch komplexer sind wie ein Smart Home, dauert es erstmal sehr lange den Fehler auch zu lokalisieren und zu debuggen. So manches chronische Smart Home Syndrome wird aus der multimodalen Schmerztherapie mit einem Lichtschalter, bei dem sich das Garagentor öffnet, entlassen. Des is ja a ned grad as gsündeste. Wir sollen lernen damit zu leben. Würdet Ihr das wollen? Klar kann man sich dran gewöhnen das Garagentor mit dem Lichtschalter zu öffnen. Aber wie sinnvoll ist das denn? Und damit weiss ich ja immer noch nicht wie ich das Licht anbekomme! Damit will ich mich nicht abfinden. Und Ihr sicher auch nicht.

D.h. ich hab diese Woche "visuell" und sensorisch (Bauchgurgeln) gezeigt bekommen, dass, was ich mache auch funktioniert und zum Ziel führt. Ich gebe zu, dass Geduld nicht meine Stärke ist. Auch daran arbeite ich. Es bleibt mir auch gar nix anderes übrig.

Denn leider hat unser Körper samt Hirn nicht wie mein PC einen Ausschalter, auf den ich nur lang genug drücken muss, um das System neu zu booten (starten), wenn es sich aufgehängt hat. "Der Rechner hat sich aufgehängt." sagte die Sprechstundenhilfe beim Neurologen. Wenn ich mir das bildhaft vorstelle, ist das schon wieder wahnsinnig lustig ;-)

Die Trigger-Gurine sagte, wir müssen den richtigen Schalter noch finden. Sie drückt (triggert) ja bestimmte Muskeln und Nerven. Also sucht sie schon in gewisser Weise den Ausschalter um das System neu zu starten.
Oder wie einer meiner Fachinformatiker-Ausbilder mal sagte:"Reboot tut gut." ;-)

Und lustiges Bürogschmarri von letzter Woche gibt's heut auch noch ;-)
Mein Kollege und ich sind schon Mittwoch früh total frustriert.
Ich hab gestern was fertig gemacht, was sehr eilig war. Deshalb hab ich mich beeilt und es gestern fertig gemacht. Gestern abend kamen schon wieder neue Änderungswünsche dafür. Ich versteh einfach nicht, warum man sich nicht vorher mal Gedanken darüber machen kann.
Es wird auch nicht das letzte mal gewesen sein. Seufz.
Ich:"Kann mich bitte jemand erschiessen?"
Mein Kollege: "Mich auch. Mich auch!"
Mein Kollege: "Stell Dir vor bei uns käme ein Amokläufer rein und alle rufen "Nimm mich! Nimm mich!""
Jetzt liegen wir alle lachend am Boden. Sogar unser Büro-Lilalaunebär.
Dafür war's wert Mittwoch reinzukommen ;-)

An Comic habi heut amol widder für Euch. Seit ich mit Krücken "Hanni und Nanni" unterwegs bin, hab ich keine Hand mehr frei und lass mir, wenn ich in ein Geschäft geh, alles hinten in den Rucksack stecken. Funktioniert einwandfrei!

Apropos Krücken.... Diese Woche bin ich zweimal auf meine Achselstützkrücken angesprochen worden. "Wo haben Sie DIE denn her?!? Sowas kenn ich noch aus dem Krieg.."

Und da war letzten Sonntag noch eine ältere Frau im Beck in Höchstadt im Cafe mit ihrer Clique.
Eine aus der Clique zu ihr:"Deine Haare glänzen heut so schee!"
Antwort der Frau:"Gell?!? Ich hab heut früh statt a Haarspray an Essich (Essig) derwischd."
Zu Risiken und Nebenwirkungen .... ;-)

Schönen Sonntag miteinander!

Dienstag: Heute hab ich einen 10-Euro Schein auf der Strasse gefunden. Manchmal hat es doch was für sich, wenn man Dinge wahrnimmt, die anderen nicht auffallen.
Da sag noch einer, das Geld liegt nicht auf der Strasse. ;-)

Im Zug ist heut mein Blick auf eine Arbeitshose gefallen. Drauf ist ein Strauss abgebildet. Als mei Vadder no gärbert hod, hadder sei Zeuch bei der Krähe kaffd. Naja, ob Strauss oder Krähe, Vogel bleibt Vogel.

Mittwoch: Früh im Bus begrüßt der Busfahrer mei Bushaltestellenbekannte mit den Worten:"Morgn Sechs Zwanzich!"
Drauf ich zu ihr: "Du hast aber an komischen Namen."

Ich treff meine aus der Ukraine stammende Kollegin auf dem Weg zur Arbeit. Sie friert.
Ich:"Ich hab gedacht in der Ukraine ist es viel kälter."
Sie:"Da liegt Schnee. Das ist eine feuchtere Kälte. Die kommt einem nicht so kalt vor. Es ist bei uns auch meistens nicht kälter als in Deutschland."

Widder was glernt. Mussi ned dumm sterbm.

Noch was hab ich die Woche gelernt. Wusstet Ihr, dass Ihr für den Erwerb bestimmte Pflanzen (z.B. welche die Effidrin enthalten) ein Attest vom Arzt braucht? Des hat mir unsere Bäckereifrau erzählt. Was ned alles gibt.

Gestern hab ich im Buch "Welcome to your brain" gelesen:
Forscher der University of New York haben folgendes herausgefunden:
Akkustische Signale (Geräusche) laufen vom Thalamus in die Amygdala in Regionen rechts und links, wo auch die emotionale Reaktion gesteuert wird. Ist der Mensch in einer Gefahrensituation oder im Erstarrungsmodus einer chronischen Krankheit, dann ist man auf auditive Reize viel empfindlicher (evtl. auch auf Gerüche, Geschmack). Logisch, die Gazelle, die den Löwen nicht kommen hört, oder wittert (auch der Geruchssinn ist dann überempfindlich) lebt ned lang. Bei Menschen ist dieses Urverhalten auch einprogrammiert.

Interessant. Wahrscheinlich kommt daher auch die enge Verknüpfung zwischen Gefühlen und Schmerzen. Sowohl in die eine als auch in die andere Richtung.

Donnerstag: Ein Nichtraucher steht heute am Bahnsteig neben meinem Busnachbarn im Raucherquadranten.
Ich:"Guck mal. Ein Falschparker!"
Der Mann guckt jetzt schon ganz irritiert.

Irritiert war ich gestern auch, als mich eine Frau in der dritten Person angeredet hat. Okay, bei Ärzten ist mir das auch schon passiert. Das finde ich immer doof. Wenn sie zu mehreren sind und dann so über einen reden, als wär man gar nicht da.

Die Frau hat mich noch nicht mit Krücken gesehen. Wie üblich kann ich mich nicht an sie, aber sie sich an mich erinnern.
Sie: "Was hat sie denn gemacht?"
Erinnert mich an den Sissi-Film, wo die Mutter des Kaisers den Polizeimeister fragt: "Und wo war er?"
Er:"Wer?"
Sie:"Er."
Er:"Ach.. ich???"
So ähnlich kam ich mir gestern auch vor.

Mein Busnachbar erzählt von seinem Auszubildenden, der bei uns ein IT-Praktikum gemacht hat. Das hab ich ihm vermittelt.
Er:"Der Praktikant hat jetzt seine Prüfung."
Ich:"Ich hatte meine bei der Telekom."
Jetzt grinst er. Ich hab keine Ahnung warum.
Ich: "Vor mir waren die Prüfer alle ganz ernst. Als sie nach mir rauskamen, haben sie alle gelacht.
Mein Azubikollege hat mich gefragt:"Was hast du denn mit denen gemacht?"
Nix. Mein Azubikollege trug Anzug und Krawatte. Da hab ich ihm gesagt, dass er ausschaut wie ein Versicherungsvertreter. Sonst isser nie so rumgelaufen."

Im Zug gehen wir getrennte Wege, weil wir an unterschiedlichen Türen stehen, als der Zug hält. Kommt daher das Wort Türsteher? Hihi...
Ich ergattere einen Klappsitz gleich neben der Tür und dem Klo. Strategisch sehr günstig, weil man wie bei der Kinderüberraschung gleich zwei Wünsche und Bedürfnisse auf einmal erfüllt werden.

Kurz vor Fürth saust ein Anzugträger mit Geldbeutel auf's Klo. Dabei is des doch im Zug ganz umsonst. Des Klo.

Apropos wisst Ihr warum Kannibalen gerne Schwangere essen? Wegen der Kinderüberraschung und der Extraportion Milch. Den Witz hab ich mal im Schulbus gehört.

&nbps;
Die Glaa aus ERH - Die zwei Schimmel Sandra Jaeger 2018
10.02.19 bis 16.02.19 Erfahrungen

Sonntag:
So.. der Malkurs ist gestern zuende gegangen. Es war sehr schön. Und ich hab einiges gelernt. Das Bild ist zwar noch nicht fertig, sieht aber schon ganz gut aus.

Die Begründung der Krankenkasse für die Ablehnung des Gehörschutzes hab ich auch bekommen. Es gäbe keine anatomischen oder anderen Besonderheiten, warum ich keinen handelsüblichen Gehörschutz verwenden könne. Da gibt es anscheinend noch ein Missverständnis. Denn ich habe sehr wohl sensorische und schmerztechnische Besonderheiten. Denn mit der Allodynie kann ich in den Ohren handelsüblichen Gehörschutz nicht ertragen, weil er schmerzhaft ist. Und zweitens hab ich keine handelsüblichen Hände aufgrund der Krallenhandstellungen der beiden durch die Dystonien. Und mit den Händen kann ich keinen handelsüblichen Gehörschutz greifen, einsetzen geschweige denn wieder raustun. Das habe ich jetzt nochmal zusammengschrieben und warte auf Antwort.

Beim Lidl gibt es ab Montag ein Trampolin mit Seilen. Da bei meinem alten die Federn schon fast alle durchgebrochen sind, ist das die Gelegenheit für ein neues. Das hilft nämlich gegen die Schmerzen und mein ZNS zu beruhigen. Auf's Zusammenbauen freu ich mich weniger. Weil das mit meinen Dystoniegriffeln eine ganz schöne Herausforderung wird.

Und dank der CRPS Selbsthilfegruppe darf ich im September zu einem Kurs über das autonome Nervensystem, der sonst nur Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und anderen Heilberufen vorbehalten ist. Das wird auch spannend.

Montag: Es kam bei odysso auf SWR letzte Woche ein Beitrag über Schlafstörungen und Schlaf. Dass Schlafstörungen das Herz schädigen können. Es gibt also einen Zusammenhang zwischen schlechtem Schlaf und Herzerkrankungen.

Auch bei CRPS, Restless legs, Autismus, Diabetes und anderen neurologischen Erkrankungen kommt es zu Einschlaf- und Schlafproblemen. Ich nehme an, weil das innerer Trafohäuschen aufgedreht ist. Der Vagusnerv unterhalb des Zwerchfells.

Ach so : und am Samstag kam noch ein Beitrag auf Arte zur Menopause und auch dem Ding bei Männern... den Begriff hab ich vergessen. Auch bei der Menopause hat man Schlafstörungen, schwitzt, Herzrasen ... wie bei CRPS.. ob das ein Zufall ist? Oder laufen dort einfach dieselben Mechanismen ab...? Das halte ich für wahrscheinlicher.

Letzten Donnerstag war ich mal kurz die Bienen retten...
Um 17:00 Uhr im Höchstadter Rathaus reih ich mich in die Schlange vor dem Bürgerbüro ein. Die hamm da so ne Art Ampel vor der Tür. Immer wenn das frei-Licht grün wird, ansonsten ist das besetzt-Licht rot, verschwindet wieder einer im Zimmer. Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Pragmatischer und ned so bürokratisch. Ich dachte, da hängt ne Liste und man zeigt kurz seinen Ausweis und trägt sich ein. Naa. So schnell geht des ned.

In der Ecke auf dem Gang steht eine Schefflera mit 3 verbliebenen Blättern. Die wart a scho länger. Auf's giessen.

Neben mir stupst der Mann seine Frau, deutet in Richtung Pflanzenrestbestand und sagt:"Na, wenn die do drin genauso motiviert sin wie die Pflanzen ..." Ich muss schmunzeln.

Es wird immer voller im Gang. Da guckt einer nur kurz rein und fragt:"Seid Ihr alla wecher die Biena do?!?"
Wir nicken. Er:"Na. Des dauert mir zu lang. Do kummi lieber morgn früh widder."

Irgendwann komm ich dann dran. Leserlich soll ich meinen Namen schreiben. Ich richt's der Dystonie gern aus. Glaub aber ned, dass vill nützt. Sum.. sum.. sum..

Bus-Nachtrag vom Freitag:
Ich war ziemlich fertig am Freitag. Und sag zu meim Busnachbarn:"Morgn nochmal Ölmalereikurs und dann isses vorbei. Wenn ich nochmal an Kurs buch, dann mussi nächstes mal gucken, wie lang der geht."

Mei Busnachbar:"Was lernt man denn in einem Ölmalereikurs?"
Ich:"Portraitmalerei."
Er:"Und das lernt man in 4 Tagen?"
Ich:"Da lernt man wie man Haut malt. Das macht man in Lasurentechnik in Schichten. Da muss mer immer warten bis die letzte Schicht trocken ist."
Er schmunzelt:"4 Tage, 4 Schichten..."

Dienstag: Neulich habe ich in einem Buch diesen hübschen Satz gelesen.
"Wenn Du das Gefühl hast, dass Du nicht in diese Welt passt, dann liegt das daran, dass Du hier bist, um eine bessere zu erschaffen." (Urheber unbekannt)

Oelbild2
16.02.19 bis 23.02.19 Überraschungen...

Samstag:
Sodalein. Die Krankenkasse hat sich jetzt erweichen lassen und die Kostenübernahme meines Gehörschutzes genehmigt. Ich freu mich riesig!

Heute hat mich ein verspielter Weimaraner an den Händen abgeschleckt. Hunde können Krankheiten ja spüren. Und ich hab gelesen, dass Wölfe auch ihre verletzten Kameraden im Rudel abschlecken. Der Speichel hat heilsame Inhalte. Krankenpflege unter Wölfen sozusagen. Da Hunde ja von Wölfen abstammen, bin ich jetzt gespannt, ob es auch bei mir funktioniert ;-)

Ich glaub einfach dran. Dann ist der Placeboeffekt gleich mit dabei :)

Heute hab ich im Städtle erst einen Handschuh auf einem Zaunpfosten mit einem in den Himmel gestreckten Mittelfinger, dann einen Socken beim Kaufland und oben am Kellerberg ein halbes angebissenes Wienerle gefunden.

Und dann ist mir auch noch ein Smart begegnet, auf dem die Aufschrift HERKULES prangte. Des is fei a ganz schee grusser Name für su a glaans Kitschla ... (Auto)

Es wird Frühling. Die Schwäne balzen auf dem Etzelskirchner Weiher und machen dabei a ganz scheens Gschrei! Ui, des reimt sich ja. Und was sich reimt, is gut. Etz gibt's dann bald Eier und dann junge Schwäne.

Und die Schneeglöckli habi a scho in am Garten am Kellerberg nunter blüha seng. :)

Des Trampolin is fei schee. Mei Bekannte, die mir des empfohln hat, hat gmaand: "Gell? Do will mer goar nimmer ro."

An Comic habi heit a widder für Euch!
Des woar kurz vor Weihnachten am Kellerberg. Des Plflaster könnt Ihr heid nu bewundern.
Scheens Wochenend!

Sonntag: Spannend! Am Donnerstag kam ein scobel-Beitrag zum Thema Epidemie Einsamkeit. Es gibt nämlich einen Zusammenhang zwischen Einsamkeit, Krankheit und höherer Sterblichkeit. Denn wer chronisch krank ist, zieht sich zurück und fühlt sich oft einsam. Und wer einsam ist, wird oft auch krank.

In der englischen Stadt Frome versucht man dem entgegenzuwirken. z.B. gibt es eine Werkstatt, wo sich einsame Männer treffen können. "Stell 10 einsame Männer in einen Raum und Du hast Schweigen. Stell einen kaputten Rasenmäher in die Mitte und frag, wer ihn reparieren kann und Du hast 10 Freunde."

Ausserdem besuchen Ehrenamtliche einsame Menschen (die das möchten und nicht rauskommen oder können) zuhause und fragen sie ob sie was brauchen.

Eine 3-jährige Studie konnte belegen, dass die Anzahl der Notfalleinlieferungen in das örtliche Krankenhaus um 17 Prozent sank, während es im Umland im gleichen Zeitraum um 29 Prozent stieg.

Ein Palliativmediziner merkt an: "No other interventions on record have reduced emergency admissions across a population."
Hier findet Ihr den Artikel.

Damit würden auch Rettungsdienste, Notärzte und Notaufnahmen und die Krankenkassen entlastet.

Die Einsamkeit betrifft übrigens nicht nur Ältere und chronisch Kranke sondern auch Erwerbstätige, die immer flexibler sein müssen. Ich kenne sogar jemanden, der sich in einem Grossraumbüro einsam fühlt.

So kann man auch mit kleinen günstigen Sachen, der Gesundheit eine Freude machen...

Montag: Ich kram noch in meiner Hosentaschen nach dem Busausweis... Mit zwaa Krucken is des goar ned so einfach. Da bräucherd mer nu a dritta Händ. Aber des wär a nix, die hätt dann a nu an Sudeck (CRPS). Ka Mensch braucht drei Krallenhänd.
Do ruft der Busfahrer scho zur offenen Tür naus:"Bassd scho geh rei!" (Das passt schon. Komm rein.)
Wie sie mei Bushaltestellenbekannte gegenüber vo mir hihockt, sach ich zu ihr:"Ich hab et an neua Nama. Bassdschogehrei."

Rasierwasserduft erfüllt die Busluft. Ich glaab mei Vorsitzender hat a weng zuvill davo derwischd. Des is ja a ned grod as gsündeste. in jeder Kurven weht mir ein neuer Duftschwall in die Nase. Etz kanni den Spruch: "Ich kann di ned riechen." verstehn. Wobei ned riechen ja falsch is. Also es riecht zvill!

Gestern is mir im Städtla a Fraa mit Kinderwagn entgegekumma. Die woar a parfümiert. Ich konnte ihrer Duftspur noch ein ganzes Stück folgen. Vielleicht darf ich a bald a Umschulung zum Spürhund machen. Dank CRPS werd ich nämlich immer geruchsempfindlicher. Des is fei a ned grod as gsündeste. Schnupperhund hat neulich aana zu mir gsachd, weil ihr des richtige Wort ned glei eigfalln is. Ob spürn oder schnuppern is doch schnuppe.

Ned amol mei Busnachbar mit seim Räucherduft kann gecher des Rasierwasser was ausrichten. Dafür zeigt er mir a Kärtla. e-ticket steht drauf und sei Name. Ich hab's zuerst für sei Visitenkartn und dann für sei Bankkarten ghalten. Naa. Des is der neue Ausweis für's Umweltjahresabo. Ich hab nu kann grichd. Ich hab nu den alten Lappen. Babier. Wer den scho alles in der Händ ghabt hat... Und so schaut er a aus... Ich hab mir amol an neua machen lassen, weil er so schlimm ausgschaut hat. Es hat ka Woch dauert, hat er genauso ausgschaut wie der alte. Etz bini gspannt, obi a su a Kärtla griech.

Gestern habi auf dem Bänkla vor dem Altenheim a ältere Fraa troffen. Sie raucht Zigarillo.
Ich:"Darf ich Sie fragen wie alt Sie sind?"
Sie:"89."
Ich:"Dafür schaua Sie aber no gut aus."
Sie:"Früher hab ich besser ausgesehen."
Etz mussi schmunzeln.

Ein Pärchen um die 60 läuft an uns vorbei.
Sie:"Die dürfen sich a langsam um an Altersheimplatz umschaua."

Überhaupt is vill a Sache der Perspekive.
Des is mir neulich bei meiner Physio aufganga. Wir reden über denselben Menschen.
Sie:"Der ist klein."
Für mich ist der groß. Des liechd aber do dran, dass mei Physio 1,80 gross ist und ich bloss 1,59. Mir langt des. Ich muss ned überall vorna dro sei.
Deswegn grichd die Polizei bei Zeugenaussagen bestimmt immer widersprüchliche Angaben. Weil des a jeder a weng anders gseng hat. Alles eine Frage der Wahrnehmung.

Ich hab doch neulich mal die Frage gstellt, warum manche Leut, die ich einzeln super find, so schlecht zammärbern könna. Etz is mer die Antwort eigfalln. Des liechd an am Ungleichgewicht aus Geben und Nehmen. Wenn des Gleichgewicht bassd, dann funktioniert's. Is ka Gleichgewicht do, des heißt einer gibt mehr als der andere oder der andere nimmt bloss, dann gibt's a ka Zusammenarbeit. Des werd bei jeder Beziehung su sei. Drum heißt's ja Beziehung. Biziehung.. ned Monoziehung..

Heimwärts sitzt dem Steinkarpfen Fridolin im Karpfenkreisel eine Blaumeise auf dem Kopf. Die pfeift ihm wohl grad was.

Mein Busfahrer hat auch Schmerzen. Rückenschmerzen vom vielen Sitzen. Aber etz hadder Feierabend. Den wünsch ich Euch auch!

Dienstag: 5:35 Uhr Im Bushäusla.
Mei Haltestellenbekannte:"Gestern war Vollmond."
Ich:"Ja! Voll schön!"

Unser Zug hat heute ca. 10 Minuten Verspätung. Das sehen wir schon unten wie wir zur Treppe gehen bzw. krückeln.
Mit den Krücken brauch ich für die Treppen immer a weng länger.
Mei Busnachbar guckt mich an und sagt:"Lass dir Zeit."

Am Gegengleis hat die nächste S1 ca. 5 Minuten Verspätung. Kurz darauf ist es umgekehrt. Bei uns stehen die ca. 5 Minuten Verspätung bei unserem Zug angeschrieben und am Gegengleis die 10. Vielleicht wechselns etz amol lustig durch.

Habt Ihr gwusst, dass Verspätungsanzeigen und Haltestellenanzeigen wie die Anzeige der nächsten Strassenbahn was psychologisches sind? Die hamm a beruhigende Wirkung. Also dass man des sieht. Sin wohl die meisten Leut visuell veranlagt. Des bin ich a. Ich muss was erst sehen, um es zu verstehen.

Ebenso psychologisch geht es bei den Verspätungsbegründungen zu. Denn wenn es einen Grund für eine Sache gibt, wird die Sache viel schneller akzeptiert.

Auf unserem Bahnsteig steht neben uns ein Mädchen mit Coffee2Go - Becher in der Hand und Ohrstöpsel drin. Das Kabel für die Ohrstöpsel scheint aus dem Kaffeebecher zu kommen. (Des täuscht aber)
Mein Busnachbar nickt in ihre Richtung und sagt:"Musik aus der Dose."
Ich:"Das heisst doch Konserve. Aber des is doch a Kaffeebecher. Vielleicht is Kaffeehausmusik."

Ich guck auf die Verpätungsanzeige. Mein Blick fällt auf das "+" und sinniere...
"Bei der Bahn gibt's kein Minus. Da braucht mer bloss addieren zu können."

Mein Busnachbar:"Alle regen sich auf, dass die Züge zu spät sind. Sollen sie sie doch 5 Minuten früher fahren lassen. Dann beschwert sich keiner mehr."

Im Zug ist es heut kurzfristig mal zappenduster, weil das Licht ausgeht. Tut irgendwie gut.
"Der letzte löscht das Licht..." schiesst es mir in den Kopf.

In Fürth lächelt mich ein Aussteiger wie jeden Tag an. Ich freu mich.

Heimwärts is mir noch was schönes bassierd. Ich beiss in meine Paprika und an der Bisstelle sieht die Paprika von vorne aus wie eine Blume. Mit 3 Blütenblättern. Schee...

A Gschichtla vo meim Schmerztherapeuten habi nu für Euch.
Ich hab mir im Internet amol so a CBD-Öl (Hanf-Öl) bestellt. Des grichd mer bei so Shops wo mer a Eiweisszeuch und sowas grichd.
Ich:"Des CBD-Öl hilft gegen mei Schmerzen. Des schmeckt aber wie Heu. Als wenn mer ins Gras beissen dud."
Drauf der Schmerztherapeut:"Na soweit is noch nicht."

Und dann habi heut nu am Schaufenster vom ehemaligen Küchen Jakob in Höchstadt folgenden Zettel entdeckt.
Drauf steht:

Das ist eine Kurzgeschichte für Hundebesitzer, die ihren Hund an die Stele neben der Einfahrt pinkeln lassen.
Der Hund kann NIX!!!! dafür!


Dann kommt das Bild eines vergnügten kleinen Comic-Hunds, der durch die Gegend hüpft.
Drunter steht der Satz:
Besitzer dieses Hundes nennt man Herrchen oder Frauchen.

Dann kommt das Bild eines Comic-Hunds, der das Bein hebt und pinkelt.
Drunter steht der Satz:
Besitzer dieses Hundes nennt man Drecksau.

Ich hab so glacht. Des woar mei Highlight des Tages :)

Mittwoch: 5:35 Uhr an der Haltestelle.
Mei Haltestellenbekannte:"Do woar doch so a Messerattacken in Nürnberg. Am Montag lauf ich in Erlangen am Gericht vorbei, do steht su aaner. Der is mer dann a nu a Stück nachgloffn. Do habei fei Angst grichd. Do habi die Füß in die Händ gnumma."
Ich muss schmunzeln:"Des stelli mer grod bildlich vor."
Etz lacht sie a.

Wieder Vollmond. Wenn Vollmond voll schön ist, ist dann Halbmond halb so schön?

Ist Euch schon mal aufgefallen, dass es viele medizinische Vergleiche und Metaphern im Alltag gibt? Bei der Hauptstrasse spricht man von der Lebensader. Wird die beruhigt, dann spricht man davon, dass sie abgeschnitten wird und die Innenstadt deswegen ausblutet. Und dann versucht man sie irgendwann wiederzubeleben...

Lebensabschnitte vergleicht und metaphorisiert man mit Bildern aus der Natur.
Ins Gras beissen und sich die Radieschen von unten angucken. Warum eigentlich ausgerechnet Radieschen und nicht gelbe Rüben oder anderes Wurzelgemüse?
Und dann gibt es noch Menschen, die das Gras wachsen hören... Des muss a Hyperakusis sei! Mein lieber Mann!

Dann kann jemand noch eine treulose Tomate sein. Was kann denn die Tomate dafür? Und man kann durch die Gegend gurken oder durch die Botanik dübeln ...

Seltsamerweise kann man Geld wie Heu haben, aber dumm wie Stroh sein. Und dann trennt sich wieder die Spreu vom Weizen. Weizen soll doch gar ned so gsund sei...

Donnerstag: Alle schlafen im Bus. Heut fährt widder der Entertainer.
Kurz vor dem Busbahnhof ertönt folgende Durchsage:"Bitte alles aufwachen! Wir erreichen in Kürze den Busbahnhof. Ich wünsche noch einen angenehmen Tag!"

Am Bahnsteig steht mein Busnachbar im Raucherquadranten. Da der Wind mir seinen Qualm ins Gesicht bläst und ich das nicht mag, wechsel ich die Seite und stell mich knapp hinter ihm rechts ausserhalb der Markierung hin.
Mein Busnachbar schmunzelt:"Das war knapp."

Da ertönt die Ansage:"Das Rauchen ist nur in den gekennzeichneten Raucherbereichen gestattet.."
Mein Busnachbar:"Das Nichtrauchen ist nur ausserhalb der gekennzeichneten Raucherbereiche gestattet. Sonst fühlen sich die Nichtraucher nicht angesprochen und diskriminiert."
Ich muss schmunzeln.

Auf der A3 bei uns war gestern ein Unfall. Leim oder Kleber war auf der Fahrbahn und die Aufräumarbeiten haben bis in den Abend noch gedauert. Die LKWs stauten sich. Da fällt einem erst auf wieviele das sind. Die hingen gestern auch fest. Ich hoffe, sie konnten es mit Gelassenheit ertragen. Denn man kann sich ja immerhin damit trösten, dass man noch gsund und unversehrt ist.

Ich hab zwei Kollegen im Büro, die sich dauernd kabbeln. Die letzte Zeit fand ich das sehr anstregend.
Heute hat sich die Perspektive verschoben. Sie erinnern mich an ein altes Ehepaar. Ich musste an die zwei Streithähne aus Hawaii 5-0 denken. Nur wegen der Zankerei hab ich das früher überhaupt angeguckt. Hier im Büro bekomm ich das ganz umsonst. Ich schmunzel in mich hinein.

Da schimpft Kollege1 wieder über Kollege2. Ich lachend... "Du ich find Euch zwei heute einfach herrlich... Ihr seid wie die zwei Alten aus der Muppetshow."
Jetzt muss er auch lachen...

Humor ist für mich die Waffe gegen Missverständisse, Ärger und Streit.
Ich hab mal den schönen Satz gelesen: "Wenn man seinen Feind umarmt, macht man ihn auch bewegungsunfähig.."
Ob man das hinbekommt? Dass einem im Anflug eines Streits immer was unerwartetes witziges einfällt, dass das Gegenüber entwaffnet?
Das wär ja mal ein Abrüstungsabkommen...

Stellt Euch vor, jemand beschimpft Euch. Eure Mama, Euer Papa, euer Kollege, eure Frau, euer Mann, euer Freund, eure Freundin... Und dann holt ihr in Seelenruhe eine Bratpfanne aus dem Küchenschrank und haltet sie einfach vor Euch.
Wenn der Beschimpfende dann fragt:"Was willst Du mit der Bratpfanne?"
Dann sagt Ihr einfach:"Die ist zu meinem Schutz. An Teflon perlt alles ab."
Wenn Euer Gegenüber dann nicht schmunzeln muss, ist ihm glaab ich nimmer zu helfen...

Freitag: Heut früh begrüßt mich der Busfahrer mit:"Ner weiter. Des bassd scho."

Mei Haltestellenbekante erzählt mir, dass bei ihr auf Arbeit immer weniger Leut im operativen Gschäft ärbern. Und immer mehra in der Beratung.

Gestern habi ghört wie sie zwaa Busfahrer unterhalten hamm.
Der eine:"Bei uns in der Verwaltung und im Vertrieb arbeiten mehr Leut wie Fahrer."

Des scheint a genereller Trend zu sei. Ich frag mich, ob die ganze Verwaltung und Bürokratie sei muss...
Gestern kam ein Beitrag auf dem WDR zum Thema Stress und Digitalisierung.
Ein Mann erzählt, dass er früher zu 70 Prozent für den Kunden gearbeitet wurde und zu 30 Prozent mit der Verwaltung beschäftigt war. Heute sei es umgekehrt.
Der Stress komme auch vom Wandel der Arbeitswelt. Dass alles immer schneller, flexibler, agiler und digitaler wird.
Erstaunlicherweise ergab eine Umfrage , dass 58 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass die Digitalisierung ihnen die Arbeit nicht erleichtert. Wird manches nicht auch unnötig verkompliziert? Oder ist das Leben genereller komplexer geworden und läßt sich das gar nicht aufhalten oder ändern? Oder schiessen wir doch des öfteren mit Kanonen auf Spatzen? (Was können die armen Spatzen dafür?) Und hätte es nicht ein bisschen weniger Bürokratie auch getan?

Sicher ist vieles durch die Globalisierung komplexer geworden. Das Internet hält sich nicht an Grenzen. Zumindest meistens... Und dazu gibt es ein rechtliches Wirrwarr. Das macht es auch nicht leichter.

Besteht nicht auch die Gefahr, dass durch zuviel Bürokratie und Verwaltung die Flexibilität und Agilität der Digitalisierung flöten geht? (Warum eigentlich flöten und nicht trompeten oder schlagzeugern?) Und wie finden wir das richtige Gleichgewicht?

Das Arbeitsaufkommen wächst. Die Anzahl der Mitarbeiter schrumpft wiederum im Gegenzug, um global wettbewerbsfähig zu bleiben. Noch höheres Arbeitsaufkommen mit noch weniger Mitarbeitern und immer häufigeren Umstrukturierungen sind die Folge.

Beständigkeit hat bloss der Wandel.

Gestern hab ich mit meinem Chef darüber gesprochen.
Ich:"Ich muss erst noch lernen mit den immer schnelleren Änderungen umzugehen."
Drauf er:"Das geht nicht nur Dir so."

Im TV-Beitrag ging es um die immer höhere psychische Belastung, die gesundheitlichen Folgen aber auch neue Arbeitszeitmodelle. Es wurde z.B. eine Firma vorgestellt, in der die Mitarbeiter einen 5-Stunden-Tag haben. Bei 8 -Stunden Entlohnung. Das hat man so geregelt, dass man die Zeitfresser wie Meetings, Smalltalk in der Kaffeeküche zusammengestrichen hat bzw. Besprechungen straffer organisiert. Die Mitarbeiter haben mehr Freizeit aber dafür auf Arbeit weniger soziale Interaktion. Ist das die Lösung? Birgt das nicht auch die Gefahr, dass man bei nicht klarer Kommunikation noch mehr Missverständnisse erzeugt? Zumal ich erst vor kurzem festgestellt habe, dass in der Kaffeeküche auch mal Firmenpolitik gemacht wird. Freizeit ist aktuell vielen wichtiger als das Gehalt. Die Zeiten ändern sich.

Wo wird die Reise hingehen? Es bleibt spannend.

Heimwärts steht auf mein Bus nix drauf. Also ned wo er hiefährt. Aber ich kenn die Leut, die drinhocken. Der fährt heut inkognito.

Ich wünsch Euch ein schönes Wochenende!

 
Die Glaa aus ERH - Der Wasserrohrbruch Sandra Jaeger 2018
23.02.19 bis 02.03.19 Experimente...

Samstag:
Die Woche war spannend und lehrreich. Ich habe ein paar Experimente gemacht. Und mir ist einiges neue klargeworden.

Nämlich dass sich der physiologische Zustand eines Menschen in seinem Verhalten und seiner Haltung, die er ausstrahlt, widerspiegelt und sogar ansteckend ist. Warum ist das so? Ist das autonome Nervensystem im Entspannungszustand, dann ist man auch offen für Begegnungen und Interaktion mit anderen Menschen. Wir fühlen uns unter Menschen wirklich wohl. Und das sieht man uns auch an.

Ist es aus dem Gleichgewicht geraten, dann wollen wir lieber unsere Ruhe haben. Unter Menschen fühlen wir uns dann nicht wohl. Das seht Ihr schon, wenn Ihr mal eine Erkältung habt. In letzter Zeit soll das ja öfter vorgekommen sein. Denkt auch an den Männerschnupfen. Soweit ich weiss ist daran bis heute noch keiner gestorben ;-)
Wie verhält man sich dann? Jammert man nicht etwas und man hätte am liebsten seine Ruhe? Mir geht es jedenfalls so. Der Körper signalisiert mit Kopfweh und Übelkeit und Niesen, dass er jetzt Zeit zur Regeneration braucht. Ist ja klar, er ist grad damit beschäftigt einen Eindringling wie Virus oder Bakterien zu bekämpfen.

Da muss ich jetzt an eine Unterhaltung denken, als ich vor einem Jahr einen Infekt hatte. Ich kam grad vom Arzt und der Apotheke und hatte Medikamente verschrieben bekommen, begegnete einer Bekannten und erzählte ihr davon.
Sie:"Da brauch ich ka Medikamente. Da koch ich mir eine Hühnersuppe."
Da muss ich schmunzeln. Denn Hühnersuppe wird mit Liebe gemacht und die schmeckt man. Das greift lustigerweise die Pharmaindustrie auch in der Werbung auf: Mit Liebe und Wick Wapurup .. oder so ähnlich.
Ob man mit Hühnersuppe, Liebe und ausreichend Zeit weniger schnell gesund wird? Ich glaube nicht ;-)

Warum? Die selbstgemachte Hühnersuppe wärmt uns und sie gibt uns auch ein Gefühl von Wärme und Sicherheit. Und dies stärkt wiederum die Selbstheilungskräfte des Körpers, weil sich dieses Gefühl von Wärme und Sicherheit auch auf unser autonomes Nervensystem auswirkt. Es kann wieder ins Gleichgewicht kommen.

Sind wir im Wärmemodus, lächeln wir, hören aufmerksam zu, unterbrechen unser Gegenüber nicht, sind offen für unerwartete Wendungen im Gepräch. Im Gegenzug fühlt sich das Gegenüber auch wohl, weil es sich verstanden fühlt. Es herrscht also ein Wohlfühlklima, ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit auf beiden Seiten.

Ist man dagegen unruhig, gehetzt, gestresst, mit anderen Dingen im Kopf beschäftigt, und schenkt dem Gesprächspartner nicht seine ganze Aufmerksamkeit, weil man nebenher noch eine Mail schreibt, oder bei jedem Klingeln des Telefons rangeht, wirkt sich das auch auf das Gegenüber aus. Es fühlt sich nicht wirklich angenommen und wahrscheinlich auch sehr unwohl. Gegenbenenfalls kommt man sich als Störfaktor vor. Auch die Unruhe kann sich übertragen. Das erzeugt kein Wohlfühlklima. Es überträgt sich auf das Gegenüber.

Wie Pflanzen so brauchen aber genauso Menschen das richtige Wohlfühlklima um gedeihen und wachsen und um wieder gesund werden zu können. Sonst gehen sie ein. Pflanzen werden ja auch krank, wenn sie zuviel oder zu wenig Wasser bekommen. Ebenso bei zuviel oder zu wenig Licht. Zuviel oder zu wenig Wärme. Genauso ergeht es Menschen. Da unterscheiden wir uns gar nicht so sehr von den Pflanzen. Wir brauchen auch einen Lebensraum wie jedes andere Säugetier, wo wir uns wohlfühlen können.

Denn fühlen wir uns nicht wohl, dann kommt unser Nervensystem und damit unser ganzer Körper aus dem Gleichgewicht.

Was bedeutet unsere heutige Arbeitswelt unsere heutige Art zu leben für unseren Körper und unser Nervensystem? Es ist eine RIESIGE Herausforderung! Warum? Weil wir in immer mehr Aspekten unseres Lebens das Gefühl von Wärme und Sicherheit zu verlieren drohen.

Deshalb ist Lachen ansteckend. Und Gähnen wahrscheinlich auch. Gähnen entspannt. Lachen und Gähnen haben also eine positive Wirkung auf unser Nervensystem. Leider wirkt die Ansteckung auch bei den negativen Emotionen. Denn wir reagieren und interagieren auch immer mit und auf unsere Umgebung und unsere Umgebung wiederm auf uns. Und wir reagieren immer zuerst physiologisch (automatisch, autonom - daher auch autonomes oder vegetatives Nervensystem) und erst später psychologisch.

Arbeiten wir z. B. in einem Grossraumbüro, dann ist unsere Umgebung laut. Wir können uns nicht so einfach zurückziehen, wenn wir das natürliche Bedürfnis nach Ruhe und Sicherheit haben. Denn ein Grossraumbüro ist für unser Säugetiernervensytem nun mal kein sicherer Ort. All die Geräusche, Bewegungen, die wir aus dem Augenwinkel wahrnehmen, wenn wir mit dem Rücken zu Kollegen sitzen, all das ist in der Säugetierwelt eine Umgebung, die Gefahr signalisiert. Was passiert mit Säugetieren, die ständig in einer Umgebung sind, die feindlich erscheint? Wenn sie nicht fliehen können, werden sie hypervigilant. D.h. sie werden noch sensibler auf Reize. Das Nervensystem ist aus dem Gleichgewicht geraten. Es hat sich an die Situation angepasst. Das ist ein normaler physiologischer Prozess. Ein Warnsignal unseres Körpers. Es ist positiv zu sehen. Hier kommt der Warnhinweis vor dem Tsunami. Negative Auswirkungen hat erst unser Handeln darauf bzw. dass Nicht-Handeln. Denn dann werden wir krank.

Wie reagieren die Menschen in einer solchen Umgebung? Interagieren sie mehr? Umfragen haben genau das Gegenteil ergeben. Sie schreiben mehr mails als direkt miteinander zu reden. Sie schotten sich gegen ihre Umgebung mit Kopfhörern und Schrankburgen ab. Fehlt nur noch die Zugbrücke. Der eine oder andere hätte gerne eine solche. Eine gereiztere Stimmung ist oft die Folge. Streit über die Raumtemparatur (Wärme und Wohlfühlfaktor) und das Lüftungsverhalten sind an der Tagesordnung. Man sieht es also schon im kleinen. Es wird mehr geschimpft. Oder man erlebt, dass einem immer mehr Kollegen auf dem Klo oder in der Kaffeeküche oder auf dem Gang ihr Leid klagen. Sie leiden. Weil sie die Situation nicht ändern können. Das denken sie. Das stimmt aber nicht ganz :)

Gepaart mit dem immer mehr zunehmenden Arbeitsdruck und der Arbeitsverdichtung kommen dabei schlaflose Menschen heraus. Menschen, die auch daheim nicht mehr abschalten können. Und dass Schlaflosigkeit und innere Unruhe zu Krankheiten führt, ist inzwischen bekannt.

Okay. Und nun? Wir können doch nicht die Umgebung ändern? Wir sind doch hilflos. Wir fühlen uns ausgeliefert.

Da ich nur in einem gesunden Klima wieder gesund werden kann, arbeite ich daran, ein solches um mich rum zu schaffen. Wie geht das? Erstmal muss ich für mich sorgen und auf meinen Körper hören. Erstmal sind praktische Lösungen gefragt, die sofort wirken. Reize mildern. Ist es mir im Grossraumbüro zu laut, kann ich vielleicht mit meinem Laptop in ein anderes Zimmer ausweichen? Zumindest zeitweise? Oder kann ich ab und zu Homeoffice machen oder Mobile Home? Geht das nicht, dann kann ich mir Ohrstöpsel oder geräuschstillende Kopfhörer besorgen.

Ihr werdet sehen, schon das hilft! Ich spreche aus Erfahrung.
Auch wenn Ihr Eure Lieblingsmusik bei der Arbeit hört (vorausgesetzt, das ist erlaubt), beruhigt dies Euer Nervensystem. Weil es für Wohlfühlatmosphäre sorgt.

Wenn Euch das Licht zu hell ist, vielleich könnt Ihr eine andere Lampe bekommen, sie dimmen oder Euren Schreibtisch oder die Lampe umstellen. Auch hier zählen praktische Dinge. Sitzt Ihr mit dem Rücken zur Tür oder zu Kollegen, sprecht doch mal mit Eurem Vorgesetzten und mit den Kollegen, ob man nicht die Tische so umstellen kann, dass es für Euch angenehmer ist. Vielleicht profitieren auch Kollegen davon, die das bisher noch nicht angesprochen haben und nicht auf die Idee gekommen sind. Sie werden Euch dankbar sein.

Geht nach der Arbeit in die Natur. Sie holt Euch runter. Geht Hobbies nach und umgebt Euch mit Menschen und Dingen, die Euch guttun. Mir z. B. hat die Selbsthilfegruppe sehr geholfen. Denn dort fühl ich mich verstanden. Und damit wohl. Deshalb funktionieren sie auch.

Und dann ist Eure Einstellung dran. Arbeitet an Euch, dass Ihr gelassener werdet. Die meisten Dinge sind nicht so persönlich gemeint, wie man sie nimmt. Sie sind einfach. Lernt die Dinge zu beobachten und nicht zu bewerten. Versucht auch vergangene Dinge neu zu bewerten. Zu oft versteht man andere falsch und wird selber missverstanden. Sprecht Eure Bedürfnisse an. Dabei geht es nicht darum, dem anderen zu sagen, was er böses getan hat. Sondern darum, Euer eigenes Bedürfnis wertzuschätzen und anzuerkennen. Das kann man mit emotionaler Intelligenz auch gewaltfrei kommunizieren. Okay. das muss man üben. Da tu ich mir auch noch schwer. Wie bei allen Dingen ist es aber so, dass sie immer besser werden, je öfter man es übt.

Erkennt Euer Gefühl und das Bedürnis, das dahinter steht und sprecht es an. Dass ihr Euch dadurch verletzt gefühlt habt oder dass Ihr irritiert ward. Meist liegt das eigentliche Problem und Missverständnis nicht im Aussen sondern im Innen. Der Sender der Nachricht hat gar nicht das geschickt, was ihr als Botschaft empfangen habt.

Oft hilft ein klärendes Gespräch. Macht Euch auch klar, dass es immer Missverständnisse geben wird. Weil dabei viele Faktoren eine Rolle spielen. Weil das Leben und die Menschen komplex sind. Jeder hat für sein Verhalten seine Gründe. Auch, wenn Ihr sie nicht kennt. Es gibt immer eine Erklärung. Verständnis hilft.

Unverständliche und missverständliche Reaktionen erzeugen wiederum Unverständnis und Missverständnisse. Das ist nun mal so. Ihr werdet sagen: Wir können doch nicht hellsehen, was im Gegenüber vor sich geht.
Aber Ihr könnt nachfragen. Warum hat er so reagiert? Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht. Sagt, dass Ihr irritiert wart. Und fragt, was denn da war... Seht es als Experiment an. Und wie bei jedem anderen Experiment könnt Ihr dabei etwas lernen, wenn Ihr offen und ohne Erwartung an die Sache herangeht. Wahrscheinlich kommt es auch zu Rückschlägen. Es muss aber nicht sein. Selbst Edison hat erst zahlreiche missglückte Versuche gebraucht, bis ihm die Glühbirne geglückt ist. Ihr lernt auf jeden Fall was neues dazu. Und dann seid Ihr das nächste mal schon schlauer. Jeder Fehler ist eine Möglichkeit zu lernen. Fehler sind menschlich und keine Katastrophe. Es gibt niemanden, der sich nicht mal irrt. Das wäre der perfekte Mensch. Und perfekte Menschen mag kein Mensch. Wir finden doch gerade die Menschen am liebenswürdigsten, die zu ihren Schwächen stehen. Und im Gegenzug zu den Schwächen und Macken hat - die übrigens jedes Lebewesen hat - hat auch jeder einen ganzen Strauss Stärken, die diesen gegenüberstehen. Und beide sind höchst individuell. Das macht Menschen auch so interessant. Jeder ist anders. Und das ist auch gut so!

Aufkommende Streitigkeiten lassen sich sogar mit Humor entschärfen. Wenn man dem Angriff die Schärfe nimmt.
Dadurch, dass ich meine Kollegen mit einem alten Ehepaar und den beiden alten aus der Muppetshow verglichen habe, konnten sie auch darüber lachen. Die Atmosphäre im Büro war den Rest der Woche viel angenehmer und entspannter. Ich hoffe, es hält noch weiter an.

Und das zeigt, dass auch Ihr es in der Hand habt, ein Wohlfühlklima für Euch und Eure Mitmenschen zu erzeugen. Gute Stimmung ist ansteckend. Schlechte allerdings auch.

Es gibt eine (ich glaube indianische Geschichte). Jeder Mensch hat zwei Wölfe in seiner Brust. Den schwarzen Wolf, der die Dinge immer negativ sieht und die Welt feindlich wahrnimmt und den weissen Wolf, der der Welt und seinen Mitmenschen mit Wohlwollen, Nachsicht und Geduld begegnet.
Welcher Wolf gewinnt? Der, den Ihr füttert.

Jetzt ergibt der Satz: Alles ist mit allem verbunden einen Sinn. Denn welchen Wolf Ihr füttert, bestimmt nicht nur Eure Sicht auf die Welt sondern auch die in Eurer Umgebung.

Anders und etwas drastischer ausgedrückt (das hab ich aus einer Fernsehserie "Mom"): "Wenn Euch immer nur Arschlöchern begegnet, kann es nicht sein, dass Ihr selbst eins seid?"

Denn Widerstand erzeugt Reibung. Und Reibung kostet Energie.
Ohne Reibung, könnt Ihr Eure Energie für andere wertvolle Dinge nutzen.

Noch viel besser ist allerdings, dass wenn Ihr Offenheit und Wärme ausstrahlt, auch auf Menschen trefft, die ebenso sind. Mir sind in letzter Zeit einige davon begegnet. Wäre ich ihnen früher begegnet, hätte ich sie nicht erkannt und übersehen.

Man bekommt immer das zurück, was man selbst aussendet. So eine Art Repeater. Man spricht deshalb auch vom Resonanzprinzip.
Also: welchen Weg wollt Ihr gehen? Welche S(ea)ite wollt Ihr in anderen Menschen zum Klingen bringen? Ihr habt es selbst in der Hand.

So .. genug "gepredigt" und erklärt :)
Hier ist noch eine Portion Humor für das Wochenende.

Eine Bekannte von mir macht heute einen Orientierungslauf. Sie hat einen schlechten Orientierungssinn. Mir geht es übrigens ebenso. Setzt mich in Nürnberg irgendwo in der Fussgängerzone aus, wo keine U-Bahnhaltestelle ist und ich finde nimmer heim. Meine Bekannte hat mir gestanden, dass sie schon diverse male im Dunkeln stundenlang im Wald rumgeirrt ist.

Ich frage mich, ob Menschen, die wegen Ihrer Krankheit Orientierungsstörungen haben - wieso heisst das jetzt schon wieder Störung? Gleich macht man daraus wieder einen Makel. Nennen wir es doch Desorientierungsfeature. Das klingt viel netter. Liebenswürdiger und sympathischer...

Also.. wo waren wir grad? Also ob die Krankenkasse wohl die Teilnahme an einem Orientierungslauf bei Desorientierungs-Feature Versicherten übernehmen würde? Andererseits würden wir uns so wieder abhängig von Dritten machen. Nehmen wir es doch lieber selbst in die Hand. Sie hat mich gefragt, ob ich auch mal bei sowas mitmachen würde. Ich will erst wissen, wie sowas abläuft, weil ich mir noch nix drunter vorstellen kann.

Und hier ist noch ein Wochenendcomic :)

Sonntag: Meine Bekannte hat sich beim Orientierungslauf verlaufen. Deshalb saß ich dann doch etwas länger im Schlosspark auf einer Bank und hab auf sie gewartet. Dabei konnte ich Familien mit ihren Kindern beobachten. Wie liebevoll die mit ihnen umgehen. Irgendwie war das bei uns daheim immer a weng anders. Mir war'n immer die Fregger oder die Hundskrüppel, die elendigen. Wagte ich es mal eine Frage zu stellen, war die Standardantwort: "Frag ned so dumm!"

Ma könnt fast neidisch wern. Andererseits möcht ich um alles in der Welt heute nicht nochmal Kind sein und mit Ihnen tauschen. Sicher. Sie haben mehr Optionen und Wahlmöglichkeiten im Leben. Aber haben sie wirklich die Wahl?

Meine Bekannte hat mich gefragt, warum die Menschen immer gestresster werden.
Da hab ich ihr erklärt, dass das ja schon in der Schule losgeht. Weil der Sinn der Schule ja nicht ist die Stärken und Fähigkeiten des Einzelnen zu fördern und zu entwickeln (das wäre sehr humanistisch, wünschenswert und innovativ), sondern ihn für die Arbeitswelt fit zu machen und anzupassen und umzuformen. Im Endeffekt soll dabei am Ende des Belehrungsprozesses brauchbares Humankapital für die Wirtschaft herauskommen. Es gibt zwar humanistische Gymnasien, aber sind sie wirklich human? Oder doch humankapitalistisch geprägt? Wird mehr Wert auf Zusammenarbeit gelegt als auf Wettbewerb?

Wenn Ihr Kinder habt, lasst Euch das mal auf der Zunge zergehen. Eure Kinder, die Ihr liebevoll behütet und grosszieht sind das Humankapital von morgen. Mir läuft es da eiskalt den Rücken runter. Gruselig. Hat das nicht was von dem Film: die Matrix? Oder dem Klassiker: Die Zeitmaschine?

Deshalb werden Schulen auch von der Wirtschaft gesponsert. Weil sie ein eigenes Interesse daran haben. Ein Kapitales. D.h. kaum sind wir auf der Welt wird unser Leben den Interessen der Wirtschaft unterworfen. Wir werden nach deren Interessen geformt. Schon im Krankenhaus, wenn wir auf die Welt kommen, werden wir zur Fallpauschale. Alle kommen in dieselbe Form, auch wenn sie nicht passt. Vielleicht ist das auch der Grund warum immer mehr Menschen in der Mitte ihres Lebens ausbrennen oder nach dem Sinn fragen... weil sie dann wieder spüren, dass diese Einheitsform nicht passt. Sie drückt, sie unterdrückt unser wahres Ich.
Der Tailorismus (die Fliessbandarbeit, Separierung der Prozesse) hat uns von der Arbeit und vom Produkt unserer Arbeit entfremded. Entfremded uns der heutige Kapitalismus von unserem wahren Selbst?
Ich glaube schon. Warum?

Gegenfrage: Seid Ihr Euch noch Eurer wahren Stärken und Schwächen bewußt? Wisst Ihr was Ihr wirklich gut könnt? Wisst Ihr wer Ihr wirklich seid? Oder müssen Euch das erst andere sagen? Wie definiert Ihr Euer Selbst? Autark aus Euch selbst und Eurer eigenen Stärke heraus oder über die Meinung, die Dritte über Euch haben? Über Haben oder über Sein?
Oder in der Sprache eines grossen erfolgreichen Möbelkonzerns: Habt Ihr noch oder seid Ihr schon?
Daran seht Ihr übrigens schon wie weit die Konzerne in unser Leben eingedrungen sind. Auch die Sprache und Sprichwörter prägen sie schon. Manchmal geht der Spruch allerdings auch nach hinten los.

z.B. wenn der Spruch einer Parfümkette "Come in and find out mit" mit "Kommen Sie herein und finden Sie wieder heraus" (oder die fränkische Variante: "Kumm rei und schau wiesd widder naus kummsd") fehlübersetzt werden...
Oder der Spruch eines Süßigkeitenherstellers: "Da hast Du was in der Waffel." Als ich den Spruch das erste mal hörte hab ich mich scheckig gelacht (warum nicht gefleckt, gepunktet oder gestreift? Schraffiert fänd ich persönlich auch sehr schön).
Warum? Weil "Waffel" bei uns in der Region auch etwas abfällig oder salopp "Maul" bedeutet und daher wenig absatzförderlich wirkt. Eher im Gegenteil. Da es wie eine Beschimpfung des Konsumenten klang. Der Hersteller bezog dies nur auf sein Produkt, das aus einer Waffel bestand. Hier bei uns erhielt es eine sehr lustige Doppeldeutigkeit. Der Autoname Pajero brachte es ja auf ähnliche Weise zu etwas zweifelhafter Berühmtheit.

Ich lerne meine Stärken auch gerade erst kennen. Dass ich überhaupt welche habe. Und damit mich selbst. Es ist eine sehr spannende und aufregende Erfahrung. Auf meinem Weg treffe ich nun Menschen, die ebenfalls dort entlanglaufen und denen es ebenso geht. Die Fragen stellen. Die Ihr Leben und auch die Gesellschaft um uns herum in Frage stellen. Damit macht man sich nicht beliebt. Aber es befreit.

Ich bin zufrieden so wie ich bin. Und auch zufrieden wo ich jetzt bin. Es war ja auch ein langer oft auch harter Weg dahin. Und es ist ja auch ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist. Ich bin gespannt, was noch kommt und welche Erfahrungen ich noch machen und welchen wunderbaren Menschen ich noch dabei begegnen darf. Wen werde ich noch treffen? Und wer wird mich längere Zeit begleiten? Alles ist im Fluss. Irgendwie schön. Der Fluss des Lebens. Darauf dahinzugleiten. Manchmal wird das Wasser rauh und es kommen Stromschnellen und dann plätschert es wieder ruhig dahin. Ich bin auf dem Weg. Wohin, das bleibt spannend. Deswegen heisst es ja Leben, erleben und lebens- und liebenswert. Macht man sich klar, dass das Ziel gar nicht so entscheidend ist, sondern allein der Weg, das Unterwegssein der spannendste Teil der Reise, dann spielt es gar keine so grosse Rolle, ob man es jemals erreicht. Vielleicht wär man sogar enttäuscht, wenn man vorzeitig dort ankommt.

Wo wir schon beim Kapital sind. Ich habe am Montag einen Film im Kulturkino über das Sterben der Innenstädte gesehen. Die Problematik, die die Flächenversiegelung für die Nahrungsmittelversorgung hat, war mir noch entgangen. Mir ist zwar aufgefallen, dass sich überall Gewerbegebiete ausbreiten und damit immer mehr Flächen verbaut werden, aber dass dafür Bauern zwangsenteignet werden und damit auch die autarke regionale Versorgung mit Nahrungsmitteln mangels ausreichender guter Ackerflächen gefährdet bzw. gar nicht mehr möglich ist, das war mir nicht klar. Seltsam, angesichts dessen, dass gerade die grossen Discounter die regionalen Produkte als neuen Markt entdeckt haben. Bei Stichproben kam dabei heraus, dass die regionalen Produkte gar nicht soo regional sind. Regional ist kein geschützter Begriff. Regional ist, was der Discounter als solches definiert.

Ob Bio-Kirschen, per Flugzug aus Südafrika eingeflogen, wirklich noch als bio bezeichnet werden können, wage ich jedoch zu bezweifeln. Denn schon allein deren Ökoflugbilanz fällt negativ aus. Wenn Bio und Regional, dann doch bitte mit Sinn und Verstand. Betrügt man hier nicht den Kunden? Ich dachte immer kundenorientiert hat mit Vertrauen zu tun. Warum wird dieses dann so leichtsinnig verspielt anstatt mit offenen Karten zu spielen. Transparenz wär mal schön. Ehrlichkeit. Offenheit. Die wenigsten Menschen mögen es, wenn man sie anlügt. Ich gehöre jedenfalls nicht dazu.

Es profitieren die grossen Lebensmittelkonzerne. Regionalität rechnet sich für die hiesigen Bauern nicht mehr, weil sie global konkurrieren müssen. Ihnen bleibt auch nichts anderes übrig als einen Grossteil davon an die grossen Lebensmittelkonzerne zu verkaufen, die die Preise diktieren. Kein Geschäft auf Augenhöhe. Vom Direktvertrieb allein können sie nicht leben. Wenn die Löhne aus anderen Regionen also deutlich niedriger sind, als das was ein hiesiger Bauer für seine Lebensunterhalt und als Erzeugungskosten benötigt, dann braucht man sich über die vielen LKWs auf den Autobahnen, die Gemüse und Obst von weit her karren, nicht zu wundern. Aktion und Reaktion.

Das hat auch für die Autobahnen folgen. Sie müssen schneller erneuert und auf mehr Spuren ausgebaut werden. Das passiert demnächst hier auf der A3. Es kostet richtig viel Geld. Das wir als Steuerzahler mitbezahlen. Von der Fläche die wiederum für Tiere und Plfanzen deswegen verlorengeht, ganz zu schweigen. Aber es schafft Arbeit. Bauboom in Deutschland trotz Fachkräftemangel. Anstatt die Aufträge regional an den Mittelstand der Region zu vergeben, werden wieder die biligen grossen, die Subunternehmer und deren Sub-Subunternehmer und deren Arbeitnehmer zu Niedriglönen, die Baustelle bevölkern. Das geht oft auf Kosten der Qualität. Qualität hat halt auch ihren Preis. Schlechte Qualität allerdings auch. Würde man die Folgekosten in die Auftragsvergabe miteinberechnen, dann sähe die Rechnung sicher anders aus.
Wenn wir stattdessen in der Vergangenheit auf Regionalität gesetzt hätten, langfristig geplant, hätten, wäre das dann auch notwendig gewesen?

Das Mehr an Verkehr, die zunehmende Abhängigkeit von grossen Konzernen ist die Folge unseres Einkaufsverhaltens. Wie jedes Säugetier mögen wir es gern bequem. Wir hatten hier bei uns noch in den 70iger Jahren in jedem Stadtteil ein kleines Geschäft, in dem man Lebensmittel kaufen konnte. Jetzt gibt es nur noch die grossen Supermärkte. Weil es bequem ist. Weil es schnell geht. Wir kaufen viel zuviele Nahrungsmittel und werfen sie weg. Weil sie so günstig sind. Das der niedrige Preis aber auch versteckte Kosten für uns, unsere Gesundheit und unsere Kinder mit sich bringt, erkennen wir nicht. Wir schätzen Nahrung nicht mehr wert. Weil sie keinen oder kaum einen Wert mehr hat.

Stattdesen brauchen wir Fernsehsendungen wie die Ernährungsdocs, die uns unseren kranken Umgang mit Nahrungsmitteln aufzeigen. Wann lernen wir wieder auf unseren Bauch, auf unsere Gefühle zu hören und zu achten? Und die Nahrungsmittel zu achten? Wir sind doch auch mehr wert. Nicht umsonst heisst es: Du bist, was Du isst. Es stimmt.

Macht doch mal ein Experiment und esst eine Woche lang gesündere nicht industriell verarbeitete Lebensmittel und spürt mal in Euch hinein, wie Ihr Euch damit fühlt. Fühlt Ihr Euch besser? Schlechter? Esst langsam. Nehmt Euch Zeit für das Essen. Kein Fernsehen, kein Handy. Nur Du und Dein Essen. Wisst Ihr wie gut ein knackiger Apfel schmeckt? Schmeckt er süß oder sauer? Wie gut Beeren frisch vom Strauch schmecken? Nüsse frisch vom Baum oder Strauch? Erdbeeren, Kartoffeln frisch vom Feld? Tomaten aus dem Garten und nicht aus der Dose?

In Gänze war mir das bis ich den Film gesehen habe, auch noch nicht klar. Wahrscheinlich fehlen mir immer noch einige Mosaiksteinchen um die ganze Tragweite zu sehen und zu verstehen.

Sagt Ihr jetzt: Aber ich kann das doch nicht ändern! Wie soll ich das denn machen? Ich bin doch nur ein kleines Licht und kann doch nix ausrichten.

An einer Bushaltestelle hab ich mal diesen schönen Spruch gelesen: "Was soll denn ein Einzelner dagegen machen?" sagte die Mehrheit der Menschheit.

Bedenkt auch, dass Feuerwehren und Rettungsdienste, Ärzte auch die Folgen spüren, wenn immer mehr Unfälle auf den überlasteten Strassen passieren. Wenn immer mehr Krankheiten aufgrund unseres entfremdeten Lebensstils entstehen. Wusstet Ihr dass in allen industriell hergestellten Lebensmitteln Zucker enthalten ist? Sogar in der Tiefkühlpizza. Wie bei jedem Stoff, macht auch bei Zucker, die Dosis das Gift. Zuviel davon macht krank. Diabetes nimmt zu. Auch das sind die Folgen unseres Handelns. Wir bekommen sie sprichwörtlich schon am eigenen Leib zu spüren.

Wusstet Ihr, dass viele dieser Gewerbehallen und Einkaufszentren generell nicht der Firma gehören, die sie benutzt sondern Investoren? Das Einkaufszentrum in Höchstadt hat kaum fertiggestellt schon den Besitzer gewechselt.

In den USA ist der Shoppingmalltrend schon wieder vorbei. Sie stehen leer und verfallen. Ähnliches könnt Ihr schon bei uns beobachten. z.B. in Bamberg das Atrium. Auch in den Erlanger Arcaden stehen mehr Geschäfte leer. Warum? Weil auch die kleine Einzelhändler, die in diese Zentren gehen dieselben hohen Mieten zahlen müssen wie die grossen Konzerne. Und das können sie sich nicht leisten. Deswegen gehen auch kleine Einzelhändler aus der Innenstadt nicht dort hinein. Es wäre ihr Ruin.

Der Bau eines Einkaufszentrums bringt auch nicht mehr Kaufkraft in die Region. Die, die dort gebunden wird, wird andernorts abgebaut. Das Ladensterben in den Innenstädten setzt sich fort. Die Innenstadtberuhigung, die unserem Bequemlichkeitstrend vom direkt vor Ort parken, entgegenläuft, gibt den kleinen Einzelhändlern im Zentrum den Rest. Denn im Gegensatz zur verbreiteten Meinung, sind sie gar nicht teurer als die grossen Läden. Weil die Kundschaft aber die Geschäfte nicht mehr bequem erreichen kann, bleibt sie aus. Sie fährt lieber dorthin, wo sie direkt vor der Ladentür parken kann.

Innenstadtberuhigung hat übrigens auch andere fahrlässige Aspekte. Der ein oder andere Radfahrer oder Fussgänger gerät aus Mangel von Bordsteinkanten, auf die Hörner eines SUVs. Sogar noch schlimmer. Es werden jetzt mangels fehlender Bordsteinkanten nicht nur Fussgänger sondern ganze Häuser angefahren. Die springen nämlich nicht mal schnell zur Seite. Wäre auch nicht zu empfehlen. Stellt Euch vor, da steht a SUV. A Haus is doch a anders Kaliber. Des is ja a ned grad des gsündeste.

Haben die Politiker die Lage dann doch endlich erkannt, geben sie ihren Fehler ungern zu. Wider trifft die Hilflosigkeit der Politiker auf die Hilflosigkeit der Ladeninhaber. Es kommt schon mal vor, dass Politiker den Ladeninhabern vorwerfen, nicht attraktiv und qualitativ hochwertig zu sein.

Wie klingt das in den Ohren eines kleinen fleissigen Handwerkers, mit Auszeichnung der Handwerkskammer, der brav seine Steuern an die Stadt abführt und jahrelange und jahrzehntelang Vollzeitarbeitsplätze geschaffen und erhalten hat? Die grossen Konzerne zahlen ihre Steuern lieber im Ausland. Und die neuen Arbeitsplätze, die sie schaffen, stellen sich als 450 Euro - Jobs heraus. Is billiger. Es muss sich ja rentieren. Auch das ist ein Verlust für die Städte. Ein finanzieller und ein sozialer und arbeitsplatzrelevanter.
Wer gewinnt? Die Rendite. Nicht die Menschen und nicht die Region. Vom ökologischen und der Attraktivität der Region, die sich dem bunten Einheitsbrei der grossen Ladengeschäfte unterordnet, gar nicht zu reden. Jede Stadt, sei sie noch so klein will für Neubürger und Arbeitgeber attraktiv sein. Wie Attraktiv sind Städte und Gemeinden, die sich gleichen wie ein Ei dem andern?

Wo bleibt das Individuelle?

Warum wird sowas dann gebaut? Kurzfristige Wettbewerbsinteressen spielen dort eine Rolle. Politik. Die Angst etwas zu verpassen. Das langfristige Ziel und die langfristigen Folgen geraten aus dem Blick. Wahrscheinlich verschliesst man davor die Augen. Denn bis dahin sind die Politiker auch gar nicht mehr im Amt. Doch auch sie haben Kinder! Was werden sie auf die Frage antworten, wenn ihre Kinder sie später mal danach fragen, warum sie so entschieden haben und ihre Heimat zerstört haben?

Was mir zur Polyvaltheorie und zur Resonanz des autonomen Nervensystems eigfalln is:
Mer hört ja immer, dass die Gesellschaft immer weiter verroht. Dass Rettungssanitäter und Notärzte angegriffen und beschimpft werden.
Ob das ein Zeichen dafür ist, dass unser kollektives gesellschaftliches autonomes Nervensystem immer mehr aus dem Gleichgewicht gerät? Die Gesellschaft ist ja der Spiegel unserer aktuellen Zeit und des Wandels. Ist das dann die Folge?

Sodala.. etz noch was lustiges. Denn mit Humor geht alles leichter.

Mei Bekannte und ich warn gestern Essen.
Der Kellner blinzelt mir zu.
Ich:"Hat der was im Auge? Ein Augenleiden?"
Mei Begleitung lacht.

Als wir zahlen wollen, geht der Kellner mit seinem Block in die Hocke, damit er mit dem Block am Tisch die Rechnung schreiben kann.
Ich:"Sie sin der erste Mann, der vor mir in die Knie geht."
Drauf schmunzelt er:"Ich bin in der Hocke."
Ich zu meiner Begleitung:"Etz habi ner aus'm Konzept brachd."
Ich zum Kellner:"Wenn Sie sich verrechnen gibt's Punktabzug."
Damit habi ner dann su aus'm Konzept brachd, dass er uns einen schönen Sonntag abend statt Samstag abend gwünscht hat.
Die Tür hat er uns a nu aufghaltn. Mei Mama hat gmaand des lichd da dran, dass er uns bloss schnell loswernd wolld. Des glaabi ned. Der woar nedd.

An scheena Sunndoch nu!

Montag: Lustig. Der Film im Kulturkino war schon reeeecht laaang. Ich musste ja am nächsten Tag wieder früh raus. Jetzt hab ich erfahren, dass ich noch Glück gehabt habe. Weil der Film wohl bei der Erstvorführung noch 3 Stunden gedauert hat... ! Der war schon gekürzt. ;-)

Gestern im Engelgarten hör ich einen Knirps am Spielplatz zu seiner Mama sagen:"Die Krücken (damit meint er meine) sind aus den USA."
Das sagt er aus tiefster Überzeugung. Ich glaub, der denkt das, weil sie rot und blau sind. Nee. Da hat er sich getäuscht. Unten auf dem Babberla steht drauf Quackenbrück. Und .. nein. Quietschen tun sie nicht.
Gschmunzelt habi trotzdem.

Gestern habi ganz entspannt die Stockenten am Etzelskirchner Weiher zugschaut. Die quacken auch. Ob die auch aus Quackenbrück sind? ;-)

Der Carlo hat a widder offen. Mei erschds Spaghettieis. Des woar fei fein.

Heut früh auf dem Weg vom Bus zum Zug rutscht mir die Mütze über die Augen. Ich bleib kurz stehen, um sie zu richten, damit ich wieder was seh. Mein Busnachbar dreht sich irritiert zu mir um.
Ich erklär:"Ich seh nix mehr."
Er:"Du kennst doch den Weg."

Im Zug setz ich mich nicht weit vom Ausgang neben eine junge Frau.
Sie:"Brauchen Sie den ganzen Platz mit den Krücken?"
Ich bin irritiert von der Frage und brauche ein bisschen bis ich sie richtig verstehe.
Ich:"Naaa! Um Gotteswillen! Su braad bini etz a widder ned!" (Nein, um Gottes willen! So breit bin ich jetzt auch wieder nicht.)

Ich mach mir heut an scheener Nachmittag. Nur mein Steuerprogramm und ich. Es spielt grad updates ein. ;-)

Auf Arbeit sollen wir python lernen. Ich lern lieber aus Büchern als aus Online-Tutorials oder Videos. Deshalb hab ich gschaut, was es da so von O'Reilly gibt. Ich mag die Bücher von denen. Schon allein wegen den Tieren vorne drauf ;-)
Ja, ich weiss. Ich bin halt ein visueller Typ. Jetzt hab ich zusätzlich neben dem Einsteigerbuch für die Arbeit noch ein Buch zum Programmieren von neuronalen Netzwerken mit python gefunden. Das hab ich mir grad in der hiesigen Buchhandlung bestellt. Damit steigt meine Motivation ungemein :) Hoffentlich versteh ich das auch.

Dienstag: Heut haddersi verfahrn. Unser Bus bzw. unser Fahrer. Isser doch glatt statt untenrum zum Busbahnhof gradaus weiter gfahrn. Mit Ampeln und Baustelle war mer dann erst kurz vor Zugabfahrt oben am Bahnhof. Und dann müssmer genau auf des hinterste Gleis. Des war a Krückensprint! Aber derwischd habi ner nu und die andern freilich a.

Im Zug an einem Behindertenplatz frag ich, ob der zweite Sitz noch frei ist. Weil mer mir beigebracht hat, dass mer des asu macht. Antwort bekomm ich keine. Nur einen seltsamen Blick. Nein hadder ned gsachd, also hock ich mich mit meim ganzen Graffel (Rucksack und Krücken) umständlich hin.

Mei hadder sei Musik aufdreht! Ich hör sie mit. Ganz ohne Kopfhörer. Schee is was anders. Also stopf ich mir meine Stöpsel in die Ohrn. Aaah! Gleich vill besser! Ka Wunder dass er ned hört. Do werd mer ja doshörerd davo. Er riecht nach Frittierfett. Wo er wohl arbeitet? Der Mann sieht so aus wie ich mich letzte Woche gefühlt hab. Wo er arbeitet muss es dunkel sein. Er sieht aschfahl aus. Und Ringe unter den Augen hat er a. Und ein ziemliches Gestrüpp im Gsicht. Ein Nachtarbeiter? Viellicht hadder an Zweitjob. Oder a Fraa. Oder hat er sein Frühstück frittiert? Vielleicht gab's zum Frittstück Frühfritts...
Im Bahnhof in Nürnberg riecht's ja früh a scho immer nach Bratwörschd mit Kraut.

Apropos ... fahl.. Ich bin amol im Krankenhaus am Arzt begegnet, der woar im Gsicht so weiss wie sei Kittel. Wenni mi traut hätt, hätti gsachd: "Sie schaua aber goar ned gsund aus, Herr Dokter.."
Do hätti mi bestimmt beliebt gmacht. Des woari sowiesu scho. Amol is a Assistenzarzt voll Elan zur Tür reigrutscht kumma. Bis er mich gseng hat. Der hat mi scho kennt. Do hadder a Vollbremsung hieglechd und as Gsicht is ner nuntergfalln.

Bürogschmarri...
Zwei meiner Kollegen räumen gestern gemeinsam in der Küche die Spülmaschine aus.
Ich :"Das macht Ihr aber schön! Teamwork!"
Kollege lachend:"Deshalb wurden wir eingestellt."

Ein anderer Kollege hat jeden Tag ein andersfarbiges kurzarmiges Polohemd an. Er hat an die 100 Stück in allen möglichen Farben. Ich find es schön farbenfroh den Tag zu begrüßen.
So isser an einem Tag in neongrün ein leuchtendes Vorbild. Heute dezent in Mintgrün erinnert er mich an meine Zahnpasta.

Alle um mich rum hamm Influenza. Vielleicht is mer mit CRPS immun dagegen. Renitent halt. Renitent bin ich ja sonst inzwischen a. Ob des vielleicht a a Symptom vom CRPS is? Neuerdings bekomm ich komische Knubbel an die Finger und Hornhaut. An Fingerseiten, wo es fei ned vom Arbeiten komma ka... An die Füß ist vermehrte Hornhautbildung bei CRPS bekannt. Etz habis o die Händ a nu. Bin gspannt was als nächstes kummd. Langweilig wird's anscheinend ned.

Hammwärts is der Bus goar ned kumma, weil er auf der A3 im Stau gsteckt is. Do woar a Unfall. Also simmer dann mit dem 205er durch die Prärie gfahrn. Käffer-Sightseeing. Hab a Bekannte troffn und mir ihr gwaafd. Wir schwelgen in Erinnerungen.
Ich:"Weisst nu die alten 70iger Jahre Gelenk-Gedenkbusse, mit der einen Miniheizung, bei -17 Grad Aussen und Innentemperatur, wo die Eisblumma inna am Fenster dro woarn. Kanner had a Wort gred. Alla hamm gfrorn."
Mei Bekannte:"Die hamm sich alle warme Gedanken gemacht."

In einer Ortschaft hamm sie neben kleine ältere Dorfhäuser grosse neue Klötze gebaut. Sieht aus wie bei der Modelleisenbahn, wenn mer H0 und N nebeneinanderstellt.
Ich:"Guck amol SUV-Häuser!"
Sie lacht. Mei Wortschöpfung will sie sich merken.

Ich hab nachgedacht. Ich glaube nicht, dass die Resonanz des autonomen Nervensystems eines Individuums rein auf Menschen beschränkt ist. Beobachtet mal wie unterschiedlich Hunde und Katzen auf Menschen, die sie nicht kennen reagieren.
Haben Menschen vor Hunden Angst, dann spüren sie das und reagieren entsprechend. z.B. jagte ein Schosshündchen ein ängstliches Mädchen, das schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht hatte, durch den ganzen Garten.
Lehnt jemand Hunde ab, reagieren sie auch entsprechend und knurren oder bellen, fletschen gar die Zähne.
Und wenn jemand wie ich Hunde mag, dann kann es schon mal vorkommen, dass mich wildfremde Hunde schwanzwedelnd begrüssen wie einen guten alten Freund. Sie schlecken mir die Hände oder fallen vor lauter Freude gleich über mich her, wie damals der Schäferhund. Sie spüren bestimmt den Status unseres autonomen Nervensystems.

Im Buch Die Weisheit der Wölfe erzählt die Autorin auch, dass der Leitwolf eines Rudels von Wölfen, das in einem Freigehege gehalten wird, Unsicherheit von Bewerbern spürt. So muss jeder, der mit den Tieren arbeiten will, zuerst die Leitwolfprobe bestehen. Dazu muss er ins Gehege, bekommt genaue Verhaltensanweisungen und unterschreibt eine Haftungsausschlussklausel. Sie erzählt, dass sie sich bei diesem Treffen nicht gefürchtet hat. Dass sie neugierig war. Ein Muskelprotz und Prahlhans dagegen, der unbedingt auch seinen Freunden zeigen wollte, dass er vor einem Wolf keine Angst hätte, versuchte dies ebenso und scheiterte. Der Wolf spürte die Unsicherheit. Er kann sie riechen und fühlen. Die Reaktion seines autonomes Nervensystems hat den Mann verraten. Denn das lügt nie.

Bei Katzen ist es ähnlich. Sie spüren wem sie um die Beine streichen können und um den Finger wickeln können. D.h. es gibt auch Resonanz zwischen den Spezies.

Und Pflanzen reagieren doch auch auf Zuspruch und wachsen besser, wenn man mit ihnen redet. Gedeihen Pflanzen am Ende auch in Gesellschaft besser als allein? Denn in der Natur gibt es ja auch Netzwerke. Pilze und sogenannte Schmarotzerpflanzen leben mit Bäumen im Wald in Symbiose. Zusammen mit den Insekten und Tieren des Waldes ergibt dies ein gewaltiges ausgeklügeltes und ausbalanciertes System und Netzwerk. Wird nur eine Kleinigkeit verändert, dann gerät das ganze System aus dem Gleichgewicht. Das könnt Ihr z.B. an den Auswirkungen der Pestizide sehen. Dadurch gibt es weniger Insekten. In der Folge weniger Vögel. Vögel wiederum fressen Pflanzen und verteilen so z.B. bei Kirschkernen oder auch der Eichelhäher die Samen der Bäume. Und sorgen so für eine natürliche Wiederaufforstung. Eichhörnchen vergraben Nüsse, und aus denen, die sie nicht wiederfinden, spriessen neue Walnuss- oder Hasel-sträucher und Bäume. Zu den weniger werdenden Insekten zählen auch die Wildbienen, die wir grad per Volksbegehren retten wollen. Weil sie Pflanzen bestäuben und damit zur Verbreitung der Pollen und zur Befruchtung vieler Pflanzen beitragen. Und diese Pflanzen sind wiederum die Nahrungsquelle vieler Säugetiere, darunter auch des Menschen. Seht Ihr wie alles zusammenhängt? Spannend!

D.h. alles steht in Interaktion. In einem gegenseitigem Wechselspiel und einer gegenseitigen Abhängigkeit. Lange dachte man, dass Babies nichts fühlen. Man hat sich geirrt. Wer sagt, dass es bei Tieren und Pflanzen nicht genauso ist? Dass wir uns irren. Tiere spüren sehr genau, wie wir uns fühlen. Sie trösten, schlecken einem die Tränen. Und ich glaube nicht nur, dass es am Salzfaktor liegt. Sondern auch weil sie spüren, dass wir Trost brauchen.

Und wer einmal einen Hund im Schlaf bellen gehört hat, wird auch nicht glauben, dass Tiere nicht träumen können. Warum soll es bei ihnen anders sein als bei uns, nur weil sie anders miteinander und uns kommunizieren?

Das würde bedeuten, dass alle Wesen auf der Welt neuronal miteinander kommunizieren können. Ein globales neuronales Netzwerk. Kann das wirklich sein? Warum denn nicht...

Das würde auch erklären, warum uns ein Waldspaziergang oder Neuerdings: Waldbaden (meinetwegen) beruhigt. Weil sich die ruhige Wesensart der Bäume und der Tiere des Waldes auf uns überträgt.

Apropos am Sonntag sind vor mir in Etzelskirchen zwei Rehe über die Wiese gesprungen. Sooo nah! Sooo schööön!

Habt Ihr nicht selbst schon beobachtet, dass Ihr wenn Ihr mit bestimmten Leuten zusammen seid, Wesens- oder Redensarten von ihnen übernehmt? Ganz unbewußt. Mir ging es so nach der Reha. Auf Reha begann meine Zimmernachbarin jeden zweiten Satz mit "Insofern."
Ich habe dieses Wort bis dahin nicht in meinem aktiven Wortschatz gehabt. Irgendwann später fiel mir auf, dass ich es immer wieder verwendete. In jedem 2.ten Satz! Die Umgebung hatte auf mich abgefärbt.

Wo wir schon bei Wölfen waren...
Fasziniert war ich von der Geschichte von She-Wolf. Eine Leitwölfin, die allein auf Jagd ging und sich allerhand einfallen liess. Selbst erfahrene Jäger, die ihr einen Peilsender verpassen wollten, trickste sie lange Zeit aus. Am Ende wurde ihr der Ausflug ausserhalb des Schutzgebiets zum Verhängnis. Sie wurde erschossen. Viele trauerten um sie. Sie war eine aussergewöhnliche Wölfin. Sie lebt in Ihren Nachfahrinnen weiter.

Und übrigens, wenn wir unsere gute Laune mit Hilfe des autonomen Nervensystems "versprühen" können, dann wär das doch eine feine Sache. Dann können wir auch die Stimmung um uns herum beeinflussen. Und durch den Multiplikator-Effekt würde sich die gute Stimmung dann nicht nur im Büro sondern erst in der ganzen Abteilung und dann in der ganzen Firma verteilen.
Also worauf wartet Ihr? Fang mer doch mit dem Experiment mal alle an!

Donnerstag: Ich hab am Dienstag den ersten Schmetterling gesehen! Er war gelb!

In der Realschul had's neulich an Feuer-Fehlalarm gebm. Feuerwehr, Krankenwagen und Co sin ausgrückt. In der Zeitung is gstandn, dass Dämpfe und Rauch in der Küch den Alarm ausglöst hamm. Was die wohl kocht hamm?

Nochmal nachgedacht: wenn Gestik und Mimik bei einem überreagierendem Nervensystem wenig oder kaum vorhanden (abgeflacht) sind (weil es ned geht) - auch gern bezeichnet als "wenig schwingungsfähig". Ich schwinge höchstens auf der Schaukel, aber doch ned mit'm Gsicht und die Händ. Wenn ich mich amol trau zu gestikuliern, dann schmeiss ich bestimmt was um. -
dann sind sie doch sehr unzuverlässige Parameter zum Entschlüsseln des menschlichen Verhaltens.
Zuverlässiger wäre es statt die Gestik und Mimik (die ja auch von Kontext und Herkunft abweichen kann) den Zustand des autonomen Nervensystems zu lesen. Der ist physiologisch festgelegt. Der ist bei allen Menschen gleich. Egal wo sie herkommen oder welche Sprache sie sprechen.

Ihr könnt das übrigens alle schon. Denn wer von Euch war nicht schon mal in einem Raum und hat schlechte Stimmung gespürt? Also. Das ist keine Zauberei. Unser autonomes Nervensystem nimmt den Zustand der autonomen Nervensysteme der Mitmenschen wahr.

6:43 Uhr. Wie unser Bus heut kommt, sagt mei Haltestellenbekanntschaft:"Hoffentlich verfährt er sich heut ned."
Als wir am Bahnsteig die Treppe hinauflaufen, rattert ein Güterzug auf unserm Gleis vorbei. Wusstet Ihr, dass Ohren zuhalten und auf Treppen-krückeln zusammen nicht funktioniert?

Es ist ein Güterzug, der über und über mit Baumstämmen beladen ist. Ob des die sind, die's an der A3 gerodet hamm?
Ich zu meinem Busnachbarn:"Ich hab gar ned gwusst, dass der Wald auch Zug fährt."

Am Bahnsteig gegenüber ertönt 2 x hintereinander die Ansage: "Achtung! Bitte lassen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt!"
Mein Busnachbar:"Das war die Ansage für die Leut, die zwei Koffer hamm."
Ich verschluck mich fast vor lauter Lachen.

Ein Chinese mit einer riesigen Tasche - sehr hoch , aber nicht besonders breit - kommt auf den Bahnsteig.
Ich:"Was da wohl drin ist?"
Da kommt ein zweiter Chinese mit ebensolcher Tasche in einer anderen Farbe und gesellt sich zum andern am Bahnsteig.
Ich:"Guck! Etz sins scho zwei solche Taschen."
Mein Busnachbar:"Das sind Chinesen. Die hamm da bestimmt ihre Essstäbchen drin."

Als wir nach dem Halt in Fürth wieder losfahren, ertönt die Ansage:"Welcome onboard of the Franken-Thüringen Express to."
Allmächd! Etz hamms vergessen wo mer hinfahrn!

In Nürnberg fährt parallel mit uns die früher losgefahrene S1 ein. Drauf steht: "Hersbruck li Peg"
Ich:"Guck! Da is a chinesischer Zug. Der passt ja zu die zwei Chinesen vom Bahnsteig."
Er schmunzelt.

Bürogschmarri aus der Softwareentwicklung ...
In der Büroküche begegne ich einem Kollegen in einem karierten Hemd mit Flicken auf den Ellbogen.
Ich:"Ui! Du bist gepatcht!"
Jetzt lacht er.

Freitag: Heut früh im Bus zeigt mir mei Busnachbar widder sei e-ticket Karten. Gestern hab ich gseng, hat er widder die rote beim Busfahrer zücken müssen.
Er nickt in Richtung Busfahrer und sagt:"Der wusste, was das ist."
Ich:"Gestern hast du doch noch dei alte Kartn benutzt."
Er:"Die ist heute abgelaufen."
Ich:"Ach, dann grichd mer die neue erst, wenn die alte abläuft? Dann wart ich ja noch fast a Jahr. Wer weiss, ob ich den dann noch brauch."

Ich mach seit Dienstag MBSR (Bind based stress reduction). Das ist eine Mischung aus achtsamem Lebensstil und Meditation.
Die Schmerzen lassen sich damit reduzieren. Und ich kann damit, wenn ich täglich meditier auch meine neuronalen Verknüpfungen im Hirn umschreiben. Sozusagen das Hirn und damit die fehlerhaften Verschaltungen im Hirn, die durch ein übersensibles Nervensystem ausgelöst wurden, umprogrammieren. Dafür muss man erst mal wieder entspannen lernen. Damit fährt man das Nervensystem runter und die Schmerzen lassen dann auch spürbar nach. Damit hab ich die Programmiersprache für mein Hirn gefunden. MBSR. Ihr könnt ja mal probieren, ob das auch bei Eurem Hirn funktioniert.

Deshalb mach ich heut im Bus Sitzmeditation. Mit den Ohrstöpseln isses dann auch still genug und gegen das grelle Neonlicht zieh ich mir mei Mützle ein bisschen über die Augen. Das ist meine alternative zur Sonnenbrille.

Mein Busnachbar ist schon tiefentspannt. Kaum sitzt er, ist er schon eingeschlafen. Der umarmt seine Tasche am Schoss mit verschränkten Händen und dann schläft er schon im Sitzen ein. Ich weiss jetzt auch warum. Neulich hab ich in einem Yogabuch dieselbe Stellung gesehen. Allerdings mit einem Kissen anstatt einer Tasche. Ob er des weiss? Ich glaub, des is ihm wurschd.

Apropos programmieren. Ich sammle grad meine ersten Erfahrungen mit python.
Miit pip -install hatt ich auch so meine Probleme
Aber ein paar Packages liessen sich dann doch installieren. Ich hab dazwischen auch nochmal pip upedated. Und den Proxy musste ich auch verwenden.

Wusstet Ihr, dass Python von Monty Python seinen Namen hat? Nicht von dem Tier.

Meine Physio hat statt python pfeifen verstanden wie ich ihr davon erzählt habe. Und gestern hab ich ihr erzählt, dass ich es mit python geschafft habe requests auf die Datenbank abzusetzen . Und csv-Dateien einzulesen und Excel zu schreiben. Mit Dataframes (pandas) hab ich auch noch experimentiert. Da kann man appenden und mergen (verheiraten hab ich es genannt) und was weiss ich was..

Meine Physio meinte : "Kann man da auch was verloben?"
Ich überleg: "Hmmm. Das wär dann append. Dann wäre Mergen verheiraten."
Sie: "Und was wär Kinderkriegen?"
Da draus will ich mal einen Comic machen...
Wahrscheinlich gibt es noch so was wie additem oder so .. Das wären dann die Nachkommen.
Bei xslt gibt es ja auch die parent, child und sibling - Achse.
So.. genug gefachsimpelt.

Im 30iger heimwärts sitzt ein junger Mann mit ausgesprochen und auffallend dickem und dichtem Haar.
Ich würd am liebsten mal reinlangen. Kann mich aber beherrschen.
Ich hab kürzlich eine Doku über die männliche Menopause gesehen und da wurde erklärt, dass der Haarwuchs mit dem Testosteronspiegel zusammenhängt. D.h. der hat viel davon. Alle anderen, die um mich rumhocken haben unterschiedliche haarige Ausfallstufen. Bei denen ist der Testosteronspiegel schon gesunken.

Im 203er heimwärts liest eine Frau das Buch:"Das grosse Buch der Desserts"
Etz schleckt sie schon.

Hinter mir unterhalten sich ein Mann und eine Frau so angeregt, dass sie anscheinend in Gremsdorf noch ein Stück vor der eigentlichen Haltestelle der Meinung sind, dass unser Busfahrer dort hätt halten müssen.
Sie tun dies mit einem lauten:"HALLOOOO?!?!" kund.
Wir sind aber noch gar nicht an der Haltestelle. Sie hamm sich getäuscht.
Drauf ruft der Busfahrer zurück:"Der Hallo is noch nicht da. Der kommt erst noch."
Die Fahrgäste schmunzeln. Ich a.

Am Reisebüro in Höchstadt am Schillerplatz wirbt ein Plakat mit einem Kreuzfahrtschiff drauf damit:
"Die Welt mit anderen Augen sehen!"
Wie soll denn des geh?!?! Mir hamm doch bloss die zwei...
Obwohl .. an Optiker däd's freua. Däd er mehra verdiena. Mehraugenbrille. Wie sowas wohl aussehen däd?

Mit diesen Gedanken wünsch ich Euch ein wunderschönes Wochenende!

 
Die Glaa aus ERH - Nundergrutschd Sandra Jaeger 2018
02.03.19 bis 09.03.19 Abenteuer Hirn- und Schmerzforschung

Samstag:
Ich möchte Euch noch ein paar Buchtipps geben, die mir in letzter Zeit sehr geholfen haben.

  • Meditieren heilt von Harald Banzhaf und Stefan Schmidt
  • Gesund durch Meditation Das große Buch der Selbstheilung mit MBSR von Jon Kabat-Zinn
  • Jetzt reicht's von Robert Baetz
  • Human touch warum körperliche Nähe so wichtig ist (Hirnforschung) von Rebecca Böhme
Mit dem MBSR - Buch habe ich am Dienstag angefangen. Es funktioniert. Allerdings hatte ich schon vorher damit angefangen, achtsamer d.h. im Moment zu leben und Atemmeditation zu machen. Yoga ergänzt das noch ganz gut. Zusammen mit Trampolinspringen und Spazierengehen. Am liebsten an ruhigen Orten und in freier Natur. Im Wald. Oder bei uns Sonntag im Städtle.

Woher erkennt man, ob das autonome Nervensystem eines Menschen aus der Bahn geworfen wurde? Hier mal eine Liste von Erkennungsmerkmalen, die mir bisher an mir oder anderen Menschen, die unter chronischen Erkrankungen oder Stress leiden untergekommen sind. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es müssen auch nicht immer alle zutreffen. Sicher aber mehrere.
  • innere Unruhe
  • Schlaflosigkeit
  • äußere Unruhe: Nervöse Ticks und Bewegungsdrang (Trommeln mit den Fingern, Hin - und Hertigern, Schaukeln, Wackeln)
  • Heisshungerattacken
  • Gedankenkreiseln wie in einem Karussell und lassen sich nicht abstellen
  • Der innere Thermostat ist kaputt (übermäßiges Schwitzen - Hitzewallungen - oder Frösteln, beides kann auch abwechselnd auftreten)
  • Schmerzen
  • Vergesslichkeit
  • Gereiztheit
  • Wutausbrüche
  • überall Arschlöcher sehen...(die Welt wird generell in einem schlechten, dunklem Licht gesehen)
  • sozialer Rückzug
  • Ablehnung von Berührungen (Überempfindlichkeit auf dieselben, man nimmt sie zuu intensiv wahr.)
  • Echalolie (das Wiederholen derselben Sätze: sie geben Sicherheit)
  • keine Neugier auf Neues mehr haben
  • starres Anhaften an Ritualen und Gewohnheiten (dieselben Fernsehsendungen schauen, dasselbe essen, jeder Tag soll am liebsten gleich verlaufen ...)
  • Orientierungslosigkeit (man findet sich örtlich, räumlich und in der sozialen Welt nicht mehr zurecht)
  • Werden Rituale und Gewohnheiten nicht eingehalten (z.B. Lieblingsserie) kommt es zu Verzweiflung, Gereiztheit und Wut
  • Gefühl der Hilflosigkeit führt ebenso zu Gereiztheit und Wut
  • Antriebslosigkeit
  • Das Gefühl: Mir ist alles zu viel!
  • motorische Ungeschicklichkeit (man weiss durch eine veränderte Körperwahrnehmung nicht mehr, wo der eigene Körper aufhört und stolpert deswegen oder bleibt oft mit den Armen an Gegenständen oder Türrahmen hängen ..., es fallen einem Dinge aus der Hand
  • Zittern
  • Dinge wortwörtlich nehmen
  • viel Zeit für sich alleine brauchen
  • Synästhesien (das überschneiden von Körperwahrnehmungen) sind möglich
  • eingesunkene Körperhaltung (klein machen, es sieht aus , als wolle man sich vor der Welt wegducken)
  • Misstrauen den meisten Menschen gegenüber
  • Überempfindlichkeit auf Geräusche (bis zu deren Schmerzhaftigkeit wie z.B. bei Staubsaugern und Laubbläsern und Rasenmähern), die andere nicht hören. z.B. Kühlschrankbrummen, das Brummen der Heizung oder das Sirren der Neonleuchten ...
  • fehlendes Selbstvertrauen
  • fehlendes Vertrauen in die Welt und die Umgebung
  • Die Welt überwiegend als feindlich wahrnehmen
  • Die kleinen Freuden des Alltags nicht mehr sehen
  • Herzrasen (und nein, den muss man nicht mähen ;-)
  • Taubheitsgefühle am Körper
  • Veränderung der Körperwahrnehmung: Körperteile können als größer oder kleiner, dicker oder dünner empfunden werden, weil sich die Körperlandkarte im Hirn (Homunkulus) verändert.
  • erhöhtes Schlafbedürfnis
  • Erschöpfungszustände (man kann einfach nicht mehr)
  • Dinge nicht auf die Reihe bekommen (überhaupt wenn es mehrere sind)
  • Zettelwirtschaft
  • sich alles aufschreiben müssen
  • Termine vergessen..
  • Menschen nicht mehr auf der Strasse erkennen, die man kennt
  • Logorhoe (Rededurchfall)
  • Mutismus (weniger reden als früher, kann bis ins Stumm sein gehen)
  • Überempfindlichkeit auf Etiketten in Kleidungsstücken, Juckreiz, Ekzeme, Hautveränderungen (trockene rissige Haut)
  • Überempfindlichkeit auf Gerüche und Geschmack
  • Menschenmengen meiden
  • Die Lust an Dingen verlieren, die man gern gemacht hat
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Verdauungsprobleme
  • Fahrigkeit
  • ungepflegteres Äußeres oder praktischer Kleidungsstil... weil es zu anstrengend ist
  • Unaufgeräumt sein (innerlich und auch die Umgebung)
  • Ständig etwas verlieren, suchen ...
  • ständig Angst zu haben, etwas zu vergessen
  • Getrieben sein. Nicht still sitzen können. Nicht entspannen können
  • Dinge und Menschen übersehen, überlesen (das Hirn ist grad mit allen möglichen anderen Reizen beschäftigt)
  • Schimpfen
  • Erhöhte Schreckhaftigkeit
  • Übelkeit und Schwindel
  • Sehstörungen
  • Ungeduld
  • ständiger Harndrang oder Einpinkeln
  • Lust auf Süßes und Salziges
  • fehlende Mimik und Gestik
  • ....

Vor diesem Hintergrund noch die folgende Erkenntnis.
In Studien in Altenheimen hat man herausgefunden, dass wenn man dort Schaukelstühle aufstellt , die Bewohner gelassener und ausgeglichener werden. Logisch. Denn schaukeln beruhigt das autonome Nervensystem.

Human Touch ist spannend! Es geht darum, dass wir ohne menschliche Berührung nicht überleben. Streicheln und streicheln lassen ist sozusagen überlebensnotendig! Für die Entwicklung von Babies ist sie essentiell. Ansonsten kann es zu Entwicklungsstörungen wie Autismus und ADHS, Depressionen, Schiziphrenie oder anderen Erkrankungen kommen.

Warum ist das so? Babies sehen ja noch nicht besonders gut, deshalb können sie die Sicherheit der menschliche Wärme und Nähe nur über Berürung und das Gehör spüren.
Wußtet Ihr, dass wir auch als Erwachsene überall am Körper unsichtbare Härchen haben, die über die C-Fasern direkt mit der Insula im Gehirn verbunden sind? Direkt daneben befindet sich die Körperlandkarte. Das ist sicher kein Zufall. Denn die wird ja durch die Wahrnehmungen wie z.B. das Streicheln und andere Berührungen geformt. Nur durch Berührungen lernen Kinder, wo sie enden und die andere Person beginnt. Das erklärt auch warum Autisten dies nicht möglich ist, weil sie Berührungen zu intensiv wahrnehmen, sowieso schon ihr Nervensystem von Reizen überflutet ist und als schmerzhaft wie Folter wahrnimmt. Deshalb wehren sie sich gegen Berührungen. Aus Notwehr! Das ist ein physiologischer Überlebensreflex.

Streicheln ist also eine andere Wahrnehmung als der Tastsinn. Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Streicheln vermittelt Sicherheit. Dann fühlt man sich wohl.Deswegen gibt es auch Babymassagen für frische Eltern in den Kursen vom Gesundheitsamt.

Nur, wer in Sicherheit aufwächst, kann ein entspannter Mensch werden. Ist ja klar, denn wenn man als Säugetier in eine Umgebung hineingeboren wird, die vor Gefahren nur so wimmelt, dann wäre eine entspannte Haltung von Nachteil. Der entspannte Mensch würde dort nicht überleben. "Hi Säbelzahntiger, was machst denn du hier?"
Happs.. weg isser...

Hat nun eine Mutter schon ein übersensibles Nervensystem (sei es angeboren oder durch die Umgebung), dann wird sich das auch auf zwei Arten an ihren Nachwuchs übertragen. 1. in den Genen (der Vererbung der Veranlagung). 2. durch die Interaktion mit dem Nervensystem der Mutter und der gefährlichen Umgebung.

D.h. wir passen uns schon sehr früh physiologisch den Gegebenheiten an. Das ist eine gute Sache.

Gestillte Kinder sind deshalb entspannter. Kinder die kein Stillen zulassen können (wie z.B. autistische Kinder, weil die Körpernähe zuviel für ihr Nervensystem ist. Sie können sich dann z.B. mit blutig beissen der Brustwarzen der Mutter dagegen wehren), werden somit noch angespannter, hypervigilant. Ihr Nervensystem registriert ALLES!!! um sie herum!

Es ist also alles eine Folge von Ursache und Wirkung.

Und ich glaube im Alter ist es genauso. Nach einem langen Leben, hat man auch viele Schicksalschläge einstecken müssen. Das Leben und die ganze Katastrophe halt. Diese hinterlassen alle ihre Spuren in unserem Nervensystem. D.h. jeder hat ein anderes Muster. Sehr individuell. Hinzu kommt noch der körperliche Abbau , Krankheiten oft chronische. Der Verlust des Partners kann dann noch erschwerend hinzukommen. Bei Paaren, die lange zusammen waren und sich immer noch lieben, ist es nicht selten, dass wenn ein Partner verstirbt, der andere an gebrochenem Herzen auch kurze Zeit später verstirbt. Hier spielt bestimmt auch das autonome Nervensystem die entscheidende Rolle.

Sprich: das Nervensystem von Älteren Menschen ist genauso gezeichnet wie das von Autisten. Es kann genauso überlastet sein. Autisten hören zu gut, und können deshalb keine Geräusche aus dem Geräuschbrei herausfiltern. Im Alter hört man nicht mehr so gut. Beide haben also unterschiedliche Hörprobleme. Beide ziehen sich zurück. Die Freunde sind weggestorben (die alte Dame von neulich sagte: "ohne einem vorher Bescheid zu sagen!"). Sie fühlen sich einsam. Das bleibt auch so wenn sie bei Altenheimveranstaltung mitten im Trubel unter den Menschen stecken. Dann fühlen sie sich erst recht allein. Autisten geht es genauso.

Sprich: auch Ältere und chronisch Kranke brauchen Berührung. Genauso wie Autisten. Nur muss bei beiden erst die Bereitschaft und die Fähigkeit dazu ermöglicht werden. Und dazu muss erst eine sichere Umgebung mit einer Person, der dieser Mensch vertraut geschaffen werden. Im Rahmen dieser sicheren Umgebung sind dann solche Berührungen möglich und werden auch nicht mehr als unangenehm empfunden. Das kann aber dauern. Es braucht Zeit um so ein Vertrauensverhältnis erstmal aufzubauen. Und es ist sehr zerbrechlich. Aufgrund der misstrauischen Grundhaltung. Die kann erst nach langer Zeit der Verbundenheit überwunden werden. Einfach ist das nicht. Ich denke man kann diese Mauer am ehesten durch gemeinsame Interessen durchbrechen. Gemeinsame Interessen können so die Brücke zwischen Menschen bilden. Auch Tiere (weil sie den Menschen unvoreingenommen begegnen) können diese Brücke schlagen.

Heute nacht wegen dem Wetterumschwung konnt ich nicht gut schlafen. Die Schmerzen waren zu arg und das Trafohäuschen war auf Anschlag. Mit Meditation, Yoga in der Küche nachts um 01:00 Uhr und einer Schmerztablette habe ich es dann soweit besänftigen können, dass ich wieder eingeschlafen bin. Das ist Arbeit! Oftmals arbeite ich auf den Entspannungszustand für die Nacht den ganzen Tag hin. Und trotzdem klappt es nicht immer. Aber inzwischen immer öfter.

Schon die Berührung der Decke brannte auf meinem ganzen Körper wie Feuer. Hinzu kam durch den Wetterumschwung noch ein ausgesprochener Juckreiz. Nur , wenn ich dann mit dem Kratzen anfange, kann ich nicht mehr aufhören. Ich hatte Muskelzuckungen am linken Arm und mein rechtes Bein zuckte wild durch die Gegend. Nach der Schmerztablette liess dies nach.

Interessant! D.h. dass Schmerzmittel nicht nur physischen und psychischem Schmerz lindern, sondern auch andere Wahrnehmungen wie Jucken, Kribbeln und Berührungen wirken. Das würde auch erklären, warum Medikamente, die die Wahrnehmung verändern wie Antidepressiva bei bestimmten Schmerzarten wirken. Weil sie die gesamte Wahrnehmung verändern!

Man weiss ja immer noch nicht genau wie und warum Narkosemittel wirken. Meine logische Folgerung wäre jetzt, dass sie die Wahrnehmung komplett ausschalten. Jetzt wäre die Frage, ob Narkosemittel immer auch Schmerzmittel sind. Also ist es so, dass sie in niedrigerer Dosis als Schmerzmittel Anwendung finden und für die Narkose stärker dosiert werden? Ketamin ist z.B. ein Schmerzmittel, wird aber auch in der Narkose (z.B. bei Sudeck, CRPS) verwendet.

Das hiesse dann, dass die Wahrnehmung noch viel komplexer ist, als ich mir das bisher aus Büchern zusammengelesen habe. Da fehlt noch einiges an Wissen. Lustig. Je mehr ich weiss, desto mehr neue Fragen ergeben sich. Und je mehr man weiss, desto komplexer und komplizierter wird das Gesamtbild.

Ich bin gespannt, wie es in dem Buch weitergeht. Ich hab es gestern zufällig im Vorbeigehen am Buchladen gaaanz hinten im Regal entdeckt. Und es hat mich magisch angezogen. Mein Bauchgefühl hatte recht! Es zeigt mir meinen Weg. Das ist eine wunderbare Erfahrung.

Immer wenn ich mir eine Frage stelle, dann kann ich sie mir selbst oft am nächsten Tag, durch Dinge, die mir passieren, Dinge , die ich lese oder durch Menschen, die mir begegnen, beantworten. Das finde ich wunderbar und zauberhaft.

Sonntag: Wahrnehmung und das Buch von Rebecca Böhme sind ein spannedes Thema!
Wenn mir das mal jemand vor einem Jahr erzählt hätte, hätt ich ihm was erzählt! Lustig. Wie sich die Dinge ändern. Eben alles eine Frage, der Wahrnehmung.

Im Buch geht es auch um das Thema menschliche und physische Wärme und auch um Autismus. Es gibt die These, dass physische und psychische Wärme (Sympathie) miteinander zusammenhängen.

Vielleicht sind deswegen Altersheime und Krankenhäuser immer so chronisch überheizt. Weil dort menschliche Wärme durch die Gerätemedizin und wirtschaftlichen Faktoren fehlt, muss diese durch höhere Heizkosten ersetzt werden. Und auch weil die Menschen, die dort stationiert sind, soziale und physischen Wärme brauchen. Was bei mir zur Frage führt, was denn jetzt für ein Krankenhaus wirtschaftlicher ist bzw. was teurer ist: menschliche Wärme durch ausreichend Pflegepersonal oder durch eine hohe Heizkostenabrechnung?
Die Rechnung würde mich echt mal interessieren. Vielleicht frag ich einfach mal in einem Krankenhaus nach. Zumal das ja auch das Arbeitsklima der eigenen Mitarbeiter mitbestimmt. Denn jeder braucht sein Wohlfühlklima. Die Patienten um gesund zu werden und die Mitarbeiter um gesund zu bleiben. Es profitieren also beide Seiten.

Erklärt wird das im Buch so, dass man in der Steinzeit ja noch keine Hightech-Wärme-Fasern hatte. Also hat man sich mit gegenseitiger Körperwärme warmgehalten. Dann hinge unser innerer Thermostat mit den sozialen Kontakten zusammen. Hat man weniger davon, bei Krankheiten, nach Unfällen oder im Alter, dann braucht man mehr Wärme von aussen. Das ist spannend!

Ausserdem spielt sich das ja in unseren Redewendungen wieder. Man empfindet menschliche Wärme (und dabei meint man ja nicht dessen Zentralheizung). Oder man empfindet jemanden als kühl und reserviert. Reserviert... also nicht im Restaurant... hmm.. was heisst das eigentlich? Wohl eher sowas wie zurückgezogen oder so...

Wenn jemand chronisch krank ist, dann zieht er sich ja auch zurück. Damit fehlt ihm ja die menschliche Wärme. Deswegen macht man es sich dann wohl daheim kuschelig. Man spricht auch von isoliert. Ob das auch was mit Isolation , Wärmeisolation zu tun hat? Also Wärme und Kontakte hängen zusammen. Und siehe da, wir sind wieder bei der Polyvagaltheorie. Wärme erzeugt Sicherheit und Behaglichkeit.

Das nutzt auch die Werbung. In einem Spot eines Schokoladenherstellers räkelt sich eine halbnackte Dame, nur in eine Kuscheljacke gehüllt in einem Schaukelstuhl vor einem knisternden Feuer. Da wird dann unbewusst auch dieser Urinstinkt angesprochen. Der andere auch. Paarung, Balzverhalten, Fortpflanzung und Weitergabe der Gene und Überleben der Art. Aber der interessiert mich grad nicht.

Erst die Berührungen der Eltern ermöglichen kleinen Kindern, zwischen ihren Gefühlen und den der anderen Menschen zu unterscheiden. Sie zu trennen. Das können Autisten nicht. Dann könnten sie es aber rein theoretisch noch lernen, wenn sie sich sicher genug in einer Umgebung fühlen um von sich aus Körperkontakt zu initieren und ihn zu geniessen.

Apropos Druck... Temple Grandin eine bekannte Autistin hat als Kind eine Körperdruckmaschine gebaut. Und es scheint so als empfindet jeder Mensch eine bestimmte Art von Druck (nicht zu fest) als angenehm. Der Theorie nach liegt das daran, dass wir uns ja damals in der Steinzeit aneinanderkuschelten zwecks Körperwärme und nicht zu erfrieren. Und dort drückten wir uns ja auch aneinander.

Das würde erklären warum Sanddecken und Sandwesten (Sandtherapie) bei Autisten, ADHS und anderen Erkrankungen helfen. Sandtherapie arbeitet nämlich mit Druck.
Da habter die Erklärung! Der Hammer!

Dass wir Gefühle von anderen mitfühlen können, hat einen evolutionären Hintergrund. z.B. bei einer Antilopen oder Gnuherde. Nähert sich ein Raubtier und wird von einem Tier erspäht, dann erschrickt es. Und mit ihm die ganze Herde. Es wäre zu aufendig, müsste das Tier erst mit den anderen kommunzieren. Von Missverständnissen und andern Kommunikationsproblemen ("Häh? Was hast Du gesagt?") will ich gar nicht erst reden. Da wäre es schon zu spät. Die Unruhe und das Fluchtverhalten überträgt sich so rasendschnell (im wortwörtlichen Sinne) auf die ganze Herde. Zweck ist deren Überleben.

Wahrscheinlich ist das der Grund, warum wir die Atmosphäre in einem Raum , in den wir neu reinkommen, spüren können. Der alte Herden- und Überlebenstrieb. Denn wir sind ja schliesslich auch nur Säugetiere. Der Mensch bleibt, egal wie digital die Welt noch werden wird, immer noch ein analoges aber höchst komplexes Wesen - das noch immer nicht komplett entschlüsselt ist, der immer noch von Urinstinkten und Urverhalten gesteuert und deswegen auch auf ein Urvertrauen angewiesen ist.

Kann es nicht sein, dass wir in der heutigen Zeit deswegen immer mehr Probleme bekommen, weil uns dieses Urvertrauen immer mehr flöten geht. Wir pfeifen drauf. Guckt Euch doch mal die Nachrichten an. Und der Kapitalismus zwingt uns mit seinem kompromisslosen Konkurrenzverhalten zu einem immer mehr Gegeneinander statt Miteinander. Was ja genau gegenläufig unserem einprogrammierten Urprogramm ist. Kommen daher die ganzen Zivilisationskrankheiten? Ich denke schon.

Stellt Euch doch mal vor, ihr zeigt einem frischgeschlüpften neuen Erdenbürger diese Schreckensmeldungen aus den Nachrichten gleich nachdem es auf die Welt kommt. Es wird doch verzweifelt schreien:"Steckt mich wieder rein!" und sich nach der Sicherheit und wohligen Wärme von Mamas Bauch, der Fruchtblase und dem Fruchtwasser sehnen. Wahrscheinlich tun wir das alle heut noch. Das muss ja ein wahrer Kulturschock sein, wenn man da so das Neonlicht des OPs, gehalten von behandschuten und verkittelten Menschen mit Mundschutz erblickt. Da würd ich auch schreien. Und habe es vermutlich auch. Obwohl damals war das noch anders. Nur die Hebamme, ihr Krimi , Mama und ich.

Nicht umsonst wird aktuell kangorooing in vielen Baby-Kursen praktiziert. Das Kind eng am eigenen Körper tragen, macht es ruhiger und gelassener und fördert auch die weitere Entwicklung des Kindes.

Anderes Thema. MBSR. Wow Meditation, Entspannungsübungen verändern ja tatsächlich die Schmerzempfindung durch Veränderung der Wahrnehmung!
Warum sagt einem denn keiner einfach, dass ich mit Psychologie (meiner Sicht auf die Welt = meiner Wahrnehmung) die Physiologie im Körper verändern und damit z.B. Schmerzen lindern kann?

Das hätte ich doch verstanden! Das ist ein praktischer Ansatz. Ein paar Beispiele dazu wie ich das praktisch machen kann und das ganze mal real erlebt und ich wäre glücklich, hoffnungsfroh und glückstrunken aus der Schmerztherapie getorkelt. Vermutlich hätt ich Arzt und Psychologe vor Freude umarmt und hätte ein Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Ich hätte nicht abwarten können das im realen Leben auszuprobieren.

Stattdessen hat man mir erklärt wie der Schmerz entsteht. Das hat mich aber nicht interessiert, weil ich daran ja eh nichts mehr ändern kann. Er ist ja schon da. Genau das ist ja mein Problem. Liebe Schmerztherapeuten und Psychologen, warum macht Ihr es denn so kompliziert? Die Kommunikation dieses entscheidenden Fakts scheint auch nicht grad Eure Stärke zu sein und Zuhören auch nicht immer.

Ich weiss ja, Ihr seid im Stress, Ihr habt wenig Zeit. Genau deswegen wäre es ja sinnvoll diese wenige Zeit sinnvoll und praktisch zu nutzen! Alle wären zufriedener. Vielleicht sogar glücklich. So machen wir chronisch Schmerzkranken Euch wiederum Stress. D.h. unser autonomes Nervensystem, das ja die Schmerzen auslöst, stimuliert wiederum Euer autonomes Nervensystem im negativem Sinne. Im schlimmsten Fall führt das so sogar zu Rücken - und Verspannungsschmerzen oder Kopfschmerzen beim Schmerztherapeuten. Des is ja ned grad as gsündeste. Verständnis, Empathie und Zeit könnte so viel Zeit, Geld und Nerven (im wahrsten Sinne des Wortes, ich denke hier an Nervenschmerzen) sparen. Und wenn Ihr es schon nicht für uns tut, dann denkt doch bitte an Euch! Passt gut auf Euch auf!

Die Herzenswärme oder Kühle, die jemand ausstrahlt, spiegelt auch den autonomen Zustand seines Nervensystems. Interessanterweise braucht man dazu keine Mimik und Gestik lesen zu können. Das kann man nämlich spüren.
Zudem macht dies bei Menschen, deren autonomes Nervensystem grad im Isolationsmodus (Mausmodus, Erstarrungsmodus) ist (z.B. bei chronisch Kranken), gar keinen grossen Sinn, da bei diesen Mimik und Gestik eingeschränkt sein können.

Liest man etwas, das nicht vorhanden ist, sind Fehlinterpretationen die Folge. Diese Interpretationen stammen übrigens nicht vom Kommunikationssender sondern vom Empfänger. Aus seiner Sicht auf die Welt und die Dinge. Also wiederum aus seiner Wahrnehmung. Und wie werdet Ihr einen Menschen wahrnehmen, der mit Euch nicht auf derselben Welle funkt? Das tun chronisch Kranke nämlich eher selten. Deshalb fühlen sich chronisch Kranke wie ich von Ärzten und Psychologen oft erst recht missverstanden. Kein Wunder! Obwohl sie doch die Fachleute sein sollten. Doch selbst sie können ihre Gefühle nicht da raushalten. Weil wir alle Menschen sind. Im Endeffekt gibt es also gar keine objektive Meinung. Sondern nur eine subjektive. Weil jeder Mensch in seine Entscheidungen und Beurteilungen immer seine eigenen Gefühle und seine eigene Sicht auf die Welt und die Dinge mit einbringt. Es geht ja gar nicht ohne.

Da sieht man mal wieder wie wichtig reden ist. Und dass die Arzt - Patientenkommunikation gravierende Folgen haben kann. Positiv und negativ. Denn ein gutes Vertrauensverhältnis bietet Sicherheit. Und das fördert ja wieder die Heilung durch Veränderung des autonomen Zustands. Übrigens ist dies auch für die Gesundheit des Arztes, der Psychologen förderlich, weil die autonomen Stati von Patient und Arzt oder Psychologe ja miteinander und aufeinander reagieren.

D.h. gute Arzt-Patienten-Gespräche sind auch für den Arzt gesund. Leider wird beides nicht entsprechend von den Kassen honoriert. Der Arzt wiederum ist ja auch nicht nur Arzt sondern auch Vater , Bruder, Freund, Kollege, Chef .. und wirkt somit auch auf die autonomen Zustand aller anderer Personen ein, die mit ihm in Kontakt kommen. Es ist also ein geschlossener Kreislauf. Ein sich verstärkendes System.

Ist der Arzt frustriert, weil er heute einen anstrengenden Arbeitstag hatte, weil er viel mit anstrengenden chronisch Kranken (ja, das kann ich auch sein) zu tun hatte, dann bringt er das auch mit nach Hause. Banalitäten können in Streit ausarten, weil man eh schon an seinen Grenzen und gereizt und überreizt ist.

D.h. von mehr Zuwendung am Patienten würde die gesamte Gesellschaft profitieren. Weil es ein Kreislauf ist. Das sagt auch schon ein altes Sprichwort: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Oder etwas moderner gesprochen: shit in, shit out.

Das find ich total spannend. D.h. Gestik und Mimik sind gar nicht unbedingt so wichtig. Wichtiger ist es die Stimmung empfinden zu können. Ausserdem ist die bei vielen chronisch Kranken eh kaum vorhanden.

Mir hat es geholfen meine Krankheiten und die damit verbundenen Einschränkungen so wie sie aktuell sind zu akzeptieren. Ändern kann ich es ja heute eh nicht. Es ist jetzt grad so wie es ist. Mit Meditation. Leider ist das für chronisch Schmerzkranke nicht einfach zu lernen, auf seinen Atem zu hören und ihn zu spüren und den eigenen Körper zu spüren. Der schreit ja eh schon die ganze Zeit vor lauter Schmerzen. Dadurch war ich leider die letzten 5 Jahre etwas abgelenkt.

Das wäre in etwa so, als würde ein gesunder damit anfangen Meditation und autogenes Training mitten auf der Autobahn sitzend, im Feierabendverkehr zu lernen. Es ist unheimlich schwer! Es ist harte Arbeit. Oft arbeite ich den ganzen Tag darauf hin, dass ich abends entspannt bin und nachts durchschlafen kann. Oder wenigstens nur 1 oder 2 x vom Trafohäuschen geweckt werde.

Bedenkt bitte dabei, dass man in einer Schmerztherapie im Krankenhaus, in diesem friedvollen hart erarbeiteten Zustand (die erste Nacht, in der es in der fremden nicht sicherheitsfördernden Umgebung endlich mal geklappt hat) mitten in der Nacht von der Nachtschwester geweckt wird, weil sie sich mit den Medikamenten leider nicht ganz sicher ist. Ich kann sie verstehen. Sie will nix falsch machen. Aber dass diese nächtliche Weckmethode dem mühsam erarbeiteten Entspannungszustand und dem Erfolg der Schmerztherapie abträglich sind, sollte ebenfalls klar sein!

Aber es funktioniert. Zumindest mir hilft MBSR. Yoga, Atemtechniken und Meditation. Aber auch Comics Zeichnen, auf dem Trampolin rumspringen oder einen Spaziergang im Wald machen, ein gutes Buch lesen oder das hier von der Seele zu schreiben. Deswegen heisst es vermutlich von der Seele schreiben. Es tut gut! Ich denke, da muss jeder von uns seinen eigenen Weg zur Entspannung finden. Ob Du Yoga oder Tai Chi, Chi Gong , autogenes Training oder die Fische im Aquarium beobachtest, einen Waldspaziergang machst, Angeln gehst, ... Such einfach weiter. Oft sind es Dinge, die Du früher schon mal gerne gemacht hast, aber inzwischen aus den Augen verloren hast. Du findest schon noch das richtige für Dich. Mir sind die Dinge einfach über den Weg gelaufen. Du musst nur genau hinschauen.

Mir hilft auch ein Schmerzöl aus der Apotheke. Es riecht so gut. Vielleicht beruhigt mich da auch nur der Geruch. Du kannst auch Kamillendämpfe einatmen. (Einfach den "Rüssel" in eine dampfende Tasse Kamillentee stecken, reicht auch und ist weniger aufwendig) Auch das entspannt. Und Entspannung ist der Weg zur Schmerzlinderung. Weil der Schmerz ja nur ein Symptom ist und ein übererregtes Nervensystem die Ursache. Das Nervensystem kannst Du mit Entspannungsübungen beruhigen und allem, was Dir guttut und bei dem Du die Zeit vergisst. Also neudeutsch oder Denglisch "im Flow" bist. Glücklich im Hier und Jetzt und alles andere um Dich herum vergessen (oft zum Leidwesen Deiner Eltern, Kinder oder Partner). Und damit kannst Du langfristig durch tägliches Üben und Anwenden Dein Gehirn und dein Nervensystem wieder umprogrammieren. Du stößt damit neuroplastische Veränderungen an.

Dass es funktioniert merkst Du da dran, dass Du wieder mehr Lust hast unter Leute zu gehen. Und da soziale Interaktion wiederum den Vagusnerv stimuliert, ist das ein sich verstärkender Effekt. Ihr merkt es auch daran, dass Ihr weniger gereizt und wieder gelassener werdet. Ich muss auch nicht mehr so oft auf's Klo. Sprich Ihr merkt es an den kleinen Dingen.

Und da der Erregungszustand Eures Nervensystems die Menschen in Eurer Umgebung beeinflusst und damit wiederum Eure Umgebung, habt Ihre es selbst in der Hand Euer eigenes Wohlfühlklima für Eure Heilung zu schaffen.
Also auf geht's! Pack mers!

Und ja, ich weiss, dass es Euch am Anfang schwer fällt damit anzufangen. Mir ging es auch nicht anders. Ich hätte mir damals mehr Verständnis und Unterstützung dabei gewünscht, was aber wiederum mein neuronaler Erregungszustand sabotiert hat. Heute kann ich die Zusammenhänge verstehen. Und wenn ich mal wieder irritiert im Wald stehe, dann versuche ich es nicht mit der Brechstange (sowenn ich denn erkenne, dass ich sie gerade in der Hand habe) sondern mit gewaltfreier Kommunikation. Mit Gefühl halt. Es gelingt mir nicht immer. Ich hatte mit Gefühlen schon immer so meine Probleme. Das geht anderen Menschen aber auch nicht anders. Aber Ihr könnt jeden Tag neu beginnen. Und jedes Experiment bringt Euch weiter.

Ihr schafft das schon!

Dienstag: Bürogschmarri...
Gestern habi mi bei mei zwaa Kollechen (Kollegen) mit dem Spruch:"Ade Ihr zwaa Hübschen!" verabschiedt.
Wie ich heut zammbagg, ruft mei Kollech:"Ade du Hübsche! Na? Wirst etz verlegen?"
Ich muss kurz nachdenken und sag dann:"Naa. Ich weiss ja vo wem dass kummd."
Drauf is ihm des Gsicht runtergfalln und mei anderer Kollech is in schallendes Glächter ausbrochen. Wie er sich widder gfanga ghabt had, hadder gsachtd:"Des woar a Tiefschlach! Du wennsd Boxer wärsd, häddi Angst vor dir."
Ich hab nu kann bissen... und ausserdem bin ich ja ned gross. Ich hädd eher mit Hochschlagn mei Probleme...

Bin grad vom Höchstadter Bahnhof wegen dem Faschingsumzug heimgelaufen. A dreiviertel Stund habi braucht. Mit Krucken bini a ned schneller. Bin a weng zammgwaachd, weil's rechd gschiffd hod. Aber wengs sin etz mei Füss endlich warm worn. Im Bus hat des ned funktioniert.

In Erlang warn drei Busfahrer bei uns im Cockpit standn und hamm beratschlachd wie sie heid fahrn meng.

Die Busse fahren von 13:30 Uhr bis 15:30 Uhr die Schwedenschanze und des Altersheim und die Realschul nicht an. Die Aischbrücke is gsperrt und mir müssen alla am Bahnhof - weitab vom Schuss - aussteign. Endstation.
Eine grosse dünne Frau mit Rollator, die immer am Altenheim bei uns oben aussteigt, hat mich gefragt, was mer etz machen solln.
Habi gsachd: "Laafen." (Laufen)
Die hat gschaut.

Lustigerweise ist mir dann wie ich auf der Aischbrücke gelaufen bin, ein Bus mit der Aufschrift Dienstfahrt entgegengekommen. Aber ich muss ja ned alles versteh... Gsperrt war die Aischbrucken nämlich noch ned.
Die Feuerwehr hat an allen Ecken mit Ihr diversen Fahrzeuch abgesperrt.
Hoffentlich brennt's etz nirgends. Die hamm etz ka Zeit.

Ich hab mal widder a weng nachgedacht.

Wenn unser Hirn zwischen physischen und psychischen Schmerz keinen Unterschied macht, wie können das dann ärztliche Gutachter für die Versicherungen? Ihr Hirn kann das doch auch ned....

Gibt's überhaupt noch gesunde Menschen? Ich kenn kann.

Und a Comic vo mir had's widder auf die Erlanger Stadtwerke-Seiten gschafft. Freu! :)
Gucksdu HIER ...

Mittwoch: Heut hammer an neua Busfahrer. Der is nett. Erinnert mich mit seim Schnauzbürstla und seiner Art a weng an mein D-Arzt.
A weil er mich beim Eisteign gfrachd had:"Was hamm denn Sie gemacht?"
Sovill Zeit hadder ned.
Desselbe hod mi mei D-Arzt a gfrachd wie ich des letzte mol mit Kruckn okumma bin.

Etz sachi immer:"Was neurologisches."
Des is kurz, praktisch und erspart Nachfragen.

Manchmal, wenn ich ned weiss, ob's an wirklich interessiert (in voller Pracht und Herrlichkeit), frachi numal nach:"Willst des wirklich alles wissen?"
Dann habi wenigstens vorher gfrachd.

Mei Haltestellbekanntschaft kaffd sie wie jeden Dooch a Foahrkartn. Deswegn wissmer etz a, dasser die Streck ned kennt und neu is. Der Busfahrer fragt sie, ob er über Hannberg fahrn muss. Des sollerd er scho. Des sollerd a a wissen.

Mei Bekannte issi a nimmer so sicher. Die sollerd des aber a wissen. Deswegn frang's mich. Ich nick. Etz simmer uns alla einig.

Wie sie sich gegenüber von mir hinhockt, flüstert's mir zu:"Hoffentlich kumer o."(Hoffentlich kommen wir an)

Ich erklär ihr:"Des is ja nix neus, dass mer unserm Busfahrer den Weech erklärn."
Sie:"Amol woar a Fraa die ganze Zeit vorn bei der Busfahrerin ghockt und haddera erklärt wie sie fahrn muss."
Ich:"Des habi a scho gmacht."
Und des bei meim Desorientierungsfeature. Was ich mich scho in Nürnberg verloffen hab. Do schaut für mich alles gleich aus. Beim Plärrer kummi ned amol so weit. Do verlaaf ich mich scho immer unten in der U-Bahn. Do sin sovill Löcher, da derwischi immer a anderschd.

In Frankfurt an der Konstabler Wache bini a jeds mol o am andern Loch rauskumma. Etz heissen die ganzen Haltestellen a nu ähnlich! Do gibt's mehra "Wachen". Do musst aufbassen, dassd die richtige derwischd. Do bini dann erst nauf und hab mein Kopf nausgstreckt und hab: "Guckuck! Wo bin ich?" gspielt. Des is fei a ned grod as gsündeste. A Wunder dassi hi und widder hammgfundn hab.

So. Etz isser nach Gremdorf richtig abbogn, etz kann nimmer vill schiefgeh.

Gestern bini beim Fumy nunter hinten am Wehr vorbei. So bini der Menschenmenge entgangen.
Am Wehr woar a Stockenterich mittendrin gstanden und hat in aller Seelenruh auf die Aisch gschaut. Dann lauts Gschnatter! Sei Kollegin. Die is scho weiter gschwumma. Wahrscheinlich schreit's ihm. Er reagiert ned. Wie a olds Ehepaar. Vielleicht is des a des Geheimnis einer guten langen Ehe. Und do sagn's immer Viecher und Leut sin so verschieden. Ich glaab am besten is, jeder macht was er mog.

Apropos. Bei uns auf Arbeit is a bloss die Umstrukturierung des beständigste. Die Arbeit bleibt. Die Leut wern weniger. Die Abteilung heisst bloss anders. Und der Chef wechselt.
Do had amol a Kollege vo der andern Abteilung unsern Bürosenior gefragt, was wir denn so machen.
Do hadder gsachd:"Bei uns macht a jeder, was er mag."

Überhaupt kommt es mir so vor, als würd mer nimmer einen Spezialisten für eine Fachrichtung brauchen, sondern man muss zukünftig ein generalisierter Spezialist für alle möglichen Fachrichtungen in einer Person sein. Die eierlegende Wollmilchsau. Habter die scho amol gseng?

Da an der IT gspart wird, muss mer inzwischen viel an seinem Rechner selber einrichten. Früher hat mer den Rechner fertig grichd. Etz macht er an fertig.

Man macht immer mehr neue Sachen zum allerersten mal. Denn alles, was man öfter machen kann, kann mer ja automatisieren. Es ist ein ständiges lernen von neuen Skills. Und des soll mer sich alles selber beibringen. Is billiger. Und am liebsten in der Freizeit.

Planbar is auch nix mehr. Weil sich täglich Dinge ändern. Oder nimmer funktionieren. Und auch, weil wenn man Dinge immer zum ersten mal macht, man ja ned wissen kann, wie lang es dauert. Und weil alles immer komplexer und komplizierter wird. Werden alle Arbeitsplätze zum Adhoc-Geschäft? Ich bin gespannt. Obwohl immer wieder was neues lernen, macht schon Spass. Mal sehen, was überwiegt: Lust oder Frust.

Am Sonntag auf'm Markt wehten widder Kittelschürzen und Nachthemerder im Wind mitten auf der Hauptstrass. Es is Markt. Gebrannte Nüssli gibt's a widder. A Fraa hat mich wecher mei Krückn oghaltn und gfrachd, ob die Dinger was taugn.
Ihre Mutter hat Arthrose und kann die normalen nimmer benutzen. Ich berat sie. Sie bedankt sich. So schnell wird mer zum Orthopädieverkäufer.

Verwandtschaft is mer a begegnet. Die hat sich gleich an die Knöpf von meiner Jacken vergriffen und wollt sie zumachen. Da hab ich ihr erst erklären müssen, dass ich in meinen Händen keine Kraft mehr hab, um sie dann wieder aufzubringen und dass ich sie deswegen offen lass.

Gott sei Dank gibt's Reissverschlüss! :)

Donnerstag: Heut haddsi unser Bus widder verfahrn...

Auf dem Heimweg vor der Ampel in Thon liegt ein Socken. Mein Blick bleibt dran hängen. Ein älterer Herr neben mir sieht das und sagt:"Des is bloss a Strumpf."
Des siech i a. (Das seh ich auch). Mir is nur schleierhaft wie mer an Socken verliern kann. Do steckt doch der Fuss drin und der Schuh is drüber. Is des in Nürnberg scho normal, dass überall auf der Strass Wäsch rumliechd? Entschuldigung. Ich komm vom Land....

Gestern hads in der Spitaleria im Kreiskrankenhaus an Vortrag zu Bewegung und Haltung gebm. Des war interessant. Habt Ihr gwusst, dass mir alla falsch aufstehn, gehn und stehn? Wenn mer des richtig machen däden, dann braucherten mir ka Fittnesstudio. Und a ka Einlagen, Bauchgurt und so Zeuch... Und habt Ihr gwusst, dass Gehen ein kontrolliertes Fallen ist?
Unkontrolliertes Fallen griech i trotzdem oft genuch hi. Ich hab ja unkontrollierte Füss ... auch Dystonie genannt. Der rechte wird a immer tauberer. Do hilft a ka Hörgerät.

Heut is mer erschd klar worn, was mei Kollech und ich so alles auf Arbeit machen. Alla kummas zu uns. Die Sysadmins, Anwender, Fachabteilungen... Wenn kanner weiss wie's geht oder wenn's keiner machen mag, dann lands bei uns. Irgendwie is des scho schee so a Schnittstelle zu sein. Ned so a serielle. Mehr so universell wie a Schweizer Taschenmesser. Des habi meim Kollegen heut a derzählt. Dann isses ihm auch erst klar geworden. Und scho hat er gute Laune ghabt. Des woar fei schee.

Des gfällt mir andere Leut aufzumuntern. Ob mer des a beruflich machen kann? Hauptberuflich Sonnenschein...?

Deswegn habi a nu an Comic vo letzter Woch vom Vollmond für Euch. Vill Spass!

 
Die Glaa aus ERH - Vollmond Sandra Jaeger 2018
10.03.19 bis 16.03.19 Phantom-Vibrationen

Sonntag:
Ich les grad das Buch von Manfred Spitzer "Die Smartphone Epidemie"
Wusstet Ihr, dass ein Smartphone, das in der Hostentasche oder Brusttasche vibriert, die neuronale Körperlandkarte im Hirn (den Homunkulus) verändert? Das Smartphone wird zu einem Körperteil, weil man es ja durch die Vibrationen spürt.

Deswegen kommt es, hat man das Handy mal vergessen oder es steckt gar nicht in der Tasche oder es klingelt gar nicht, zu Phantom-Vibrationen. Phantomempfindungen ähnlich einem Phantomgliedmaß (Ist das ein bescheuertes Wort..! Gliedmass , Arm , Bein Ihr wisst schon...). Nur, dass dieses Gliedmaß künstlich ist. D.h. es können neue Körperteile durch die Wahrnehmung desselben in die eigene biologische natürliche Körperwahrnehmung integriert werden. Interessant. Dann wären wir ja jetzt schon hirntechnisch anhand der Körperlandkarte und Wahrnehmungslandkarte ein Cyborg. Irgendwie gruselig.

Und die grossen IT-Firmen, die damit Geld scheffeln haben uns gar nicht nach unserer Einwilligung zu dieser Implantation gefragt. Das ist ja ungeheuerlich! So nisten sich diese Firmen wirklich in unser Hirn und unseren Körper ein.
Es ist schon geschehen! Die Zukunft ist schon Realität!

Nachgewiesen hat man das übrigens in Krankenhäusern bei Ärzten und Pflegern, die ja schon länger mit Pieper und Summer ausgestattet sind.

Ob man dann auch Phantomschmerzen bei Handyentzug bekommen kann? Theoretisch müßte das dann ja auch möglich sein. Obwohl Schweissausbrüche weil man verzweifelt das Handy sucht und es da nicht ist, wo es sein soll, könnten ja schon in die Richtung gedeutet werden. Und es soll ja Menschen geben, die ohne Handy nicht mehr leben können.

Ich gehöre nicht dazu. Ich hab schon mit meinen natürlichen Gliedmassen und deren Fehlverdratung in eben dieser Wahrnehmungskörperlandkarte dank CRPS genug Probleme. Aber im Endeffekt läuft dann im Hirn beim Handy und CRPS oder Phantomschmerz ja dasselbe Programm ab. Faszinierend.

Das könnte auch der Grund sein, warum kleine Kinder erst lernen müssen sich selbst als von der Mutter getrennt wahrzunehmen. Das geschiet erst ab einem gewissen Alter. Vorher sind sie mit der Mutter ja im wahrsten Sinne des Wortes "eins".

Sie lernen erst dann die eigenen Empfindungen und Wahrnehmungen von denen anderer Menschen zu trennen. Bei Autisten gelingt das nicht. Wahrscheinlich werden sie deshalb von den Gefühlen und Emotionen anderer überflutet.

Auch möglich, dass sich die Reizfilter aus diesem Grund nicht ausbilden können. Es kann aber auch die Folge sein. Zumindest hat beides Auswirkungen aufeinander.

Es ist auch nachgewiesen, dass Smart-Geräte (also alles elektronische Gedöns) dem Lernen hinderlich sind. Die Nebenwirkungen überwiegen. Hyperaktivität, Empathiefähigkeit, Mimik und Gestik, soziale Interaktionsfähigkeit leidet oder wird gar nicht ausgebildet. Ob es deswegen zu einer Zunahme von ADHS und Autismus kommt?

Die Symptome gleichen denen von Autisten und ADHSlern, die noch aus der digitalfreien Zeit stammen. Denn all diese Geräte beeinflussen unser Nervensystem. Und damit beeinflussen wir wiederum die Nervensysteme der Menschen um uns herum.

Zur Erinnerung: Autisten kommen mit einem übererregtem und überreizten Nervensystem auf die Welt.

Durch die Überdosis Digitalisierung (schon Parecelsus sagte: Die Dosis macht das Gift) wird unser Nervensystem ebenso überregt und überreizt. Die Folgen wären identisch. Bei chronischen (Schmerz-)Erkrankungen ist dies ebenso.

D.h. die Nervensystemen des Einzelnen sind übererregt. Aufgrund der Interaktion miteinander überträgt und intensiviert sich dieser Zustand auf die gesamte Gesellschaft. Bekommen wir am Ende eine autistische Gesellschaft? Am Ende einen kollektiven Infarkt?
Wir wollen es nicht hoffen...

Viele Eltern sind mehr mit ihrem Smartphone als mit ihrem Kind beschäftigt. Ich hab neulich einen kleinen Knirps im Sandkasten beobachten dürfen. Er hat lautstark um die Aufmerksamkeit seines im Sandkasten neben ihm sitzenden, auf sein Smartphone starrenden Papas gekämpft.
"Papaaa! Schauuuu maaaal!"
Er hat verloren. Er hat mir richtig leid getan. Papa hat überhaupt nicht zu ihm hingesehen.

Ich habe auch mal eine Familie beim Grillen beobachtet. Beim Essen hat jeder auf sein Handy gestiert. Unheimlich. Vielleicht sind Zombieserien deswegen so beliebt. Allerdings braucht man dazu ja gar keinen Fernseher mehr einzuschalten.

Samstags bevölkern bei gutem Wetter ganze Smartphone-Zombie-Herden den Engelgarten. Jeder stiert dabei auf sein Handy und sie scheinen irgendwas zu suchen. Ob das nun Geocaching ist oder die Jagd nach Pokemons ... keine Ahnung. Es sieht von meiner Warte her sehr seltsam aus.

Wäre früher vor Handy - Zeiten eine Gruppe so rumgelaufen, hätte sicher jemand die Polizei oder die Sanitäter gerufen. Heut ist das normal. So normal kann ich gar nicht werden, dass ich bei sowas mitmach.

Wenn Naturvölker sowas sehen würden, was würden die wohl von uns halten? Was das Pferd auf der Weide daneben wohl davon halten mag?

Warum nur üben solche Gerätschaften eine solche Faszination auf uns Menschen aus?
Ich hab einem Bekannten einen gebrauchten Firmenlaptop (legal bezahlt und mit dem Systemadmin und der Firma abgestimmt) günstig besorgt. Sobald er vor dem Laptop am Tisch saß, waren ich und sein Hund abgemeldet. Er hat uns gar nicht mehr wahrgenommen. Unsere Wahrnehmung ist schon eine faszinierende Sache. Der Hund hat mich nur ratlos mit seinen grossen Augen (denen ich nicht widerstehen kann) angesehen. Tja. Wie soll ich es ihm erkläruen? Ich versteh es ja selbst nicht.

Es gewinnt Technik gegen die Natur. Das ist alles andere als natürlich. Nebenwirkungen wie Adipositas (Bewegungsmangel), Hyperaktivität, Schlaflosigkeit, soziale Isolation, Empathieverlust, Verlust der Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit sind die Folge. Des is fei a ned grod as gsündeste...

Lustigerweise scheint durch die Digitalisierung auch nicht alles schneller zu werden. Mir kommt es so vor, als würde vieles heute mit den digitalen Prozessen länger dauern. z.B. kam früher der Abrechnungszettel für die Steuererklärung schon einen Monat früher mit dem Gehaltszettel. Und auch die Steuererklärungsfristen waren doch mal im Frühjahr. So Ende März? Oft hatte ich damals schon im April oder Mai den Bescheid. Heute ist die Frist am 31.07.2019 für die Steuererklärung 2018. Schöne neue Welt? Wird nun am Ende alles komplexer und langwieriger, weil es digitaler ist? Kosten heute Dinge und Prozesse Zeit, die man sich früher in der analogen Welt vielleicht einfach gespart hätte?!?

So genug mit den Beobachtungen... hier ist der 2.te Mond-Comic von letzter Woche. Viel Spass und ein schönes Wochenende!

Montag: Heut fährt nach einer Woche Urlaubs-Abstinenz, mein Busnachbar widder mit.
Schee :)

Unser Zug hat heut laut Anzeige ca. 15 Minuten Verspätung.
Ansage:"Hinweis. RE 6:29 Uhr nach Nürnberg hat heute ca. 15 Minuten Verspätung. Grund dafür ist ein Unwetter."
Im selben Moment schaltet die Anzeige von ca. 15 auf ca. 20 Minuten Verspätung um.
Ich zu meim Busnachbarn:"Guck amol! Etz sins 20 Minuten Verspätung."
Er brummt:"Hab ich mich schon gewundert, dass ein Unwetter bloss 15 Minuten dauern soll ..."

Die Züge aus Nürnberg sind anscheinend pünktlich. Nur die aus Richtung Bamberg hamm Verspätung.
Die S-Bahn z.B. Richtung Forchheim ist grad pünktlich eingefahren.
Ich:"Guck. Etz kömmer nach Forchheim fahren."
Mein Busnachbar:"Ins Unwetter."

Ein Güterzug aus Richtung Bamberg beladen mit lauter Ersatz-Schienen rattert im Eiltempo an uns vorbei.
Ich:"Ach drum heisst's Schienenersatzverkehr."
Mein Busnachbar schmunzelt.

Der nächste Zug aus Richtung Nürnberg fährt ein.
Ansage:" ... Der Zug endet hier."
Auf der Wagenanzeige steht "Bitte Nicht Einsteigen"
Der Zug enteilt Richtung Bamberg.
Ich zu meim Busnachbarn:"Guck amol. Der fährt Richtung Nicht Einsteigen. Das muss Richtung Bamberg liegen."

Komisches Wetter...
Die Leut sin heut a dodal komisch... Vielleicht hängt des aane ja mit dem andern zamm.

Wahrscheinlich sin die Nervensysteme heut a weng überreizt... Ich hab heut a mehr Wortfindungsprobleme...

Erschd im 30iger Bus heimwärts wollt ich mich auf einen Behinderten-4er-Sitz dazusetzen. Weil ich da meine Krücken gegen die Bank unten klemmen kann. So fliegen sie ned im ganzen Bus rum, wenn er mal bremst. Bei die Einzelsitze geht des ned so gut. Und mit zwei Krallenhände ala Dystonie kann ich sie auch nicht besonders gut festhalten.
Heut frag ich die Frau, die dort auf dem 4-er allein sitzt und in ihr Handy stiert, ganz freundlich und ruhig:"Entschuldigung... Darf ich meine Krücken da hinten anlehnen?"
Ohne aufzuschauen, blafft sie: "NEIN! DAS STÖRT MICH!!!"
Gut, dann halt ned. Das autonome Nervensystem dieser Frau strahlt ja a dermassen schlechte Energie aus, dass ich mich gar nicht mehr freiwillig in ihre Nähe setzen mag. Die hat anscheinend größere Probleme als ich mit meiner sichtbaren Gehbehinderung. Also überlass ich ihr den Behindertenplatz. Die braucht ihn anscheinend nötiger.

Im Buchladen als ich gezahlt hab, und weil ich den Kassenbon ned brauch und den eh wegschmeiss, frag ich die Kassiererin:"Hamms an Abfalleimer?" und deut auf den Kassenzettel.
Sie schaut mich entgeistert an.
Ich:"Ich brauch den Kassenzettel nicht."
Ihren Gesichtsausdruck kann ich immer weniger deuten. Begeistert und freundlich schaut sie ned.
Sie blafft mich an:"Und im nächsten Laden?"
Ich:"Ich geh in keinen Laden mehr. Ich fahr etz hamm."
Ich bin dann halt ganga und hab den Kassazettel liegn lassen.

Was is denn heut los? Sin die Leut alla auf's Wetter allergisch?

Meine Mama meint, dass ich gut drin bin andere Leut mit meinen Fragen in Verlegenheit zu bringen.
Ich hab amol im Fernsehn einen Beitrag drüber gesehen, dass in Kassenzetteln Hormone drin sind.
Neulich im Bioladen will ich es wissen.
Ich zur Kassiererin:"Sin in dem Kassazettel Hormone drin?"
Sie schaut verwirrt.
Dann:"Warum sollen da Hormone drin sein?"
Ich:"Weil ich des in einem Fernsehbeitrag gesehen hab."
Sie lacht:"Des is a Biokassazettel. Da sin ka Hormone drin."

So. Des war's für heut. Bin gspannt, was morgn widder alles bassierd.

Dienstag: Heut hab ich am Bahnsteig einen Bekannten vom Comic-Zeichenkurs getroffen. Ausnahmsweise hab ich ihn auch auf dem Bahnsteig erkannt. Gut. Es war nicht so schwer. Er hat mich schon weitem angegrinst. Er begrüßt UNS mit den Worten:"Hanni und Nanni..."
Meine Bäckereifachfrau hat das schon mal verwechselt. Die hat da draus Max und Moritz gemacht. Aber meine Krücken sind doch zwei Mädels.

Der ist ITler und fährt heut nach Köln um Zahnärzte über die neue Gesetzgebung aufzuklären und was sie deswegen machen müssen.

Früher hat für den Datenschutz ein feuerfester abschliessbarer Schrank für die Akten glangt. Heut braucht mer Hard- und Software, um den Datenschutz einzuhalten.

Ich erzähl ihm, dass ich nicht unbedingt glaube, dass digitaler immer unbedingt schneller ist. Mit dem Beispiel von der Steuererklärung.
Drauf erzählt er mir, dass er mal beruflich in einer Klinik war, in der ein Virus (IT) grassierte. Die Klinikkleitung entschied alle digitalen Geräte solange der Virus nicht dingfest gemacht worden war, auszuschalten und übergangsweise auf analog umzustellen.
Hinterher hat man die Mitarbeiter dazu befragt. Es stellte sich heraus, dass in der analogen durch den Virus verursachten Zeit viel effizienter als digital gearbeitet werden konnte.

Ausserdem kenn ich jemanden, der tolle Geschichten schreibt. Da hab ich diesen jemand mal gefragt, ob er nicht Lust hätte mal ein Kinderbuch zu schreiben und angeboten es zu illustrieren (wenn mir was gescheites dazu einfällt). Die Idee hat ihm sehr gefallen.

Auf Arbeit ging es heut schräg weiter...
Autsch! Ich hab mir an der kaputten Klobrille (da war ein riesiger Riss) die Pobacke eingeklemmt.
Dann überleg ich, was man jetzt in so einem Fall macht. Hab erst neulich einen Arbeitsschutzkursus (digital und online) absolviert, da stand drin, dass man die Kollegen vor Gefahren schützen muss und soll. Klebeband hab ich keins. Aber mir hamm an Erste-Hilfe-Kasten in der Küch. Also hab ich den erst nach hartem Kampf (Dystonie sei dank) aufgebracht und dann nach einem grossen Pflaster gesucht.
Da hab ich dann auch eins gefunden und hab damit den Klobrillen-Riss versorgt. Damit sich keiner dran verletzt.
Dann bin ich ins Büro zu den Mädels marschiert und hab gerufen:"Die Klobrille im hinteren Klo ist kaputt. Damit sich keiner verletzt hab ich ein Pflaster draufgepappt."
Die hamm alle gelacht.
Jetzt bin ich der Klobrillenersthelfer.

Ich glaub normalerweise muss man bei Entnahme eines Pflasters aus dem Verbandskasten auch reinschreiben, was da vorgefallen ist. Ich glaub aber nicht, dass ich den Klobrillenersthilfefall dort reinschreiben muss... Das is ja kein Thema für den Betriebsarzt. Sondern für die Haustechnik oder die Haussanitärer...
Hat sich dann eh erledigt ghabt. Ich hab des Büchle wo mer des hätt eitragn müssn, goar ned erschd gfundn.

Und wußtet Ihr, dass eine Verletzung am Hintern aufgrund so eines Vorfalls nicht als Arbeitsunfall gilt? Auf dem Klo und in der Kantine gilt des nämlich ned als Arbeitsunfall. Auf dem Weg dorthin und zurück aber schon. Vielleicht könnt Ihr ja so argumentieren: Die Klobrille hat mich verfolgt und gebissen...!
Immerhin wir hatten ja auch schon Glatteis IM Bus auf dem Weg zur Arbeit ...

Ich weiss jetzt warum die Muskeln bei CRPS abbauen!!! Jippie! Es stand im Buch "Einsamkeit Die unerkannte Krankheit" von Manfred Spitzer.
Bei chronischem Stress (nix anderes ist ein überreiztes Nervensystem, das auch bei CRPS die Ursache ist) kommt es zur vermehrten Bereitstellung von Zucker, teilweise durch den Abbau von Muskeleiweiß. Das führt auch zu Muskelschwäche. Da habt Ihr es!

Wußtet Ihr, dass Einsamkeit Stress erzeugt? Weil wir Menschen soziale Wesen sind. Vielleicht ist das auch der ursprüngliche Zweck der Schmerzen bei chronischen Krankheiten, die ja oft zur Einsamkeit und Isolation führen. Vielleicht will einen der Körper damit zur Rückkehr in die Gemeinschaft auffordern...
Denn in der Steinzeit war das überlebensnotwendig. Alleine hätte man nicht lange überlebt... Das wär doch sehr plausibel.

Und wußtet Ihr, dass digitale und soziale Medien nachweislich Einsamkeit verursachen? Sie erzeugen Stress, weil man sich mit anderen ständig vergleicht. Weil man immer Angst hat, etwas zu verpassen und weil es ein ziemlicher Zeitfresser ist. Sie sind sogar die Ursache von schlechter Stimmung und Depressionen. Und man kann mit sozialen Medien sogar die Stimmung (das Nervensystem) des einzelnen beeinflussen. Am besten scheint das mit Bildern zu klappen.
Wie geht das? Das hat Facebook sogar selbst in einem Feldversuch herausgefunden. Sie haben die Startseiten von Benutzern ohne deren Wissen manipuliert und auch dort überträgt sich die Stimmung, die man auf Bildern sieht, auf einen selbst überträgt. Das kann man zu guten oder schlechten Zwecken nutzen. Des is ja a ned grad as gsündeste.

Mittwoch: Heut begleitet mich eine Katze in Streichelhöhe (auf der Mauer laufend) bis zur Bushaltestelle. Is die schee waaach! (weich). Sie schmust sogar mit Hanni und Nanni meinen Krücken. Siggsdes. Dera störn's ned, im Gegensatz zu der Frau am Montag im Bus.

Die Leut stört scho vill allaweil. Jung-Wölfe und Jung-Bären, die ihrem natürlichen Verhalten folgen und sich ein Revier suchen, werden zu Problemen erklärt. Erst der Problembär. Etz der Problemwolf. Es is a Wölfin. Gibt's etz bald auch den Problemmenschen? Wollmer denn wirklich alles kontrollieren? Sind Tiere nur im Gehege, hinter Gittern schön? Sie gehören doch in die freie Wildbahn. Und mit welchem Recht sperren wir sie hinter Gittern? Weil für uns ihr natürliches Verhalten nicht mehr normal ist? Das ist schon ziemlich schräg. Aber wenn wir andererseits in der Gesellschaft mit andersdenkenden auch so umgehen, sind wir ja vom Problemmenschen gar nimmer soweit enfernt.

Mei Haltestellenbekanntschaft is a widder do.
Ich erzähl ihr, dass ich wegen meinem Trafohäuschen momentan nachts recht unruhig schlaf und mind. 3 x nachts aufwach und dann mit Entspannungsübungen mein überempfindliches Nervensystem wieder runterfahren muss...

Sagt sie:"Ich hab an Inhalator aus der Höhle der Löwen."
Ich weiss Gott sei Dank, dass des a Fernsehsendung is. Sonst wär es etwas seltsam gewesen.
Sie:"Der fährt mich sofort runter. Den habi gestern a benutzt und dann bini nachts aus'm Bett gfalln. Des hat ganz schee blut."
Ich:"Do woarsd zu entspannt."
Trotz Blessuren lacht sie. Do hadsisi ganz schee hergrichd.

Etz will sie mir morgen so a Ding mitbringen, weil sie noch einen in Reserve hat. Das is lieb. Sie hat auch immer so schöne Taschen dabei. Heut steht drauf:"Jeden Tag eine Portion Liebe."
Siggsdes! Sie maand des wortwörtlich.

Heut kummd des blaue Wunder mit die extraweichen Sitz. Do kanni ned so einfach mit die Krücken durchrutschen. Da blebd mer immer hänga. Mei Busbekannte lacht über mei unfreiwillige Krückengymnastik.

Apropos Sport... Gestern auf dem Weg zur Physio habi a Staala (ein Steinchen) gefunden. Und dann ein bisschen Krückengolf gespielt. Es ist fei goar ned so einfach mit der aana Krücken des Staala zu treffen...

Gestern habi im Bus die Seniorin mit dem Gehwagen aus dem Altersheim widder troffn. Am letzten Dienstag hat sie und ihre Freundin eine nette Autofahrerin mitgenommen und bis zum Altenheim gefahren. Es gibt nu nette Leut.

Kommunikation scheint nicht nur ein Länderspezifisches Problem zu sein. Sondern auch ein Generationenproblem. Die Generation, die mit Facebook aufgewachsen ist (die derzeitigen 30iger), versteh ich ned. Und sie mich auch nicht. Meiner Physio geht's genauso. Es geht scho do los, dass mir unterschiedliche Dinge lustig finden. Des is fei interessant.

A interessant find ich , dass in unserm Büro seit die zwaa Streithähne ned do sin (des streitbare "Ehepaar": Du hörst mir nicht zu!), spürbar und fühlbar eine viel entspanntere Atmosphäre is. Morgn kumd die Spannung zurück... Zwei Nervensysteme übertragen sich auf die restlichen Büroinsassen... auf's Büroklima.

Donnerstag: Mei Haltestellenbekanntschaft fährt heut ned mit. Hoffentlich issera nix bassierd. Ned dassi widder aus'm Bett gfalln is.

Gestern war ich auf der ersten größeren Veranstaltung vom Gesundheitsjahr.
Es gab Ständ (Apotheke, Kneipp, Fahrradstation ...) und zwei Vorträge.
Der erste Vortrag war von einem Kardiologen und Sportmediziner aus Erlangen.

Der Mensch ist ein Bewegungstier und benutzt halt seine Muskeln viel zu wenig. Weil wir viel zu viel sitzenden Tätigkeiten nachgehen. Damit ist es dann genauso wie mit dem Hirn. Je weniger man Hirn und Muskeln benutzt desto schneller verkümmern sie. Das ist das Lose it or use it Prinzip. Im Gegensatz zu mir, entrümpelt also der Körper Dinge, die er nicht mehr braucht. Das kann weg. Ich wünschte manchmal ich könnte das auch. Seufz...

Zurück zum Thema. Fazit: Je mehr man den Körper und das Hirn benutzt, desto gesunder ist und bleibt er bzw. es. Trennen könnt Ihr das ohnehnin nicht. Ein gesundes Hirn braucht einen gesunden Körper und umgekehrt.

Am besten wäre es 30 Minuten Ausdauersport am Tag in mäßigem Bereich zu machen. D.h. dabei sollte man sich noch mit jemandem unterhalten können. Ich persönlich sing da lieber. Wenn Euch dabei die Puste wegbleibt, dann übertreibt Ihr.

Bei Marathonläufern und Triathleten hat man festgestellt, dass es dort wieder vermehrt zu Verengungen der Herzkrankzgefäße und zu Infarkten kommt.
Also Obacht!
Also ist es mit dem Sport wie mit allem und auch wie Paracelsus schon sagte: Die Dosis mach das Gift.

Dabei spielt es keine Rolle, ob Ihr daheim auf Eurem Hometrainer alleine trainiert oder durch die Natur joggt.
Ein Zuschauer machte den Einwand:"Aber draussen in der frischen Luft isses doch immer gesünder als drin und daheim."
Worauf der Arzt schlagkräftig erwiderte:"Na, Sie können ja dabei das Fenster aufmachen."
Das fand ich sehr lustig :) Recht hadder.

Obwohl so ganz eindeutig ist das mit dem allein trainieren und in einer Gruppe doch nicht. Denn Menschen sind ja soziale Tiere. Sprich wir brauchen die Zuwendung von anderen und umgekehrt. Trainiert man in der Gruppe dann hat dies sicher noch einen weiteren positiven gesundeheitlichen Effekt. D.h. wenn Ihr den Sport alleine daheim macht, solltet Ihr Euch bei anderen Aktivitäten mit anderen treffen und Euch dort die sozialen und menschlichen Streicheleinheiten (Glücklichmacher Oxytocin) abholen. z.B. indem Ihr zu solchen Gesundheitsvorträgen geht. Es gibt noch ein paar dieses Jahr.

Der zweite Vortrag ging wieder über die richtige Körperhaltung und richtige Bewegungsabläufe und dass wir die Gelenke wie Kniegelenk oft durch Falschgebrauch malträtieren. D.h. wenn wir wieder besser lernen auf unseren Körper zu hören, dann erhalten wir unserer Beweglichkeit langfristig und bis ins hohe Alter. Auch bei chronischen Erkrankungen ist Bewegung wichtig, weil heilsam. Deshalb wird sie z.B. auch in der Krebstherapie zur Bekämpfung der sogenannten Fatigue eingesetzt. Bei den meisten chronischen Erkrankungen gibt es solche Erschöpfungszustände (nix anderes heisst Fatigue = müd). D.h. da hilft es auch. Man soll halt langsam anfangen und es muss Spass machen. Dann hat man als herrlichen Nebeneffekt auch noch schmerzstillende Endorphine (körpereigene Schmerzmittel). Treibt man Sport in Gemeinschaft kommt auch noch eine Prise Oxytocin , der Glücklichmacher, das Kuschelhormon hinzu. Drum is Bewegung gsund.

Am Kneipp-Stand hab ich die Dame danach gefragt, ob sie jemanden in Höchstadt kennt, der MBSR macht. Sie will sich bei mir melden. Die Glaa aus ERH hat sie gekannt. :)
Sie hat mir Feldenkrais empfohlen. Der hatte einen Schlaganfall und hat sich die Bewegung solange in seiner gelähmten Körperhälfte wieder vorgestellt, bis sie wieder funktioniert hat. Damit hat er neuroplastische Veränderungen im Hirn angestossen. Das ist dann vom Prinzip dasselbe wie die Perfetti-Methode und der Spiegeltherapie.

Ein bisschen schräg war, dass ich Ihr erst von der schmerzhaften Berührungsempfindlichkeit (Allodynie) erzählt hab und dann hab ich gsachd: "Ich bin die Glaa aus ERH." ,klopft sie mir mit Schwung freudig auf die rechte Schulter. Die Comics findet sie klasse. JAUA! Liebe kann manchmal fei ganz schön weh tun!

Meine Bekannte mit der ich dort war, meinte dazu, dass sie auch mal eine Zeit hatte, in der sie jeden den sie getroffen hat, freundschaftlich schwungvoll auf den Rücken geklopft hat. Drauf hat einer der Getroffenen zu ihr gsachd: "Wennsd mi numol haust, schlag ich zurück."

Etz habi scho an 3.ten Chef des Jahr. Mei lieber Mann... Des is a Verbrauch. Ich kann fei nix dafür.

Die Vintage-Klobrilln is immer nu do. Unser Teamassistentin hat nu a Taschentuch drauf und a Paketband rumgwickelt. A Druckverband sozusagen. Für Klobrille und Klo-Anwender. Ich bin gspannt wie lang es dauert, bis sie sie austauschd hamm.

As Büromaterial bringa sich inzwischen a scho vill Leut vo dahamm mit. Den letzten Kuli, den ich vo unserer Firma grichd hab, der hat immer dann nimmer gschriebm, wenni ner braucht hab. Dann bini auf Bleistift umgstiegn. Bloss Spitzer hads ka gebm. Do habi neulich an in der U3 auf dem Boden gfundn. Den habi dann ins Büro mitgnumma.

In der Kantine had's heit Druckfehler zu Mittag gebm. Do steht Backcamerbert.
Mei Kollech heisst Norbert. Do habi ner gfrachd, ober ned heut ausnahmsweis in die Kantine zum Essen geh mog, wenn's scho a Essen mit seim halben Namen im Angebot hamm.

Bei der Hausärztin is mer des amol so ganga, dass ihr Kuli ned gschriebm hat. Da habi sie gfrachd, ob sie a an Kuli hat, der wo schreibt. Vielleicht liechd des a o mir. Elektrische Türn gehn bei mir ja a nimmer auf. Do kanni fuchteln wie i mog. Des liechd aber am CRPS. Des bringt irgendwas im Körper durch die Minderdurchblutung so durcheinander, dass des mit dem elektromagnetischen Gedings nimmer funktioniert. So ganz habi des aber noned verstanden, woran des genau liechd.

Hinwärts zum Vortrag bini der Bäckersfrau begegnet. Die had grod ihr Schild zammglabbd.
Do hadsi mi gfrachd, ob i neue Gschichtli vo ihr hörn will. Kloar!
Neulich kummd a Mama mit am 5-jährigen in die Bäckerei. Sie hamm etz für Ostern a gfärbte Eier im Angebot.
Der Bub:"Sind die Eier unter der Schale auch gepfeffert und gesalzen?"

Eine Frau mit einem Jungen betritt den Laden. Es gibt heut Erdbeerkuchen im Angebot. Erdbeeren aus Spanien.
Der Junge möchte unbedingt einen Erdbeerkuchen.
Die Mama wiegelt ab:"Das sind Erdbeeren aus Spanien und keine heimischen."
Der Bub:"Aber des is doch wurschd ob die aus Deutschland oder Spanien sind."
Die Mama:"Nein. Die sind giftig."
Etz is der Bub verwirrt:"Aber Mama, mir warn doch im Urlaub in Spanien und do hamm mer a spanische Erdbeern gessen."
Die Mutter bleibt trotzdem dabei, dass spanische Erdbeeren giftig sind.

Mei Highlight war aber die Gschicht...

Kommt a Sanitäter in voller Montur ca. 50 Jahre alt in den Laden. Er will für sich und seine Kollegen drei Nougatpralinen. (Die macht der Konditor selber)
Dann fällt ihm ein: "Meine Kollegen sin auf Haselnüss allergisch. Die sin ned mit Haselnuss die Pralina, gell..?"
Sie sagt: "Doch. Aber Sie sin ja die Spezialisten dafür."
Dann hat sie ihm noch erklärt, dass er auch keine Krokantpralinen nehmen darf ;)
Und mir hat sie genau beschrieben wie er ausschaut.
Dann hat sie gsachd:"Sandra, wenn der Sanidäder auf Dich zukommt, dann lauf gaaanz schnell weg!"

Ich glaab sie sollerd a Buch schreibm. Des wärerd bestimmt a Bestseller...

Freitag: Hads mich derbröselt. Des Wetter bringt mei Nervensystem so durcheinander, dass mir am Freitag vom Busfahrn schlecht worn is. Der Hausarzt meint, des is a Infekt. Ich sag, des is mei CRPS. Vielleicht hammer a alla zwaa recht. Etz bini an ganzen Freitag flachglegn und hab gspeit. Er hat gmeint, alles, was vo alla nausgeht, is gut. Aber gut, woar mir gestern überhaupt ned. Und heit (Samstag) habi immer noch an Brummschädel und bin fix und fertig, licht- und geräusch- und geruchsempfindlich. Des Wetter is fei a ned grod as gsündeste....

Die Krankenkasse gibt mir pauschal 3 Tage um widder gsund zu wern. Ich hab scho gestern gwussd, dass des bei mir wecher dem CRPS widder länger dauert. Schau mer mol, wer recht hod. Die Krankenkassa oder ich.

Mei Bekannte war a widder dabei. Sie hat mir den Inhalator mitbracht und gschenkt. Des woar fei schee und lieb vo ihr. Gestern is ned mitgfahrn, weil ihr Aug vo dem Sturz vo vorgestern dodal zugschwolln woar. Sie hätt an Bus goar ned gfundn. Siggsdes Entspannung kann a ganz schee weh do!

Ich wünsch Euch allen a scheens Wochenend und gute Besserung!

Sonntag: Eine Bekannte findet es schön, dass ich meinen Gehhilfen einen Namen gegeben habe :)
Lustig find ich, dass meine Geh-Hilfen meine Gehilfen sind :)

Weil mein Trafohäusle grad wieder voll aufdreht, hab ich heut nacht den Miniinhalator (aspuraclip) mal ausprobiert. Also leider ist der nix für mich. Den kann ich weder olfaktorisch (geruchstechnisch) noch taktil (das Gefühl in der Nase) ertragen.

Das ist mir alles zuuu intensiv! Der entspannt mich nicht. Der macht mich wahnsinnig...

Aber vielleicht hilft's ja dem ein oder anderen von Euch.

 
Die Glaa aus ERH - Halbmond Sandra Jaeger 2019
21.03.19 bis 29.03.19 Macht der Darm den Feindlichkeitsmodus?

Donnerstag:
So nachdem ich letzten Freitag in inniger Umarmung mit einem Putzeimerchen und der Kloschüssel verbracht habe, geht es meinem Nervensystem langsam wieder besser. Es ist doch das CRPS. Die Kasse hatte also nicht recht.

Bewundernswert, dass Ärzte diesem System der Versicherungen trotzen. Sie agieren dabei wohl eher als Seiltänzer und betreiben einen Spagat zwischen dem, was sie verordnen möchten und dürfen. Zudem ist da noch ihr eigenes finanzielles Risiko im Fall von Regressforderungen der Kassen für bereits Jahre vorher abgerechnete Leistungen. Also hier mal mein Respekt an Sie alle, die Sie diesem unmenschlichen System trotzdem mit Menschlichkeit trotzen.

Und mal ganz ehrlich leicht hat der Arzt es mit uns ja auch oft nicht. Wenn er uns z.B. nüchtern einbestellt und uns gesagt wurde, wir sollten Wasser trinken und die Medikamente nehmen und wir kommen dann TOTAL nüchtern. Und bringen ihn damit zur Verzweiflung.

Auf mich ist der eine Arzt auch mal wütend geworden, weil ich mit einem HB von 6 noch rumgelaufen bin und es nicht mal gemerkt habe. Ich hab halt gedacht, ich werd langsam alt. Da sieht man aber auch mal wieder wie anpassungsfähig der menschliche Körper ist und was er alles aushält. Ich empfehle dies trotzdem nicht zur Nachahmung!

Kein Wunder, wenn er dann wie ein sorgender Papa auf die Kinder (seine Patienten) wütend wird. Sieht man es aus dieser Perspektive dann ist das ja auch irgendwie was schönes. Vielleicht heisst es deshalb auch noch Onkel Doktor. Dabei möchte ich der weiblichen Exekutive dieser Zunft nicht zu nahe treten. Zumal sie ja heute auf - und überholt. Bald wird die Medizin weiblich sein. Das ist nur was historisches. Nix histerisches...
Vielleicht wird es zukünftig dann bei empathischen und liebevollen Ärztinnen: Tante Doktor heissen.
Das wär doch schön.

Am 20.03.19 kamen zwei spannende Beiträge auf Arte:
Der Bauch unser 2.tes Gehirn
http://www.3sat.de/page/?source=/dokumentationen/199237/index.html
und zum Microbiom
http://www.3sat.de/page/?source=/dokumentationen/190761/index.html
Wußtet Ihr dass man Parkinson im Darm weit vor der Diagnose im Hirn erkennen kann? Und dann hoffentlich frühzeitiger behandeln kann ...

Und dass die Darmbakterien unser Verhalten bestimmen? Und dass wir 2 kg von den Dingern intus haben? Cool!
Es gibt Darmbakterien bei Mäusen, die diese träger machen, so dass Katzen sie schneller erwischen. Das ist im Interesse der Darmbaktierien, die gedeihen nämlich in der Katze viel besser als in den Mäusen.

Ich hab meine Ernährung im Zuge des CRPS auch umgestellt. Gut, ich gestehe ich kann auf Schokolade leider nicht verzichten. Wenn es mir schlecht geht, dann hilft mir Schokolade immer zu Glücksgefühlen (Endorphine) und es beruhigt mich auch und meine Nervenzellen wohl auch. Auf schokolade am Abend kann ich besser schlafen... Kakao tut's auch. Aber mit Genuss.

Früh ess ich ein Joghurt mit kernigen Haferflocken und trink Tee. Den Tee inhalier ich ein bisschen und kann so auch das Nervensystem etwas runterfahren, dass früh immer schon auf 180 ist. Ich brauch den ganzen Tag, um es soweit runterzufahren, dass ich wenigstens nur mit 1 - 2 Unterbrechungen durchschlafen kann.

Mittags ess ich Hardware. Obst am Stück, nein keine Ananas ;-) Karotte, Spitzpaprika und eine Portion Miniquark. Alles, in was man praktisch unterwegs reinbeissen kann. Ich mein es geht mir seitdem besser. Und viel von dem Fastfood und Chipsgedöns schmeckt mir inzwischen gar nicht mehr. Wär die Frage, ob sich dadurch auch meine Darmbakterien verändert haben und die wiederum im Hirn die Chemie geändert haben. Ob dieser Feindlichkeitsmodus sich durch die Ernährung lindern läßt? Also , dass man wieder offener für neues wird und den Menschen wieder eine Chance gibt? Und sie nicht nur als Feinde wahrnimmt..? Es könnte schon sein. Leider kann ich hinterher wohl wenig drüber sagen, was jetzt konkret die Verbesserung bei mir brachte. Aber ich denke sowieso , dass es die Mischung ist.
Natur, Rausgehen, sich überwinden, dann die Ernährung und Bewegung und dann die sozialen Kontakte.

Der Trend der Fernsehsendungen der "Ernährungs-" und aktuell auch der "Bewegungsdocs" auf NDR (Montag und Dienstag glaub ich) geben dem ganzen Recht. Übrigens fesseln mich solche Sendungen mehr als es jeder Actionfilm könnte. Die sind mir nämlich zu laut und zu hell (Explosionen). Ich könnte im Nachgang gleich hinterher die Filme allerdings nicht zusammenfassen. Dafür braucht mein Hirn Zeit. Eine Nacht und in der scheint mein Hirn die Informationen alle mal umzusortieren mit älterem schon vorhandenem Wissen zu verknüpfen, abgzugleichen. Sprich wie ein guter Eintopf, werden alle Zutaten erst einmal miteinander vermengt, köcheln dann nachts vor sich hin und dann anschliessend noch einmal gut umgerührt. Morgens wach ich dann mit Heureka und Aha-Erlebnissen auf! Endorphine und Schmerzmittel schüttet das sicher auch aus. Das Hirn ist schon eine wunderbare Sache. Ob wir jemals herausfinden, wie alles wirklich zusammen funktioniert? Immer, wenn ich ein Puzzleteil gefunden habe, finde ich noch eins und noch eins. Im Gegensatz zu einem Puzzle wird damit das Gesamtbild aber immer größer und komplexer. D.h. je mehr man herausfindet, desto mehr sieht man wieviel unendlich mehr noch fehlt!

Im Darm wird auch das meiste Serotonin gebildet. Das hab ich in einer Geo-Zeitschrift bei meiner Physio gelesen. Jaja, lesen bildet. Bei meiner Ergo lag früher nur die Gala rum. Warum man sowas liest, wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Inzwischen gibt es auch dort Geo - Hefte. Sehr vernünftig.

Das würde erklären, warum mein Bekannter von mir, der schon oft am Darm operiert wurde und nicht mehr viel davon besitzt, immer so schlecht drauf ist. Ob alle Menschen mit künstlichem Darmausgang und operativ verkürztem Darm dann depressiv sind und überall nur Arschlöcher sehen? Oder ist das nur mein Bekannter? Allerdings .... wenn das dem Feindlichkeitsmodus der chronisch Schmerzkranken entspricht, dann müßte die Ursache des Feindlichkeitsmodus im Darm zu finden sein... Dann würde eine Ernährungsumstellung bereits in der Schmerztherapie Sinn machen.

Übrigens im Beitrag wurde gezeigt, dass Kinder auf dem Bauernhof kein Asthma bekommen. Weil sie im Stall (dort muss mind. eine Kuh, aber auch Schweine, Hühner und Pferde .. sein, je gemischer umso besser, desto diverser sind die Bakterien) mit vielen Bakterien in Berührung kommen und so gesünder sind, als Stadtkinder. Damit wäre eine Schmerztherapie auf dem Bauernhof eine gute Idee. Rohmilch könnten die Teilnehmer dort auch trinken. Die enthält nämlich Darmbakterien, die in der pasteurisierten und hocherhitzen Milch nicht mehr enthalten sind. Und damit könnten sie ihre Darmflora verbessern. In der Natur wären sie auch und in Bewegung auch. Gleich alle Wünsche auf einmal! Das geht nun wirklich nicht.. oder doch ?

Auch Babies , die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, bekommen die Bakterien ihrer Mutter durch die Abkürzung der Bauchdecke und nicht durch den Geburtskanal geboren worden zu sein, nicht mit. Sie haben so oft einen Infektiöseren Start ins Leben.

Deswegen hat man jetzt die Idee, Binden , Mull in die Scheide der Mutter 2 Std. einzuführen und das Kaiserschnittbaby dann damit abzureiben. Damit wäre der Kontakt mit den Bakterien wieder hergestellt. Im Mutterleib ist es nämlich steril. Warum schreibt man Brotlaib aber Mutterleib? Weil man sich davon eine Scheibe abschneiden kann?!?

Apropos steril... Interessant fand ich auch, dass in einigen Krankenhäusern die vermehrten restistenten Keime so angegangen werden, dass man mehr gute Bakterien ins Krankenhaus schleust. z.B. in Intensivstationen das Fenster öfter mal aufzumachen. Dort ist es ja angenehm warm und dass sich in einer solchen Wärme nicht nur gute Dinge wohlfühlen sondern auch die eine oder andere gefährliche Bakterie ist kein Wunder. Man geht sogar noch weiter. Statt mit Desinfektionsmitteln zu putzen, putzt man mit anderen gesunden Bakterien. Denn die resistenten Keime können sich nur so gut verbreiten, weil mit dem Desinfektionsmittel ihre natürlichen Feinde vom Menschen beseitigt werden. Das ist ja ähnlich wie im Wald mit der überbordenden Reh- und Wildschweinpopulation. Wenn die natürlichen Feinde wie Wölfe fehlen, dann braucht man sich darüber ja nicht zu wundern.

Noch was lustiges gestern vom Arzt:
Er hat mir gestern erklärt, dass Krankheiten oder Störungen ja nur anhand von Symptomen definiert werden. Das ist gar keine echte Wissenschaft. Das sind ja nur Theorien. Und wenn dann eine Therapie anschlägt, die man aufgrund der Symptome macht, dann geht man davon aus, dass es das war.

D.h. dann aber im Umkehrschluss nicht, dass ich alles, was nicht zu behandeln funktioniert, als Nicht-Krankheit (psychosomatik, Psychisch oder Simulantie) abtun kann. D.h. lediglich, dass entweder die richtige Diagnose anhand der Symtpome noch nicht gestellt wurde und deshalb nicht greifen konnte, oder es diese Zusammenfassung der Symptome unter einer Diagnose noch gar nicht gibt!

Ihm sind übrigens Syndrome am liebsten, weil das nur eine Sammlung von Symptomen ist. Da ist er mir schon sympathisch.

Dabei hat er mich zu der Bezeichnung von dem was ich habe, gefragt.
Er:"Hätten Sie lieber eine Störung oder eine Krankheit?"
Ich:"Ein Feature."

Damit hat er nicht gerechnet. Und ich hab wieder ne Steilvorlage für einen neuen Comic.

Und dabei hab ich mit dieser kleinen Bemerkung auch noch recht... Ich erklär Euch auch warum.

Dann ist die Homeostase, das Gleichgewicht des Körpers wohl nur ein nie erreichbarer Zustand. Wahrscheinlicher ist es doch, dass der Körper dauernd irgendwo dazwischen pendelt bzw. darum herum.

Das hieße dann es gibt keine wirklich Gesunden, weil der Körper, Nervensystem, Killer- ,Fresszellen ,Bakterien und Co ja ständig damit beschäftigt sind , diesen wiederherzustellen bzw. zu erhalten. Dann gäbe es aber auch den Begriff Krankheit nicht wirklich. Denn das Dazwischenrumpendeln ist eine völlig normale Sache... Genauso wie neuroplastische Prozesse. Das passiert ja nicht nur wenn man krank ist. Das passiert andauernd.

Ich versteh auch nicht, warum man meint mit mir Mitleid haben zu müssen. "Oje."
"Seufz...", Hände vors Gesicht schlagen... Verlegenheitssmalltalk. Dabei ist auch wenig dienlich, dass ich mit Smalltalk eh nichts anfangen kann. Ich habe vor Menschen, die viel erlebt haben, Respekt und bin neugierig auf sie. Was ich gar nicht leiden kann, ist diese Jammerei... ! Grauselig... Gruselig...

Am Skurrilsten wird es immer, wenn dann solche Leute ihre Krankheiten samt Gdb miteinander vergleichen wie beim Basar. Der mit der schlimmsten Krankheit gewinnt. Wie Autoquartett mit Krankheiten... Obwohl, wenn man so ein Spiel mal auf den Markt brächte, würde es vermutlich zum Bestseller. Eine Marktlücke. Und irgendwie auch gruselig...

Ich finde CRPS (mein besonders übererregtes Nervensystem) ist ja ein spannendes Abenteuer auf dem ich mich befinde. Die einen reisen in den Dschungel um was zu erleben. Dabei befindet sich doch dieser Dschungel in mir. Das Abenteuer ist in mir. Und ich bin gespannt wie es weitergeht. Das übererregte Nervensystem gehört zu mir. Zumindest aktuell. Es muss ja nicht immer so bleiben. Es hat ja nicht nur Nachteile sondern auch Vorteile. Es ist kein böser Eindringling von aussen, den es zu bekämpfen gilt.

Ich denke solange man gegen eine Krankheit kämpft und sie nicht als natürlichen körperlichen Vorheilungsprozess ansieht und akzeptiert, kann auch keine Heilung erfolgen. Das lese ich auch in Erfahrungsberichten aus dem Heft GEO Wissen Gesundheit - Die Heilkraft unseres Körpers. Spannend! Da ist auch eine Autistin dabei und Schmerzkranke und eine mit MS.. Unbedingt lesenswert!

Auch mit dem Autismus. Ich glaub nämlich auch nicht, dass Autismus , ADHS und CRPS unheilbar sind. Genausowenig Parkinson und Co. Ich denke, wir können da viel selber machen, wenn wir endlich wieder lernen auf unseren Körper zu hören. Wenn das jemand sagt, dann sind das seine Grenzen und nicht unsere! Basta!

Momentan interessiert mich auch Hochbegabung. Die sollen Autisten nicht unähnliche Probleme haben. Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie autistisch oder hochbegabt sind. Manche sind auch beides... Eine Bekannte, die mich diese Woche mitgenommen hat (wahrscheinlich seh ich deswegen so mitgenommen aus ;-), meinte, dass man ja sagt, dass Genie und Wahnsinn gar nicht soweit auseinanderliegen.

Da ich ja etwas speziell und eigen zu sein scheine, fragte ich mich, ob ich damit bei den CRPSlern vielleicht nicht alleine bin und es sich vielleicht um Menschen handelt, die prinzipiell empfindlicher auf Reize reagieren also schon vorher ein übersensibles Nervensystem haben. z.B. Hochsensible, Hochintelligente, Autisten, ADHSler ....

Und hab einen Schmerztherapeuten, den ich kenne, mal drauf angesprochen. Er meinte, er könne keinen definitiven Literaturhinweis entdecken, dass CRPSler bereits vorher hypervigilante Menschen waren. Bei vielen komme die Hypervigilanz (Übererregbarkeit des Nervensystems) erst später. Hmm... Und wenn sie sich dessen bloss nicht bewußt sind? Man hat ja keine Vergleichsmöglichkeit, weil man selber ja schon immer so war.

Ich hab mich z.B.immer drüber gewundert, wie lange Ärzte zum lesen eines einseitigen Befundberichts brauchen. Bis mir irgendwann aufgegangen ist: nicht die lesen zu langsam. Ich les zu schnell!

Man hat festgestellt, dass Hochintelligente besser mit Krisen umgehen können, weil sie diese mit ihrer Kreativität besser verarbeiten können. Was mich zu der Frage treibt: Was war nun zuerst da? Die Hochintelligenz oder das übererregbare Nervensystem?

Wenn ein Säugetier in eine feindliche, stressige Umgebung hineingeboren wird, dann muss das Tierle auch sehr vorsichtig und dauernd auf der Hut (also hypervigilant) sein. Und kommt auch so zur Welt. Das Gehirn stuft dann alle Umweltreize als feindlich oder mögliche Gefahr ein. Das Tierle ist hypervigilant und ständig in Hab-Acht-Stellung. So nun kommt Ihr und wollt mit dem Tierle Smalltalk machen... Entweder greift es Euch an, ergreift die Flucht oder reagiert anders als Ihr es normalerweise erwartet. Vollkommen normal in seiner Situation. Aus Eurer Sicht eher weniger..

Das heißt im Gegenzug auch, dass das Hirn des Tierles Reize nicht ausblenden kann (weil es auf der Hut ist), die Ihr weil Ihr entspannt seid, nicht wahrnehmt. D.h. das Gehirn des Tierles muss mehr Input als Euer Gehirn verarbeiten. D.h. es muss viel mehr leisten!!! Und ein Gehirn das mehr genutzt wird, wird auch besser. Resultiert also die Hochintelligenz und Kreativität aus der Hypervigilanz oder ist die höhere Intelligenz der Ausgleich dafür mit einer größeren Reizflut zurechtzukommen? Egal wie es ist: man kann mit Krisen flexibler und kreativer umgehen und diese als auch Chance nutzen. Denn Intelligenz ist die Fähigkeit neue Probleme, denen man vorher nicht ausgesetzt war, zu lösen.

Hochintelligente haben nämlich zum grossen Teil dieselben Probleme wie Autisten. Haben Autisten ein noch übererregbareres Nervensystem als Hochintelligente und sind noch sensibler? Hat beides dieselbe Ursache?

Die Psychologin Andrea Brackmann (Jenseits der Norm, Ganz normal hochbegabt ..) sieht dies z.B. genauso.

Mit freundlichen Grüssen aus den Wirrungen meiner Gehirnwindungen ...

Samstag: Mir geht soviel durch den Kopf. Soviele Fragen... Mein Trafohäuschen, Nervensystem dreht bei dem Wetter so richtig auf. Gestern hab ich mich auf dem Weg zur Selbsthilfegruppe wegen der Reizüberflutung am Bahnhof auch verfahren und bin statt in die 5 in die 8er Trambahn eingestiegen.

Dann war ich so in meinen Gedanken verstrickt, dass ich 5 Haltestellen gebraucht hab, bis ich gemerkt hab, dass ich mich nimmer auskenn. Da bricht mein Desorientierungsfeature wieder durch. Ich muss über mich selber lachen.

Im Gegensatz zu früher bin ich diesmal nicht in Panik verfallen (gut, im ersten Moment schon... bis ich mich wieder gefangen habe), sondern einfach ausgestiegen, auf die andere Seite und dann wieder zurückgefahren. Wenn ich mich im Wald verlauf, dann lauf ich auch wieder so zurück wie ich gekommen bin.
Eine ähnlich veranlagte Bekannte hat mir neulich gestanden:"Was ich schon nachts im finstern im Wald rumgeirrt bin..."

Für mich schaut in der Stadt alles gleich aus. Es ist zu laut, zu hell (die Sonne blendet mich), es stinkt nach Abgasen und die Menschendichte in Strassenbahnen und Co zerrt und zehrt auch an meinen Nerven bzw. am ganzen System. So passiert es dann, dass ich in mich und meine Welt versunken in der Strassenbahn sitze, mit den Gedanken in existentielle und philosophische Fragen versunken, weil mich die Reize wie eine Flutwelle überrollen. Dann zieh ich mich in mich selbst zurück. Weil es da sicher ist.

Eine Frau hat mich unterwegs angesprochen, ob ich kurz auf Ihre Tasche aufpassen kann. Sie möchte sich schnell ein Eis kaufen. Warum muss heutzutage eigentlich alles schnell gehen? Gibt's dafür einen Preis? Und warum will jeder erster sein? Hinten ist es doch auch ganz schön. Und einer muss ja den letzten machen. Und der letzte ist ja nicht automatisch das Allerletzte.

Wobei man sich auch immer drauf verlassen kann, dass wenn jemand sagt: "kannst Du bitte mal schnell?" oder "ich mach bloss schnell mal... und dann komm ich..." es bestimmt nicht schnell geht. Wenn's mal wieder etwas länger dauert... dann geh ich mal schnell...

Egal wo ich bin, irgendjemand fragt mich grundsätzlich IMMER nach dem Weg. Und das bei meinem Desorientierungsfeature! Warum ist das so? Dass ich so kompetent wirke, kann eigentlich nicht sein, dafür gab es schon zu viele Menschen, die mich in den letzten 5 Jahren für tiefenbegabt gehalten haben. Das waren Gutachter. Fachleute. Kann doch nicht sein, dass die sich irren... oder doch? Ich frag einfach mal die Frau.
Sie windet sich ein bisschen:"Ich glaub, ich hab sie angesprochen, weil sie so nett gucken. Andere gucken ja gar nicht her oder nur auf ihr Smartphone. Sie wirken so vertrauenswürdig."

Dann hat sie also aus einem Gefühl heraus so gehandelt und nicht aus purer Logik. Handeln Menschen doch immer mehr nach ihrem Gefühl als ihrer Logik? Das Gefühl hat ja diverse Vorteile. Es ist schneller. Und bei akuter Gefahr, wäre Logik einfach zu langsam. Dabei bilden wir uns doch soviel auf unser logisches Denken ein. Logisch ist ja auch digital. Ist nun doch die Evolution und damit das Gefühl der Technik und der Digitalität immer noch überlegen? Anscheinend schon. Das finde ich ganz schön spannend...

Ist Euch übrigens bewußt, dass Ihr Psychologie im Alltag täglich im Kontakt mit Menschen einsetzt? Psychologen tun dies im klinischen Umfeld. Also eher unter Laborbedingungen. Kann es dann nicht doch sein, dass ein Handwerker mit regem Kundenkontakt, ein Barkeeper und unsere Bäckereifachverkäuferin mehr psychologische Menschenkenntnis besitzt als der studierte Psychologe? Die sammeln nämlich ihre Erfahrungen im Gegensatz zum Studierten im echten realen Leben. Das ist praxistauglich und praxiserprobt. Öl- und wasserdicht.

Nun hat sich herausgestellt, dass Laborbedingungen die natürlichen Verhaltensweisen von Tieren beeinflussen und dass sich Tierverhaltenspsychologen und auch dort schon geirrt haben.
z.B. bei den Wölfen. Man sperrte wildfremde und nicht miteinander verwandte Wölfe in Gehegen zusammen und studierte ihr "natürliches" Verhalten. Dadurch kam es zum Mythos des Alphatieres. Seltsamerweise werden viele psychiatrische Gutachten weiterhin in einem klinischen Umfeld gemacht. Dann ergibt sich aber auch ein klinsches Verhalten und nicht unbedingt das normale. Denn in einer Klinik sein, ist für die meisten Menschen (von Ärzten mal abgesehen) wohl kein normaler Zustand.

Es gab aber auch mal einen Arzt, der mich diesbezüglich verblüfft hat. Als ich mit meinem gebrochenen Arm zur Gipskontrolle antreten durfte, fragte er mich jedes mal, warum ich so blass bin.
Beim dritten mal, dacht ich, ich sag's ihm halt: "Ich geh ned gern ins Krankenhaus."
Drauf er:"Ich auch nicht."

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass es in freier Wildbahn keine solchen Wolfsrudel gibt, sondern Wolfsfamilien. Vater, Mutter, Kinder und vielleicht noch ein paar Onkeln und Tanten. In Ausnahmefällen wird auch mal ein familienfremder Wolf akzeptiert. D.h. das studierte Verhalten im Wolfsgehege der Forscher war keineswegs natürlich. Weil eine solche Gruppe sich in freier Wildbahn niemals zusammenfinden würde.

Damit ist Alphaverhalten ein unnatürliches Verhalten. Also nicht normal.
Ist es dann Zufall, dass sich ein ähliches Verhalten mit nicht ganz freiwillig zusammengepferchten Menschen in Gefängnissen, Sammelunterkünften, Krankenhäusern und Grossraumbüros zeigt?

In dem Buch "Animals make us human" von Temple Grandin und Catherine Johnson wird die Frage gestellt, was Tiere brauchen, um gut und gesund leben zu können. Die Regel ist einfach: Man sollte weder Wut, Angst und Panik fördern sondern Neugier und das Spielverhalten. Warum sollte das nur für Tiere gelten? Und nicht auch für uns Menschen?

Wut entsteht ursprünglich dadurch, dass man von einem Raubtier gefangen und unbeweglich festgehalten wird. Wut hat das Ziel , dem gefangen Tier genug Energie zu geben, dass es dem Räuber doch noch entkommen kann. Unter Umständen gelingt es auch den Räuber mit dem Verhalten so zu verwirren oder zu schockieren, dass die Flucht gelingt. Frustration ist die milde Form von Wut.

Angst entsteht wenn das Leben physisch, psychisch oder sozial bedroht ist. Panik entsteht aus sozialem Verlust. Auch bei Schmerz. Da macht das Hirn ja keinen Unterschied. Deshalb sind bei sozialem Schmerz, Opioide noch wirkungsvoller als bei physischem Schmerz.

Und was ist es denn anderes als Angst, die wir in einem lauten, zu hellen und dicht mit Menschen gedrängtem Grossraumbüro, in Strassenbahnen und öffentlichen Nahverkehrsmitteln empfinden? Und in einem Krankenhaus in einem 2- 5 Mann Zimmer doch auch? Neonlichter, fremde Menschen auf dichtem Raum, ein fehlender sicherer Rückzugsort. Deshalb versuchen die Insassen und dortigen Stationierten sich abzuschotten. Im Bus mit Kapuzen und Ohrstöpseln und Musik. Im Krankenhaus ist es doch auch ählich und im Grossraumbüro verbarrikadiert man sich hinter Schrankburgen und mit Flughafenschutz-Kopfhörern, Ohrstöpseln und eigener Musik.

Derjenige, der mit einem 85-jährigem Volksmusikfan das Krankenhauszimmer teilen muss, flüchtet ja nicht ohne Grund. Weil es für ihn Folter ist. Schöner Nebeneffekt für's Krankenhaus: er wird schneller gesund und spart Kosten. Denn er kommt ja schneller wieder auf die Beine und kann so früher entlassen werden. So kann Volksmusik also auch die Selbstheilungskräfte von Nicht-Volksmusik-Fans fördern. Erstaunlich. Sprich: will man im Krankenhaus einen jungen Menschen zum Austehen motivieren, könnte dies durch diesen kleinen physiologischen und psychologischen Trick gelingen. Also bei mir hat er damals in Bamberg funktioniert. Am 2.ten Tag nach der Bauch-OP war ich mit dem Fluchtmodus schon sehr mobil und konnte nach 5 anstatt nach 7 Tagen bereits entlassen werden. Was war ich froh!

Und was anderes ist Frustration, wenn wir auf Arbeit wieder mal an Bürokratie und praxisfernen Prozessen zu verzweifeln drohen? Da wären wir auch wieder bei der Hilflosigkeit. Und dem Ausgeliefertsein. Denn es hat ja einen Grund, warum psychische aber auch physische Krankheiten z.B. chronische Schmerzen in unserer Arbeitswelt immer mehr zunehmen. Ein Grund ist freilich auch, dass wir dazu geboren sind uns am Tag draussen unter freiem Himmel in der Natur zu bewegen. Stattdessen sitzen wir im Büro und auf dem Weg zur Arbeit... Wir benutzen die Muskeln nicht mehr wofür sie eigentlich vorgesehen sind. Lose it or use it. Sie verkümmern und verspannen. Schmerzen sind die Folge.

z.B. macht die Digitalisierung auch kurzsichtig. Denn wir sind dafür vorgesehen in der Natur in die Ferne zu sehen und nicht mit einem Smartphone vor der Nase herumzulaufen oder stundenlang vor einem Monitor zu sitzen. Die Augen entspannen in der Weitsicht. In unserer digitalen Welt können sie nicht mehr entspannen. Bei Kindern nimmt die Kurzsichtigkeit deswegen zu, weil ihr Auge noch nicht ausgebildet ist. Es sollte noch wachsen. Doch durch den fehlenden Aufenthalt in der Natur mit der dazugehörigen Augenentspannenden Weitsicht, wird das Sehen nicht richtig ausgebildet. Hat jemand schon mal untersucht, ob digital nicht mehr schadet als es nützt? Gibt es vielleicht einen sinnvollen Mittelweg zwischen sinnvoller Digitalisierung und zuviel davon? Derzeit kommt es mir so vor, als würde alles nur komplizierter dadurch werden. Und mit unseren natürlichen Bedürfnissen kollidieren. Was wäre wenn man digital nur dort einsetzt, wo es Sinn macht? Und dort weglässt, wo es keinen Sinn macht... Wahrscheinlich ist es wie mit allem: Die Dosis macht das Gift. Paracelsus hatte da schon recht. Wasser kann ja im Übermass auch tödlich sein.

Wäre jetzt nicht die Zeit zu fragen, wie man für den Menschen ein entsprechendes angst-, frustrationsfreies, Neugier und Spielverhalten förderndes Arbeitsumfeld erschaffen kann? Oder gibt es bald eine gesetzliche Regelung für die Humanhaltung im Büro? Wieviele Quadratmeter sind angemessen?

Es gibt schon seltsame Regeln. An einer roten Ampel hält z.B. jeder, auch wenn meilen- und km-weit kein Mensch oder Fahrzeug zu sehen ist. Warum?

Vor dem Damenklo ist eine kilometerweite Schlange (nein, nicht das Tier... wäre es dort, hätte sich das Problem sicher erledigt), vor dem Herrenklo herrscht gähnende Leere. Warum gehen dann die Damen nicht auf's Herrenklo? Die hamm doch beide ne Schüssel. Also die Klos. Wenn ich muss, dann geh ich doch lieber auf das andere als mir in die Hose zu machen. Vielleicht hamm andere Menschen ja andere Prioritäten... Der einzige Unterschied war, dass dort noch zwei Urinale hängen. Aber eine Sitzschüssel gibt es ja trotzdem. Es war auch etwas versiffter dort und hat mehr nach Urin gestunken. Vielleicht liegt das an der nachlassenden Trefferquote im Alter. Ich weiss es nicht.

Und wohin gehen Transgender? Oder geschlechtsneutrale? Dürfen die auf beide? Oder auf keines?

Als es in Erlangen noch die Heka gab (lang ist's her) da war das Damenklo auch immer defekt. Also bin ich auf's Herrenklo. Ich hör noch wie ein Mann, der nach mir reinkommt, seine Frau veralbert, weil sie nicht auf's Klo kann. Als ich aus der Kabine und hinter ihm am Urinal vorbeigeh, ist ihm dann das Lachen vergangen. Mei hat der gschaut. Da hat dann sei Frau glacht.

Apropos aus dem Konzept bringen...
Eine Bekannte hat sich neulich Passbilder machen lassen. Der Fotograf ist sehr neugierig und möchte wissen wofür sie sie braucht.
Meine Bekannte:"Als Sterbebildle."

Ich wollte auch mal in meiner Kinderheit die Erfolgssprüche meines Vaters (Stukker) zur sozialen Kontaktaufnahme ausprobieren.
Frauen fanden ihn wohl charmant. Ich weiss es nicht. Zu mir war er nie so. Bei Mama ist er immer schon mit dem Auto losgefahren, da saß sie noch gar nicht drin.
Sein Spruch war:"Hallo schöne Frau."
Also dacht ich in meiner experimentellen Neugier: das probierst du mal aus.
Bin in den Bus eingestiegen und hab den älteren Busfahrer mit den Worten:"Hallo schöner Mann." begrüßt. Das Experiment fiel anders aus als erwartet. Der Busfahrer sagte gar nichts und musterte mich irritiert. Warum ist das okay, wenn ein Mann sowas zu seiner Frau sagt aber umgekehrt nicht?

Ist es in der Medizin so, dass man immer nur die Symptome behandelt? Würde es nicht mehr Sinn machen, die Ursache zu behandeln? Oder ist das jetzt wieder keine medizinische sondern eine philosophische Frage? Wenn ich den Arzt neulich richtig verstanden habe, dann ist der Unterschied zwischen Heizungstechniker, Arzt und Systemadministrator oder Entwickler gar nicht so gross. Alle gehen nach dem Try - und - Error - Prinzip (Versuch macht klug) vor. Sie vermuten anhand der Rechner-, Software- , Heizungs- bzw. Patientensymptome, wo das Problem liegen könnte, schreiten dann zur Tat, indem sie das vermutete defekte Teil austauschen, das Programm debuggen oder ein Medikament oder eine Therapie verschreiben und dann gucken, ob es funktioniert. Sobald sie wissen, dass es funktioniert, haben sie die Ursache bzw. richtige Diagnose gefunden.

Nun ist mein innerer Thermostat kaputt. Das kommt vom CRPS. Entweder schwitz ich oder ich frier. Normaltemperatur gibt es nicht mehr. Es ist zwar nicht schön, aber man gewöhnt sich dran.

Bei medizinischen Problemen muss man aber erst immer zum Spezialisten. Da kriegt man dann eine Überweisung vom Hausarzt. Der weiss auch, wo man dann hin muss und wen es da so alles gibt.

Ist Eure Zentralheizung im Haus ausgefallen, dann überweist Euch der Heizungsinstallateur noch nicht an einen Thermologen. Vielleicht kommt das noch. Die Spezialisierung schreitet ja immer weiter voran.

Wenn ich auf Arbeit im IT-Bereich eine Frage habe, dann kann es auch sein, dass man mich von Pontius zu Pilatus (nein, so heissen sie nicht in Wirklichkeit: eher Tom oder Peter) schickt. Manchmal bin ich hinterher auch genauso schlau wie zuvor. Das geht einem mit Ärzen aber auch manchmal so.

Zum Abschluss noch ein hochinteressantes Zitat aus dem Buch ganz normal hochbegabt:
"Hirnforscher wie Allan Snyder, Robin Young oder Gerhard Roth sind überzeugt, dass alle Menschen zu Spitzenleistungen fähig wären, wenn sie bestimmte Denkprozesse ausschalten und so auf ihre verborgenen Talente zugreifen könnten. Diese Talente werden von Hirnfunktionen überlagert, die eingehende Informationen filtern , sortieren und zuordnen. Die Forscherin Beate Hermelin fand heraus, dass Autisten mit genialen Fähigkeiten über eine ungefilterte Art der Informationsverarbeitung verfügen. Daraus ergibt sich, dass die Stärke der (Hoch-) Begabung von der Schwäche des Reizfilters abhängen muss."

Nun dachte ich Richard David Precht wäre mit seinen Ideen und seinem Appell in den Schulen die Fähigkeiten und Talente der Kinder zu fördern, revolutioniär. (Anna, die Schule und der liebe Gott) Denkste! Schon Rousseau hat vorgeschlagen den Kindern einen Mentor zur Seite zu stellen, der ihre Fragen beantworten kann und sie dazu ermutigt täglich neue Erfahrungen und Lebensexperimente zu machen. Skurrilerweise konnte er seine Vorschläge bei seinen eigenen 4 Kindern nicht umsetzen und gab sie zur Erziehung in ein Waisenhaus.

Wer sagt eigentlich, dass nur Kinder so leben sollten? Warum soll ein Mensch irgendwann mit dem Lernen und Experimentieren und der Neugier ab einem gewissem Alter aufhören? Neuere Studien zeigen doch, dass genau das das Gehirn fit hält. Weil es besser wird, je mehr es benutzt wird. Ja, ich weiss bei anderen Dingen ist dies nicht der Fall. Bei unserem Körper scheint das aber generell zu gelten. Auch Bewegung beugt der Unbeweglichkeit vor. Sowohl körperlich als auch geistig. Nicht umsonst gab es bei den Philosophen Wandelhallen. Beim Nachdenken hilft Bewegung. Auch bei der Entscheidungsfindung.

So hab ich neulich eine Bekannte gefragt: "Warum darf man eigentlich ab einem bestimmten Alter nicht mehr schaukeln?"
Sie erwiderte (wie ich finde weise):"Wenn du als erste damit anfängst, dann trauen sich die anderen auch."

In diesem Sinne und mit Astrid Lindgren: Seid wild, frech und wunderbar und traut Euch!

Schönes Wochenende!

Sonntag: Scheint heute ein schräger Tag zu sein...

Auf dem Schleichweg zwischen Etzelskirchen und Nackendorf hängt ein Paketlieferauto schief im Graben. Ups.

Vor und hinter dem gekenterten Kleinbus stehen Warnschilder. Vom Fahrer ist weit und breit nichts zu sehen. Ob er im Stress und der Hektik zu schnell unterwegs war? Abgelenkt? Er hängt dort im Graben wie ein Symbol für unser hektisches in Schieflage geratenes Leben...

Obwohl schee schebs is ja a widder schee...

Gestern hat mich und meine Website-Schreiberei jemand authentisch genannt. Ich bin einfach ich. Ist das was besonderes? Ich kann gar ned anders. Hat sich gut angefühlt. :)

Neulich hat mal jemand gefragt, wie er die Krankheit vom Rest seiner Persönlichkeit trennen soll. Wo hört seine Krankheit auf und wo fängt er an? Ich versteh die Frage schon nicht und hab ihm geantwortet:"Wozu? Du bist doch einfach Du."

Auf meinem Spaziergang mit Hanni und Nanni ist mir eine Frau mit kariertem Sakko begegnet. Die ist mir schon mal unterwegs woanders aufgefallen.

Lustig find ich, dass Büromenschen mit Jack Wolfskin in die Arbeit gehen. Naja, vielleicht isses Büro zugig und undicht und von einem Pflanzendschungel bevölkert.

Sie dagegen läuft mit einem Sakko durch die Natur. Das imponiert mir. Ihr imponiert, dass ich mit Hanni und Nanni draussen rumlauf.

Gebannt stier ich auf ihre Zähne, die ein roter Lippenstiftstrich ziert. Sowas lenkt mich ab. Ich sag es ihr: "Sie hamm auf den Zähnen Lippenstift."
Sie reagiert souverän:"Danke. Aber ich hab etz ka Zahnbürsten dabei. Mussi halt etz mein Mund halten."

Ich mag Leut, die praktisch denken und handeln.

Als ich das letzte mal bei meiner Ergo war, hat die ganz schön fertig ausgschaut. Des habi ihr dann auch gsachd:"Du schaust heut fertig aus. Du hast viel mehr Falten als sonst."
Sie hat sich bedankt. Auch für meine Ehrlichkeit. Ja, ihre Kollegen hätten das heute auch schon zu ihr gesagt. Sie ist dann nochmal verschwunden und meinte, das liegt an ihrer zerzausten Frisur heute. Aber davon bekommt man doch ned mehr Falten.

Sie macht Triggerpunkttherapie und möchte dass die Versicherungen diese ähnlich wie Osteopathie auch anerkennen. Da mein ich zu ihr: "Wahrscheinlich isses egal, was Du machst. Irgendwann stellt sich raus, dass es das Vertrauensverhältnis zwischen uns ist, dass die Heilung bringt."
Sie lacht und sagt, dass das mit dem Vertrauen schon stimmt und es dazu schon wissenschaftliche Studien gibt.
Das weiss ich doch :)

Mei hab ich heut einen Brummschädel. Trotz Bewegung, frischer Luft, Obst und Natur. Mein Nervensystem is heut ganz schön überempfindlich. Das Vogelgezwitscher kann ich trotzdem geniessen. Das hör ich an solchen Tagen extrem laut. Genauso laut wie die Autos, die vorbeifahren. Die geniess ich weniger. Die hören sich für mich wie gefährliche Raubtiere an. Mein Nervensystem sieht das genauso. Ähnlich begeistert reagiert es drauf.

Mein Theraband hab ich heute wiedergefunden. Das stank am Anfang so. Inzwischen isses verduftet. Da dacht ich, etz sei mal ned so und probier mal nochmal die Übungen von früher. Damit kann man ja Muskeln aufbauen. Das hat damals leider nicht funktioniert. Es war ziemlich frustrierend, dass obwohl ich mich täglich durch die Übungen gequält hab, die Muskeln immer weiter abgebaut haben.

Ach komm! denk ich mir. Probier's mal wieder. Es wär ja mal ganz schön wenn sie nicht immer bloss wegen dem CRPS abhauen, sondern auch mal wiederkommen. Also zwei Übungen ausprobiert. Des mag mein Nervensystem immer noch ned. Meine körpereigene Zentralheizung ist von 0 auf 100 in 1 Sekunde! Also doch nix.

Apropos von 0 auf 100. Neulich kam vor der Sparkasse in Erlangen ein schnittiger Sportwagen angebraust. Ein windschnittiger grosser schlanker Mann mit grauen Haaren schälte sich mühsam aus dem Auto. Ich wollt ihm schon mit Hanni zu Hilfe eilen. Warum gibt man soviel Geld für ein Auto aus, wenn man zum Ein - und Aussteigen einen Schuhlöffel braucht? Gab's den ned in seiner Größe?

Am Altenheim bin ich auch vorbeigekommen. Mein Bekannter beschwert sich immer über die Leute, die dort die Randsteine überfahren und die Begrünung zerstören.

Ein Berliner SUV fährt auf den Parkplatz, visiert eine viel zu kleine Parklücke an, überfährt den Randstein und parkt auf der Begrünung ein. Holpert mehrfach über das frisch erblühte grün. Aha. Der kommt also öfter.

Montag: Heut früh im Bahnhof seh ich den Spruch:"Man kann Dir den Weg nur zeigen. Gehen mußt Du ihn selbst." (Bruce Lee)
Recht hat er.

Der Büro-Irrsinn hat mich wieder. Da will man bloss ne Kleinigkeit machen und denkt, das geht schnell (ja, das hatten wir erst neulich), und dann findet man etwas, was man gar nicht sucht. Einen Fehler, den man dann den Rest des Tages hinterher rennt. So geht der Tag auch rum.

Kurz vor zwölf schreib ich meinem Kollegen, dass es jetzt wieder geht, und was sie denn gemacht haben. Das verrät ihm die andere Abteilung leider auch nicht. Muss ein Geheimnis sein. Die Nachricht garniert er mit einem lachenden Smiley. Wobei wenn es ein Smiley ist dann müßte er doch nur smilen und nicht lachen. Sonst wär's ja ein Lachi.

Ich schreib dem Kollegen:"Schön dass Du noch lachen kannst. Ich hab schon an meinem Verstand gezweifelt."
Drauf er:"Darüber bin ich schon lang hinaus."

Mein schwäbischer Kollege mag mich. Er hat mir einen Fürther Werbekuli und eine Werbe-Kleeblatt-Tragetasche von der infra Fürth geschenkt :)
Es ist ein Kuli, der schreibt!!

Wenigstens weiss ich nach dem komischen Wetter aus Regen, Sonne, Schnee, Hagel und Gewitter endlich wo mein Kopfweh herkommt und warum mein Nervensystem so aus dem Häuschen ist. Stellt Euch das bitte mal bildlich vor ;-)

Noch ein kleines Gschichtle aus dem Bus. Neulich bini mit meiner Haltestellenbekanntschaft im Bus heimgefahren. Auf dem Heimweg kommen wir auch an einer Geburtshilfepraxis vorbei.
Mei Bekannte nickt in Richtung Praxis: "Dort bei der Frauenärztin habi mer etz an Termin gebm lassen."
Ich:"Da steht Geburtshilfe. Kann mer zu der nur wenn mer schwanger is?"
Mei Bekannte:"Allmächd! Do rufi nu o und froch. Ned dass die am End nu denkt, ich griech in meim Alder nu a Kind."

Hanni und Nanni.. Neulich begrüßt mich meine Ergo mit den Worten: "Hallo Ihr drei!"

Kennt Ihr das Problem, wenn Ihr Euch bei einer Seite im Internet registrieren wollt und er akzeptiert das Passwort aus unerfindlichen Gründen nicht? Das ist einer Bekannten von mir neulich passiert. Die Fehlermeldung behauptete immer, dass sie ein Passwort eingegeben hätte, dass sie schon früher verwendet hat. Dabei hat sie ja noch kein Passwort ghabt, weil sie dort noch gar ned registriert war. Manchmal wär a richtige sprechende Fehlermeldung schon fein. Und ned einfach: Im Formular ist ein Fehler aufgetreten. Ja, wenn Du es schon weisst, dann verrat mir doch auch bitte: WO!!!
Nach zwei Stunden war meine Bekannte mit ihren Versuchen und mit ihren Nerven am Ende und gibt aus Frust als Passwort "Leck mich am Arsch" ein. Das hat dann funktioniert.

Ich hab darüber nachgedacht wie die Zukunft der Arbeitswelt aussehen könnte...
Ich träume von einer Arbeitswelt, wo sich die Gruppen mit gleichen Interessen und Zielen immer projektbezogen alleine zusammenfinden. Dazu könnte das Internet sehr dienlich sein. Die sich dann z.B. in Collaboration-Spaces zusammentun und dann gemeinsam aus intrinsischer Motivation an den Dingen arbeiten, die ihnen am Herzen liegen. Sammlen und Jagen sozusagen gemeinsam in der Neuzeit des digitalen Zeitalters. Dort würden dann Menschen aufeinander treffen, die einander nicht als anstrengend sondern als inspirierend empfinden. Das wäre dann ein Betriebsklima, in dem die Mitarbeiter aufblühen. Meint Ihr sowas ist irgendwann mal möglich? Zusammenarbeit auf Augenhöhe...

Und einen Comic hab ich heut auch für Euch vom letzten Arztbesuch... Humor ist der Heilung äußerst zuträglich.
Des is mir fei wergli su bassierd. Am nächsten Sonntag machi nu an Schlagfertigkeitskurs. Do kanner si scho mal warm ozieng.

Dienstag: Es gibt scho Fragen und Sätze, wo mir der Sinn abgeht.
Unser Busfahrer z.B. begrüßt mich mit der Frage:"Immer noch Krücken?"
Was sachd mer do drauf? Wenn mer Hanni und Nanni unter den Armen geklemmt hat? Vielleicht weiss der Mensch vom Schlagfertigkeitskurs am Sonntag da drauf eine Antwort. Diesmal find er nämlich statt.

Oder wenn ich daheim zur Tür reinkomm und werd gfragt:"Bist wieder da?"
Des sichd mer doch!

"Wart amol schnell ..." is a so a Spruch. Wie kann mer denn schnell warten?
Steckt ja schon im Wort Patient, dass der geduldig sein muss.

Apropos Redewendung. Im Wald liegt heut früh noch Schnee von gestern.

Am Bahnsteig auf den Leitungen über uns entdeck ich eine Elster und zeig sie meinem Busnachbarn. Drauf scheisst sie uns was.
Dann kommt der Zug. Vielleicht war's a Begrüßungsschiss.

Einer Ravelrerin, die ich schon lange kenne, hab ich den Comic auf englisch beschrieben.
Ihre Antwort:"LOL You crack me up."

Donnerstag: Heut hab ich ungeplant einen Tag Urlaub genommen. Weil meine Mama war im Krankenhaus stationiert und ist gestern heimgekommen. Weil sie nach der OP vom Montag noch ned laufen kann, hat sie sogar das rote Kreuz heimgefahren.

Jetzt kann sie ja schlecht zum Hausarzt so. Der hat grad zu, aber eine andere Praxis übernimmt freundlicherweise. Zu der bin ich dann heut früh Medikamente holen. Nachmittag hab ich ja Ergo und Physio, da kann ich nicht.

Mama ist sehr hibbelig und unruhig. Das steckt mich an. Also ihr übererregtes Nervensystem überträgt sich auf mich. Ich weiss schon nicht mehr, was ich grad machen wollte und wo ich was hingelegt hab. Aus physiologischer Sicht finde ich diesen Prozess sehr interessant. Sie macht mich damit so wahnsinnig bevor ich losgehe, dass ich mal kurz ausraste. Ein kleiner Wutanfall. Danach ist wieder gut. Der hat richtig gut getan.

Wer hat eigentlich festgelegt, dass Wutanfälle was schlechtes sind? Ich fand den jetzt grad sehr befreiend. Gut, meine Mama wird das etwas anders sehen. Andererseits kann ich damit aber auch dem anderen meine Grenzen aufzeigen. Die wurde soeben bei weitem überschritten. Ich denke, er bewahrt mein Nervensystem vor einem Zusammenbruch. Dann ist das doch was gutes. Auf die Reihe bekomme ich allerdings immer noch nicht alles. Ich laufe zig mal hin und her, bis ich alles beinander habe, schau zig mal nochmal nach, ob ich alles eingepackt habe, bis ich loskomme.

Wutausbrüche sind aber sozial nicht akzeptiert. Warum eigentlich? Warum wird etwas, was so eine reinigende Wirkung wie ein Gewitter hat, als so negativ angesehen? Wo es doch ein ganz natürliches Verhalten und eine natürliche Notwendigkeit wie beim Gewitter auch ist.

Deshalb ist es auch nicht gesund seine Gefühle andauernd zu unterdrücken. Es macht langfristig krank, führt zu Unzufriedenheit, man sieht die kleinen schönen Dinge des Alltags nicht mehr. Man füttert seinen schwarzen Wolf, bis er einen selbst auffrisst. Man jammert nur noch und schimpft über Gott und die Welt ohne selbst die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Man ergreift keine Initiative etwas daran zu ändern. Auf Menschen, die einem helfen möchten wirkt man toxisch und so ziehen sich Menschen mit positiver Energie und einem positiv gestimmten Nervensystem von einem zurück. Einsamkeit ist die Folge. Verbitterung macht sich breit. Es ist ein sich verstärkender Kreislauf.

Wut ist ja ein gesundes Gefühl. Wenn sich ein Säugetier hilflos und in Gefahr befindet. Irgendwie lösen halt in der modernen Welt andere Dinge diesen Gefahrenmodus aus. Doch er dient immer noch zu unserem Schutz. Es gibt ja Leute, die behaupten, er macht in unserer modernen Zeit so keinen Sinn mehr. Das glaub ich nicht.

Ich glaube, wir sind durch den Konformismus (die Anstrengung nicht aufzufallen, nicht anders sein zu dürfen) so "blind" für unsere eigenen Bedürfnisse geworden, dass wir die Ursache der Wut, unser Bedürfnis dahinter , und das ist ein essenzielles, überlebensnotwendiges! nicht mehr erkennen. Wir leben unser Leben nicht mehr. Wir verlieren uns selbst. Wann habt Ihr Euch zuletzt gefragt, was Ihr wollt? Oder mit den Worten einer schwedischen Möbelkette: Lebt Ihr schon oder funktioniert Ihr bloss noch? Mögt Ihr Euch selbst?

Ich mochte mich lange Zeit selber nicht, weil ich mich selbst nicht verstanden habe. Wenn ich das schon selber nicht hinbekomme, dann kann ich das auch kaum von anderen erwarten. Logisch. Denn was man ist und wie man ist, das spiegelt man nach aussen. So wirkt man. Und genau dieses Verhalten wird auch von der Umwelt zurückgespiegelt.
Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Shit in, shit out.
Ursache und Wirkung.

Erkennen wir, dass uns eine Situation und bestimmte Menschen nicht guttun? Dass sie uns krank machen. Weil sie unser wahres Ich unterdrücken unsere eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Weil auch sie ihre Bedürfnisse unterdrücken und ihr Nervensystem auch schon krank und übererregt ist. Schlucken wir alles, wehren uns nicht, dann schaden wir uns damit selbst. Dieses Verhalten kann zu chronischen Krankheiten und sogar im Endeffekt zum Tod führen. Denn einsame Menschen sterben auch früher. Manfred Spitzer hat ein Buch darüber geschrieben.

Denn wir sind soziale Wesen. Wir brauchen andere Menschen. Wenn wir das nicht so sehen, dann sind wir schon in diesem schwarze Wolf-Modus drin! Natürlich kann es sein, dass die Menschen, die uns gerade umgeben, nicht die richtigen sind. Wir brauchen Menschen, die mit uns auf der gleichen Wellenlänge liegen, die uns verstehen. Die uns so annehmen und akzeptieren wie wir sind. Die uns ähnlich sind. Ich musste solche Menschen lange suchen. Und ich habe sie dann dort gefunden, wo ich es am allerwenigsten erwartet hätte! Lustigerweise genau da, als ich meine Suche schon lange aufgegeben hatte.

Übrigens brauchen wir auch immer Menschen mit denen wir uns identifizieren können. Finden wir die in der Kindheit nicht, kommen wir uns vor wie ein Alien auf dem Planeten Erde und können weder eine Identität, Selbstvertrauen noch Urvertrauen ausbilden. Des is fei a ned grad as gsündeste!

Ich bin aber auch überzeugt davon, dass man sich das alles auch noch im fortgeschrittenen Alter erarbeiten kann. Es ist nicht einfach. Aber was im Leben ist das schon? Und sind die einfachen Dinge auch immer die schönsten? Der Weg dorthin ist doch ein wahres Abenteuer. Also worauf wartet Ihr noch? Indiana Jones im Kino und im Fernsehen gucken, aber wenn es mal an Eure Tür klopft, schlagt Ihr ihm die Tür vor der Nase zu? Raus zum Loch! Leben ist, was draussen passiert.

Gibt es diese negative Ansteckung des Nervensystems auch im Tierreich? Ich hab mal gelesen, dass Forscher mal mit depressiven Mäusen oder Ratten (da bin ich mir nicht mehr ganz sicher) experimentiert haben. Die Frage wäre, ob es depressive Mäuse oder Ratten überhaupt in freier Wildbahn gibt? Oder wissen die besser als wir, was und welche anderen ihnen guttun? Dann wären Tiere nämlich schon mal gefühlstechnisch viel schlauer als wir. Uns wurde das nämlich aberzogen. Mädchen sollen doch immer brav sein, nicht auffallen... Man soll sich ständig anpassen... Ist das wirklich gesund? Ich glaube nicht.

Es gibt dafür lustiger- und schrägerweise sogar eine Krankheitsbezeichnung: "Anpassungsstörung"
Nur frage ich mich: ist derjenige krank, der sich nicht anpassen möchte oder ist es nicht umgekehrt? Sind es nicht all die, die sich angepasst haben und nicht das Bewußtsein, die Liebe und den Mut zum eigenen Weg und Leben haben, die nicht gesund sind?

Sprich: etikettiert man hier nicht die falschen? Wobei ich generell gegen Etiketten bin. Das ist so wie im Supermarkt. Da steckt doch eh nicht das drin, was auf der Packung steht. Wem nützt es denn? Bzw. schadet so ein Etikett nicht mehr als es nützt? Also... wozu brauchen wir sie denn dann überhaupt? Wer hat denn damit eigentlich mal angefangen? Wie würden die denken, wenn man ihnen so ein Etikett verpasst? Na? Wie fühlt sich sowas an? Gut? Ihr dürft selber darüber nachdenken.

Ich brauche keine Etiketten. Ich brauche Erklärungen. Das genügt mir vollauf. Damit kann ich dann versuchen die Welt und die Menschen zu verstehen. Und daran haben sich schon ganz andere versucht.

Ich denke jeder muss für sich selber die Umgebung schaffen, in der er gedeihen kann. Weil unsere Umgebung so künstlich und konformistisch ist. Das ist alles andere als einfach. Es braucht ganz schön viel Mut. Und jede Menge Energie. Menschen und Umgebungen, die uns gut tun, geben uns Energie. Menschen und Umgebungen, die uns schaden (letzten endes bezahlen wir dafür mit unserer Gesundheit) rauben uns Energie. Zumindest ist es so bei mir. Ich beobachte das aber auch bei anderen. z.B. bei Arbeitskollegen und Menschen in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Oder bei ungeduldig hupenden Autofahrern.

Die Frage ist, kann ich eine für mich anstrengende energieraubende Umgebung und ebensolche Menschen auch mit meiner positiven Energie anstecken? Also mein positiv eingestimmten Nervensystem auf das Nervensystem der Menschen in meiner Umgebung übertragen? Denn gute Laune ist ja auch ansteckend.

Lustigerweise war genau das Thema bei dem Vortrag zum Thema Glück und Zufriedenheit am Mittwoch abend im Medien Cafe. Dort erzählte eine Teilnehmerin, wie schwer sie sich mit einer Kollegin auf Arbeit tut. Sie leidet sehr darunter. Und da waren 10 Frauen und jede teilte ihre Erfahrung dazu. Das war eine sehr schöne Erfahrung. Erstens stellt man fest, es geht den anderen auch so. Man ist nicht allein. Zweitens hatte der eine oder andere doch inzwischen (wegen der längeren Lebenserfahrung) auch die eine oder anderere Strategie dafür. Eine Frau z.B. sagte, sie hat immer gelächelt.
Dann fragte ihre schlecht gelaunte Kollegin irgendwann, ob sie denn immer so gute Laune habe. Sie sagte: ja. Und ab da wurde es besser.

Meine Tricks sind Humor, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Empathie (das hatte ich am wenigsten vermutet) und Humor. Das verleiht mir wohl auch einen gewissen Putzigkeitsfaktor. Eine gewisse schlumpfige Niedlichkeit. Eine Art Welpenschutz.

Apropos Welpen... wußtet Ihr, dass Hunde Wölfe sind, die nie erwachsen werden? Also Hunde sind Wölfe mit Entwicklungsstörungen. Oder Desentwicklungsfeature. Autisten und Hunde (aber auch andere Tiere) verstehen sich gut. Vielleicht liegt das daran, dass sich ihre Nervensysteme sehr ähneln? Man spricht ja bei Autismus auch von einer Entwicklungsstörung. Vielleicht ist es aber auch eine Verzögerung und es dauert halt einfach länger bis man soweit ist, das tun zu können, was andere im selben Alter können.

Wenn das Hirn aufgrund eines ständig überreizten Nervensystems und Mangels Reizfilter mit allen Infos bombardiert wird, dann muss es ja viel mehr verarbeiten. Muss man mehr gleichzeitig tun bzw. segelt man mit mehr Gegenwind, dann bremst einen das ja auch aus. Wäre also kein Wunder, dass man dann für viele Dinge länger braucht. Bei anderen Dingen kann aber so ein gut und intensiv genutztes Hirn auch von Vorteil sein. Nämlich sich Massen an Wissen selber beizubringen und als Autodidakt zum Experten in Eigenregie zu werden. Denn ein Hirn, das ständig auf Hochleistung läuft, langweilt sich mit einfachen Aufgaben. Es braucht anständiges Futter!

Toy-Hunde kommen über das Babyentwicklungsstadium nie hinaus. Und auch andere Rassen sind noch Kinder. Deshalb brauchen sie einen Papa und eine Mama, der sich um sie kümmert. Und deshalb können solche Hunde auch nicht allein bleiben. Sie sind innen noch klein. Oder würdet Ihr einen 4-jährigen allein daheim lassen? Der würde doch auch nach seiner Mama schreien und die Nachbarschaft zusammenplärren. Bei einem Hund ist das nicht anders. Bei dem wundert man sich. Oder schimpft ihn aus. Man sollte da wohl mal das Herrchen ausschimpfen. Oder man schafft sich zwei Hunde an. Dann sind sie auch nicht allein.

Zurück zum Thema... Auch ein Trick von mir: Die Schrägheit mancher Situationen und die Komik dahinter zu erkennen und deswegen darüber lachen zu können. Ich hab mal eine Postkarte gesehen, auf der stand: "Das Passwort des Lebens heisst HUMOR."
Die Philosophen von heute scheinen alle in der Spruchkartenindustrie zu arbeiten...

Mir fällt es schwer in solchen Momenten die richtigen Worte zu finden. Wird dann vom Gegenüber das gesagte fehlinterpretiert, kann sich die Situation hochschaukeln. Gewaltfreie Kommunikation (also seine eigenen Gefühle und das Bedürfnis dahinter benennen) in so einer Situation anzuwenden, ist auch nicht immer einfach. Ausserdem kann es sein, dass selbst dieser Versuch scheitert.

Vielleicht sind dann Gesten (Taten) statt Worte die bessere Alternative. Vielleicht mal eine Umarmung, wenn es dem anderen nicht gut tut. Oder eine Berührung am Arm. Ein leichtes Schulter klopfen? Aber auch da steht wieder die Frage der sozialen Übergriffigkeit (darf man das?) im Raum. Wie macht man es denn jetzt richtig?

Ich habe aber auch festgestellt, dass es mir bei anstrengenden Menschen mit erregtem Nervensystem schwer fällt, dort körperliche Nähe , also Berührungen zuzulassen bzw. auszuteilen. Dazu ist wohl dann mein Nervensystem nicht in der Lage. Interessant. Aber was macht man dann? Gibt es noch irgendwas dazwischen... ?

Ich würde versuchen auf den eigenen Bauch zu hören. Doch obwohl ich all das obige weiss, kann ich nicht verhindern, dass ab und zu die Pferde mit mir durchgehen. Wenn ich bzw. mein Nervensystem zu überreizt werden. Deshalb muss ich wohl erst noch lernen frühzeitig meine Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen, zu benennen und auch zu äußern bzw. mich frühzeitig aus solchen überreiz-Situationen zu entfernen.

Wie und was man dann konkret im Ernstfall macht (der anscheinend mehrmals am Tag vorkommen kann), muss man von Situation zu Situation entscheiden. Manchmal muss ich intensiv nachdenken, Menschen um Rat fragen, dann meine eigene Entscheidung treffen und dann das Experiment durchführen. Ich kann nicht scheitern. Ich kann nur lernen. Scheitern würde ich, wenn ich es gar nicht erst versuche. Das ganze Leben ist eine Try-and-Error-Phase. Man kann ja nur lernen, wenn man etwas selber und seine eigenen Erfahrungen macht.

An meinen Erfahrungen lass ich Euch einfach mal teilhaben...

Weil es Mama nicht gut geht, hab ich die Arzthelferin dort freundlich gefragt, ob sie auch Hausbesuche machen.
Sie erwidert, etwas gestresst und gereizt (das kann ich spüren und an ihrem Tonfall erkennen), dass auch hier alle in Urlaub sind und der Arzt allein da ist. Sie fragt:"Sie kommt doch erst aus dem Krankenhaus. Warum haben sie sie denn entlassen, wenn es ihr nicht gut geht?"
Da antwort ich drauf:"Das fragen wir uns auch."
Meiner Ansicht nach hat das wirtschaftliche Gründe und keine medizinischen. Die wern as Bett halt braucht hamm. Also nein.
Ich sag: ich muss es nur wissen. Wenn jetzt vor Montag was sein sollte. Da ist ja dann ihr Default-Hausarzt wieder da.

Punkten konnt ich dann damit, dass ich den Arztbrief schon kopiert hatte. Da hat sie sich gefreut und mir sogar meine Büroklammer zurückgegeben, weil man die noch brauchen kann. Die hätt sie aber auch gern behalten können.

Ihr seht im obigen Fall bin ich in eine angespannte gereizte Umgebung geraten. Habe sie aber mit Freundlichkeit, Sachlichkeit und mit ein bisschen Entgegenkommen gelöst.

In der Apotheke (praktischerweise 2 Stockwerke tiefer) fällt mir an der Eingangstür das Plakat vom Krankenhaus aus. Dort gibt es von der Unfallchirurgie Uni-Erlangen am 04.04. eine Veranstaltung. Das Plakat steht auf dem Kopf. Sowas irritiert mich.

Der Apotheker wirkt auf mich sehr reserviert und sehr ernst.
Ich bin dran und sag:"Das Plakat vom Krankenhaus an der Glastür steht auf dem Kopf."
Ein Schmunzeln huscht über sein Gesicht und er sagt:"Ich werd's weitergeben."
Ich freu mich, weil ich ihn noch nie Lächeln gesehen hab.
Als ich die Medikamente für meine Mama hab, fragt er noch, ob ich noch was brauche.
Ich habe beschlossen, meine kindliche Neugier wieder zuzulassen und Leuten Fragen zu stellen also frag ich: "Darf ich noch ein paar dumme Fragen stellen?"
Er:"Ja."
Ich:"Machen Sie eigentlich mehr Umsatz mit rezeptfreien Medikamenten als rezeptpflichtigen?"
Er:"Nein, wir machen mehr Umsatz mit rezeptpflichtigen."
Ich:"Hier vorne stehen aber nur rezeptfreie?"
Er:"Ja. Die rezeptpflichtigen sind alle hinten."
Ich:"Wenn man Apotheker werden will, muss man doch Pharmacie studieren. Wie lange braucht man da?"
Er:"8 Semester."
Ich:"Und dann können Sie als Apotheker oder in der Forschung arbeiten?"
Er:"Ja, aber man kann als Apotheker auch noch in anderen Wirtschaftszweigen oder auch für den Staat arbeiten."
Ich:"Dass heisst, wenn Sie irgendwann von den Kunden hier die Nase voll haben, können Sie sich was anderes suchen."
Er:"Ja."
Auf's Tütchen verzicht ich, den Kassenzettel nehm ich aber mit.
Ich:"Der Kassenzettel ist für das bisschen Zeug aber ganz schön lang."
Er:"Ja, da stehen alle notwendigen Informationen noch drauf."
Ich:"Sin in dem Kassenzettel Hormone drin?"
Er:"Da ist ganz normales Papier. Da dürften keine drin sein."
Ich glaub, da ist er sich nicht ganz sicher. Das war alles sehr interessant.

Daheim stellt Mama fest, dass das eine Medikament die doppelte Dosis hat als auf dem Arztbrief.
NEIN!!!
Ruhig Blut... was kann man tun...? Also schlag ich ihr vor: "Ruf mal in der Apotheke an und frag mal, ob die da was machen können."
Die Telefonnummer steht netterweise auf dem Kassenzettel der Apotheke drauf. Mama ruft an und der Apotheker klärt das für uns. Ich muss dann nur noch später mit dem falschen Medikament hin und das richtige abholen. Das kann ich später machen, wenn ich eh zur Physio gehe. Dann muss ich nicht nochmal extra los.

Ich hab also heute gelernt wie Nervensysteme aufeinander reagieren und wie man Situationen durch herabregeln des Nervensystems entschärfen kann. Und dass Probleme zum Leben gehören. Und Logik und gesunder Menschenverstand zur Lösung derselben. Lustigerweise funktioniert das mit der Logik aber besser, wenn das eigene Nervensystem nicht zu erregt ist. Also: "Brrr Brauner!"

Wenn ich jetzt noch das Nervensystem meiner Mama wieder auf normale Betriebstemperatur bekomme, wird sie auch wieder gesund und ihrs treibt mich dann nicht weiter in den Wahnsinn. Sprich es wäre uns allen geholfen. Wobei man dann zur Stabilisierung des Nervensystems Hilfe zur Selbsthilfe leisten können muss und auch die Person mit instabilem Nervensystem dazu bringen muss, selbst aktiv die eigene Lage zu ändern. Im obigen Fall der Anruf bei der Apotheke, den Mama selber gemacht hat. Und der jetzt meinem Nervensystem zu viel gewesen wäre. Jetzt hat sie nämlich nicht über das Missgeschick geschimpft, sondern sich darüber gefreut, dass der Apotheker so nett und praktisch ist. Und ich freu mich, weil sie sich freut und mir Zusatzarbeit erspart bleibt.

Ähnliche Erfahrungen konnte ich auch mit meinem Bekannten aus dem Altenheim machen. Ich mag ihn. Aber er kostet mich wahnsinnig Energie. Er hatte einen Laptop geschenkt bekommen, den er nicht zum Laufen brachte. Weil ich nett (und oft zuuu nett) bin, hab ich von mir aus vorgeschlagen, ihn mir mal anzusehen. Ich hab an dem Ding alles ausprobiert, aber der gab keinen Pieps von sich. Akku und Ladekabel ausgetauscht. Stundenlang auflanden lassen. Viel Zeit investiert. Dann auch noch auf Arbeit den Systemadministrator gefragt, ob er vielleicht noch ne Idee hat, woran es liegen kann. Der war dann so nett und hat mir vorgeschlagen, ihn mitzubringen. Er konnte dann auch nix machen. Der tut keinen muks mehr ausser dass ein paar Lichtlein blinken. Also hab ich ihn von Nürnberg wieder heimgeschleppt im Rucksack und mit Krücken, denn entsorgen können sie bei uns in der Firma nur Firmenrechner. Dann hat er mir aber stattdessen vorgeschlagen, dass es evtl. die Möglichkeit gäbe einen gebrauchten Rechner von uns für 40 bis 60 Euro für meinen Bekannten zu bekommen. Und so kam es dann auch. Also hab ich den zu meinem Bekannten von Nürnberg nach Höchstadt wieder mit Rucksack und Krücken transportiert. Sprich: ich war gut beschäftigt. Und der Systemadministrator war auch noch so freundlich ein Betriebssystem zu installieren. Freu!

So hab ich den Laptop dann bei dem Bekannten im Altersheim abgegeben. Und gedacht, jetzt freut er sich. Sobald er davor saß waren sein Hund und ich abgemeldet. Und statt eines Dankeschöns wurde gemeckert, dass das W-LAn nicht geht. Mein Nervensystem war zu diesem Zeitpunkt bereits überlastet und so hab ich ihn beim Tüfteln und rumprobieren dann alleingelassen. Als ich ging, hat er nicht mal aufgeschaut. Sein Hund schaute mich dafür umso irritierter an.

Daheim als mein Nervensystem wieder etwas ruhiger war, hab ich dann also noch 2 Stunden im Internet zu seinem Laptopmodell recherchiert und ihm die entsprechenden Links und das Benutzerhandbuch auf sein Handy gemailt. Da muss er sich jetzt selbst drum kümmern. Ich kann nimmer. Also nicht fachlich. Es ist mir einfach zu anstrengend.

Dann kam eine Mail: er hat die ganze Nacht lang probiert, aber es geht nicht. Ich soll doch den Laptop nochmal mitnehmen auf Arbeit und mein Systemadministrator soll das noch einrichten, dass es geht.

Im ersten Moment war ich sehr irritiert, denn schon das installieren des Betriebssystems war ja Good will. Das hab ich ihm dann gemailt und dass ich gerne nochmal meinen Systemadministrator anschreibe, ob er da nochmal helfen täte, er ja aber schon mehr gemacht hat, denn er hätte ja nur die Hardware bekommen. Wenn er sich drauf einlässt, dann kann er gerne selber mit seinem Lapop nach Nürnberg fahren, aber das muss er dann selber klären und sich kümmern.

Seltsamerweise war ihm das dann zu anstrengend. Er hat zwei gesunde Füsse, läuft ohne Krücken und muss im Gegensatz zu mir für die Fahrkarkte nicht extra zahlen, weil er einen Ausweis hat.

Eine Bekannte, die ich in der Angelegenheit um Rat gefragt hatte, weil ich so verwirrt war, meinte:"Ihm ist es zu anstregend, aber bei Dir ist es selbstverständlich."

Er hat dann gemeint, er findet eine andere Lösung. Ich besuch ihn öfter. Und ich hatte ihm ein Yoga-Buch wegen seiner chronischen Erkrankung (auch eine Folge eines übererregten Nervensystems) mitgebracht. Das lag bei ihm immer nur im Buchregal herum. Da nützt es freilich nix. Das muss man lesen. Dafür muss man selber aktiv werden. Hilfe zur Selbsthilfe. Diesmal ein Fehlversuch.

Da wollte ich es abholen und hab ihn besucht. Da hatte er dann Besuch von einer Gruppe von jungen Leuten und wirkte wie ausgewechselt.
Er drückte mir schnell mein Buch in die Hand und sagte:"Die ist auch Programmiererin. Die macht dasselbe wie du und hat es in 10 Minuten hinbekommen."
Und dann hat er mich hinauskomplementiert.
Das hat mich zunächst verwirrt. Ich stellte fest, dass ich verletzt war. Es hat weh getan. Und ich fragte mich warum. Es war nicht die Berufsehre. Denn ich weiss, was ich kann. Es war ja nicht eine Frage des Könnens bei mir sondern eine Entscheidung des Wollens. Des wie weit will ich noch über meine Grenzen gehen? Es war viel mehr, dass mir das schon öfter passiert ist. Dass ich jemandem helfe und solange ich helfe bin ich gut genug. Sobald er aber von anderen Menschen umgeben ist, kommt es mir vor, dass ich ihm peinlich bin.
Und das tut weh. Er scheint sich für mich zu schämen. Das macht mich traurig.

Warum tut er das? Weil ich anders bin. Ich mag mich aber genau, weil ich anders bin. Hmm.. Dann ist es doch gar ncht mein Problem... Ist das dann überhaupt mein Gefühl oder ist das nicht seines, das ich fühle? Ach so. Das ist ja seins. Das gehört mir nicht. Dann kann ich damit meinen Frieden machen.

Ähnlich ergeht es übrigens dem Autisten in der Fernsehserie "The good doctor"
Das kommt mir doch sehr bekannt vor.

Warum ist das jetzt so? Ich glaube, dass ich aufgrund des überrerregten Nervensystems resonanztechnisch Menschen mit einem ebenso erregtem Nervensystem anziehe.
Leider zehrt diese Negativität deren Nervensystemen an meinem. Schadet also meiner Gesundheit. D.h. im Gegenzug, ich muss mich mit Menschen und Situationen umgeben, die mir gut tun. Die mir Kraft geben anstatt zu rauben. Und das will ich jetzt auch versuchen.

Nur wie und wo finde ich solche Menschen mit demselben Nervensystemstatus wie meinem und unterscheide sie von den Energievampieren? Sprich: wie finde ich die richtigen unter ihnen? Also meine Schnittmenge?

Indem ich meinen Interessen folge... und meiner Intuition. Bauchgefühl. Egal, ob es nun im Bauch oder im Hirn wohnt.
Beim letzten Gesundheits-Vortrag am Mittwoch hab ich wieder welche getroffen :)
Und da geht der Weg zur Heilung auch lang. Denn nur wenn die Umgebung heilungsfördernd ist, dann kann sich mein Nervensytem und damit auch das CRPS wieder einkriegen und heilen.

Der Weg der Erkenntnis ist lang. Aber auch schön. Und den findet man weder bei google noch bei facebook. Den findet man nur im echten Leben. Dort ist das, was wirklich zählt. Die wahren Werte, wahre Freunde, Authentizität, Zufriedenheit und Glücksmomente.

Ausserdem hab ich zusätzlich festgestellt, je mehr ich wieder MEIN Leben lebe, desto mehr Menschen kreuzen meinen Weg, die mir guttun. Und ich erkenne sie inzwischen. Das gelang mir früher nicht. Sprich: Ihr zieht das an, was Ihr aussendet. Und da strahle ich doch lieber positiv und humoristisch vor mich hin und finde ebensolche Anziehungsobjekte.
Ob man hauptberuflich Sonnenschein werden kann? Ich probier das jetzt mal...
Hauptberuflich Sonnenschein mit Schwerpunkt Lebensforschung :)

Noch was schönes ist mir heut passiert.
Ich war noch in der Bäckerei und hab dort von dem verkehrt herum aufgehängten Plakat von der Krankenhausveranstaltung erzählt.
Die Bäckersfrau meinte:"Da hat sich eine ein bischen selbständig gemacht und die macht das jetzt. Es gibt nicht: ein bisschen selbständig. Entweder ganz oder gar nicht."

Ihr hab ich auch mal ein Kärtchen von mir gegeben.
Heut sagt sie:"Du, ich hab mir mal Deine Sachen im Internet alle angeschaut. Hast du das alles ganz allein gemacht?!?"
Und ich freu mich und sag:"JA!"

Ich hoff, Ihr freut Euch jetzt mit :) Denn ich glaub, auch Ihr tut viele Dinge einfach aus einem inneren Drang heraus. Seid Euch aber gar nicht bewußt, dass das alles nicht selbstverständlich ist und dass Ihr was ganz Besonderes seid. Es ist noch nicht lang her, da hätt ich dieses Lob abgewertet. Das ist doch nix. Oder: so wild ist das jetzt auch nicht. Inzwischen kann ich es einfach annehmen und mich drüber von Herzen freuen. Ich denke das geht vielen von Euch genauso. Wertschätzung beginnt bei Euch selber. Erst wenn Ihr Euch selbst wertschätzt und mögt, dann werden das auch andere tun. Ihr werdet schon sehen :)
Probiert es aus! Füttert Euren weisse guten Wolf!!!
Er hat Hunger!

Apropos verkehrt herum aufgehängtes Plakat. Mir hat mal jemand erzählt, dass wenn man eine Briefmarke verkehrt herum auf einen Brief klebt, dann heisse das "Leck mich am Arsch."
Was heißt das jetzt bei einem Plakat?!?

Freitag: Das Plakat in der Apotheke hing dann abends richtig rum.
Dafür hab ich mir beim Umtausch des Medikaments einen Rüffel vom Apotheker abholen dürfen, weil meine Mama erstens die Packung schon aufgemacht hatte, bevor sie gesehen hatte, dass die Dosierung des Medikaments doppelt so hoch war. Die sieht halt nach der OP und der blutigen Entlassung noch ned so gut, und die Schachtel etwas fleckig geworden ist.
Warum machen die die auch immer weiss?!?! Bei braun würd sowas ned auffallen. Ja, gut, ich wollt Mama und uns wenigstens den Tag noch mit einer Brotzeit vom Bäcker versüßen...
Und weil ich umweltbewußt bin, hab ich auf die Plastiktüte verzichtet und es so in den Rucksack gestopft. Ich hatt ja nicht vor, es nochmal zurückzubringen.

Warum sind Menschen immer so anstrengend?!!? Seufz. Ich brauch Urlaub vom Urlaub. Bwz. noch so einen Urlaubstag verkraft ich ned. Dann geh ich lieber arbeiten. Da ist zwar auch Irrsinn am laufenden Band, aber wenigstens sind mir die Leut dort sympathischer...

Wir stehen am Bahnsteig.
Ich:"Am Sonntag mach ich einen Schlagfertigkeitskurs."
Mein Busnachbar:"Mit Schlaginstrumenten?"
Ich nick in Richtung meiner Krücken:"Die hab ich doch immer dabei."

Auf dem kahlen Vorderkopf meines Busnachbarn spriessen ein paar einzelne weisse Härchen.
Ich:"Ui. Da vorne wachsen ja noch ein paar einzelne Haare."
Er:"Ja. Die lass ich etz wieder wachsen."
Ich:"Aber ned ganz lang und dann über die Platte kämmen."
Er:"Das hab ich mit 26 gemacht. Dann hab ich kurzen Prozess gemacht."
Ich:"Steht dir besser. Is ehrlicher."

Wir bekommen heute einen Platz an der Sonne Doppelsitz nebeneinander am Fenster.
Als wir losfahren deutet mein Busnachbar auf den Raucherquadranten am Bahnsteig. Da ist ein kleines 1 qm Viereck und dann noch ein größeres 4 qm Viereck aussenrum.
Er:"Wenn jetzt über Nacht einer das große Viereck wegmacht ..."
Ich:"... dann stehen sie morgen gedrängt auf 1 qm."

In der Strassenbahn schnappt mir ein Klappradfahrer den letzten freien Behindertenplatz am Eingang weg. Ich muss mich mühsam mit den Krücken durch die Sitzreihen an seinem Klapprad vorbeiquetschen. Er hat Ohrstöpsel auf. Wahrscheinlich isser blind und taub.

Eine Frau mit Coffe2Go-Becher steigt ein. Auf dem Becher steht "Lächle".
Es nützt nix. Sie macht ein ziemliches Gsicht.

Auf Arbeit war soviel los, dass ich wie ich gegangen bin, nicht mehr wusst, ob ich ein Männlein oder ein Weiblein bin.
Ein Kollege fragt mich:"Geht's gut?"
Ich:"Weiss ich nicht. Und Dir?"
Er:"Nein."

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

 
Die Glaa aus ERH - Stuermisch Sandra Jaeger 2019
Die Glaa aus ERH - Beim Arzt Sandra Jaeger 2019
30.03. bis 05.04. Jeder Tag ein Abenteuer ...

Samstag: Sodala.. ich hab ja beschlossen mir meine kindliche Neugier weiter zu erhalten und Dinge zu hinterfragen.
Das Schild der Parfümerie:"Wimpernverlängerung statt 99 - 55 Euro!" erweckt mein Interesse. Wozu macht man sowas? Wozu ist es gut?

Also betret ich mutig die Parfümerie und werde gleich von einer wilden Mischung künstlicher Düfte überfallen, die meine Fluchtreflex auslösen. Meine Neugier siegt über den Fluchtreflex. Hinter einem Vorhang sind liegende Füsse zu erkennen und eine Stimme dahinter ruft:"Gleich kommt jemand."
Ich:"Ich hab nur ein paar dumme Fragen."
Da erscheint ein junges Mädchen, die mich freundlich fragt, was sie für mich tun kann.
Unter dem ganzen Makeup scheint sie ausserordentlich hübsch zu sein.
Ich:"Ich hab nur ein paar Fragen. Ich hab das Plakat mit der Wimpernverlängerung gesehen. Wozu ist das denn gut? Und bleibt man dann nicht mit den Wimpern an der Brille hängen?"
Ihr Gesicht stürzt kurzfristig ab. Eine kleine Gesichtsentgleisung. Das bin ich schon gewohnt, wenn ich meine Fragen stelle.
Sie fängt sich relativ schnell wieder und lacht:"Nein. Damit bleibt man nicht an der Brille hängen. Sehen Sie? Die sehen dann so aus wie bei mir."
Sie deutet mit dem Zeigefinger auf die schwarzen Beinchen die ihre Augen umrahmen. Sieht aus, als würde eine Spinne auf ihren Augen wohnen und ihre Spinnenbeinchen in die Luft strecken. Ich mag Spinnen. Ob sie Spinnen auch mag? Das frag ich sie lieber nicht.
Ich:"Und hat das ganze auch irgendeinen funktionellen Nutzen?"
Sie:"Nein. Das sieht nur schön aus."
Ich bedanke mich und verlasse den Laden. Angenehme Frischluft durchströmt draussen meine Lungen. Aufatmen. Und ich frage mich, für wen das schön aussieht. Mir persönlich würde sie natürlich besser gefallen. Ich hab mal gelesen, dass Frauen das für Männer machen. Ich hab aber auch mal wo gelesen, dass Männer das gar ned so mögen. Ich kann ja mal meine Kollegen im Büro fragen, was ihnen lieber ist. Kunst am Bau oder Natur.

Dabei fällt mir die Geschichte des Kaiser's neue Kleider ein. Da lief der Kaiser nackt herum, weil alle ihm eingeredet haben, dass sein Gewand, dass er trägt, so dünn und fein ist, dass man es nicht sieht. Am Ende glauben das alle. Bis ein Kind ruft:"Der is ja nackerd."

Das hat neulich ein Mann am Nürnberger Hauptbahnhof gemacht. Nackig rumlaufen. Den haben sie verhaftet. Vielleicht fand der ja auch dass das schön ist. Vielleicht braucht er's luftig. Warum ist das eine seltsame Verhalten (Spinnenbeine über den Augen) gesellschaftlich akzeptiert, aber nackt (was ja natürlicher ist) rumlaufen nicht?

Darf man auch bei Parfümgeruchs - und Makeup-Farbbelästigung die Polizei rufen? Ich glaube nicht. Aber warum ist das so? Warum ist das eine erlaubt und das andere nicht? Und wer definiert was erlaubt ist und was nicht?

Ich weiss.. ich sollte endlich eine neue Seite anfangen.. aber ich kann nicht alles machen. Meine Priorität liegt derzeit am Schreiben. Am Verstehen der seltsamen Welt in der wir leben.

Apropos Kunst... Heute ist es sooo schön warm. Überall spriesst und blüht es. Noch vereinzelt Krokusse, Forsithien, Hyazinthen, Blau- und Gelbblüher... schee... Ich erstarre in Ehrfurcht und mir enfährt ein kleiner Seufzer.
Die Natur is doch die größte Künstlerin!

Zu den Schülerdemos "Fridays for future" stand in der Zeitung ein interessantes Zitat. Es trafen sich Politiker mit den Demonstranten und diskutierten. Da meinte einer der Demonstranten, dass schon zuviel Zeit mit Worten statt Taten verschwendet worden sei.
"Wenn einer im See am Ertrinken ist, dann hilft man ihm doch und diskutiert nicht über die möglichen Rettungsmaßnahmen."
Ein sehr schöner und sehr wahrer Satz. Das empfinde ich genauso. Dass immer nur über Probleme geredet wird, anstatt sie praktisch und pragmatisch anzugehen und zu lösen. Deshalb ist mir der Handwerker lieber, der erst den Plan der neuen Dunstabzugshaube studiert, dann das Ding so gut es geht danach einbaut und bei Problemen auf die er dabei stößt praktische und schnelle Lösungen findet. Der ruft doch auch nicht erst ein Teammeeting oder einen Sonderausschuß ein, der viel Geld und Zeit kostet und hinterher auf dieselbe Lösung kommt, auf die man mit kurzem logischem Nachdenken selber gekommen wäre.
Warum machen wir immer alles so kompliziert? Einfach wär doch auch mal schön. Quadratisch , praktisch, gut.

Ich hab doch diese Woche die Frage danach gestellt, warum Wut einen so schlechten Ruf hat. Obwohl sie ja ganz was natürliches ist und mir auch letzte Woche viel besser getan hat, als das ganze in mich reinzufressen.
Meine Ergo meinte, dass der Grund sei, dass man Angst vor dem Kontrollverlust hat. Bedeutet Wut denn wirklich kontrollverlust? Wut ist doch in erster Linie ein natürliches Gefühl. Ein Gefühl dafür, dass jemand unsere Grenzen und Bedürfnisse verletzt hat. Wie passt da der Kontrollverlust dazu?

Ich sah neulich einen kleinen Jungen am Spielplatz, der immer wieder selig die Rutsche hochkrabbelt und dann wieder hinunterrutschte. Er war glückselig und in seine Tätigkeit versunken. Er war so hochkonzentriert in seiner Sache, dass er weder seine Mama rufen noch schimpfen hörte, noch auf sie reagiert, als sie mit seinen anderen Geschwistern ging. Nach 10 Minuten kam sie zurück und pflückte ihn von der Rutsche. Der Junge brüllte vor Wut. Ich kann ihn gut verstehen. Wenn ich in einer Tätigkeit voll konzentriert drinstecke, dann werde ich auch wütend, wenn mich da jemand herausreisst.

Meine Ergo sagt, dass auch sie die Wut ihrer Tochter in solchen Momenten nachvollziehen kann. Aber dann ist Wut doch etwas natürliches. Was uns schon als Kindern aberzogen wird. Setzt Euch mal auf eine Bank in der Nähe eines Spielplatzes und zählt wie oft das Wort "Nein." oder der Satz:"Das darfst Du nicht..." oder anderer Verbote fallen. Zählt dann mal im Gegenzug wie oft Ihr ermutigende und positive Aussagen wie:"Das machst Du toll!" oder ähnliches hört. Das ist ziemlich deprimierend. Wird nicht schon in der Kindheit mehr der schwarze Wolf als der weisse Wolf gefüttert? Dann brauchen wir uns doch über die Folgen bei den Erwachsenen nicht zu wundern.

Wenn Frust die Vorstufe von Wut ist, dann wäre es natürlich für meine Umwelt kompatibler und für deren Nervensyteme etwas entspannter, wenn ich schon in der Frustphase meinen Unmut (mein Gefühl und mein Bedürfnis) äußern könnte. Leider gelingt mir dies sehr selten. Einterseits liegt es daran, dass auf meine Frustäußerungen einfach nicht entsprechend wertschätzend reagiert wird. Meine Bedürfnisse werden nicht respektiert. Andererseits an der geringen Differenz zwischen meiner Frust- und der Wutschwelle...

Ich habe meine Physio mal gefragt, wie man die erweitern könnte. Sie meinte: atmen.
Das habe ich noch nicht geschafft. Auch bis 10 zählen und ähnliche Techniken kann ich dann einfach nicht anwenden. Ich hab noch nicht den Kopf dafür. Mein übererregtes Nervensystem toleriert weitere Zusatzreize einfach nicht mehr. Egal welcher Art. Ob nerviger Staubsauger, Bohrer ... ich werde schneller grantig. Inzwischen kann ich das aber auch immer mehr an meinen stressgeplagten Kollegen auch beobachten. Die sind auch gereizter, grantiger und die Explosionsrate steigt. D.h. auch ein erhöhter unmenschlicher Arbeitsdruck hat dieselbe Wirkung wie eine chronische Schmerzkrankheit. Inzwischen schlage ich mich ganz gut. Denn es gibt explosivere Kollegen als mich (ohne chronische Schmerzen). Da sich das aber immer auch auf die Nervensysteme der mit Ihnen in Verbindung stehenden Menschen auswirkt, ist das nichts worüber ich mich freuen kann.

Aber vielleicht gelingt dies ja , mit zunehmender Konzentrationsfähigkeit und mit einem weniger übererregtem Nervensystem? Denn ich hab festgestellt, dass ich zwar immer noch Schwierigkeiten mit bestimmten Situationen aufgrund des übererregten Nervensystems habe, aber nicht mehr sooo stark bzw. diese sich erst später zeigen. D.h. wenn ich weiter daran arbeite, sollte sich dieser Spielraum zwischen Frust und Wut weiter vergrößern.

Apropos Spielplatzerfahrungen. Heut war ich schaukeln. Neben mir ist eine Frau mit einem kleinen Jungen in der Kinderschaukel. Sie sagt: "Ich liebe schaukeln!"
Ich auch :)

Und dann war da noch die Kleinfamilie. Mama , Papa, Kleinkind. Die Mama:"Komm Hupfi. Papa haba.." sagt sie zum Kind. Der Vater sitzt noch auf der Bank mit der Hand am Griff des Kinderwagens. Die Mama:"Papa haba..." das sagt sie aber jetzt zu ihrem Mann!! Der steht dann erstaunlicherweise auf und folgt den beiden zum Trampolin.

Warum sprechen Erwachsene mit Kindern in Babysprache und nicht normal? Meine eine Oma war auch so"Haddu dein Ladi dessen?" (Übersetzung: Hast Du deine Schokolade gegessen?). Hierbei wird vom Kind wohl schon eine sehr hohe Abstraktionsfähigkeit erwartet.
Meine 2-jährige Schwester:"Die Schokolade war gut. Warum sprichst du so komisch?"

Da wir jetzt grad beim Thema Konzentration sind. Die ist mir auch in einem Geo-Heft (Nr. 2 2019) über den Weg gelaufen. Man ging der Frage nach, wie manche Menschen es schaffen, zielstrebig ihre Ziele zu erreichen.
Das Zauberwort heisst "Konzentrationsfähigkeit"
Das ist in unserer heutigen Welt voll mit digitalen, blinkenden und reizstimulierenden Dingen aber gar nicht mehr so einfach. Denn der Mensch ist von Natur aus neugierig und wachsam. So ist er programmiert. Denn kommt ein Beutetier vorbei oder sieht man leckere Beeren und Pilze, dann war das ja im Jagen und Sammelzeitalter der Steinzeit von Vorteil und überlebensnotwendig. Den Trieb haben wir heute noch in uns. Denn bei jedem solchen Sammel - und Jagderlebnis (heute: auf's Handy gucken, Shoppen, Facebooken) wird Dopamin ausgeschüttet.

Aber der Mensch ist doch damit Multitaskingfähig! Stimmt. Aber zu einem hohem Preis. Er ist nämlich dadurch auch leicht ablenkbar. Es entsteht eine Gesellschaft mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Die Aufmerksamkeitsspanne sinkt.

Wir sind auch so programmiert, dass wir Glücksgefühle bekommen, wenn wir eine Tätigkeit abschliessen können. Daher neigen wir dazu, einfachere Aufgaben zuerst zu erledigen und komplizierte aufzuschieben. Ich sag nur: Steuererklärung.

Wieso ist das denn jetzt schlimm, wenn das schon immer so war?
Weil wir uns früher in der Steinzeit auch Nicht-Jagen und Nicht-Sammelphasen gönnten. Also unserem Hirn und unserem Nervensystem Erholungsphasen gönnten. Und heute?

Wir sind ständig und überall erreichbar, nur einen Mausklick von unseren Sammelobjekten entfernt. Den Rest dröhnen wir mit Streamingserien zu. Eine ständige Reizflut bricht auf uns herein.
Echte Erholung: Mangelware! Echte Erholung, eine Zeit der Muße und des Nichtstuns, des wirklichen Pausemachens, das haben wir verlernt.

Ich spreche aus Erfahrung. Denn auch ich musste das im Zuge des Lebens mit CRPS (meiner Schmerzerkrankung) erst wieder lernen. Und ich habe eine erstaunliche Erfahrung gemacht, die ebenso von dem Geo-Artikel bestätigt wird.

Hohe Konzentration schaltet Reize aus. Erinnert Ihr Euch an das Kind auf der Rutsche? Es hat die Stimme seiner Mutter überhaupt nicht gehört. Es ist nicht taub. Nur hoch konzentriert in seine Tätigkeit versunken.

Ähnlich verhält es sich mit den Spezialinteressen von Autisten. Auch sie schalten so die unbändige Reizüberflutung, die aufgrund ihres angeborenen übererregbaren Nervensystems (das keine Reize herausfiltern kann!), aus. Das ist der Grund, warum viele autistische Kinder zunächst auf Taubheit untersucht werden. Dabei ist das nicht das Problem. Denn sie hören ja viel zuuuu gut! Sie nehmen alle Geräusche gleich laut wahr und können sie deswegen nicht filtern. Auch ich verstehe in einem lauten Cafe meinen Gesprächspartner mir gegenüber nicht, weil ich sein Gesagtes nicht aus dem Lärmbrei um mich herum herausfiltern kann. Und ein tropfender Wasserhahn oder ein tickender Wecker treiben mich in den Wahnsinn! Denn auch bei Schmerzkranken ist das Nervensystem übererregt und die Reizfilter deaktiviert.

Und genau das kann man sich bei der Schmerztherapie zunutze machen. Denn auch dort möchte ich ja störende Reize (den Schmerzreiz) lindern. Und auch dort kann ich mich Tätigkeiten hingeben, die meine volle Konzentration erfordern. Dann bin ich voll und ganz in diese Tätigkeit versunken und nehme den Schmerz nicht mehr (oder zumindest weniger) wahr. Nennt man auch Flow. Man vergisst alles um sich herum. Frau, Kinder, das Essen auf dem Herd.. ;-)

Bei mir passiert das, wenn ich zeichne, wenn ich spannende Artikel (wie den in der Geo lese), wenn ich in der Natur draussen unterwegs bin, wenn ich mich mit Menschen treffe, die ich spannend finde und über Themen unterhalten kann, die mich interessieren. z.B. in der Selbsthilfegruppe aber auch mit anderen Bekannten. z.B. ein nettes Gespräch mit meiner Bäckersfrau. Mit Menschen über dieselben Hobbies reden und sich treffen und Spass haben.

Apropos Spass: Bei der Selbsthilfegruppe haben wir neulich ein Knieballett zum Geburtstag der Leiterin aufgeführt. Meine Knie haben auch mitgemacht. Dazu wurden die Knie mit Augen und Mund verziert, die Beine bekamen ein Röckchen angezogen und die Knie Bommelmützchen auf. Alles oberhalb der Knie wurde mit einem Vorhang verdeckt. Dann bewegten wir die Knie im Takt zu Anton aus Tirol. Das war sehr lustig. Die ganze Aktion. Und Ihr werdet es nicht glauben: wir hatten in der Zeit die Schmerzen vergessen!

Konzentration ist auch die Technik, die bei Autogenem Training und Meditation wirkt. Denn auch dort konzentriert man sich auf ein Mantra, den eigenen Atem, den eigenen Körper.

Autogenes Training und Meditation ging anfangs bei mir gar nicht. Aber zeichnen und lesen schon. Inzwischen hab ich mein Hirn wohl soweit umprogrammiert, dass es auch mit Meditation und Autogenem Training klappt. Ich brauchte dafür aber erst 5 Jahre Konzentrationsübungen über meine Hobbies, die mir leichter fielen. Erst dann schaffte ich es den Schmerzreiz durch die Konzentration runterzufahren. Ich denke damit hat sich auch mein Gehirn und das Nervensystem neuroplastisch verändert. Ich hab mich also schon umprogrammiert! Ich hab ja immer gesagt, wenn das ein Fachinformatiker nicht schafft: wer sonst? Jippie! Und jetzt hab ich auch noch die Erklärung dafür warum es funktioniert! Es funktioniert genau wie Autogenes Training und Meditation auch! Mit Konzentrationsfähigkeit! Die müßt Ihr schärfen bzw. das konzentrieren wieder üben und dann könnt Ihr Eure chronischen Schmerzen lindern und die Ursache: Euer übererregtes Nervensystem beruhigen!

Ich bin auch nicht mehr ganz so hibbelig wie früher. Denkblockaden und Systemabstürze gibt es zwar noch, aber nicht mehr ganz so schlimm wie früher.

Wenn Ihr das Buch "Mit einem Schlag" von der Gehirnforscherin mit dem Schlaganfall gelesen habt, dann habt Ihr ja gesehen, dass sie 10 Jahre brauchte, bis sich ihr Körper und Nervensystem von dem Schlaganfall wieder erholt hat. Ich denke bei chronischen Schmerzen und chronischen Krankheiten ist es ähnlich. Es dauert Zeit, es wieder auf Kurs zu bringen. Aber die gute Nachricht: es funktioniert! Und Ihr braucht dazu auch keinen Guru oder Wunderarzt , Ihr habt es selbst in der Hand.

Damit will ich nicht zum Affront gegen Ärzte und die Schulmedizin aufrufen. Jedes zu seiner Zeit und Ihr solltet Euch als Schmerzpatienten und mit neurologischen Problemen immer Ärzte, denen Ihr vertraut und die Euch begleiten zur Seite holen!

Aber das meiste müßt Ihr selber machen! Es liegt an Euch. Anfangs können Schmerzmittel helfen und selbst ich nehme immer noch ab und zu (z.B. bei Wetterumschwüngen ) welche. Aber ich brauche inzwischen weniger davon. Und das ist für mich schon mal ein schöner Erfolg und bedeutet auch einen grossen Gewinn an Lebensqualität.

Apropos Nervensystem und Reize. In derselben Geo-Zeitschrift stand auch ein Artikel darüber, dass Luftverschmutzung dumm macht. Das glaube ich nicht. Aber auch die Luftverschmutzung, Abgase, Gestank sind Reize, die nicht nur unsere Lunge sondern unser ganzes Nervensystem beeinflussen!
D.h. es ist total logisch, dass ein Überreiz (z.B. wegen Luftverschmutzung) zum selben Ergebnis führt, wie eine Über-Schmerzreiz. Nämlich zu einem übererregtem Nervensystem. Und mit einem übererregtem Nervensystem und einem Hirn, das von Input bombardiert wird (wegen der Reizflut und Deaktivierung der Reizfilter) denkt es sich nicht besonders gut.

Das ist genauso , wie wenn Ihr auf Eurem Rechner 50 Programm offen habt. Öffnet dann doch mal den Taschenrechner. Der braucht dann auch etwas länger, obwohl es doch ein kleines einfaches Progrämmchen ist. Und genau das passiert auch mit Eurem Hirn bei chronischen Krankheiten.

Ob noch genug Zeit ist, das Umweltproblem, das Problem der verschwindenden Natur um uns herum (denn die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen die Natur) zu lösen? Oder wird sich die Menschheit durch die damit verbundenen Folgen, die ihr eigenes Nervensystem, Immunsystem und den ganzen Körper und die ganze Gesellschaft beeinflussen, vorher selbst abschaffen?

Bedenkt das auch, wenn Ihr beim nächsten kurzen Weg ins Auto steigt oder bei Eurer nächsten Flugreise. Und wenn Ihr denkt: was kann ich schon allein tun? Bedenkt dass sich das die halbe Menschheit fragt... Und wenn jeder nur einen kleinen Schritt macht, macht das eine Menge aus. Wir haben es selbst in der Hand.

Ich bin gespannt. Und bis dahin ist jeder Tag ist ein Abenteuer.
Schönes Wochenende!

Montag: Der erste. Heut kaufen im Bus viele ihre Fahrkarte. Trotzdem bekommt es unser Busfahrer ziemlich entspannt und gelassen hin, pünktlich am Busbahnhof zu sein. Respekt! :)

Gestern wie ich zum Schlagfertigkeitskurs gekrückelt bin, hab ich im Städtle was lustiges gesehn.
Im Storchennest auf dem alten Rathaus steht ein Storch und baut an seinem Nest herum. Gegenüber ist die Sparkasse eingerüstet. Da steht auch ein Kran. Auf dem Kran versucht ein zweiter Storch sein Nest zu bauen. Wahrscheinlich a Zweitwohnung ;-)

Der Kurs war anders als ich gedacht hatte. Es ging nicht drum dem Gegenüber schlagkräftig eins reinzuwürgen, sondern mit Empathie und Sicherheitssignalen die physiologische Abwehrhaltung (die uns allen bei neuen Ideen, Aufgaben, Vorschlägen) aus Urzeiten noch eigen ist (Kampf-, Flucht-, Erstarrungs- , Resignationsreflex), zu entschärfen. Also mit Empathie und den richtigen Worten und Gesten Brücken zu bauen.

Ein Nein ist nicht das Ende einer Argumentation. Da geht's erst richtig los.

Ach so. Dann kann man auch im normalen Gespräch wie in der Schmerztherapie auch mit der richtigen Mimik, Gestik und Körperhaltung, Tonfall den physiologischen Zustand des Gegenübers verändern und mit Ehrlich- und Aufrichtigkeit das Vertrauen des Gesprächspartners gewinnen und so Konflikte lösen. Das ist dasselbe Prinzip. Sagt das doch gleich.

Obwohl ich immer noch glaube, dass es nicht immer die Gestik und Mimik sein muss, sondern der Zustand des Nervensystems, der Entspannung, Ehrlichkeit, Offenheit, Aufrichtigkeit und Vertrauen ausstrahlen muss. Wenn man nämlich physiologisch in diesem Zustand ist, dann kommt die Gestik und Mimik und der richtige Tonfall von ganz alleine.

Immer, wenn man jemanden vor den Kopf stößt, löst man einen solchen physiologischen Kampf-, Flucht-, Erstarrungs- oder Resignationsreflex aus. Diese Abwehrhaltung auf Neues, Ungewohntes oder Anderes ist ein ganz natürliches Verhalten. Das kann keiner abstellen. Das ist in uns so einprogrammiert. Deswegen tun sich neue Ideen und Ansätze auch in der Wissenschaft sehr schwer. Weil da genau dieser Mechanismus in uns Menschen zuschlägt. Den haben wir alle.

Deswegen scheint das mit der Schmerztherapie im Krankenhaus auch so schlecht bei mir funktioniert zu haben. Denn weder mein Gegenüber noch ich schafften es in diesen entspannten physiologischen Zustand zu kommen. Da fehlte schlicht und ergreifend die Vertrauensbasis. Und Vertrauen bekommt man nicht geschenkt. Das muss man sich erarbeiten. Und mit chronisch Schmerzkranken ist das umso schwieriger, weil die schon chronisch in diesem physiologischen Erstarrungszustand feststecken. Wir machen das genausowenig mit Absicht. Und es ist verdammt schwer aus dem aus eigener Kraft wieder herauszukommen. Das könnt Ihr mir gerne glauben.

Der Kursleiter ist ein Morphologe. Den Begriff hat Goethe geprägt. Dabei geht es, um die Steuerung kreativer Prozesse. Woraufhin ich meinte, dass sich die Kreativität bei mir nicht steuern läßt, dass die von ganz alleine kommt, wenn ich draussen in der freien Natur unterwegs bin. Das ist nicht bei jedem so. Andere brauchen da einen kleinen Schubs.

Er hat uns gezeigt, dass man in einem solchen Moment erstmal innehalten soll. Innerlich auf Stopp gehen. Und man kann dann z.B. die Handgelenke drehen. Das entspannt. Soll auch eine Yogaübung sein. Zur Demonstration hat er einen Kursteilnehmer gebeten, den Arm oben zu halten, während er dran zieht. Er konnte ihn nicht runterbringen. Dann bat er den Kursteilnehmer die Handgelenke zu drehen. Und dann startete er einen neuen Versuch. Und da liess sich der Arm nach unten ziehen, weil der Muskeltonus sich von Anspannung zu Entspannung verauml;ndert hat. Das fand ich spannend!
Vielleicht können das auch wieder ein paar Leute als Anti-Schmerz und Entspannungsübung nutzen. Es funktioniert.

Und die Basis für die Überwindung von Konflikten sind Gemeinsamkeiten. Die sollte man sich auch schon mal vorher klarmachen.
Spannend. Mal sehen, wie ich die Tipps anwenden und das ganze ausprobieren kann. Jeder Tag ein Abenteuer.

Apropos entspannen... Schaukeln hilft dabei auch. Man hat mal versuchsweise in einem Altenheim Schaukelstühle aufgestellt und hinterher festgestellt, dass die Bewohner des Altenheims mit den Schaukelstühlen viel entspannter und ruhiger waren als in anderen Altenheimen ohne Schaukelstühle.
Also los , Leute! Worauf wartet Ihr? Damit habt Ihr die Lizenz zum Schaukeln!

Es ist halt logischerweise einfach so, dass der Mensch sich halt generell am wohlsten fühlt, wenn er entspannt ist, und entspannter ist auch gesünder , denn wenn man entspannt ist, dann hat man auch weniger oder keine Schmerzen und dann läßt man noch am ehesten mit sich reden. D.h. dann wohl auch im Umkehrschluss: je entspannter die Atmosphäre daheim und auf Arbeit ist, desto wohler fühlt man sich und desto gesünder ist man.

Und da wir grad wieder bei Kommunikation sind: Wußtet Ihr, dass Pflanzen miteinander kommunizieren? Nein, das hat jetzt nix mit dem Schlagfertigkeitskurs zu tun. Doch auch Pflanzen können schlagkräftig sein. Z.B. der Mais. Wird eine Maispflanze von einer Raupe angeknabbert, dann kann sie zwar nicht weglaufen, aber sie sendet Duftstoffe aus, die den natürlichen Feind der Raupen direkt zur Raupe locken. Das war im Film auf Phoenix am Samstag eine Mücke. Den Namen hab ich allerdings vergessen. Die erlegt dann die Raupe und die Maispflanze hat ihre Ruhe. Wenn das nicht schlagkräftig und genial ist, dann weiss ich auch nicht.

Apropos Duftstoffe... Beim Schlagfertigkeitskurs meinte mein Gegenüber, dass es ja auch wichtig ist, dass die Chemie stimmt. Dass man sich riechen kann. Ich hab dann gemeint, dass ich hoffe, dass ich nicht allzusehr stinke.
Da hat sie gelacht.

Neuronenähnliche Zellen findet man in den Wurzeln der Pflanzen. Wisschenschaftler vermuten, dass dort ihr "Gehirn" wohnt. Denn Rankpflanzen finden immer die Rankhilfe. Pflanzen richten ihre Blätter so zur Sonne aus, dass keins im Schatten eines anderen Blattes liegt. Und Pflanzen erkennen eine Geschwisterpflanze.

Ausserdem gehen sie ja auch Symbiosen (Mistel, Moos, Pilze) mit anderen Pflanzen ein. Und auch ihre Samenverbreitung ist spannend. Da sind die Pflanzen, deren Samen sich mit winzigen Haken in das Fell von Tieren verhaken und so verbreitet werden. Oder der Löwenzahn, der einfach den Wind nutzt.

Es gibt Städtebauer, die Busse und Hochhäuser begrünen, weil Pflanzen Menschen guttun. Sogar ein mitwachsendes Haus z.B. aus Bambus wurde gezeigt. Stellt Euch vor, wenn wir nicht mehr in Büros aus Metall und Stein sondern aus Pflanzen gewachsen sitzen würden. Da würden wir uns sicher viel wohler fühlen. Ich hab schon als Kind am liebsten im Wäldchen nebenan (der ist leider nicht mehr da) gespielt. Warum sollen wir nicht zukünftig wieder dort arbeiten? Das wär doch cool.

Dienstag: Im Zug setzen wir uns an einen 4-er Platz auf dem nur ein einzelner grosser Koffer steht. Der gehört den Leuten uns gegenüber und man verräumt ihn dann auf die anderen beiden Plätze, so dass ich Fuss und Krückenfreiheit hab. Mein Busnachbar ist auch selig. Und schlummert sodenn gleich ein.

Die Rolltreppe zur U3 ist schon eine Weile gesperrt. Die ist kaputt. Also nehmen wir drei (Hanni, Nanni und ich) die Treppe. Bisher hat das auch immer gut geklappt. Nur heute hat es jemand hinter mir besonders eilig, rempelt mich an und es fehlt nicht viel und mir wärn die Treppe nuntergsegelt.

Dann wären wir drei zwar kurzfristig schneller gewesen (unsern Jungfernflug hatten wir schon mal im Bus), hätten aber langfristig alles aufgehalten. Am Ende hätt's noch Kollateralschäden an Unbeteiligten vor uns gegeben.

Vorsicht! Das Wetter schlägt um. Die Krücken fliegen heut widder so tief. Zwei schlagkräftige Argumente im Sturzflug. Des is ja a ned grod as gsündeste.

Immerhin hat er sich dann beim Überholen noch entschuldigt. Das hätt uns dann aber auch ned viel genützt. Ich hab noch vom letzten Wegeunfall die Schnauze voll. Ich kann gern auf einen neuen verzichten.

Und ausserdem bezweifle ich sehr, dass es schneller geht, wenn man mich die Treppe runterschubst. Denn dann staut sich ja alles unten. Wie gestern bei dem Unfall auf der A3. Wir standen mittendrin im Stau mit dem Bus. Da hab ich den Enten auf dem Weiher zugeschaut und dem Brummifahrer aus Salzburg beim Schimpfen. Die Enten haben mir besser gefallen. Die Unfallstelle war schon geräumt und abgesperrt. Unser Busfahrer war genervt. Der hat vor sich hingeschimpft und das Radio (WLAN) aufgedreht. Mit Ohrstöpseln läßt sich beides besser ertragen.

Mein Arbeitskollege im Büro hatte heut im Autoverkehr auch einen Drängler hinter sich. Trotz Hetzerei stand er dann an der nächsten Ampel auch nur eins weiter vorne.

Scheint aber generell so zu sein, dass immer nur kurz- und nicht mehr langfristig gedacht wird. Das finde ich sehr schade, weil man sich so viele Chanchen verbaut und Gelegenheiten verpasst.

Ausserdem sind die Busfahrer, die hektisch bremsen und dann wieder Gas geben (und eines Henkers würdig fahren) nach meiner Erfahrung nach auch nicht schneller in Erlangen als die, die entspannt, gleichmäßig und ruhig fahren. Der durchschlagende Effekt des ruckartigen Stopp-und-Gos ist dann, dass jemand sein Frühstück wiedersieht. Und da macht das Wiedersehen keine Freude. Es riecht ja auch sehr streng. Da möcht man vom Geruch her aus Sympathie gleich mitmachen. Dem Busfahrer macht man sich damit nicht grad sympathisch. Ich hab ja deswegn immer a Plastiktüten dabei. Nur für den Fall. Dann hält sich die Sauerei in Grenzen.

Seit Hanni und Nanni mir ein langsameres Tempo aufgezwungen haben, bin ich viel entspannter. Vielleicht hab ich endlich meinen Rhythmus gefunden.

Mir sind gestern im Städtle mal wieder die Autoaufkleber aufgefallen. X und S onboard. Es scheint ja kein Name ausgefallen genug zu sein, dass er nicht auf einem solchen Aufkleber zu finden ist. Gibt es die als Sonderanfertigung? Oder kauft man sich erst einen solchen Aufkleber und bekommt dann die Kinder und benamst sie entsprechend?

Diese Frage stell ich auch meinem Kollegen. Der hat neulich diesen Aufkleber gesehen:"Keine Kinder mit blöden Vornamen on board."

Mein Kollege telefoniert: "Suchen im Suchfeld. Schwarz auf Schwarz. Das hat man sehr gut gelöst..."
Mich zerreist's fast vor lauter Lachen :)

Heut habi des am Wochenend in der Theorie erlernte mal in der Praxis ausprobiert. Hab eine Anfrage bekommen, ob ich nicht was schnell mal machen kann. Dann hab ich zurückgeschrieben, dass ich momentan mit Aufgaben dicht bin, weil ich A und B machen muss. Und falls das neue Anliegen hochpriorisiert werden müsste, hab ich den Adressaten an meinen Chef verwiesen. Und hab gespannt auf die Reaktion gewartet. Daraufhin bekam ich die Antwort, dass das nicht nötig und die Anfrage gar nicht mehr so wichtig sei. Das find ich interessant. Also wenn man ein Nein begründet, dann wird es auch akzeptiert und es lassen sich andere Lösungen finden.

Das ist übrigens was psychologisches. Das ist auch der Sinn von Haltestellenanzeigen. Oder warum in Zügen Gründe wie wegen Unwetter, Gleisbelegungs- oder Türstörungen angegeben werden. Dann kann Mensch die Probleme leichter verstehen und besser damit umgehen. Dabei spielt es keine Rolle wie sinnvoll die Begründung ist. Spannende Sache. Man hat mal ein Experiment gemacht und eine Frau zum Kopieren in die Schlange geschickt. Sie hat gesagt:"Entschuldigen Sie, könnten Sie mich bitte vorlassen? Ich hab's eilig." Und prompt hamm die andern sie vorgelassen. Scheint zu stimmen.

Apropos Experimente. Zu meinen heutigen Beobachtungen gehört auch, dass unser Busfahrer über Fremdsprachenkenntnisse verfügt. ;-)

Heimwärts in Dechsendorf an der Haltestelle bleibt unser Bus stehen und unser Busfahrer geht nach hinten durch und ruft auf Hochdeutsch:
"Junger Mann!?! Ihre Fahrkarte gilt nur bis hier. Aussteigen oder Nachzahlen."
Dann läuft unser Busfahrer wieder nach vorne und murmelt auf fränggisch:"Immer die Schwarzfahrer do..."

Warum ist das Wort "schwarz" denn eigentlich negativ belegt?
Schwarzfahrer, schwarz sehen, anschwärzen, die Angst vorm schwarzen Mann...
Weiss dagegen scheint für Rein- ,Sauberkeit, Heilsein, Heilen und in Ordnung sein zu stehen.

Mein Vadder war Stukker. Die tragen auch weiss. Wenn mei Mama sei Arbeitsklamotten gwaschen hat, dann hat's allerdings immer gsachd:
"Du hast doch mehra Putz o dei Klamotten wie o der Fassad..."

A Zeit lang hat bei uns immer a älters Mütterla angerufen. Ihr Herd war kaputt. Wir heissen so wie der Elektriker und sie hat die falsche Nummer erwischt. Die hat sie aber immer wieder gewählt.
Erst hat ihr mei Vadder immer erzählt:"Ich bin Stukker, ka Elektriker. Ich kann kann Herd repariern. Ich kann Dir bloss a Loch zuschmieren."
Am End war dann a sei Geduld am End und er hat's klingeln lassen.

Apropos Mama...
Langsam derappelt si sich widder. Mit dem Denken hapert's aber nu a weng.
Gestern is mir a Mann mit Fahrrad aus unserm Hof entgegengekommen, der bei uns was in den Briefkasten geworfen hat.
Die Post hammer erschd heut raus.
Ich grübel laut:"Da woar gestern einer da und hat was in den Briefkasten gschmissen."
Mei Mama:"Vielleicht der Bofrost."
Ich:"Der Bofrost kummd doch ned mit'm Fohrrod...!"

Allmächd is des schee! Die Baam wern alla scho gree und es blüht überall! Deswegn gibt's heid a an Comic dazu. Vill Spass!

Mittwoch: 5:40 Uhr. An der Haltestelle gegenüber von meiner Haltestellenbekanntschaft und mir liegt a herrenloser Rucksack. Ganz allaa..

Ich:"Guck amol. Do had aner sein Rucksack vergessen."
Mei Bekannte:"Des wäri nie versteh, wie aner sein Rucksack vergessen ko."
Ich:"Ich versteh ned, wie mer Schuh und Socken verlieren ko."
Sie:"Des kommt ganz auf den Zustand o."

Heut kummd der Bus recht spät. Des hindert ihn aber ned daran rechtzeitig in Erlangen zu sein.

Martin Wehrle, der Autor von "Hilfe! Ich arbeite in einem Irrenhaus" meinte, wie ich ihn mal angemailt hab, wie man mit so einer Situation umgeht, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt. Entweder geht die Abteilung geschlossen zum Chef. Oder man sucht sich einen neuen Job und kündigt.

Ich glaub, es gibt nu a dritte Lösung. Denn wenn mer wechseln dud, dann nimmt mer sei Probleme ja immer mit. So wie ich in jedem Krankenhaus hald a. Des Krankenhaus is a andersch, aber die Probleme, die mer had, dass mer missverstanden wird, bleibm dieselben. Weil mer sich selber ja ned geändert hat. Oder des in der Situation a goar ned kann!

Oder wie es im Film 7 Tage 7 Nächte mal hiess:"Das hier ist eine Insel. Was man hier nicht mitbringt, das findet man hier auch nicht."

Deswegen versuch ich mich zu ändern und ruhiger zu werden. Also mein Nervensystem zu beruhigen und wieder das Konzentrieren zu lernen. Dann kann ich auch mit häufig wechselnden Anforderungen besser umgehen, wirke beruhigend auf meine Umgebung ein. So die Theorie. Ich glaub auch, dass es an der ein oder anderen Stelle schon etwas Wirkung zeigt. Es braucht halt Zeit. Hartnäckig bin ich ja. Daran soll es ned scheitern.

Der Leiter vom Schlagfertigkeitskurs meinte, er bietet auch den Kurs "Führen und geführt werden" an. Denn er ist davon überzeugt, dass nicht nur die Führungskräfte die Mitarbeiter positiv beeinflussen können sondern auch umgekehrt. Also dass es auch in die andere Richtung funktioniert.

Vor dem Hintergrund meiner Theorie, dass die Nervensysteme einzelner Menschen aufeinander einwirken, ist das ja durchaus logisch. Also mit Worten und Taten Sicherheitssignale aussenden und so ein Wohlfühlklima erzeugen, in dem der physiologische Zustand der Umgebung/Menschen im Umfeld geändert wird. Via Resonanzprinzip. Ob man damit auch die Gesamtstimmung in einem Unternehmen oder gar in einer ganzen Gesellschaft herumreissen kann? Von unten her? (Okay, Revolutionen fangen ja immer von unten an...) Und wenn ja, wie lange dauert sowas?

Denn nur in sicherer Umgebung (und die besteht aus Gebäuden, Möbeln und den Menschen, die sie bevölkern) kann Kreativität und somit Innovation entstehen. Und das ist es doch, was alle Unternehmen möchten. Auch ich finde es herrlich, wenn ich meinen Ideen nachgehen kann und Dinge ausprobieren kann, die mich interessieren. Und wenn ich das auf Arbeit tun kann, wird der Beruf zur Berufung.

Meiner Physio hab ich gestern von der Handgelenksdrehübung vom Schlagfertigkeitskurs erzählt. Ich hab sie gefragt, warum man das nicht in der Schmerztherapie als Entspannungstrick anwendet. Da meinte sie, weil das Kinesiologie ist. Schon wieder ein neuer Fachbegriff. Das ist ein noch umstrittenes und nicht anerkanntes Verfahren, das als Biofeedback eingesetzt wird. Der Muskeltest wird verwendet um so auf den Status des Nervensystems zu schliessen. Klingt für mich ganz logisch. Ach so. Dann ginge das so auch ohne teures PC-Programm und Qiu - Kugel? Dann wär das ja was feines.

Ob es da noch mehr so Tricks zur Adhoc-Muskelentspannung aus der Kinesiologie gibt? Muss mal meine Bekannte fragen, die Heilpraktikerin ist. Vielleicht hat die noch ein paar Tipps auf Lager, die ich in meiner ambulanten Home-Schmerztherapie für Dummies einsetzen kann.

Apropos Schmerztherapie und Schmerzmittel... Gestern kam auf ARTE ein Beitrag zum Thema Opioidkrise in den USA. Dort wurde vor einigen Jahren der vermehrte Einsatz von Opioiden propagiert. Opioide können abhängig machen. Genau das ist in den USA massenhaft passiert. Dann wirkte der Staat dem entgegen, indem er Apotheken und Arztpraxen schliessen liess, die damit florierten.

Die Betroffenen liess man allein. Also besorgten sie sich andere Drogen. Die Folge sind ganze suchtkranke Familien, schon Babies werden mit Entzugserscheinungen geboren, eine hohe Beschaffungskriminalität, verwahrloste Städte, hohe Arbeitslosigkeit, der Ruf der betroffenen Städte leidet. Der Rettungsdienst ist ständig im Einsatz wegen Überdosiskollabierten.

Die Folgen zahlt die gesamte Gesellschaft. Den Profit machen die Pharmaunternehmen. Aktuell laufen Klagen von Städten gegen die Pharmakonzerne. Diese schaffen es weiterhin sogar Gesetze zu ihren Gunsten mit Lobbyarbeit zu ändern. Es regiert weiterhin das Geld und nicht die Menschlichkeit.

Das ist ein Generationenproblem. Über die Epigenetik vererbt sich der Stresszustand (des Nervensystems) auf die nachfolgenden Generationen. Genau so wie der 2.te Weltkrieg auch in unseren Genen noch Stressfaktoren hinterlassen hat. So schnell wächst sich das nämlich nicht aus.

Auch in Deutschland werden vermehrt Opioide, die schnelle Lösung gegen Schmerzen, verschrieben. Auch hier ist der Trend zu sehen. Wir werden zwar immer älter, aber auch immer kränker aufgrund des psychischen Stresses (des lebenslangen Lernens, der Arbeitsverdichtung). Immer mehr chronische Schmerzen sind die Folge.

Die Schmerztherapie und Schmerzforschung steckt noch in den Kinderschuhen. Die multimodale Schmerztherapie gibt es erst seit 2013. Schmerzmittel sind meiner Ansicht nach keine Lösung, weil sie nur ein Symptom lindern, nicht aber die Ursache bekämpfen. Bei Abhängigkeit wird das Nervensystem noch übererregter. Kinder, die abhängig geboren werden, zucken, sind unruhig und können nicht still halten.

Apropos nicht stillhalten und übererregtes Nervensystem...
Heute in der U3 sitzen mir gegenüber zwei junge Männer und unterhalten sich. Der eine wackelt die ganze Zeit mit seinem linken Bein herum, der andere zappelt mit seinem rechten Bein herum. Ob ihnen das bewußt ist?

Im Bus saß neulich auch ein junges Pärchen hinter mir. Die haben ihre Knie in den Sitz hinter mir gedrückt und sind dauernd drauf rumgezappelt. Sowas macht mich wahnsinnig! Sprich ihr übererregtes Nervensystem reizt mein chronisch durch den Schmerz übererregtes Nervensystem noch mehr! Deswegen hab ich auch was gesagt. Da muss mein Leidensdruck schon hoch sein. Sie haben zwar etwas geguckt, das Gezappel aber dann sein lassen.

Ich liebe es aber auch, wenn ich länger bei einem Skype-Gespräch an meinem Schreibtisch sitze mit dem Schreibtischstuhl hin und her zu schaukeln oder mich hin und her zu drehen. Das beruhigt wiederum mein übererregtes Nervensystem und lindert so die Schmerzen.

Donnerstag: Ach cool! Erinnert Ihr Euch an den Beitrag mit der Konzentration, dass man damit andere Reize u. a. auch den Schmerzreiz ausblenden kann? Genau dasselbe Prinzip wendet man auch als "Mindfulness" (Englisch klingt wohl besser) in der sich immer schneller wandelnden Arbeitswelt an. Auf deutsch heisst das Achtsamkeit. Es bedeutet sich wieder auf den aktuellen Moment zu konzentrieren und zu fokusieren und mit seinen Gedanken und seinem ganzen Wesen im hier und jetzt bei der aktuellen Aufgabe zu sein. D.h. es ergänzt sich.

So soll man immer zwischen den Aufgaben kleine Pausen machen und sich wieder sammeln z.B. durch Atemübungen 3 x Durchschnaufen oder Meditieren, um sich dann wieder hoch fokusiert an die nächste Aufgabe zu machen. Man könnte nun auf die Idee kommen, dass das die Arbeit doch langsamer macht. Tut sie nicht, denn wenn man hoch konzentriert arbeitet, dann bekommt man mehr hin. Ausserdem macht das ganze dann auch noch Spass, man ist gelassener und kann so bei Problemen kreativere Lösungen finden. Das klingt doch gut!

Irgendwie passt grad alles ganz gut zusammen. Is das jetzt Fügung? Oder nur gut verfugd?

Schokolade hilft übrigens auch bei Schmerzen, weil Schokolade an unsere Opioidrezeptoren andockt :)
Fein.

Also dann geh ich mal futtern. :) Gegen die Schmerzen.

Freitag: Gestern war voll spannend!
Hab meine Ergo gefragt, ob sie sich mit Kinesiologie auskennt. Und stellt Euch vor: sie hat Kinesiologiekarten! Die sind zwar für Kinder, aber weil sie so schön bunt und einfach sind, gefallen sie mir besonders gut. Ich hab sie jetzt ausgeliehen.

Meine Ergo hat mich dann noch getriggert. Dabei hat sie mein Trafohäuschen etwas zu arg aktiviert. Ich hätt mir fast auf dem Heimweg in die Hose gemacht und musste danach erstmal ständig auf's Klo. Wenn mein Trafohäuschen (CRPS) aufdreht, dann steigt mein Blinzelfaktor. Mein persönliches Biofeedback ;-)
Erst abends beim Vortrag hat es sich beruhigt.

Dann hab ich noch mein übererregtes Nervensystem mit Hunde streicheln beruhigt. Der kleine Spitz vom Kellerberg freut sich immer schon, wenn er mich nur von Weitem sieht. Und einen Husky hab ich auch gestreichelt. Da hab ich erst gewartet, bis er mir sein okay gegeben hat. Er nähert sich neugierig an. Ich halt ihm langsam und ruhig meine Hand vor die Nase, die er neugierig beschnüffelt. Dann hab ich etwas gewartet. Draufhin hat er mit Fiepen seine Streichelbereitschaft signalisiert. Dann hab ich ihn zwischen und hinter den Ohren gekrault. Das hat sein und mein Nervensystem beruhigt. Gegenseitige Vagusnervstimulation. Sehr schön. Huskys sind sehr weich. Und die blauen Augen sind echt der Hammer! Wußtet Ihr, dass Husky die Hunderasse ist, die dem Wolf am ähnlichsten ist? Die erwachsenste Hunderasse.

Wußtet Ihr, dass Tiere die Heilung fördern können? Auf HR "Alles Wissen" hab ich gestern aufgeschnappt, dass Wissenschaftler nachgewiesen haben, dass das Schnurren von Katzen ihr Knochenwachstum anregt. Und nicht nur das, sondern auch das des Streichelnden.

Es liegt an dem bestimmten Herzbereich, in dem sie schnurren. Bei Wildkaten funktioniert dies nicht. Ist allerdings auch nicht zu empfehlen. Hilft dann bei Osteoporose, sich ne Katze anzuschaffen? Hätte sicher weniger Nebenwirkungen... Auch bei CRPS bauen die Knochen, Muskeln und sonstiges Gewebe ja ab. Auch da würde sich also ein Schnurrtier empfehlen. Es laufen aber bei uns auch genug so herum, die sich von mir streicheln lassen.

Ob das auch damit zusammenhängt, dass es den Mittelohrnerv und so den Vagusnerv stimuliert? Ich glaub aber nicht nur. Denn dieses Vibrieren vom Schnurren soll auch die Heilung bei Katzen anregen. Wenn Katzen schnurren, dann sollte der Mensch doch mit Summen zum selben Ergebnis kommen. Da vibriert ja auch der ganze Körper. Das beruhigt mich. Ich glaub schon dass es funktioniert. Genauso wie die Vibrationen in der Strassenbahn, Zug oder im Überlandbus. Sonst könnte mein Busnachbar da nicht so gut drin schlafen. Und heimwärts bin ich auch schon öfter mal vom Schaukeln eingepennt.

Singen soll ja auch den Vagusnerv anregen. Also das Nervensystem beruhigen. Bewegung hilft mir auch. Ihr könnt auch beides kombinieren. Ich hüpfe auf dem Trampolin und singe oder summe dazu das Schlumpfenlied: Sagt mal, wo kommt Ihr denn her? .... Wenn ich vom Trampolin steige, ist es als würde mir jemand eine schwere Decke über die Schultern legen. Total entspannt. Ihr könnt ja mal ausprobieren, ob das bei Euch auch funktioniert.

Eine Katze oder einen Hund auf dem Schoss oder einem Körperteil zu haben, entspannt ja auch. Ich denke, weil es Sicherheit signalisiert. Das stammt aus der Steinzeit, wo wir uns noch aneinanderkuscheln mussten, um warm zu bleiben, Druck tut gut. In Maßen. Leichte Berührungen verursachen mir dagegen Schmerzen. Es muss also der richtige Druck sein. Nicht zu lasch und nicht zu fest.

Es wär ja vollkommen logisch. Denn nur, wenn unser Körper und unser autonomes Nervensystem sich sicher und entspannt fühlt, dann kann der Körper heilen.
Im stressbedingten Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsmodus schaltet er ja auch Dinge wie Verdauung und Co aus. Also auch die Heilung. Denn dafür hat er grad keine Zeit und keinen Bedarf, wenn grad der Säbelzahntiger vor ihm steht.

Das sind alles physiologische Prozesse. Das Leben besteht wenn man es genau nimmt, aus lauter physiologischen Prozessen.

Ins Krankenhaus wollt ich zu der Infoveranstaltung mit Vorträgen von der Unfallchirurgie. Ich wollt da mal Unterlagen und Comics über CRPS abgeben mit dem neuen Flyer von der Selbsthilfegruppe. Und so dafür sorgen, dass das hier keinem zweiten passiert. Denn das wünsch ich keinem! Ach ja: fast vergessen... Die hat ne neue Homepage nicht nur einen neuen Flyer. Hier ist die neue Seite der Nürnberger CRPS-Selbsthilfegruppe. Sie ist sehr hübsch und informativ geworden! Respekt!
Falls Euch die Buchliste bekannt vorkommt, die ist von mir... :)

Fast wär ich im Krankenhaus schneller gelandet als mir lieb war. Weil mich eine Autofahrerin fast über den Haufen gefahren hat. Die will auf den Kellerberg nach rechts oben einbiegen, während ich von rechts über die Strasse laufe. Anscheinend gucken Autofahrer nur noch nach links auf die Fahrspur. Gefährlich für Fussgänger, Radfahrer oder Krückelnde, die von rechts kommen. Mich hat sie erst gesehen, als ich vor der Kühlerhaube stand. Das war ne Vollbremsung. Des is ja a ned grod as gsündeste. Des is mir etz scho mehrfach bassierd, dassi überseng werd. So glaa bini etz a widder ned. Und mei CRPS had gjubelt und glei nu mehra aufdreht. Jesses!

Bei den Vorträgen hab ich begriffen, warum CRPS nicht heilt bzw. bestimmte Symptome wie Knochenabbau auftreten können (nicht müssen). Es ist so: ihr habt Schmerzen in dem Körperteil. Dann schont Ihr es. Das hab ich anfangs auch gemacht, bis es mir meine Ergo wieder abgewöhnt hat. Das Körperteil braucht aber Bewegung um optimal versorgt zu werden. D.h. es kommt bei Schonhaltung zur Mangelversorgung. Der Knochen, Knorpel und Muskel bauen ab. Und dadurch verstärken sich die Schmerzen. Das ist ein sich verstärkender Kreislauf. Programmtechnisch also eine Rekursion. Den bzw. die es zu durchbrechen gilt. Neueste Studien haben belegt, dass Bewegung bei CRPS wichtig ist! Sonst kommt irgendwann der Neglect und das Hirn vergisst, dass es das Körperteil überhaupt gibt. Use it or lose it. Das wird nicht mehr benutzt, dann kann es weg. Ja , unser Hirn ist da besser im entrümpeln als wir.

Bei meiner Schwester ist das ja auch so. Der rechte Arm und das rechte Bein ist nach einem Schlaganfall gelähmt. Sie wünscht sich so sehr wenigstens ihren Arm und die Hand wieder bewegen zu können. Rein theoretisch müsste sich das auch wieder machen lassen. Sie übt jeden Tag. Aber irgendwas fehlt noch... Vielleicht ist das Sicherheitsbedürfnis und der Status des Nervensystems noch nicht dazu bereit... Hmmm.... Mal gucken, ob wir dieses Problem noch knacken.

Die Vorträge dienen dazu wieder das Vertrauen in das Krankenhaus zu stärken. Da haben sie noch viel Arbeit vor sich. Ich hab dort auch gesagt, dass ich keine guten Erfahrungen damit habe. Drauf war die Reaktion, dass das Krankenhaus nicht mehr das vor 5 Jahren ist.

Das hat mich dann wütend gemacht. Hmm.. warum eigentlich? Wieso haben diese eigentlich doch neutralen Worte so einen Einfluss auf meinen physiologischen Zustand? Und so eine Macht über mich?
Wut entsteht aus Angst und die aus der Hilflosigkeit, sich ausgeliefert fühlen.
Die grausligen und schmerzhaften Erinnerungen von damals kommen wieder hoch. Damals war sowohl ich hilflos und verzweifelt und mein Gegenüber im Krankenhaus auch. Sowas macht es halt auch ned besser. Des is ja a ned grad as gsündeste.

D.h. mit meinen Gedanken gebe ich dem Sprecher Macht über mich. Das tue ich selbst. Das will ich nicht! Wozu auch? Das vergangene kann ich nicht ändern. Ich will aber wieder gesund werden. Da ich inzwischen gelernt habe, dass genau solche düsteren Gedanken die Heilung verhindern und ich inzwischen auch gelernt habe, mich dann ins Hier und Jetzt in den aktuellen Moment zurückzubeamen(mit Achtsamkeit), tu ich das. Und... Wow! Es funktioniert!

Trotzdem wird das Krankenhaus den Worten auch Taten folgen lassen müssen, um mein Vertrauen wiederzugewinnen. Ich bin sicher nicht die einzige.

Das würde auch erklären warum chronisch Kranke, die in Streitigkeiten mit Versicherungen oder Behörden stecken, nicht heilen können. Solange die Begutachterei bei mir nicht rum war, konnte ich das auch nicht. Von Gutachten hab ich inzwischen die Schnauze voll. Das ist ähnlich würdelos wie eine Fleischbeschau auf dem Schlachthof.

Wenn Ihr Glück habt, dann nimmt man Euch noch als Person wahr. Wenn Ihr Pech habt, dann wird an dem betroffenen Körperteil ohne Rücksicht auf Verluste und Schmerzen (die Ihr dann noch die nächsten beiden Wochen habt, aber das weiss der Gutachter ja nicht) herumgezogen und gebogen, um ja noch ein paar Grad (mit dem Lineal gemessen) herauszubekommen. Es wird dann vollkommen vergessen, dass dort noch ein Mensch dranhängt. Und der würde auch gerne als Mensch und nicht als Objekt behandelt werden. Das ganze ist so schon schlimm genug. Schrägerweise kann ein Gutachten dann folgende total sich widersprechende Effekte haben:

  1. es besagt, dass Ihr wieder voll arbeitsfähig seid.
  2. Ihr seid nach dem Gutachten erstmal einige Wochen krank geschrieben, weil der Gutachter durch die grobe Behandlung und die Gutachtensituation (Stress) Euer CRPS (oder andere chronische Erkrankung) befeuern und damit jeden Heilungserfolg sabotieren.
Leider wird dieser Widerspruch nicht gesehen!!! Denn nur in einem Vertrauensverhältnis und sicherer Umgebung kann man Heilen. Und als solches habe ich die Gutachensituation nicht empfunden, wie Ihr aus meiner Beschreibung unschwer erkennen könnt. Und das geht nicht nur mir so!

Deswegen möchte ich an dieser Stelle mal darauf hinweisen.
Denn aus meiner Sicht kann es nicht sein, dass ein Gutachten oder eine Behandlung, die auf eine Arbeitsfähigkeit abzielt, so abläuft, dass man hinterher nicht mehr arbeitsfähig ist, andererseits aber die Arbeitsfähigkeit bestätigt.

Andererseits kann ich das Verhalten logisch nachvollziehen, da Gutachten von Versicherungen in Auftrag gegeben werden und deren Interesse sein muss, Kosten zu sparen. Deswegen scheint hier eher die Misstrauenskultur zu herrschen. Sicher gibt es immer ein paar schwarze Schafe, die das System ausnutzen, aber generell sind die Menschen besser als ihr Ruf. 70 Prozent sind rücksichtsvoll und sozial eingestellt. Wie fair ist es auch diese 70 Prozent unter den Generalverdacht der Ausnutzung des Systems zu stellen?

Liebe Versicherer bedenkt bitte , dass auch das Gegenteil der Fall ist. Es gibt auch Menschen, die von sich aus nicht alle Ansprüche, die ihnen gesetzlich zustehen, in Anspruch nehmen. Teils aus Unkenntnis. Teils aus Scheu vor der überbordernden Bürokratie. Wenn man so hilflos ist, dass man die Hilfe wirklich braucht, ist man selten in der Lage sich damit auseinanderzusetzen. Hier wäre ein praktischer schneller Lösungsansatz wünschenswert.

Denn das kann die Heilung fördern! Und das spart Euch dann Zeit, Kosten und viel Verwaltungsaufwand und Bürokratie. Es wäre also allen Seiten geholfen. Eine Win-Win-Situation. Das wäre doch im Sinne aller.

Ein kleines Beispiel: Berufsunfähigkeitsversicherungen springen in die Bresche, wenn man einen Arbeitsunfall hat. Da denkt man, ich hab die Versicherungen und die zahlt dann. Das funktioniert zeitnah in den wenigsten Fällen. Meine hat erst gezahlt, als ich wieder arbeitsfähig geschrieben war. Das ist nicht der Sinn solcher Versicherungen. Zugute möchte ich ihr halten, dass sie dann wenigstens anstandslos gezahlt hat! Was ja auch keine Selbstverständlichkeit ist. Denn plötzlich findet man Klauseln in dem Vertrag, die einem gar nicht als Ausschlussgrund bewußt waren. Und dann fragt man sich wozu diese Versicherung überhaupt gut ist.

Das ist dann wie bei einem Bausparer, den man für ein Gebäude abschliesst, das einem zwar gehört, in dem man gar nicht wohnt. z.B. weil dort noch die Eltern wohnen. Erst wenn man ihn dann braucht, z.B. für eine neue Heizung im Elternhaus stellt man fest, dass man ihn dafür gar nicht bekommt. Dumm gelaufen. Das erfährt man in der Regel aber immer erst hinterher. Ihr müsstet ja selbst Versicherungsvertreter sein, um bei all den Klauseln und Kleingedruckten durchzusteigen. Die wenigsten haben die Zeit und das Interesse (ich hab andere Hobbies) dieses Expertenwissen zu erwerben. Obwohl es sicher spannend ist.

Ich hätt meinen Gutachter damals am liebsten mit seinem Lineal verprügelt. Dann hätt er mal am eigenen Leib gespürt wie sich sowas anfühlt. Wußtet Ihr, dass Ärzte andauernd Körperverletzung begehen? Deswegen müssen sie sich auch immer rechtlich 100 Prozent absichern und Ihr müßt soviel unterschreiben. Muss man sich eigentlich Körperverletzung auch von einem Gutachter gefallen lassen? Darf man da zurückschlagen? Ein Neurologe und Psychiater wird einem dann sicher eine Persönlichkeitsstörung attestieren. Des is fei a ned grad des gsündeste...

Dass solche Aktionen den Stresslevel erhöhen von dem sich das CRPS nährt, sollte ebenso klar sein!

So werden bei jedem neuen Gutachten, Befundbericht, Brief von Anwälten, Gerichtsprozesstermin die alten Wunden im wahrsten Sinne des Wortes neu aufgerissen. Heilung unmöglich!

Spannend finde ich, dass Sprache der Wissenschaft weit voraus ist. Sie bringt es auf den Punkt.
Etwas geht jemandem auf die Nerven... (also auf das ZNS, Stress)
Bauchgefühl...
Und für die Reaktionen der physiologischen Zustände zweier Menschen gibt es das Sprichwort:
So wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus...
Wir sollten wieder mehr auf unseren Bauch und unsere Sprache hören ;-)

Das war wirklich eine spannende und sehr lehrreiche Woche! Der Hammer!

Schönes Wochenende!

 
Die Glaa aus ERH - Die Osterglocke Sandra Jaeger 2019
06.04. bis 12.04. Neues aus meiner CRPS-Forschung ...

Samstag: Es geht spannend weiter! Mein übererregtes Nervensystem zeigt sich seit gestern mal wieder von seiner entzündlichen Seite. Der Tag war sehr schön. Auf Arbeit war es aber sehr anstrengend, weil man immer mehr zwischen einzelnen Aufgaben wechseln muss. Und oft unterbrochen wird. Das ist in der heutigen Arbeitswelt anscheinend eine normale Entwicklung. Und wie es bei neuen Entwicklungen ist, muss auch ich , wie jedes andere Lebewesen erst mal eine Strategie und Lösung für den Umgang dafür finden. Meine Strategie ist ja, mich immer auf die eine aktuelle Sache hoch zu konzentrieren. Die gute Nachricht: Es gelingt mir schon wieder besser als vor einigen Wochen und Monaten.

Inzwischen geht es nicht nur meiner Abteilung so, sondern auch anderen Kollegen. Das empfinde ich als sehr tröstlich. Wir alle müssen uns also erst auf die geänderten Bedingungen einstellen und Lösungen finden, damit umzugehen. Alle in einem Boot. Trotzdem scheint jeder in eine andere Richtung zu rudern. Denn es werden wie in einer klassischen Gefahrensituation (Säbelzahntiger) auch hier die alten archaischen physiologischen Prozesse bei uns ausgelöst. Unbewusst.

So reagiert der eine mit Frustration (Reizbarkeit) oder in der nächsten Stufe mit Wutausbrüchen, der dritte mit Resignation (Kollegen verstecken sich hinter ihren Schrankburgen und ducken sich bei Fragen schnell weg und leugnen bestehende Probleme) oder findet sich mit der Situation ab und macht Dienst nach Vorschrift.

Und dann gibt es die, die die aktuellen Probleme erkennen, pragmatische und zweckdienliche Lösungen suchen. Dazu gehört erstens genug Fachwissen über das Thema (denn nur, wenn ich genug über eine Sache weiss, kann ich eine kreative und konstruktive Lösung dafür finden) und auch die Mitarbeiter zu kennen, die dafür in Frage kommen, es im Team zu lösen.

Im Idealfall finden die Teams sich selbst. Und das Unternehmen und die Führungskräfte stellen ein problemlösungsfreundliches bürokratiefreies Klima dafür zur Verfügung und räumen wie ein Scrum-Master die Hindernisse in pragmatischer Weise aus dem Weg. Nur wenn das gelingt, kann auf Probleme flexibel und zeitnah reagiert werden. Nennt sich auch Agilität.

Ich denke, dazu muss man auch die Kunden mit ins Boot holen. Das sollte dann natürlich nicht untergehen und alle sollten in die gleiche Richtung rudern. Sonst ist das Projekt von vornherein zum scheitern verurteilt. Beim Auftauchen von Problemen müssen diese offen und ehrlich akzeptiert, angesprochen und in einem offenen Klima Lösungsansätze dafür gesucht werden. Einen Eisberg im Ozean, auf den ein Boot zusteuert, kann man ja auch nicht ignorieren. Davon wird er auch nicht kleiner. Pragmatische schnelle Lösungen sind gefragt, bevor das Boot den Eisberg rammt und mit Mann und Maus untergeht. Findet man diese nicht, braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Mitarbeiter wie Ratten das sinkende Schiff verlassen. Diese Bootsvergleiche gefallen mir :)

Sprache ist so schön spielerisch und bringt es einfach und pragmatisch auf den Punkt.

Das geht am besten, wenn man ohne Vorurteile und mit genug Fachwissen an die Dinge herangeht. Voneinander lernt und auch aufeinander hört. Zuhören. Wertfrei. Konstruktive Kritik ist gefragt. Keine persönlichen Grabenkämpfe. Man sollte dem den Hut aufsetzen (zum Projektleiter) machen, der am meisten davon versteht und weiss, welche Leute er zur Lösung mit an Bord oder ins Boot holen muss.

Das könnte sogar soweit gehen, dass jeder Mitarbeiter mal in diese Leaderrolle schlüpfen kann. Zum geeigneten Zeitpunkt. Projektmanagementlearning by doing sozusagen. Denn man lernt ja am besten, wenn man etwas immer wieder tut. Durch die Praxis und nicht allein aus der Theorie. Man kauft seine Semmeln ja auch nicht beim Metzger. Okay. Manche schon. Aber Ihr wisst sicher, was ich meine ...

Dazu dient ein Klima der Sicherheit und des Vertrauens als Basis. Und das muss man erstmal schaffen. Nur dort kann Kreativität und Innovation gedeihen. Die braucht nämlich fruchtbaren Boden. Man muss auch mal rumspinnen dürfen! Offen und frei reden dürfen. Nur dann können auch Ideen sprudeln. Unter Druck funktioniert das nicht. Das funktioniert nur mit Diamanten.

In der Wüste wächst ja auch kein Kirschbaum. Und einen Rembrandt hängt man ja auch nicht in den Kuhstall. Obwohl das die Kühe bestimmt sehr freuen würde. Wo wir schon bei Bildern sind... Menschen sind ja auch wie Bilder. Nur im richtigen Rahmen kommen sie zur Geltung.

Und die jungen Pflänzchen und auch die alten Bäume wollen auch gehegt und gepflegt werden, dass sie weiterhin guten Ertrag liefern.

Das seht Ihr ja auch am Krankenhaus (gestriger Beitrag) wie wichtig das Vertrauen ist. Denn sonst bleiben die Kunden weg. Und die Mitarbeiter auch. Das gilt nicht nur für Krankenhäuser sondern für alle Firmen bzw. Bindungen zwischen Menschen generell.

Die heutigen Probleme sind zu komplex als dass man sie im Alleingang lösen könnte. Das fördert den alten Experimentier- Neugier- und Spieltrieb. Und ein schöner Nebeneffekt ist, dass die Arbeit Spass macht. Und das fördert das Sicherheitsgefühl und das Vertrauen in sich selbst und andere. Es schafft ein gesundes Betriebs- und Arbeitsklima. Und gesunde Mitarbeiter. Das wird jetzt die Krankenkassen und Versicherungen freuen.

Man sollte die Komplexität auch bei globalen Entscheidungen berücksichtigen. Spart man an der IT, dann leiden letztendlich auch die Prozesse, die darauf aufbauen. Und im digitalen Wandel ist davon ja alles betroffen. Fehlt ein kleines Rädchen im Getriebe, dann hat das Auswirkungen auf den gesamten Betriebsablauf. Zum Positiven wie auch zum Negativem.

Ein Handwerker ist ja auch nur so gut wie sein Handwerkszeug. Hat er billiges Werkzeug, das nichts taugt oder zu kompliziert zu bedienen ist, wird auch er länger brauchen. Wird frustriert, genervt und wütend. Sprich: schlechtes Werkzeug (und nichts anderes ist nicht gut und anwenderorientierte und konfigurierte Software, die unternehmensweit eingesetzt wird) macht die Prozesss nicht schneller. Im Gegenteil: es führt zu Frust und Hilflosigkeit und letztendlich zu kranken Mitarbeitern.

Dazu gehört auch in einem Unternehmen eine konstruktive Fehlerkultur zu schaffen. D.h. nicht nach dem Schuldigen zu suchen, denn das ist der Sache nicht dienlich, sondern nach Lösungen zu suchen. Wir sind Menschen. Menschen irren sich ständig. Und in einem Betriebsklima, in dem wir uns ausgeliefert fühlen, machen wir auch mehr Fehler. Fehler sind immer eine Möglichkeit zu lernen. Wenn wir es schaffen Angst durch Neugier und Experimentierfreude zu ersetzen (denn jeder Mensch ist von Natur aus ein Forscher), dann stärken wir unseren Spieltrieb, unsere innere Motivation.

Und die bringt mehr als jede Bonuszahlung. Intrinsische Motivation ist viel stärker. Sie macht uns zufrieden. Der Beruf kann zur Berufung werden. Und das wär doch schön, wenn das für alle Menschen gelten könnte. Wir wären alle glücklicher und gesünder. Die Einsparungen für die ganze Gesellschaft wären enorm!

Denn wir Menschen sind zum Problemlösen geboren. Heutzutage geben wir diese Fähigkeit aber an Autoritäten ab. Dabei ist doch der die größte Autorität, der das praktische Fachwissen dazu besitzt. Und das ist in seinem Fachgebiet der einzelne Mitarbeiter. Oder bei Krankheiten: der Kranke selbst. Denn niemand kennt seine Krankheit und die Folgen besser als er.

Noch wird dies leider nicht so gesehen. Was ich sehr schade finde. Man spricht vom Fachkräftemangel, erkennt aber nicht die Werte der Mitarbeiter, die man aktuell im Unternehmen hat. Man spricht vom mündigen Patienten. Ist man einer, eckt man an und macht sich unbeliebt. Die Wertschätzung fehlt. Wenn man Menschen mitnehmen will, dann muss man sie überzeugen. Sie müssen die Dinge verstehen. Man muss sie so erklären, dass es allgemein verständlich ist, wo man hin will und warum.

Das ging mir ja auch in der Schmerztherapie so, dass ich nicht verstanden habe, was man mir da beibringen wollte. Ich habe Jahre gebraucht, um das zu verstehen! Weil es nicht praxisnah war! Ich brauche einfache praktische Beispiele. Und die sollten funktionieren!

Damit sollten wir auch schon in der Schule anfangen. Ich kann mich gut an einen Physiklehrer erinnern, bei dem kein einziger Versuch klappte. Der Unterricht war langweilig und frustrierend. Wir schrieben (mit Ausnahme des Klassenprimus) lauter 3-, 4er, 5er und 6er.
Kein Wunder. Meine kreative Lösung Physik zu verstehen, bestand darin im Physikbuch auf die angegebenen Lösungswerte der Aufgaben zu kommen. Es war ein Experiment. Es kostete Zeit. Es war nicht immer erfolgreich. Zudem hab ich mit Textaufgaben immer Verständnisprobleme. Weil ich zu jeder Aufgabe mehr Fragen als Antworten habe. Da mir bereits zuhause und dann auch in der Schule das Fragen abgewöhnt wurde, scheiterte ich an diesen Aufgaben aus logischen und logistischen Gründen.

Einmal kam ich auf diese Weise (reverse engineering , das ist die Fähigkeit von der Lösung auf den Lösungsweg zu schliessen, gibt es übrigens auch beim Strickdesign, wenn man ein Muster anhand eines Fotos selbst nachstricken kann, ohne Anleitung bzw. sich diese selbst schreiben kann, das kann ich übrigens auch sehr gut) auf eine schnellere und einfacher Lösung als unser Klassenprimus an der Tafel, dem eh schon keiner mehr folgen konnte und wollte.

Darauf fragte ich den Lehrer , warum er es denn so kompliziert rechnet und hab ihm meine einfachere Lösung gezeigt. Daraufhin bekam ich meine einzige mdl. 1 von diesem Lehrer. Dabei blieb es dann auch.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass als ich am Schuljahresanfang erfuhr, dass ich ein weiteres Jahr in den Genuss dieser Lehrkraft in diesem Fach kam, im Radio gerade: "Du hast mir gerade noch gefehlt ... " lief. Das passte damals sehr gut. War allerdings etwas zu fröhlich für meinen physiologischen Zustand nach Erhalt dieser Nachricht.

Inzwischen weiss ich, dass fragen nicht dumm ist! Erstaunlicherweise stelle ich fest, immer wenn ich denke, eine Frage ist besonders dumm, weil anscheinend ich der einzige zu sein scheine, der die Antwort nicht kennt, dass die anderen die Antwort auch nicht kennen!

Auch sie scheinen unter dem Nicht-Fragen-Trauen-Syndrom zu leiden. So gibt es immer wieder Besprechungen oder Reden bei denen Abkürzungen fallen, die ich nicht kenne. Meistens englische. Da ich es als störend empfinden würde, bei jeder Abkürzung unterbrochen zu werden, tu ich es auch nicht. Höchstens wenn ich dann dem weiteren Verlauf der Unterhaltung nicht folgen kann. Dann muss ich es tun. Da bleibt mir nix anderes übrig, weil ich sonst die Aufgabe ja nicht angehen kann.

Frage ich im Anschluss meine Kollegen und Chefs, was diese und jene Abkürzung bedeutet, dann stelle ich erstaunt fest, dass sie es auch nicht wissen!
Ja, warum fragen wir dann nicht?!?!
Denn nur durch Fragen kann ich lernen. Und wenn ich lerne, dass der andere die Antwort auch nicht kennt. Nur durch fragen, kann ich Missverständnissen entgegenwirken, Streit deeskalieren, denn der beruht meiner Erfahrung nach meistens auf Missverständnissen.

Aus eben diesem Grund verzichte ich in meinen Strickanleitungen übrigens auf Abkürzungen. Sie machen mich wahnsinnig! Wütend! Weil ich sie nicht kenne, sie mühsam in den Strickheften irgendwo, wo grad Platz war , auf dem Anleitungsbogen suchen muss und normalerweise auf Anhieb nicht finde. Zumal viele Abkürzungen grad mal 2 bis 3 Buchstaben einsparen. Wozu macht man es dann? Was hat das für einen Sinn?

Auch bei gewaltfreier Kommunikation kann ich fragen, was der andere empfindet, wenn er komisch reagiert. Ich kann es nicht wissen. Denn hellsehen zählt nicht zu meinen Fähigkeiten. Aber ich kann erspüren (physiolgischer Prozess), wenn eine Unterhaltung schief läuft. Und kann dann mit Worten und Taten (psychologisch) gegensteuern.

Apropos dumme Fragen: warum trennt man die Fachgebiete immer so stark ab? Sie sind doch alle miteinander verwoben und beeinflussen sich gegenseitig. Was Gott verbunden hat, kann doch der Mensch nicht trennen.... z.B. wäre es aus obigen Gründen wichtig, dass ein Psychologe physiologische Prozesse verstehen und deuten kann. Und sich nicht nur auf Gestik und Mimik versteifft, die ja in bestimmten physiologischen Zuständen (Stress, Kampf, Flucht, Erstarrung) gar nicht vorhanden ist. Stattdessen wird fehlgedeutet, was nicht vorhanden ist. Des is fei a ned grad as gsündeste!

Die Welt ist komplex und deshalb sind die einzelnen Fachgebiete auch so komplex, dass sie aufgespalten werden. Aber komplexe Probleme muss man genau deswegen auch interdisziplinär lösen. Weil ein Bereich den anderen beeinflusst.

Ihr könnt das am Trend der Bewegungs - und Ernährungsdocs im Fernsehen sehen. Geo stellt fest, auch das soziale Verhalten und der Spieltrieb spielt eine wichtige Rolle. Es ist alles miteinander verwoben und verbunden. Dreht man an einem Rädchen, kann alles aus dem Gleichgewicht kommen. Ist ja in der Natur genauso. Ich sag nur Klimawandel. Verschwinden der Arten. Plastik im Meer und der Nahrung. Die Folgen von allem, was wir erzeugen , holen uns immer wieder ein. Fleecestoff z.B. der durch das Waschen in der Waschmaschine in die Meere und Gewässer essen wir inzwischen mit Meeresfrüchten mit. Die fressen den. Und wenn wir den Fisch essen, dann landet das Fleece in uns. Und wärmt uns von aussen von innen. Wird Euch da jetzt warm ums Herz?

Wenn Ihr Euch weniger bewegt, dann bauen die Muskeln und die Knochen und Knorpel ab. Weil nur bei Belastung Knochen und Muskeln gesund bleiben. D.h. auch bei CRPS ist Muskelschwund und Knochenabbau nur ein Symptom. Weil sie die logische Folge der Schonhaltung sind. Ein Kann, ein Muss, aber nicht.

Raumfahrer bauen deswegen auch Muskeln und Knochen ab und werden nach der Landung herumgetragen. Weil laufen zu gefährlich wäre. Der Knochen ist was lebendiges. Sonst könnt er bei einem Bruch auch nicht heilen. Findet der Körper wie bei CRPS aber nicht mehr in den Zustand (Entspannung) zurück, dann ist auch keine Heilung möglich. Eins bedingt das andere!

Habt Ihr gewußt, dass Knochen wie Äste geformt sind? In Leichtbauweise (wegen der Bewegungseffizienz, Kosten und Nutzen, Biotechnik, Biomechanik) und dort wo die meiste Spannung ist, sind sie am dicksten. Bei ungewohnter Belastung, Spannung am Knochen wie bei einem Sturz kommt es deshalb zum Bruch desselben.

Man muss die Menschen da abholen, wo sie stehen. Und nicht erwarten, dass sie den Weg dorthin wo man selber ist, von alleine finden. Das funktioniert nicht.

Warum ist das so? Weil alle Menschen physiologisch so programmiert sind (auch die Autoritäten!), dass sie neuem erstmal vorsichtig und abwehrend gegenüberstehen. Denn neues bedeutet erstmal Gefahr! Und damit Stress. Es wär ja nicht gut, wenn man erstmal neugierig auf den ersten Säbelzahntiger zugeht und ihn streicheln will. Das wäre der Fortpflanzung und der Erhaltung der Art nicht besonders dienlich gewesen. Wir wären heute nicht hier, wenn wir so funktionieren würden!

Schrägerweise erwartet man aber genau das heute von uns. In der Arbeitswelt und in der Schmerztherapie. Kein Wunder also, wenn es so schon vom Ansatz her zum Scheitern verurteilt ist.

D.h. erst wenn der einzelne Mensch (und jeder hat einen anderen Abholstatus, der eine hat schon mehr Vorwissen als der andere und ist leichter zu überzeugen als andere) versteht wozu das alles gut ist und davon überzeugt ist, dass der Weg der richtige ist, wird er im Boot in die richtige Richtung mitrudern. Sicher muss man ihm nicht alles vorkauen. Ich halte eh nicht viel von Frontalunterricht. Am Besten wäre es , man könnte sich das Wissen selber erarbeiten, erschliessen. Ein bisschen Hilfe dabei wär ja ganz nett. Ab und zu dezent in die richtige Richtung schubsen, dass auch der letzte das Ziel findet. Das wär doch fein.

Holt man die Menschen nicht da ab, wo sie stehen, dann rudert das Boot im Kreis und kommt nie an. Oder es sinkt, wenn frustrierte auch noch anfangen sich zu verzetteln, die Orientierung oder ihr Paddel verlieren, oder gar versehentlich noch Wasser ins Boot schöpfen...

Sind alle Leute an Bord (wahrscheinlich heisst es deswegen auch so. Da gibt es bei der Einführung eines neuen Chefs sogenannte "onboarding meeting", manchmal fühlt man sich trotz der Begrifflichkeit dann doch nicht mitgenommen und onboard. Das ist dann auch wieder seltsam) besteht die Chance, dass das Problem auch gelöst wird. Wieder hat die Sprache also recht.

Sodalein zurück zum CRPS. Ihr seht also die Woche war sehr lehrreich und abenteuerlich. Jeder Tag mind. ein Experiment. Spannend!

Lustigerweise sind Praktiker in sozialen Berufen, Verkäuferinnen und Barkeeper aus den Praxisgründen den klinischen Psychologen bei weitem überlegen. Wahrscheinlich sogar jeder Mensch mit ausreichend Lebenserfahrung und gesunder Menschenkenntnis. Ab einem bestimmten Alter also.

Und genau die wollen einem dann ebensolchen Menschen, die ein Unfall oder eine Krankheit aus der Bahn geworfen hat, Leben beibringen. Studierte, die davon frisch aus dem Studium in die klinische (nicht die freie! Wildbahn) entlassen worden sind. Wie wahrscheinlich ist, dass das funktioniert?

Komischwerweise sprechen aber dann die Experten Irritationen nicht offen an. Und erliegen selbst ihren eigenen physiologischen Prozessen. Sie sind frustriert, wenn die Kommunikation zwischen ihnen und dem Patienten schief läuft. Dabei sind sie doch ausgebildet, genau diese Misstimmungen zu erkennen und Missverständnisse aufzuklären. Das geht aber nur mit ausreichend Praxis in der freien Wildbahn. Wie professionell ist denn ein beleidigter Psychologe? Er gesteht sich selbst seine eigene Hilflosigkeit und seine Gefühle und Bedürfnisse nicht ein. Professioniell geht anders.

Vielleicht liegt das Problem aber auch daran, dass Psychologie und Physiologie zwei getrennte Fachbereiche sind. Dabei bedingt eins das andere. Man sollte das eine kennen um das andere zu verstehen.

Dem Patienten wird dann mangels konstruktiver Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen einfach die Schuld an der eigenen Hilflosigkeit gegeben. Er ist schwierig. Und bekommt noch ein hübsches Etikett verpasst. Und das schöne in der Welt der Krankenakten: dieses Etikett (auch wenn es falsch ist und ihr es mit Hilfe eines anderen Profis widerlegen könnt) bleibt Euch! Krankenakten sind wie Elefanten und Autisten. Sie vergessen nie!

Anscheinend gibt es in der Medizin keine Irrtümer. Seltsam. Obwohl doch da auch nur Menschen arbeiten. Und da braucht Ihr auch nicht mit Vernunft zu kommen. Dann seid Ihr hartnäckig und schwierig. Was wollen Sie denn? Sie haben doch jetzt Ihre stationäre Schmerz-Behandlung bekommen? Ja, aber interessiert sie denn nicht, dass sie und warum sie gescheitert ist? Man könnte daraus doch was lernen und für Folgepatienten erfolgreiche Therapien und Strategien entwickeln. Wenn etwas nicht funktioniert, dann schau ich mir doch an, warum und versuch die Probleme zu lösen. Das Vogel-Strauss-Prinzip den Kopf in den Sand zu stecken, ist jedenfalls keine Lösung.

Es muss Euch doch genauso frustrieren wie uns Patienten! Wollt Ihr denn keinen Spass an der Arbeit haben? Dann wär genau das der Weg dorthin und heraus aus der Frustration, dem Stress und der Wut.

Genau mit diesem Verhalten, Ablehnung konstruktiver Kritik (physiologischer Kampf-, Flucht-, Erstarrungsprozess) verharre ich doch in der Hilflosigkeit. Das erzeugt Frustration, Wut, Stress. Und somit schade ich mir im Endeffekt selbst und meiner Gesundheit. Liebe Ärze und Psychologen seid Ihr Euch dieser Folgen überhaupt bewußt?

Warum nutzt Ihr nicht Euer Potential und das Potential Eurer Patienten um Behandlungen effektiver und erfolgreicher zu machen? Dafür muss man aber den Patienten als Partner als gleichwertiges Gegenüber betrachten. Das schafft Vertrauen, Sicherheitsgefühl und somit den Rahmen für eine erfolgreiche Behandlung.

In Behandlung steckt lustigerweise das Wort Hand. Dabei gibt es Ärzte, die nur vor dem PC sitzen und tippen und Euch nicht mal in die Augen gucken. Das ist recht weit davon entfernt. Lichtjahre.

Deswegen geht der Trend zum Heilpraktiker und anderen Alternativen. Die haben nämlich eins, was der Arzt (aufgrund der Vorgaben von Versicherungen) nicht hat: Zeit. Sie hören zu. Und das schafft Vertrauen. Die Basis für die Aktivierung des körpereigenen Heilungsprozesses.

Sodala zurück zum CPS. Gestern abend in Ruhe auf der Couch, spannte meine linke Wade. Sie war dick und brannte wie Feuer. Und die weite Jogginghose spannte am linken Bein. Am rechten Bein hatte sie wie gewohnt Spiel. Das ist neu.

Ich gebe zu, am Anfang war ich etwas erschrocken. Zumal ich gestern auch noch im Wald spazieren war und alles dafür getan habe mein überreagierendes Nervensystem und somit das CRPS zu besänftigen.

Ich musste etwas mit meinen Gedanken kämpfen, die sich wieder einer Negativspirale und einem Katastrophenszenario anzunähern versuchten. Doch mit Achtsamkeit konnt ich sie zügeln.

Das hat etwas davon, dass man die düsten Gedankenketten wie zwei durchgegangene Pferde oder einen Mustang beim Rodeo bändigen muss. Es ist nicht einfach.

Nun gut. Es ist wie es ist. Aber warum?

Dazu muss man wissen, dass CRPS wie wohl jede chronische Erkrankung in entzündlichen (Schwellung) und nicht entzündlichen Phasen verlaufen kann. Nicht muss. Man kann auch nur das eine haben.

Bei mir wird es nicht langweilig. Ich habe beides. An unterschiedlichen Stellen. Aus wissenschaftlicher Sicht ist das hochinteressant und spannend.

Was Forscher aus ethischen Gründen nicht können, kann ich im Eigenexperiment ausprobieren. Okay, wann ging es denn los?

Abends auf der Couch. In der abendlichen Ruhephase. In Ruhe fängt CRPS (und wohl auch andere chrononische neurologische Erkrankungen wie Restless Legs) zu arbeiten an. Es schmerzt, zuckt und brennt und schwillt an.

Gestern abend bin ich dann einfach ins Bett , hab meine Entspannungsübungen gemacht, noch eine Runde Schwitzen und Frieren (Schüttelfrost ohne Schüttel) mit dem CRPS und meinem übererregtem Nervensystem gespielt und bin dann doch eingeschlafen. Es schwoll dann auch wieder ab. Ich nehme an, die Achtsamkeitsübungen zeigten dann ihre Wirkung. Sehr spannend.

Wichtig ist, dass man sich nicht ausgeliefert und hilfos fühlt. Kurzfristig war dieses Gefühl und die damit verbundene Frustration und Verzweiflung wieder da. Doch ich konnte sie mit Achtsamkeit, Atmung, Beten in ihre Schranken verweisen. Es scheint also funktioniert zu haben. Denn die Gedanken und Worte (ich rede mir dann gut zu) beeinflussen unseren physiologischen Zustand. Also das Anschwellen bzw. Abschwellen.

Morgens wachte ich ohne Schwellung auf. Doch dann kam sie wieder, kaum als ich aufgewacht war. Warum? Weil mein Nervensystem sich früh immer total übererregt. Keine Ahnung warum das so ist. Ich arbeite den ganzen Tag daran, es wieder runterzufahren.

Es könnte mit den physiologischen Aufwachprozessen in Verbindung stehen. Die aktivieren glaub ich den Sympathikus. Und genau der macht mir ja Probleme. Der läuft ja eh schon auf Hochtouren.

Heute finde ich es spannend und mache Entspannungsübungen. Es bessert sich erstmal nicht. Ich bin aber auch zu hibbelig. Mein Trafohäuschen brummt. Ich frühstücke und putze meine Zähne achtsam (so kann ich die Schmerzen ausschalten durch Konzentration auf andere Dinge) und da kommt mir eine verrückte Idee.

Bei Entzündungsprozessen wurde den beiden CRPSlerinnen, die ich kennenlernen durfte, zur Ruhe des jeweiligen betroffenen Körperteils geraten. Aber bei CRPS dreht es doch gerade in Ruhe noch mehr auf! Es hat auch bei ihnen beiden damals nicht funktioniert. Die Ruhephase führte nicht zum Rückgang der Schwellung. Was wäre, wenn das ein Irrtum ist?

Wenn Ruhe die Schwellung erzeugt, dann müßte doch Bewegung die Schwellung lindern. Sprachs und humpelte auf dem prall geschwollenen Bein in den Keller und hüpfte singend und summend auf dem Trampolin herum.
Und siehe da: es funktionierte.
Zumindest bei mir. Genau jetzt und hier.
Die Frage wäre, ob sich das bei anderen Betroffenen reproduzieren läßt...

Zudem merke ich auch jetzt, da ich schon eine Weile vor dem PC sitze und dies hier schreibe, dass es wieder anschwillt. Das würde also meine These belegen.

Was ich damit sagen möchte ist auch, Ihr könnt selber CRPS-Forschung betreiben! Denn Ihr seid schon die Experten auf diesem Gebiet. Wenn Ihr wie ich seid, dann lest Ihr eh alles, was Euch zu dem Thema in die Hände fällt und erzählt Eurem Arzt die neuesten Erkenntnisse. Je nach seinem physiologischen Zustand wird er darauf ablehnend oder Euch wohlwollend gesinnt (weil er die Chance erkennt, die daran für die Heilung liegt), reagieren.

Ich hab mal meiner Physio erzählt, dass ich noch einen Experten für CRPS-Dystonien suche. Dass ich da noch hin möchte. Ihre Antwort musste erst bei mir sacken. Dann wurde mir erst klar, dass sie zweifelsfrei recht hat. Sie sagte:"Wo willst Du denn noch hin? Du weisst doch inzwischen mehr über CRPS als die."

Und genauso ist es bei den meisten von Euch auch. Das macht Euch als Patienten für nicht aufgeschlossene Ärzte schwierig. Die aufgeschlossenen werden darin aber die Chance erkennen, die darin liegt. Denn er kann Euch auf Eurem Weg zur Aktivierung Eurer eigenen Selbstheilungskräfte begleiten. Und meiner Ansicht nach liegt der darin, das Trafohäuschen (Eure Disko im Arm oder Fuss oder wie Ihr es selbst bezeichnen wollt) herunterzufahren. Das Nervensystem zu beruhigen.

Dafür müßt Ihr selbst die Verantwortung und die Initative ergreifen. Es wird dafür (zumindest nicht in absehbarer Zeit) kein Wundermittel geben, dass Ihr einnehmt und wieder gesund seid. Es wird harte Arbeit. Aber es kann Spass machen. Es ist ein Abenteuer. Jeder Tag ein Experiment. Ihr werdet am Ende nicht mehr der Mensch sein, der Ihr früher mal wart. Seht es als Chance und Bereicherung Eures Lebens. Wenn Ihr Euch offen drauf einlasst, werdet Ihr auf Eurem Weg auch Menschen begegnen, die Euch begleiten und bei der Heilung helfen. Ärtze, Therapeuten , Freunde, Bekannte... Ihr werdet staunen!

Euer Nervensystem und der Zustand in dem es sich befindet, gehört zu Euch dazu. Das seid Ihr! Euer Körper läßt Euch nicht im Stich! Im Gegenteil! Er kämpft wie ein Löwe um wieder in den Heilungszustand zu kommen und schlimmeres zu verhindern. Aber dabei braucht er Eure Unterstützung! Nehmt Euch die Zeit, macht Entspannungsübungen, tut , was Euch guttut. Achtet auf Euch und Euer Nervensystem. Reagiert auf Situationen und Menschen, die Euch nicht guttun. Meidet sie. Oder ändert Euch soweit, dass Ihr gelassener damit umgehen könnt. Es gibt mehrere Lösungen. Und Ihr werdet Eure eigene kreative finden! Da bin ich ganz sicher :) Den den Weg müßt Ihr allein gehen. Jeder individuell. Das kriegt Ihr hin! Ihr habt schon schlimmeres überstanden! Also los! Worauf wartet Ihr?

Ihr könnt ruhiger, gelassener, entspannter und weiser werden. Und das ist schön. Auf dem Weg dorthin müsst Ihr Euch die geeigneten Gefährten (Ärzte und Therapeuten) suchen. Und zwar nicht die, die zur Masse passen sondern individuell zu Euch. Hört auf Euren Bauch. Ihr kriegt das hin!

Und ich muss ja nicht der einzige sein, der hier Schmerz- und CRPS-Forschung in Eigenregie und als Hobby betreibt. Ich freu mich auch, wenn Ihr Dinge herausfindet und neue Lösungsansätze findet.

Denn jeder einzelne von Euch ist schon eine starke Persönlichkeit, die sich von Widrigkeiten nicht so leicht aus der Bahn werfen läßt. Das weiss ich ganz genau! Wenn wir uns zusammentun, können wir noch viel viel mehr erreichen!

Also frohes CRPS-Forschen und Schaffen! Ich glaub an Euch! Ihr seid ne tolle Truppe! Auch wenn Ihr das jetzt noch bezweifelt. Denn eins ist klar: Aufgeben ist nicht unsere Stärke! :)

Sonntag: Ich muss grad so lachen...
Mei Schwester (behinderungsbedingt aufgrund eines epileptischen Anfalls mit anschliessender Gehirnblutung (Schlaganfall) funktioniert ihr Kurzzeitgedächtnis nicht besonders gut, das geht stressgeplagten Menschen aber auch immer mehr so und chronisch schmerzkranken ja auch) will heut meiner Tante zum Geburtstag gratulieren und wählt deren Handynummer. Da ihre rechte Seite gelähmt ist, kann sie das alles nur mit der linken Hand machen. Dazu legt sie den Hörer auf das Fensterbrett und tippt mit den Nummern-Tasten eine Zahl nach der anderen ein.

Die ist recht lang. Nur langsam und mit ständigem Rückblick auf den Zettel (Disfunktionsfeature des Kurzzeitgedächtnisses) auf dem die Nummer steht, kann sie die Nummer eintippen. Sie hat also durch Ihre Erkrankung erstaunliche Kompensationsstrategien entwickelt. Das ist vom Körper und Hirn sehr schlau. Denn unser Körper und Hirn will ja trotz Einschränkungen weiter überleben.
Es fehlen noch zwei Ziffern, da ertönt aus dem Hörer bereits:"Die gewählte Rufnummer ist nicht verfügbar."
Mei Schwester:"Halt dei Maul! Ich bin doch nu gar ned fertig!"

Wenn Ihr jetzt denkt, warum wir uns kein Telefon anschaffen, dass auf einen Knopfdruck die Numemr wählen würde, dann vergesst Ihr leider, dass sich meine Schwester das leider nicht merken kann. Welchen Knopf sie da drücken müßte. Das kann ihr Gedächtnis leider nicht aufnehmen. Das merkt sie sich maximal den aktuellen Tag lang und am nächsten Tag über Nacht ist es wieder vergessen.

Das weiss ich aus schmerzvoller Erfahrung ;-)
Denn als ich in der 5. Klasse im Gymnasium war, hatten wir Englisch im ersten Jahr und ich wollte meiner Schwester an einem Samstag Abend auch Englisch beibringen. Also hab ich mit ihr an einem Abend die ersten 5 Lektionen mit Toby, Tibby und Co durchgezogen. Sie konnte es an dem Abend! Das war so toll! Es hat ihr und mir auch einen Riesenspass gemacht.

Die Ernüchterung kam dann am nächsten Tag, als sie alles vergessen hatte. Seufz. Ich war zutiefst enttäuscht und traurig. Da hab ich noch nicht gewusst wie das mit dem Hirn und dem neuronalen Erregungszustand funktioniert. Leider hätte mir das auch damals niemand in meinem Umfeld erklären können. Ich hab ja schon in der Schule nicht verstanden, was mir die Lehrer beibringen wollten. Aber auch nicht wozu. Deswegen hat mich das meiste auch nicht sonderlich interessiert. Interessant wurde es für mich immer erst, wenn wir selber denken und unsere eigenen Schlüsse ziehen durften. Das war sehr selten der Fall. Wichtiger war es Zahlen und Fakten auswendig zu lernen. Ohne Sinn und Verstand.

Texte lesen und Fragen dazu beantworten ist mir nicht am selben Tag möglich. Ich muss erst eine Nacht drüber schlafen. Und dann muss mich das Thema auch noch interessieren. Sonst geht mein Hirn natürlich effiezent mit seinen Ressourcen um, und spart den Plattenspeicherplatz dafür ein. Das ist ja auch logisch und sinnvoll und so von der Natur aus vorgesehen. Wenn wir uns alles merken würden, würde es irgendwann zu einem zerebralen Systemabsturz kommen. Es gibt übrigens Menschen, die nichts vergessen können. Die leiden sehr darunter.

Denn im Gegensatz zu Speicherkapazität auf Rechnern, externen Laufwerken und in Clouds ist unser Hirnspeicher begrenzt. Macht auch insofern Sinn, weil wir gar nicht mehr Daten verarbeiten können.

Warum wir jetzt der Meinung sind, dass dies aufgrund von digitalen Speichern trotzdem möglich sein sollte, ist mir ein Rätsel. Denn die haben dasselbe Problem wie unser Hirn, wenn sie nicht sinnvoll entrümpelt werden, dann finden wir dort nix mehr. Dann haben wir dort zwar alle Informationen, aber wir können nix mehr damit anfangen. Da wäre mal die Frage, ob es nicht mal Sinn machen würde in Unternehmen, der Gesellschaft und Co mal einen Entrümpelungsspezialisten einzustellen, der die wichtigen noch aktuellen Informationen von den unwichtigen veralteten Daten trennt und so Ordnung ins Datenchaos bringt. Denn Big Data ist zwar schön und gut, aber doch bitte mit Hirn, Sinn und Verstand. Und wie Big kann Big Data? Und können wir das Ergebnis von Big Data dann überhaupt noch verarbeiten? Sprich wieviel davon bringt uns denn überhaupt was?

Daten sammeln ist ja gut und schön. Aber wenn wir alles sammeln, sieht es dort bald so aus wie auf unseren Speichern und in unseren Kellerräumen. Sprich, wenn wir mit den Daten was anfangen wollen, müssen wir uns auf das wesentliche konzentrieren. Was wollen wir damit anfangen? Und die Frage sollten wir uns VORHER (und nicht erst hinterher) stellen. Sonst geht es uns bald wie den Menschen, die unter dem Nicht-Vergessen-Können leiden.

Auch unter dem Aspekt, wenn ich heute bei uns in den Abteilungen für die wir Dinge programmieren, rumfrage, was kann denn von unseren Reports, Auswertungen weg (die immer mehr und immer unübersichtlicher werden), habe ich die Erfahrung machen müssen, dass auch hier niemand gerne und klar sagt: Das, das und das!

Im Gegenteil: man ist sich nicht sicher, ob man das noch braucht und welche Auswirkungen ein Löschen desselben hat. Also läßt man es SICHERHEITSHALBER (!!! lasst Euch das mal auf der Zunge zergehen) so wie es ist. Da alles so komplex ist, dass man die Folgen nicht mehr abschätzen kann. Ein Datenwust ist die Folge. Alles wird noch komplexer und komplizierter.

Die Mitarbeiter werden immer frustrierter. Wir schaffen uns unser Chaos selbst. Auch daheim in unseren Kellern und Speichern. Ich bin davor nicht gefeit. Ich bin auch so. Ich nehm mich da gar nicht aus. Das ist wahrscheinlich einfach menschlich. Es ist mir einfach zu anstrengend. Das Problem ist, je länger man es so läßt desto mehr sammelt sich an und desto schwerer wird es aufzuräumen. Da muss ich auch noch an mir selber arbeiten. Ab und zu schaff ich es. Es hilft, die Dinge immer gleich abzuheften, wenn sie per Post kommen. Oder die Bescheide gleich abzulegen. Und die Kontoauszüge .... Kleine Schritte...

Weil wir Angst davor haben, was passieren könnte, wenn.... Da sind wir wieder beim physiologischen Prozess der Erstarrung. Wir sind vor Angst gelähmt und legen unsere Prozesse und uns selber lahm. Lustigerweise ist der hübsche Begriff Lähmung wiederum ein Begriff aus der Physiologie und der Medizin. Das hat schon seinen Grund. Das finde ich sehr amüsant :)

Das wird solange so bleiben, bis wir von der Natur lernen, dass wir nicht nur sammeln sondern auch aufräumen müssen. Vielleicht können wir da ja auch wieder die Natur als Vorbild (Biotechnik) nutzen. Wie wäre es z.B. mit selbstkompostierbaren Daten? Oder einem eingebauten Verfallsdatum, dass die Daten automatisch löscht, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Dies müsste dann bereits bei der Anlage der Daten mit dem Kunden so abgestimmt werden.

Wenn es möglich ist künstliche Haltbarkeitsdaten in Drucker und Elektrogeräte aller Art einzuprogrammieren (die nur zu noch mehr Müll und Kosten führen, dort ist es aus meiner Sicht sinnlos und verheerend für die Umwelt), dann dürfte das bei digitalen Daten doch gar kein Problem sein.

Vielleicht wäre diese Verfallsmöglichkeit auch eine Möglichkeit für neues Wirtschaftswachstum ohne negative Auswirkungen auf die Umwelt. Hm...

Es wäre gut, wenn man bei allen Entscheidungen, die man trifft, nicht von der Angst, irgendetwas zu verpassen, steuern läßt sondern sich die Frage zu stellen, was man damit will. Und sich dann auf das Wesentliche zu konzentrieren. Sonst versinken wir im Chaos.

Das geht mir aufgrund meines Dysorganisierungsfeatures aufgrund meines chronischen Schmerzsyndroms schon heute so. Und das wollt Ihr mir doch nicht im Ernst alle nachmachen?

Und wenn doch, hätte ich dank meiner Copingstrategien dadurch einen strategischen Vorteil. Erstens bin ich Chaos gewohnt und gut darin Muster zu erkennen. Ich komm damit zurecht. Ihr könnt es auch gerne von mir lernen. Das wäre dann die Alternative. Ich hab nicht gesagt, dass es leicht wird. Das wird es nicht. Für keinen von uns.

Es ist auch sehr sinnvoll, Dinge wegzuwerfen, die man nicht mehr oder gar nicht braucht. Warum soll ich mir die dann merken? Man merkt sich Dinge auch eher, wenn sie mit Gerüchen, Geräuschen und Co verbunden sind. Also wenn man physiologische Zustände damit erinnert und assoziert.

Schon lustig, dass mein Hirn das kann, ich aber nicht. Das Entrümpeln. Will ich mal aufräumen, finde ich alte Unterlagen und lese darin und verzettel mich. Oft kann ich mich auch einfach nicht entscheiden, ob ich das nicht doch noch brauche. Und meistens finde ich dabei etwas, was ich schon lange gesucht habe. Das ist dann wie Ostern. D.h. mein Hirn kann diese Fähigkeit für seine Zwecke nutzen, verweigert mir aber dieselbe im praktischen Umgang mit meiner Umgebung.

Aber da das Hirn und Nervensystem und wie wir gelernt haben auch Knochen und Muskeln bei Benutzung besser werden, kann es ja sein, dass ich das noch lernen kann, wenn ich die richtigen Hirnregionen trainiere. Z.B. mit Konzentrationsübungen wie Meditieren, Balancieren (Yoga: das stand in einer Geo, dass Studien das belegt haben), ich balanciere auch so recht gern schon vorher... In Büchern und Zeitschriften versinken (bei mir könnt Ihr dies übrigens aufgrund meines Disentrümpelungsfeatures auch wortwörtlich also doppeldeutig nehmen), oder in meinen Hobbies (Bloggen dies hier zu schreiben, Comics zeichen) aufzugehen (Flow).

Na, toll... Jetzt hab ich mich wieder so verzettelt, dass ich nicht mehr weiss, wo ich eigentlich hin wollte.... In den Windungen meinen Gehirns hab ich mich also grad verirrt... zuviele Gedanken auf einmal, die ins Freie drängen. So schnell kann ich gar nicht schreiben... Und reden sowieso nicht. Deswegen kommt bei mir oft Schwurbel raus, wenn ich rede. Und schreibe... (ich habe gerade geschrieben: Deswegen mommt bei mir oft Schwurbel rau...)

Meine geistigen Fähigkeiten sind meinen kommunikativen Fähigkeiten an Schnelligkeit bei weitem überlegen. Die kommen nicht mit.

Die Kommunikation zwischen meinem Hirn und meinem Mund scheint irgendwie anders zu funktionieren. Mein Mund kommt leider nicht hinterher. Mein Hirn ist zu schnell... Ein Gedanke jagt den andern (wo wir wieder bei den Jägern und Sammlern wären...)

Die Kommunikation zwischen meinem Hirn und meinen Körperteilen ist übrigens auch nicht besonders gut. So konnte ich zwar geistig nachvollziehen, welche Schrittfolge ich bei einem Volkstanz in der Schule einhalten sollte und hatte sie auch im Kopf. Doch gelang es mir nicht dieses Wissen in meine Füsse und Arme zu übertragen. Sprich an der praktischen Ausführung happerte es. Ich mach mir eh nix aus Tanzen. Dazu bin ich anscheinend nicht kompatibel.

Bei Ballspielen wie Basketball waren meine Reaktionszeiten der Arme so langsam, dass der Ball in meinem Gesicht anstatt in meinen Händen landete. Des is ja a ned grad as gsündeste.

Ich kann auch nicht spiegelverkehrt Sportübungen eines Vorturners nachmachen. Aerobic und Co sind bei mir zum Scheitern verurteilt. Bis ich es halbwegs auf die Reihe bekommen habe, die Bewegungsfolge des Vorturners nachzumachen, sind die schon bei der nächsten Übung. Das macht keinen Spass.

Jaja, mein Hirn ist wunderbar. ;-) Ich nehm es mit Humor. Womit auch sonst. Mein physiologischer Zustand läßt grad nix anderes zu :)

Ach ja, ich war noch bei dem Ausflug in die Schule. Wenn man mal zu einem Text (in Englisch gab es einen Text in der Schulaufgabe , Klausur (warum nennt man das eigentlich so? In der Schule ist doch die Tür IMMER zu...) zu einem Buch, das wir gelesen hatten ). Dazu hatte meine Englischlehrerin eine sehr festgefahrene Meinung, was das Buch und der Autor uns sagen wollte. Ich hatte eine ganz andere Interpretation. Ihrer zuwiderlaufend. Es gelang Ihr nicht Ihren physiologischen Kampfzustand (Abwehrhaltung) aufzugeben und sich empathisch in meine Perspektive der Dinge einzufühlen.

Ich habe dafür eine 4 bekommen. Weil ich selber gedacht habe. Und nicht denken lassen. Komischerweise propagiert man grade jetzt, dass wir den Kindern nun beibringen sollen, dass sie des lebenslangen Lernens fähig sind. Warum gewöhnt man es ihnen dann erst mühsam in der Schule ab? Warum läßt man sie nicht selber denken? Ich konnte mit Frontalunterricht noch nie besonders viel anfangen. Da kann die Tafel noch so smart sein. Smarter werden die Kinder davon auch nicht.

Man hat ja nachgewiesen, dass die digitalen Medien im Unterricht dümmer machen. Ein Lehrer, der den Unterrichtsstoff so rüberbringen kann, dass die Schüler interessiert von selber zuhören, Fragen stellen und vom Lehrer dabei ermutigt und unterstützt werden, sich die Fragen selber zu beantworten, das waren immer die, bei denen ich am meisten gelernt hab. Und es hat auch noch Spass gemacht! Dann macht das doch einfach! Leider gab es damals während meiner gesamten Schulzeit nur 4 davon. Die mich herausgefordert haben. Schade.

Gut bei einer Biolehrerin durfte ich ein Referat über die Endosymbiontenhypthese machen.
"Häh?!?"
Ja, das war auch meine erste Reaktion. Ich hatte keine Ahnung was das ist. Ich hatte schon Probleme, das Wort zu verstehen und zu schreiben. Ich habe mich in die Materie vertieft (war sogar in der Uni-Bibliothek und erstaunt, dass man dort die Bücher nicht ausleihen durfte... ich dachte immer dazu ist eine Bibliothek da) und wurde zum Experten für den Urknall und die Ursuppe. Es hat Spass gemacht, weil es mich forderte.

Wobei ich beim letzten stationierten Krankenhausaufenthalt in einer Krankenhausbibliothek auch schon mal das Buch "Schmerzen verstehen" ausleihen durfte. Ich wollte es am nächsten Tag zurückgeben, weil ich schon damit fertig war. Es war sehr interessant und spannend geschrieben. Vieles davon war mir schon bekannt. Und bei meinem Problem die Lösung das umprogrammieren des ZNS zu veranlassen, hat es mir leider nicht geholfen. Es hat erklärt, warum Schmerzen entstehen, aber nicht wie man sie wieder losbekommt. Es war also für mich nicht besonders zielführend.

Ich sagte also zu meiner Bettnachbarin, dass ich das Buch heute zurückgeben werde, weil ich damit fertig bin. Sie erklärte mir dann zu meiner Verblüffung, dass ich damit die Bibliothekarin wütend machen würde, weil man das Buch erst am eingestempelten Abgabedatum wieder abgeben durfte. 4 Tage!

Ich habe das Buch dann nochmal quergelesen und war in 1 Stunde damit durch. Dann hab ich es so lange liegenlassen, bis ich es abgeben durfte. In der Zeit hätten andere Schmerzpatienten dieses Buch lesen können. Man verschwendet hier also wertvolle Ressourcen. Blöderweise war das damals wegen vielen Terminen (Physio, Ergo und co) und der seltsamen Öffnungszeiten der Bibiliothek fast ein Ding der Unmöglichkeit. Hätte ich es gleich zurückgeben dürfen, wäre dies mit weniger Stress verbunden gewesen. Bedenkt man, dass Stress das CRPS und chronische Schmerzen befeuert, fragt man sich schon, ob das so sein muss. Ich verstehe vieles nicht.

Komischerweise ist unempathisches Verhalten bzw. der Vorwurf, dass ich mich in andere nicht einfühlen kann, etwas, das man mir schon des öfteren unterstellt hat. Das sind dann seltsamerweise aber oft Leute, die desselben mir gegenüber auch nicht mächtig sind. Die Welt ist schon verrückt und widersprüchlich. Anderen scheinen diese Widersprüche nicht aufzufallen oder sie stören sie nicht.

Mich machen sie wahnsinnig! Weil ich die Dinge verstehen muss, um sie zu begreifen und mit der Welt und mit den Menschen da draussen zurechtzukommen. Immer wenn ich eine Regel verinnerlicht habe, dann ist sie auf den Kontext, in dem ich sie bei nächster Gelegenheit anwende, nicht übertragbar. Das ist sehr frustrierend. Seufz.

Und spricht man diese Widersprüche dann offen und ehrlich an (authentisch halt), dann macht man sich nicht beliebt. Versteh ich nicht.

Eine ähnliche Erfahrung wie mit meiner Schwester hab ich mit meiner Mama machen können, mit der ich im Telekomladen zusammen ein Seniorenhändi gekauft hab. Es hat die Tasten, die sie von den alten Telefonen gewöhnt ist. Es fällt Ihr schon schwer sich die Benutzung der Hörertasten zu merken. Erst den Hörer drücken und dann die Rufnummer oder umgekehrt? Das liegt einfach da dran, dass bei beiden im Langzeitgedächtnis noch diese Funktionsweise eines normalen alten analogen Telefons verwurzelt und abrufbar ist.

Neue Tastenfolgen, neue Geräte , Smartphones und Co müssen ja neu erlernt werden. Und dazu braucht es ein gut funktionierendes Kurzzeitgedächtnis. Und das funktioniert bei Neurodiversität halt nicht bei allen Menschen gleich gut. Das Lernen fällt mit dem Alter ja auch immer schwerer. Weil sich unser Nervensystem verändert.

Praktische Vorgehensweise: ich hab meiner Schwester die Nummer gewählt, weil sie es nicht schafft und den Rest hab ich ihr überlassen. Mit meiner Mama hab ich vor der Krankenhausstationierung das Einschalten und das Wählen der Nummer (bis zum Klingeln bei uns im Wohnzimmer) geübt. D.h. ich hab sie was sie selber machen lassen. Auch bei mir ist es so, aufgrund der Schmerzerkrankung, dass bei mir nur Dinge hängenbleiben, die ich verstehe oder die ich selber mache. Alles andere fällt durch mein Hirnsieb und findet keinen Halt. Die Körnchen werden ausgesiebt und fallen durch mein Aufnahmeraster.

Ihr seht also, dass bei jeder Erkrankung unser Körper und Hirn die wunderbare Fähigkeit hat, Kompensationsstrategien (englisch auch Coping-Strategien genannt) zu entwickeln. Dadurch können sich dann erstaunliche Fähigkeiten wie Savants-Fähigkeiten, Synästhesien und Co erst entwickeln! Weil das Hirn und der Körper (und der wird ja wiederum vom Hirn gesteuert, also im Endeffekt ist es dann wieder das Hirn) Verluste von körperlichen und hirn-Funktionalitäten so gut wie möglich kompensiert. Wir sind wahre Wunderwesen!

Wie alle Säugetiere. Im Unterschied zu anderen Säugetieren brauchen wir aber immer Dritte dazu (Ärzte, Therapeuten) die uns auf diese Fähigkeiten hinweisen. Leider wird Behinderung immer mit etwas negativem verbunden. Das Stigma der Negativität hängt daran. Dabei ist es doch etwas positives, wenn man die Perspektive dahin wechselt zu welchen Regenerationsleistungen so ein Säugetier fähig ist.

Ich hab mich immer gefragt, warum Vögel, Rehe .. und Co keine Ärze und Therapeuten haben. Hunde brauchen die normalerweise auch nicht. Erst seit wir Menschen uns um sie kümmern. Warum? Weil wir auch sie mit unserem ungesundem Lebensstil anstecken. Ein Wolf (erwachsene Ausgabe aller heutigen Hunderassen) frisst nur, wenn er Hunger hat und wenn er mal ein Beutetier erlegt. Das gelingt besser im Rudel. Er läuft am Tag 50 km und mehr! Die Schossh&uuuml;ndchen unserer Zeit werden ständig mit Leckerlis gefüttert. Und so sehen sie auch teilweise aus. Weil man es gut mit ihnen meint. Nur durch das gut meinen, werden sie dick und krank. Denn das Gewicht geht auf die Knochen, die Gelenke, den gesamten Bewegungsapparat. Sprich es bringt auch das hundische System aus dem Gleichgewicht. Wir stecken also unsere Haustiere mit unserer ungesunden Lebensweise an. Des is fei a ned grad as gsündeste.

Und dann setzt man den Hund auf Diät. Das machen auch die Menschen gerne. Bei Stress werd auch ich mal gern zum Frustesser. Solange man sich ausreichend bewegt, ist das kein Problem. Als wir noch Jäger und Sammler waren (und dazu ist unsere Hardware (Bewegungsapparat, Knochen, Sehnen, Gelenke...) und Software (physiologische Reaktionen, Hirn ja konstruiert) ) war unser Leben dem des Wolfes sehr ähnlich.

Wir gingen jagen oder Beeren, Pilze, Pflanzen oder Wurzeln sammeln. Nicht immer war etwas verfügbar. Auch der Wolf ist mit seiner Jagd (auch im Rudel) nicht immer erfolgreich. Das kostet Energie. Und Energie war damals noch etwas sehr wertvolles. Deshalb sind wir so konstruiert, dass wir uns möglichst energie- und kosteneffizent (so wie halt Firmen auch sein wollen... ) bewegen. Deshalb haben wir auch Knochen in Leichtbauweise. Biomechanik. So greift eins ins andere.

Im Hier und Heute sind Nahrungsmittel aber ständig verfügbar. Und die industriell verarbeiteten haben recht wenig mit denen aus der Jäger und Sammlerzeit zu tun. Sprich: es haben sich sowohl die Lebensumstände als auch die Nahrungsmittel geändert. Von den überwiegenden sitzenden Tätigkeiten mal ganz abgesehen. Säugetiere sind für die Bewegung geschaffen. Nicht zum Stillsitzen!

Machen wir und unser Hund nun eine Diät passiert folgendes. Wir aktivieren unser körpereigenes Notfallprogramm für Hungerzeiten. Wir enthalten unserem Körper Nahrung vor. Er reagiert so: Alarm! Hungerzeiten! Wer weiss, wann es wieder was zum Essen gibt! Greift zum Notfallprogramm und lagert Fettreserven ein. Deswegen sind Robben so dick. Auch wegen dem kalten Wasser. D.h. ihr nehmt dann zwar kurzfristig ab, legt Euch (und Eurem Hund) aber erstmal eine neue schützende Fettschicht zu. Sobald man dann wieder normal isst (also so ungesund wie vorher) kommt es deshalb zum Jojo-Effekt. Deshalb machen kurzfristige Abspeckphasen auch nicht viel Sinn. Zielführender ist es auf Dauer und langfristig die Ernährung umzustellen. Also das normal umzustellen. Das ist schwierig und unbequem. Es erfordert Konsequenz und Disziplin.

Vielleicht scheitert es auch, weil es heutzutage wichtiger zu sein scheint kurzfristige Erfolge zu erzielen. Schnell und einfach. Noch in dieser Legislaturperiode. Die langfristigen Folgen und Schäden bedenkt man dabei nicht. Das ist schade. Das sieht man auch an der Klimapolitik, wo aktuelle Wirtschaftsinteressen vor die Interessen der nachfolgenden Generationen gestellt werden. Die Kosten zahlen dann andere. Es rächt sich. Später. Viele Verursacher werden das in dem Umfang nicht mehr erleben.

Bzw. ist man sich gar nicht bewußt, dass man die Kosten derzeit schon zahlt. Mit steigenden chronischen Krankheiten. Ich kenne kaum einen älteren Menschen, der nicht schon einen Gdb hat. Teilweise liegt es sicher an der steigenden Lebenserwartung. Mittlerweile kehrt sich dieser Trend aber aus dem obigen Grund wieder um. Da wir uns immer mehr Zipperlein durch die entfremdete und nicht artgerechte Lebensweise einfangen, sinkt sie wieder. Wollen wir langfristig dahin? Das Rentenproblem würde damit gelöst. Das Pflegeproblem wohl teilweise auch. Jedes Ding hat zwei Seiten. Es kommt immer auf die Perspektive an.

Es ist bequemer Dinge "machen zu lassen" als es selbst aus eigenem Antrieb zu tun. Das ist menschlich. Das können wir aber ändern. Das hat jeder selbst in der Hand.

Ich glaube sogar, dass wir uns viel von der natürlichen Lebensweise der Wölfe abgucken können. Sie leben in Familien. Sie halten zusammen. Es gibt zwar ein Leitwolfpaar, die Eltern der Familie (denn ein Rudel ist eine Wolfsfamilie), aber bei Gefahren, beim Jagen, beim Jungtierbabysitten ... packen alle mit an! Derjenige, der eine Aufgabe am Besten kann, tut sie! Den sozialen Zusammenhalt stärken sie mit Spielen und Entspannen. Sie jagen nicht mehr als nötig. Sie ruhen sich aus um Kräfte zu sparen.

Es gibt sogar Belege dafür dass sie Fairness und Gerechtigkeit üben. Es gab mal ein Rudel, dessen Leitwölfin unbarmherzig und grausam war. Sie tötete die Welpen ihrer Schwester um die Konkurrenz aus dem Weg zu haben und regierte auch so mit eiserner Hand. Das wurde selbst ihrem Rudel zu bunt. Sie verbrüderten und verschwesterten sich gegen die Leitwölfin und töteten sie. Und die Schwester wurde zur neuen Leitwölfin. Es kehrte Ruhe und Frieden in die Wolfsfamilie ein. Sicherheit.

So wie die Wölfe heute noch leben, war es früher auch bei uns. Doch all das bricht weg. Weil man der Arbeit hinterziehen muss. Stattdessen muss das der Staat übernehmen. Das Zusammengehörigkeitsgefühl und auch ein Teil der Identität geht damit verloren.

Heimat ist nicht da, wo man lebt, sondern da wo man zuhause ist. Und das ist nicht nur ein Ort, sondern ein Gefühl der Sicherheit und Behaglichkeit. Bei Menschen und in einer Umgebung, in der man sich sicher und deswegen wohl fühlt. Wo gibt es das heute noch? In der Grossstadt? Ich glaube auf dem Land ist das eher zu finden. Da, wo man sich noch kennt. Wo man sich wertschätzt. Wo der eine noch auf den anderen aufpasst. Bei uns gibt es das noch. Und das ist schön. Wir sollten es bewahren!

Denn Vertrauen ist die Grundlage von allem. Von all unserem Handeln und unserer Gesundheit und Heilheit. Es geht verloren, wenn man Unsicherheit sät. In Firmen z.B. durch Personalabbbau. Denn wie vertrauenswürdig wirkt eine Firma, die Reden schwingt um die Mitarbeiter mit ins Boot zu holen und an einem Strang ziehen zu wollen, wenn sie gerade einen Teil der Mitarbeiter als Ballast über Bord wirft. Das schafft weder Sicherheit noch Vertrauen. Und ein Unternehmen, das schon das Vertrauen der eigenen Mitarbeiter nicht gewinnen kann und ihnen keine Sicherheit bietet, spiegelt das auch physiologisch (durch das Stresslevel ihrer Mitarbeiter und deren physiologischen Zustand) gegenüber den Kunden. D.h. es überträgt sich. Grassiert in unserer Gesellschaft nicht gerade jetzt das Unsicherheitsvirus?

Gestern hab ich in Psychologie Heute (das ist mir in der Bahnhofsbuchhandlung in die Hände gefallen und dort drin kann ich wunderbar versumpfen und beim schmöckern abschalten und mich in Entspannung wegbeamen) gelesen, wie man komplexe Probleme lösen kann.

Das hab ich mich auch schon gefragt. Was da die Zauberformel dafür ist. Sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Also auf das, was man wirklich erreichen will und das dann zielstrebig durchzuführen, sich nicht in andere Dinge zu verzetteln. Klare Ansagen an die Ruderer im Boot.

Sind mehrere Steuermänner an Board so müssen sie mit einer Stimme sprechen. Denn wo kommen wir hin, wenn ein Steuermann ruft: "Nach links!" und der andere: "Nach rechts!" Bestimmt nicht dahin wo wir hin wollen. Wahrscheinlich kommen wir gar nicht von der Stelle.

Ich frage mich auch immer, wieviele Steuermänner es wirklich braucht. Wenn man die Mitarbeiter im Boot hat, dann rudern die doch schon von allein in die richtige Richtung. Mit klarem Ziel vor Augen, dem verständlichen Nutzen, Nebenmännern die selbstverständlich mitrudern, kommt dabei noch Spass auf.

Denn egal, ob ich ein Strickdesign gemacht habe oder meine erste Comic-Ausstellung, den meisten Spass und das meiste Vergnügen hatte ich bei den Vorbereitungen darauf.Es war spannend! Lustig! Ich hab viel gelernt. Neues ausprobiert. Und konnte so neue Erfahrungen sammeln und wachsen. Also nicht in cm. Das ist cool. Das macht Spass! Und dann am Tag der Ausstellung die lächelnden Gesichter zu betrachten, wenn sie die Comics lesen, den Kindern Comics zu zeichnen, das war das Sahnehäubchen obendrauf.

So. Worauf ich heute noch hinauswill.. ist folgendes. Eine Behinderung, Erkrankung ist immer negativ behaftet. Dabei ist es etwas positives. Denn hier versucht der Körper und das Hirn wieder in einen gesunden und ausgeglichenen Zustand zu kommen. Und bedarf dabei unserer aktiven Mithilfe. Und ebenso wie Hirn und Körper brauchen auch wir Menschen den richtigen Schubs zur rechten Zeit in die richtige Richtung.

Ja, aber .. werdet Ihr jetzt sagen. Ja, es gibt Zustände, die nicht mehr reparierbar sind. Doch tut unser Hirn und Körper was er kann. Und wenn wir aktiv mithelfen und Hilfe zur Selbsthilfe von unseren Unterstützern, Ärzten, Therapeuten und Freunden und Familie bekommen, dann kann er noch das Beste daraus herausholen! Es kann aber dauern. Also nicht gleich aufgeben.

Denn bei der Hirnforscherin "Mit einem Schlag", die selbst einen Schlaganfall erlitt und dann darüber ein saucooles Buch geschrieben hat, hat es 10 ! Jahre gedauert. Also sogar Experten brauchen dafür eines. Zeit! Durchhaltevermögen und eine unterstützende Umgebung!

Bei meiner Schwester war es ja auch nicht anders. Deshalb möchte ich Euch einfach mal um einen Perspektivwechsel bitten! Richtet bei Kranken den Focus nicht auf die Einschränkungen sondern auf die Fähigkeiten! Das sollte generell für alle Menschen selbstverständlich sein. Ist es aber leider nicht.

Das ist auch sowas, was ich nicht verstanden hab auf der Schmerztherapie im Krankenhaus. Dass man mir meine Schwester immer als Belastung ausgelegt hat. Sie ist eine wertvolle Bereicherung meines Lebens. Sie hilft mir die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Und ich habe sie unheimlich lieb.

Nun will ich Euch ein paar Fensterbild-Basteleien zeigen, die sie mit einer gesunden Hand gebastelt hat. Sie schneidet mit einem Cutter vor und schneidet dann mangels Festhaltemöglichkeit durch die zweite (rechte) gelähmte Hand mit der Schere nochmal die beim cutten entstandenden ausgefransten Kanten nach. Das ist ihre Workaroundlösung. Ihre Copingstrategie. Ihre Umgehungslösung.

Wenn man es genau nimmt, besteht wahrscheinlich die Kunst des Lebens darin, in den schwierigen Zeiten immer die richtigen Copingstrategien anzuwenden. :)

Ihr werdet staunen. Und ich hoffe, so Eure vorgefassten Meinungen ändern zu können. Und hoffe, dass Ihr die Welt auch aus dieser wundervollen anderen Perspektive wahrnehmen könnt. Und schon wieder schliesst sich der Kreis und wir sind wieder bei der Wahrnehmung und den Sinnen und dem physiologischen Zustand angelangt.

Ihr findet sie rechts am Rand (etwas weiter oben, weil ich wieder so viel geschrieben habe... Mein Hirn liess sich nicht stoppen.. ;-)

Folgende Fragen beschäftigen mich aktuell noch zu CRPS. Warum verstärken sich die Schmerzen und die Schwellungen, Dystonien und Muskelabbau gerade in der Erholungsphase, Ruhephase? Da sollte doch der Cortisolwert niedrig und der Stresslevel unten liegen. Was ich weiss, ist dass, dies bei zahlreichen neurologischen Erkrankungen (Restless legs, auch Diabetes...) genauso ist. Aber warum drehen die in Ruhe erst so richtig auf? Warum wird dann das Nervensystem noch erregter als es ohnehin schon ist? Oder passiert da noch was anderes?

Warum hilft Bewegung? Weil Belastung die Körperfunktionen (Muskeln, Knochen ..) erhält? Auch bei Parkinson hilft z.B. Tanzen. Da muss Hirn und Körper arbeiten. Hilft das, weil man lernt? Hilft Bewegung generell weil man dabei neues lernt?

Und warum bauen die Muskeln bei Stress überhaupt ab? Ich weiss, dass es so ist, aber noch nicht warum.

Montag: Mir ist ne lustige Idee gekommen... ich könnt ja die Fotos von meinem Osterei am Bein als Osterkarte verschicken. An Leute, die ich nicht mag. Schöne Ostergrüße von Herrn Sudeck.

Was soll ich mich noch drüber aufregen, ich kann es ja doch nicht ändern. Da nehm ich es doch lieber mit Humor.

Auch lustig. Jetzt weiss ich, dass Menschen zum Problemlösen geboren sind. Vor mir im Bus sitzt ein Paradeexemplar Mr. Käppi Verkehrtrum. Auf dem Käppi steht: "F***KIN' PROBLEMS"

Die Geo Kompakt-Zeitschrift zum Thema Kreativität und Intelligenz ist total spannend. Auch wenn ich nicht alles glaube, was die Experten da drin sagen.

Die Magie der physiologischen Prozesse durfte ich am Donnerstag auch bei meiner Ergo beobachten.
Sinnliche Erfahrungen... nicht was Ihr denkt.. denk ich...
Also sie hat mich getriggert und dabei auch bei sich physiologische Reaktionen ausgelöst. Also es blubberte wenn sie meine Entspannugnspunkte erwischt hat, nicht nur in meinen Bauch, sondern auch in ihrem. Das fand ich lustig und sie auch.

Meine Physio hat mir erzählt, dass das bei ihr auch so ist, wenn sie Lymphdrainage macht.

Laut dem Geo-Heft ist die Fähigkeit Probleme zu lösen mit den Sinnen verknüpft. Naja, wenn man die Dinge genau beobachtet, hört, empfindet ... dann kann man daraus ja auch Muster ableiten und sich so die Welt erklären. So machen das Babies auch. Die können ja noch ned fragen. Und wenn man Muster erkennt, kann man aus dem Wissen auch Regeln ableiten und Lösungen entwickeln.

z.B. Stand ich mal mit einem Kollegen (Raucher) unten vor der Tür zum Bürogebäude. Dort sind auch mehrere Arztpraxen untergebracht. Da kam ein Mann und eine Frau Hand in Hand und sind dort reinmarschiert.
Ich hab gefragt:"Warum gehen die da zusammen rein? Die sind doch schon erwachsen."
Seine Antwort:"Naja, damit zeigt der eine dem andern seine Unterstützung bei Untersuchungen beim Arzt. Bei schlimmen Neuigkeiten und so."

Ich glaub aber, dass er sich da geirrt hat. Die beiden hatten weisse Hosen an und haben die Hand losgelassen als sie drin waren. Ich glaub eher, das sind zwei, die was miteinander haben, in der Arztpraxis arbeiten und der Chef darf es nicht wissen. Also nix gegen meinen Kollegen, aber ich glaub meine Beobachtungsgabe für Details ist da einfach besser.

Damit liesse sich auch die Schwarmintelligenz erklären. Denn nimmt ein Gnu in der Herde (ich vermute, über die Bewegung oder über den Geruch oder ein Geräusch) ein Raubtier wahr, dann zuckt es und übermittelt so ohne Worte die Botschaft zur Flucht an seine Kollegen. Also die verstehen sich blind. Es überträgt sich. Alles andere würde auch viel zu lange dauern.

Warum sollten Menschen, die ja auch nur Säugetiere sind, diese Fähigkeit nicht haben? Wahrscheinlich haben wir sie genauso verlernt wie das Fragen, die Neugier und die Entdeckerlust. Vielleicht hat man uns einfach alles abgewöhnt.

Viele Schmerzkranke spüren Wetterwechsel (ich auch) schon lange vorher. Regen kann man oft vorher riechen. Man kann auch das Knistern in der Luft vor einem Gewitter spüren. Und man fühlt die angespannte Stimmung in einem Raum...

Ich hab nochmal über die digitale Obsoleszenz nachgedacht. Softwarehersteller wie Microsoft praktizieren diese ja schon. Denn sie bringen irgendwann keine Updates mehr für die älteren Windowsversionen heraus und man braucht eine neue. Die haben das einfach so gemacht und es wird akzeptiert. Müßte man das nicht bei allen länger laufenden Softwareprojekten ähnlich machen? Hmmm.... Vorteil wäre mit jeder neuen Version würde wieder aufgeräumt.

Denn je mehr ich an eine Software dranhänge, je mehr Funktionalität man da reinpackt, desto unübersichtlicher und komplizierter und komplexer wird sie. Unwartbarer übrigens auch. Und richtiggehend anwenderfeindlich kann sie dann auch werden. Von Ladezeiten will ich erst gar nicht reden... Viele Programme haben sehr schöne Ladebalken oder Ladebagels. Wenn ich da zu guck, kann ich herrlich entspannen. Meine Kollegen eher weniger.

Einen Obstbaum läßt man doch auch nicht wild wachsen, wenn man einen guten Ertrag haben möchte. Ein Bildhauer konzentriert sich auch auf das Wesentliche und hämmert und klopft all das vom Steinblock weg, was nicht nach Kunstwerk ausschaut. Warum macht man es denn in der IT nicht genauso?

Unser Hirn putzt ja auch nachts mal seine Festplatte und räumt auf. Das passiert im Schlaf.

Bürogschmarri...
Ich:"Was soll mer denn machen, wenn Du nimmer da bist?"
Kollege:"Wenn man nimmer weiter weiss , dann bildet man n'en Arbeitskreis."
Ich:"Mit wem denn?"

Spier steht auf dem Laster an der Ampel, der neben unserm Bus steht. Jemand hat ein s hinten angehängt und drüber noch Britney in rot geschrieben.

Als wir heimwärts über die Autobahn fahren, seh ich zwei Bäume, die in inniger Umarmung neben der Autobahn stehen. Schee. Frühlingsgefühle... ;-)

Die gibt's heut a im Comic :)
Vill Spass!

Dienstag: In dem Geo-Heft zur Kreativität und Intelligenz stand, dass Babies und Kinder sich die Welt über ihre Sinne (Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Empfinden) erschliessen. Und so lernen sie die ersten Gesetzmäßigkeiten des Lebens.

Laut dem Artikel verliert man ab einem gewissen Alter diese Fähigkeit.

Ich hab ja gestern geschrieben, dass ich da den Experten nicht zustimme. Aus gutem Grund. Denn ich habe diese Fähigkeit wieder. Seit ich CRPS habe, ist der Reizfilter wieder deaktiviert. Ich nehme Geräusche, Gerüche, Bewegungen aus dem Augenwinkel, Details intensiv wahr. D.h. ich bin ein guter Beobachter. Mir entgeht nichts!

Es sei denn ich konzentriere mich auf eine Sache, dann kann ich das Reizbombardement ausschalten. Das gelingt mir, wenn ich auf Arbeit in meine Problemlösung und mein SQL versunken bin, lese, zeichne, meditiere oder einen Spaziergang im Wald mache.

Kann es sein, dass Babies und Kinder diesen Reizfilter auch erst entwickeln? Wie den zweiten Vagusnerv (Polyvagaltheorie)?

Ich glaube, dass diese Reizfilter bei Krankheiten (auch bei einem Schnupfen, aber auch chronischen Krankheiten, Stress) wieder deaktiviert werden. Man kann keine Einzel-Geräusche aus einer lauten Geräuschkulisse mehr herausfiltern, der tropfende Wasserhahn, die tickende Uhr, das Geräusch des Schreibtischs, den der Kollege rauf - und runterfährt, die Zugluft, Bürotemperatur, das Parfüm und Eau de Toilette der Kollegen ... nerven ohne Ende.

Man empfindet auch intensiver. Sowohl Schmerz als auch die Gefühle von anderen. Ich kann sie wohl ähnlich wie ein Kleinkind nur schwer von meinen eigenen Gefühlen abgrenzen. Das war für mich anfangs sehr verwirrend. Langsam lerne ich damit besser umzugehen. Man kann es nämlich anscheinend auch als Gabe nutzen. Das wird mir erst langsam klar.

Deshalb kann ich verstehen, warum ein Kleinkind brüllt. Weil ich es in dieser Situation aufgrund der Reizflut auch könnte. In meinem Alter kommt das aber nicht mehr so gut. Ich habe ja andere Möglichkeiten mich gegen Reize zu wappnen.

Deswegen ist meine erste Anti-CRPS-Strategie mich gegen eine zu grosse Reizflut zu schützen.
Wie macht man das?

Pragmatisch: Ohrstöpsel, Kopfhörer mit eigener Lieblingsmusik (z.B. im Grossraumbüro am Arbeitsplatz). Kollegen bauen auch Schrankburgen um sich auf. Vor mir stehen zwei Monitore, hinter mir ist eine Wand. Kuschelfaktor. Schutzwall.

Gegen zu grelles Sonnenlicht, Neonlicht (z.B. im Bus früh) kann man mit einer Mütze (tiefergelegt ins Gesicht gezogen), Sonnenbrille oder Kapuze vorgehen. Mit einem Käppi einer Schirmmütze schirmt man sich ja auch ab. Nomen est omen. Es steckt ja schon im Namen.

Ich konzentriere mich immer voll auf die Aufgabe, die ich gerade erledige. Denn Konzentration ermöglicht es Reize auszuschalten. Dazu gehört: Schmerz, Geräusche, Gerüche ... Denn man lastet in dem Moment das Hirn mit der Aufgabe und der Lösung eines Problems vollends aus. Da hat das Hirn keinen Platz mehr für die Verarbeitung des Reizinputs.

Zwischen den Aufgaben mal kurz Meditieren, Atemtechnik oder ein Plausch mit Kollegen über andere Themen als die Arbeit. Das erhöht auch die Kreativität und somit die Produktivität.

Ist alles zuviel, zu laut, zu intensiv (zu viele Menschen), dann kann man sich auch mal ein paar Minuten an einen stillen Ort (und wenn es das stille Örtchen ist) zurückziehen.

Es gibt auch dimmbare Lampen, wenn Euch das Büroneonlicht zu grell ist. Es gibt bestimmt noch mehr Möglichkeiten. Das sind die, auf die ich bisher gekommen bin.
Wenn Ihr noch andere Ideen habt, dann her damit! :)

Wenn ich heimkomme bin ich meistens platt. Es ist anstrengend. Deshalb brauch ich längere Erholungsphasen. Zeiten für mich. Meine Hobbies. Um Runterzukommen. Meditieren oder Yoga hilft auch. Denn auch da konzentriert man sich.

Sich mit Problemen beschäftigen und Lösungen im Kopf durchzuspielen, hilft auch. Denn das ist kein negatives Gedankenkreisen (das verstärkt den Stress (auch bei Gesunden wegen des Gefühls des Ausgeliefertseins, der Hilflosigkeit) und somit das CRPS) sondern man übernimmt die Initiative und Kontrolle selbst etwas an der Lage zu ändern.

Kreatives Grübeln ist also erlaubt!!

Ob Ihr das ReizfilterFehlFeature als Chance und Gabe oder als Last empfindet, ist also von Euch selber abhängig.

Ich übe grad mit dieser Gabe umzugehen. Denn wenn ich die Empfindungen anderer stärker wahrnehme, dann kann ich ich auch deeskalierend auf Stress-Situationen einwirken oder es zumindest versuchen. Jetzt hab ich auch schon dreimal Erfolg damit gehabt. Ich übe noch... Denn nur Übung macht den Meister.

Andererseits kann es mir durch Hirnfreeze bei Reizüberflutung aber immer noch passieren, dass gar nix mehr geht und ich Dinge sage, die ich nicht so meine, wie mein Gegenüber es versteht. Weil ich gar nicht in der Lage bin zu erkennen, dass ich etwas unpassendes gesagt habe. Da bricht sich dann die Ehrlichkeit ihren Weg. Und die ist nicht immer sozial angemessen. So kann es dann geschehen, dass ich in das ein oder andere Fettnäpfchen trete. Unabsichtlich.

Leider versteht mein Gegenüber nicht, dass hier ein Hirnaussetzer das Problem ist. Und ich habe keine Ahnung, was ich angestellt habe. Denn es klärt einen dann auch keiner darüber auf. So kann ich dann nicht erkenne, was ich falsch gemacht habe. Ich spüre nur eine kleine Veränderung im Raum-Zeit-Kontinuuum... die Irritation des Gegenübers. Allerdings verarbeitet die mein Hirn auch dann nur zeitverzögert. Es wird mir also erst Stunden später bewußt. Manchmal sogar erst nach Tagen. Oder wie im Falle der Psychologin: Jahre!!

Auch im Buch "Wer heilt hat recht" von Prof. Dr. Sven Gottschling entdeckte ich Hinweise darauf, dass es so ist.

Er beschreibt chronisch Kranke als offen, ehrlich und direkt. Sie durchschauen einen und sagen einem das auf den Kopf zu. Wie kleine Kinder. Genauso bin ich auch. Mir war das nur gar nicht bewußt. Autisten sind auch so. Deren Reizfilter funktioniert ja auch nicht. Und bei kleinen Kindern ist der Reizfilter auch noch nicht voll entwickelt. Ist das die Gemeinsamkeit? Ich glaube schon.

Sind am Ende Krankheiten oder Neurodiversitäten alle eine Frage des Reizfilterfeatures? Oder ist das nicht die Ursache sondern nur die Folge? Und kann sich diese mit dem Alter immer wieder verändern? Es sieht ganz so aus.

Das würde auch das Anecken meinerseits bei Ärzten und Therapeuten erklären. Denn mit der Wahrheit umzugehen, scheint eine Kunst zu sein. Das macht uns schwierig. Und bei älteren Menschen kann ich ebenfalls Ähnlichkeiten entdecken. Wenn im Alter und mit zunehmenden chronischen Krankheiten der Reizfilter wieder ausfällt, wäre dies die Erklärung. Das würde auch erklären, warum Ältere Menschen Kindergeschrei als unangenehm empfinden. Das tu ich auch. Ich hab nix gegen Kinder. Nur die Frequenz empfinde ich als schmerzhaft.

Es gibt ja Klagen von Menschen gegen Kirchturmglocken, Hahnengeschrei, Kinderlärm und hier im Ort mal gegen ein Miniwindrad, dass ein ökologisch bewußter Mensch an seinem Haus angebracht hatte. Ich fand das auch eine interessante Idee. Besser als das mit der Sonnenenergie. Denn Wind geht öfter als die Sonne scheint.

Der Nachbar fühlte sich davon gestört. Der Windradbesitzer selbst empfand das Windradgeräusch nicht als störend. Wenn nun jeder Mensch eine andere Reizfiltereinstellung hat (je nach Stressgrad, Alter und Gesundheitszustand), dann ist eine allgemein gültige Lärmfrequenzfestlegung nicht besonders dienlich, weil sie nicht allen gerecht wird!

Denn was die einen gar nicht wahrnehmen, treibt andere in den Wahnsinn. Der chronisch kranke Bekannte aus dem Altenheim schimpfte z.B. üer die Kirchenglocken. Die sollte man abstellen. Auch sonst störte ihn allerhand. Der Wind, der durch das Altenheim um seine Etage pfeift....

Auch das spricht dafür, dass es so ist. Und es würde auch erklären, warum Menschen Schmerzen unterschiedlich intensiv wahrnehmen. Was dem einen kaum was ausmacht, ist für den anderen schon unerträglich. Denn es hinge vom Reizfilterzustand ab.

Auch bei meiner Mama, die neulich operiert wurde, kann ich eine Reizüberempfindlichkeit feststellen. Entsteht sie gar immer bei Operationen? Denn dort ist ja immer auch das gesamte Nervensystem auch vom Eingriff betroffen. Es wirkt sich nicht nur auf das Operationsgebiet aus sondern auf den ganzen Körper.

Bei einem Arzt konnte ich neulich auch beobachten, dass er als er eine Erkältung hatte , reizbarer war. Ihm selbst war es gar nicht bewußt. Und bei Stress ist man auch reizbarer. Dies alles wäre dadurch erklärbar.

Nun wäre die Frage, warum der Reizfilter sich verändert. Was geschieht da? Und warum? Sobald man das weiss, könnte man Wege finden, dies wieder umzukehren. Und die Fragen beantworten, warum Bewegung, Stimming (Autisten), Meditation, Yoga, gesunde Ernährung ... hilft. Wahrscheinlich ist die Antwort ganz einfach: Weil es uns wieder ins Gleichgewicht bringt.

Gestern fiel beim Spaziergang am Weiher mein Blick auf eine Brennessel. Die heilen. Und ich habe sie schon als erfolgreiche Alternative zur TENS-Therapie an der Hand eingesetzt. Nun versuche ich es am geschwollenen Bein. Es brennt angenehm nach. Sogar noch am nächsten Tag.

Den VAG-Spruch des Tages finde ich interessant:

"Es ist nicht schwer einen Menschen zu finden, der mit 60 Jahren 10 x so reich ist wie mit 20. Aber nicht einer von ihnen behauptet, er wäre 10 x glücklicher."

Nachdem ich jetzt weiss, dass unser Hirn und damit auch wir zum Problemlösen geboren ist, gibt's zu dem Thema heut auch einen Comic. Viel Spass!

Mittwoch: Ich hab mich doch neulich noch gefragt, warum die Muskeln bei CRPS (und auch anderen neurologischen Erkrankungen) abbauen.
Es liegt wohl am Cortisol.

CRPS bedeutet physiologischen Dauerstress. Das hat aber nur bedingt mit dem zu tun, was aktuell um Euch rum passiert. Es ist zu einem bestimmten Zeitpunkt entgleist. So wie ein Zug. Die Notbremse funktioniert nicht. Normalerweise kriegt sich unser System wieder ein, bei CRPS tut es das nicht.

Hier findet Ihr die Beschreibung dazu.
Das Hormon Cortisol wird unter Stress ausgeschüttet. Und CRPS ist nichts anderes als ein chronischer Stresszustand aus dem der Körper nicht mehr herausfindet. Es wirkt antientzündlich und aktiviert die Gluconeogenese, welche aus Muskeln Glukose herstellen kann. D.h. der Körper denkt, dass er keine Glukose (Zucker) aus der Nahrung bekommt und startet sein Notfallprogramm und holt es sich aus den Muskeln. Die bauen so ab.

Genau das ist bei mir an Knie, Ellbogen, Beinen und Händen passiert.

Ob das der Grund ist, warum es mich ständig nach süßem sehnt? Mein Körper schreit regelrecht danach. Der Heisshunger auf Salziges ist seit der Zeit, wo ich mehrmals täglich Salz in Wasser aufgelöst getrunken habe, verschwunden.

Und wie kommt man aus der Nummer wieder raus?
Auf der obigen Seite steht:

  • Stress vermeiden - sehr witzig - Gemeint ist aber nix anderes als Yoga, Meditation, Achtsamkeitsübungen und Konzentration (z.B. bei der Arbeit oder Hobbies)
  • Sport, Bewegung (analog zur Schmerztherapie)
  • Vitamin C in hohen Dosen (1000 mg) täglich (das wird auch bei CRPS empfohlen, hatte bei mir aber leider bisher keine Wirkung)
  • meide Koffein (wo ich im Nachmittagstief eine Tasse Kaffee brauche... okay, dann steig ich auch da wieder auf Tee um, Koffein ist auch in der Schokolade und die hilft mir doch wieder als Schmerztmittel weil sie an die körpereigenen Opioidrezeptoren andockt. Mist!)
  • Supplementiere Phosphatidylserin (da werd ich mal meinen Schmerztherapeuten fragen...)
  • Schlafe 8 - 9 Stunden täglich... Tja, das läßt mein CRPS leider nicht zu... Denn selbst wenn ich einschlafen kann, weckt es mich bald wieder auf. Inzwischen aber nicht mehr so oft. Und wenn ich vor dem Einschlafen meditiere dann schlaf ich meistens auch schneller ein. Ich schlafe inzwischen auch wieder besser und träume wieder. Ich glaube, dann schläft man auch wieder tiefer. Das wär ja dann auch schon ein kleiner Erfolg.
  • Kohlenhydrate (mit und ohne mit essentiellen Aminosäuren) - Nudeln, Brot und Reis also...? Danach sehnt es mich zur Zeit gar ned... Vollkornprodukte wie Vollkornbrot, Haferflocken, Vollkornreis oder -nudeln, gefolgt von Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Kartoffeln. Okay, Haferflocken ess ich früh. Und Obst und Gemüse mittags und abends. Kartoffeln gab es gestern als Kartoffelsalat. Dann mach ich da doch schon einiges richtig. Vielleicht muss ich einfach noch geduldig sein. Denn inzwischen ist das Hirn nimmer ganz so hibbelig und ich kann mich auch wieder besser konzentrieren.
Also erstmal dranbleiben und weitermachen. Schau mer mal, dann seh mer scho. Heut bin ich erstmal ziemlich fertig. Den Wetterwechsel mag's gar ned...

Donnerstag: Meine Haltestellenbekanntschaft möchte auch immer alles verstehen. So wie ich. Auch bei Krankheiten.
Ich:"Bei einer Krankheit ist der der Spezialist für sich, der sie hat. Kein Arzt, keine Versicherung kann wissen, was sie für einen bedeutet und wie sie sich für einen anfühlt. Da kann und muss mer selber was machen, damit es besser wird."
Sie:"Aber die meisten Leut denken, sie gehn zum Arzt und der macht das dann."
Ich:"Aber so funktioniert's doch ned."
Sie:"Ja, das weiss ich auch. Ich hab z.B. auch Rückenschmerzen. Und ich müsst halt Gymnastik machen. Mei Arzt hat mir extra Übungen dafür gezeigt. Aber mach ich's?"

Das gibt mir etz zu denken.
Und Tiere in freier Wildbahn bleiben doch auch ohne Arzt gesund. Wie machen die das? Sind die einfach besser drin auf ihren Körper zu hören? z.B. lecken Tiere in freier Wildbahn an salzhaltigem Gestein. Weil die Mineralien für den Stoffwechsel lebensnotwendig sind. Die laufen dafür kilometerweit. Die tun das instinktiv. Könnten wir das auch?

Ich war schon in diversen Softwareprojekten bei unterschiedlichen Firmen im Einsatz. Doch was überall gleich war, war, dass nach ca. 6 Jahren die entwickelte Software so mit Featueres vollgestopft war, dass das Programm mit ansteigender Projektzeit immer unhandlicher, anwenderunfreundlicher und auch langsamer wurde (performance einbüßte). Die zu Beginn des Projekts eingesetzte Technik war in der Zeit auch nicht mehr die aktuellste.

Wie wirkt man dem entgegen? Wie schafft man es ein rundes langlebiges Produkt zu entwickeln? Geht das heutzutage überhaupt noch, wenn der Technikwandel immer schneller wird?
Hmmm...
Hab mal weiter nachgedacht...
Eine Alternative zur digitalen Obszoleszenz wäre die Version Schlossrestaurierung. D.h. man überarbeitet immer einen Teil der Software. Ist man hinten angekommen, dann fängt man wieder von vorne an. Im Gegensatz zu einem Schloss wächst die Software aber durch neue Kundenanforderungen immer weiter. Es wäre möglich, dass man irgendwann nimmer rumkommt...

Gibt es noch was anderes? Denn auch wenn die Software agile Techniken nutzt, hat man das obige Problem ja weiterhin.

Das einzige, was mir dazu einfällt, ist die Baustelle immer wieder aufzuräumen. D.h. auch alte Prozesse wieder auszubauen. Dann wäre die Aufräumaktion genauso wichtig, wie das Einbauen neuer Funktionalitäten. Und müsste auch ständig parallel miterfolgen. Nur so liesse sich meiner Ansicht nach eine immer wartbare, überschaubare und performante Software sicherstellen.

Heimwärts vom Bus aus seh ich in Erlangen eine Tür an der hängt ein Schild mit der Aufschrift:"Tür immer schließen!"
Sie steht offen.

Zeit ist scho was komisches... Heutzutag hamm die wenigsten Leut Zeit. Aber wenn man sich keine Zeit nimmt, dann bekommt man sie auch nicht.

CRPS Wade entzuendliches Stadium
CRPS Wade entzuendliches Stadium Vergleich mit nicht dicker
Fensterbild Papagei
Fensterbild Schwan
Die Glaa aus ERH - Schee Sandra Jaeger 2018
Die Glaa aus ERH - Philosophisch Sandra Jaeger 2018
14.04. bis 20.04. Physiologische Zustände erkennen

Sonntag: Mir ist in dieser Woche noch einiges zum physiologischen Zustand ein- bzw. aufgefallen. Bei körperlichem Stress, ist man weniger kuschelfreudig. D.h. Berührungen sind einem unangenehm und man berührt andere auch nicht so gern. Autisten geben z.B. deswegen nicht gerne die Hand und meiden Umarmungen wie der Teufel das Weihwasser. Das wird bislang fälschlicherweise als soziale Verhaltensauffälligkeit gedeutet. Das ist natürlich vollkommener Quatsch.

Stellt Euch vor, vor Euch steht grad der Säbelzahntiger. Dann seid ihr Euch nicht im Kuschelmodus. Und das ist ja auch gut so!

Bei Autisten ist der körperliche Stresslevel deswegen besonders hoch, weil sie Reize nicht filtern können. Normalerweise filtert der Reizfilter schon vor, was überhaupt im Hirn ankommt. Beim Autisten kann unwichtiges vom wichtigen nicht mehr getrennt werden, weil der Reizfilter nicht aktiviert ist. D.h. ALLES!!! kommt gleichlaut! gleichwertig! im Hirn an! Das Hirn muss viel mehr Reize verarbeiten. Kein Wunder, dass es sich ab und zu ne Auszeit nimmt. Der Autist zieht sich instinktiv zurück. Nur so, kann er sich vor schlimmerem (wie epileptischen Anfällen, Schlaganfall ...) schützen! D.h. er handelt intuitiv richtig!! Auch die Stimmingstrategien (mit den Händen wedeln, schaukeln, repititive Bewegungen, Balancieren ...) dienen zu seinem Schutz. Denn sie beruhigen das Nervensystem!

Dieses Verhalten wird von der Umwelt, weil sie nicht versteht, was im Autisten vor sich geht, als störend empfunden. Und so ist die Therapie Autisten, diese für andere störenden Verhaltensweisen abzuerziehen. Genausogut könntet Ihr jedoch einem Rollstuhlfahrer den Rollstuhl wegnehmen und ihn die Treppe runterschubsen und ihm hinterherrufen: Es geht doch!

Nur weil man ein Verhalten nicht versteht, wird es als Störung und Krankheit etikettiert. Schrägerweise wirft man Autisten dann auch noch vor, nicht anpassungsfähig zu sein. Dabei sind sie es doch schon!!!! Sie sind schon am Limit der Anpassungsfähigkeit und keiner sieht es! Wenn dann noch eine Veränderung obendrauf kommt, dann können sie das nicht mehr kompensieren. Deshalb brauchen sie Routinen. Sie geben ihnen ein bisschen Sicherheit in einer für sie völlig chaotischen und schmerzlauten Welt! Wahrscheinlich heisst es AUtismus, weil die Welt so weh tut!!

Um den Reizen nicht hilflos ausgeliefert zu sein, entwickeln autistische Kinder instinktiv Anpassungsmechanismen. Und das ist, das was Autismusexperten unter den Begriffen: Stimming, Spezialinteressen und Co zusammenfassen. Es sind ihre Überlebensstrategien!

Den physiologischen Zustand eines Menschen hört man auch, wenn er spricht. Denn auch die Stimme verändert sich. Ich seh das grad an meiner aus dem Krankenhaus zurückgekehrten Mama. Sie wird monoton. Sogar krächzig. Es fehlt die Prosodie (Betonung). Auch das kennt man bereits von Autisten. Wie melodiös wäre denn Eure Stimme, in einer Gefahrensituation?

Bei Menschen, die aus anderen Gründen unter Stress stehen, passiert das alles auch. Unter Stress ist man übrigens auch schon bei einer Erkältung. Auch dann will man nur noch eins, heim und ins Bett. Es drängt einen bei einem Schnupfen doch nicht unter Leute. Man will seine Ruhe und sich erholen.

Die Stimmlage verändert sich. Der Ton wird gereizter. Die Stimme ist weniger melodiös oder gar monoton. Das passiert auch bei chronischen Erkrankungen bzw. sind sie wohl auch die Folge eines chronischen körperlichen Stresses.

Meine Stimme ist z.B. ziemlich monoton. Das ist mir gar nicht aufgefallen. Wenn ich laut aus einem Buch lese, dann klingt das so unmelodiös wie bei einem kleinen Kind, das grad lesen lernt. Dabei habe ich aber mit dem Lesen an sich keine Schwierigkeiten. Es liegt nur an der Stimme. Die Stimme verrät also den physiologischen Zustand des Menschen und somit dessen körperlichen Stresslevel. Spannend!

Ich denke, dass (chronischer?) Stress ab einem gewissen Zeitpunkt zu einer Deaktivierung der Reizfilter führt. Es könnte allerdings auch umgekehrt sein. Aber das halte ich für wahrscheinlicher.

Sodala.. heut gibt es noch einen Comic zum Thema Stress. Der passt ja ganz gut dazu. Viel Spass!

Hab wieder zwei Beispiele für misslungene Kommunikation für Euch.
Das erste stammt von gestern mit meiner Schwester.
Ich:"Magst a Butter oder a Leberwurst auf dei Brot?"
Sie:"Ja."

Auch mein Hirn ist heut etwas wirr. Das CRPS mag das Wetter nicht besonders. Zuviele Reize. Ich vergesse dauernd Dinge und bekomme die Gedanken nicht in Worte... Trotzdem bin ich heute auf den Markt gegangen. Bewegung hilft. Allerdings war der für mich von der Reizflut heut eher wie ne Achterbahnfahrt. Bunt, laut und intensiv.

Im Cafe hatt ich mich auf einen Milchkaffee gefreut. Die Verkäuferin auf meinen Wunsch:"Ich glaub da ist nix mehr frei."
Ich deute auf die freine Plätze hinter ihr.

Sie (ich kann sie bei der Lautstärke im Cafe kaum verstehen):"Da ist glaub ich reserviert."
Mein Hirn funktioniert nicht und schon kommt von mir:"Dann trink ich meinen Kaffee halt daheim."

Wäre ich in einem achtsamen entspanntem Modus gewesen (den verhindert heute leider mein chronisches CRPS), hätte ich auf die Idee kommen können ihn draussen zu trinken. Die Tische draussen waren frei. Ich brauch ja allein keine Stund dazu. Und ich empfand es auch nicht als so kalt wie die meisten andern Leute. Seltsam. Vielleicht heizt mir mein CRPS aber auch einfach heute gut ein. Der Thermostat is ja auch defekt. Die Verkäuferin ihrerseits befand sich ebenfalls wie ich im physiologischen Stresszustand, da hinter mir noch drei weitere Kunden im Laden standen und das Cafe voll war.

Daher war es auch ihr ihrerseits unmöglich eine alternative Lösungsmöglichkeit des Problems anzubieten. Es kam zu einem Konflikt. Es grummelte auch kurz in meinem Bauch. Wut. So waren beide Parteien unzufrieden. Ein Paradebeispiel für schiefgegangene Kommunikation.

Auf dem weiteren Weg hab ich dann die Situation entsprechend analysiert, die physiologischen Stresszustände meines CRPS und der der Verkäuferin (die kein CRPS hat) waren identisch. Deshalb war eine lösungsorientierte für beide Seiten befriedigende Lösung nicht möglich. Bedenkt man, dass Stress heutzutage in allen Firmen an der Tagesordnung ist und auch Kunden ihrerseits unter Stress stehen, so zeigt dieses kleine Beispiel beeindruckend, wozu dies führt. Zu Frustration, Missverständnis und Wut auf beiden Seiten. Des is ja a ned grad as gsündeste.

Nach der Analyse konnte ich das Bauchgrummeln meinerseits beseitigen, da ich die Ursache dafür logisch erfassen konnte. Die Verkäuferin hat nicht absichtlich so gehandelt, sondern war aufgrund ihres physiologischen Zustands (Stress) nicht in der Lage anders zu reagieren. Das kann ich verstehen. Denn mir geht es ja heute genauso.

Ich bin dann in die Buchhandlung, wo ich schon mit den Worten begrüßt wurde:"Ach Frau Jäger! Auf Sie hab ich schon gewartet."
Ich muss schmunzeln :) Ich fühle mich verstanden, wertgeschätzt und willkommen. Ganz anders als wie im Cafe vorhin.

Somit war schon das Vertrauensverhältnis geschaffen. Ich habe auch wieder ein Buch gefunden. So schafft man glückliche Kunden. Eine Osterkarte hat sie mir auch noch dreingegeben. Und eine nette Unterhaltung hatten wir auch noch. Das war dann ein Beispiel für gelungene Kommunikation. Und das zeigt auch, dass obwohl ich im selben chronischen Krankheitsmodus (physiologischen Zustand) in beiden Geschäften war, durch den physiologischen Zustand der Gegenseite, völlig entgegengesetzte Ergebnisse erzielt wurden. D.h. beide Seiten machen die Musik.

Hat man nur unzufriedene und blöde und nervige Kunden oder Patienten, könnte das also zu einem grossen Teil auch an einem selber liegen. Am eigenen physiologischen Zustand, der eine offene achtsame Unterhaltung und eine konstruktive Problemlösung verhindert. So sabotiert uns Stress auch im Alltag. Interessant.

Und nun stellt Euch dasselbe Szenario wie mit der Verkäuferin im Cafe in einem Krankenhaus vor. Ein gestresster Arzt, ein verängstigter Patient. Wenn man ins Krankenhaus geht, dann ist man ja auch schon in einem Ausnahmezustand. Ich zumindest. Wenn ich schon einen weissen Kittel sehe und das Desinfektionsmittel rieche, wird mir schon schlecht. Deswegen bringen mich keine 10 Pferde da freiwillig rein. Seit der Reha des Grauens habe ich noch mehr Schiss davor. Das hat es nicht besser gemacht. Obwohl ich ja mit einer positiven Erwartung dort reingegangen und rangegangen bin. Sieht man es nun aus dem obigen Beispiel kann ich nun nachvollziehen, dass auch hier die Kommunikation ordentlich schieflief. Und warum. Schöner macht es das auch nicht. Ich kann das Verhalten jetzt nachvollziehen, das Verständnis dafür fehlt mir jedoch. Dass Heilung auf Basis einer solchen Fehlkommunikation nicht stattfinden kann, ist vollkommen logisch.

Denn es fehlt ja an der Basis. Am Vertrauen. Und traurigerweise auf beiden Seiten. Beide Seiten sind frustriert, wütend und im schlechtesten Fall wird der Patient zum Sündenbock abgestempelt. Die Suche nach dem Schuldigen hat noch nie ein Problem gelöst. Ich denke, wenn man soweit ist, dann sollte der Behandler mal an seinem physiologischen Zustand arbeiten und sich an der eigenen Nase fassen. Denn wenn mir das mit meinen Patienten immer wieder passiert, dann liegt das Problem nicht an den Patienten, sondern an mir.

Vertrauen ist die Grundlage jeder erfolgreichen menschlichen Kommunikation. Deswegen geht's also so oft schief. Da fehlt schlichtweg das Vertrauen. Und wohl oft auch das Selbstvertrauen. Nur beides zusammen kann zu konstruktiven Problemlösungen führen. Spannend!

Ihr könnt ja auch mal im echten Leben solche Situationen beobachten und aus dieser neuen Perspektive betrachten. Ihr werdet vieles besser verstehen. So könnt Ihr Experimente im echten Leben durchführen :) Das macht Spass! Man lernt unheimlich viel in freier Wildbahn :)

Donnerstag: Die Woche war sehr lehrreich und interessant und irgendwie spannend. Mein Leben ist grad eine einzige Experimentierphase.

Am Montag is a roter Ziehharmonikabus kumma.
Mei Haltestellenbekanntschaft:"Allmächd! Mit was für an Bus kummd er denn heit?"
Ich:"Mit dem kummd er doch in Klebheim goar ned um der Kurven rum."
Er parkt vorsichtig an der Haltestellenbucht ein.
Ich:"Siggses. Beim Eiparken hadder scho Probleme."

An der Don Bosco steigt eine Frau ein und sagt:"Des is a anderer Bus wie sonst. Der is höher. Und länger isser a. Aber schö warm is herin."

Des bassd zu meim Knöchel. Der brennt a wie Feuer.

Das VAG-Quiz verrät mir, dass 44 Prozent der Eltern sich mehr Zeit zum Kochen wünschen. Ja und warum nehmen sie sich die dann nicht?

In Erlangen auf meinem Weg zum Schmerztherapeuten kommt mir ein Junge auf einem Fahrrad entgegen.
Auf seinem Käppi steht:"I AM YOUR FATHER"
Das möcht ich etz doch stark bezweifeln.

Ich frag mich ja schon immer, warum immer nur kurzfristige Ziele und Lösungen anvisiert werden, die dann langfristig gar nicht so sinnvoll sind, oft sogar schädlich. Warum macht man das?

Ich denke, das liegt an unseren hektischen und stressigen Zeiten. Denn wenn mein CRPS am Rad dreht (körperliches Stresslevel auf Anschlag), dann bin ich auch nicht zum langfristigen Denken fähig. Da bin ich eher lahmgelegt. So wie der Verkehr auf der A3 die Woche.

Unser einer Busfahrer meinte schon den Autobahnbus könners etz abschaffen. Do kammer eh ned nauffahrn, weil's dauernd dicht is. Das ist ja die Politik auch. Bis da mal ne Entscheidung fällt. Brexit. Aber bei uns gibt's a genug Beispiele: die Lebensmittelampel z.B.

Weitsichtig handeln, kann halt nur der, der ned kursichtig denkt.
Und dafür braucht es ein entspanntes Umfeld. Denn nur da können Ideen durchdacht werden und Innovationen erst entstehen. Wenn Ihr auf der Flucht seid, weil das Cortisol und der Säbelzahntiger zuschiessen, dann seid Ihr logischerweise nur an kurfristigen Lösungen interessiert. Da macht es ja auch Sinn. Aber doch ned im Büro und in der Politik!

Nur in einem entspannten Umfeld, kann Begeisterung und wahres und wahrhaftiges Teamwork und Freude an der Umsetzung, Spass entstehen. Genau das wünsch ich mir. In der Bürokratie, Politik und am Arbeitsplatz. Berufung statt Beruf. Das wär schön. Ich arbeite daran.

Ich frage meine Bushaltestellenbekannte woran es scheitert, dass sie ihre Rückenübungen macht. Ob's die fehlende Zeit is.
Sie:"Ned amol. Eher die Bequemlichkeit. Machmal isses aber a einfach Vergesslichkeit."

Die Bequemlichkeit kommt Mensch teuer zu stehen. Sitzen ist das neue Rauchen. Weil es die Ursache vieler Gesundheitsschäden ist. Denn wir sind für die Bewegung geboren. Jetzt auch noch E-Scooter einzusetzen, ist auch wieder ein falsches Signal.

Ob dann auch irgendwann auf jedem Stuhl der Warnhinweis wie auf den Zigarettenpackungen steht:"Sitzen ist tödlich" Einige Bilder (die vom Herzinfarkt und Schlaganfall..) könnte man da sicher von der Zigarettenpackung weiterverwenden.

Nur haben die bisher auch ned viel genützt. Am schrägsten finde ich dann, dass es bei Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten und es doch wissen sollten, auch nichts nützt.

Warum ist das so? Weil vieles dem Stress zum Opfer fällt. Und wenn man sich nicht das gönnt, was der Körper braucht, dann neigt man zu Ersatzbefriedigungen. Ob das nun Rauchen gegen Stress, Frustessen oder der Frustkauf ist... Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ich hab mei Haltestellenbekannte gfragt:"Däd's was helfen, wenn Du auf Ärbert weniger Stress hättst?"
Sie:"Ich denk scho."

Am Dienstag will ich auf einen Vortrag an einem anderen Firmenstandort. Jetzt frag ich mich, ob man da immer das schnellste Verkehrsmittel nehmen muss, oder auch einen Achtsamkeitsspaziergang dorthin als Dienstgang machen dürte.

Die Antwort: Es ist zumindest bei uns nicht verboten. Es ist aber eine Grauzone.

So könnte man untertags beides unter einen Hut bringen. Warum wird in der Erwachsenenwelt eigentlich alles in Kategorien und mit Etiketten versehen? Damit beschränkt man doch seinen Blick. Guckt man offenherzig und offenen Blickes in die Welt, dann sieht man erstaunliche Dinge und Gelegenheiten, die sich bieten. Wo bleibt die Neugier und der Entdeckergeist? Wann habt Ihr zuletzt eine Meinung, die Ihr über eine Sache oder jemandem hattet, in Zweifel gezogen und nachgeprüft, ob sie überhaupt stimmt?

So gibt es unzählige Fachärzte, aber keinen Austausch. Ich hatte ja keine Ahnung vom Gesundheitssystem. Ich dachte immer die sind alle miteinander vernetzt und würden sich auch im Sinne der Patienten untereinander austauschen. Ich hab gehört, dass es geht. Erlebt hab ich es noch nie. Warum ist das so?

Ich glaub auch grad, dass chronisch Kranke von so einer Vernetzung profitieren würden. Und auch den ein oder andere Ärztemarathon verhindern könnten. Und so auch wieder Kosten. Bisher war es immer so, wenn ich einen Termin in einer Spezialsprechstunde gemacht hab, erst hinterher wusst ich, das war wohl nix. Vielleicht könnte man ja sowas und solche enttäuschenden Erfahrungen verhindern. Denn Enttäuschung ist bei chronischen Erkrankungen auch ned grad as gsündeste...

Ich wünsch mir Ärzte (mir würde auch einer reichen!), die mit mir meinen Weg gehen und mich begleiten. Sich über die Richtung , wo ich hinwill z.B. dass ich weiter nach der Ursache des CRPS suchen möchte , schlau machen und mir den Weg weisen. Also die richtigen Adressen. Wenn das nicht geht, weil das System es aus Kostengründen nicht zuläßt, fände ich einen Patientenlotsen schön, der einen den Weg durch den Krankheitsdschungel weist. Und der individuell auf einen eingehen kann. Menschlich und mit Zeit. Der auch schräge Ideen nicht abtut. Der einen ernst nimmt. Das wär schön.

Stattdessen ist man auf sich allein gestellt. Im Gesundheitsdjungel wünsch ich mir manchmal ne Machete zum durchkommen durch das Gestrüpp der Bürokratie und des praxisfernen Denkens...

Zum Thema schiefgelaufene Kommunikation kann ich auch wieder was erzählen. Also ich war nach 2 Stunden Wartezeit doch mit meinem CRPS am Montag sehr am Limit. Es ist nicht das Warten, das mich fertig macht. Patient kommt ja von geduldig sein. Es scheint das Wetter und die Wärme zu sein, die meinem CRPS zusetzt. Das Ticken der Uhr treibt mich in den Wahnsinn. Das Neonlicht ist so grell, dass ich mir die Kapuze über die Augen ziehe. Ich werde gereizter... und kann leider auch schlechter reagieren. Meine Kommunikationsfähigkeit nimmt in diesem Zustand dann so ab, dass ich kaum einen zusammenhängenden Satz herausbekomme. Tja und wie das auf den Arzt dann wirkt, könnt Ihr Euch sicher denken. Es ist nicht besonders gut gelaufen. Denn in diesem Zustand kann man mich anscheinend nicht ernst nehmen. Zumindest hab ich mich nicht ernst genommen gefühlt. Da werden dann eher Witzchen gemacht. Ich denk , er wollt mich aufmuntern. Nur war genau das Gegenteil der Fall. Es hat mich wütend gemacht. Im Nachhinein kann ich es verstehen. Das, was man pyhsiologisch aussendet, so wird man auch behandelt. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Beim nächsten Arzt mal hab ich dann daran gedacht, weil es mir bewußt war und hab es doch mit Entspannungsübungen etwas besser hinbekommen. Ich hab trotzdem wieder was vergessen. Ich kann also noch dran arbeiten. Und es scheint nicht nur mir so zu gehen, sondern allen anderen Menschen auch.

Sodalein.. noch neues vom CRPS. Also ich hab da einen Verdacht. Denn am Bein hab ich nun ein Lymphödem. D.h. ich hab jetzt das, was man beim CRPS am Anfang haben sollte. Die entzündliche Phase. Da gibt man normalerweise Cortison. Nein, bei mir nicht mehr. Ich bin ja schon bei den Fortgeschrittenen.

Nun hatt ich am Anfang ja den Muskelabbau, der im klassischen Verlauf (der muss aber nicht immer vorliegen , wei bei mir) am Ende kommt. Ich glaube, dass das was mit dem Cortisolspiegel zu tun hat. Denn ist er zu hoch, dann kann es zur Glukoneurogenese kommen. D.h. es wird Zucker aus den Muskeln bezogen und deswegen die Muskeln abgebaut. Das kennen Sportler. Und genau das könnte auch bei CRPS eine Rolle spielen. Dann wäre bei der nichtentzündlichen atrophen Phase der Cortisolspiegel zu hoch.

In der entzündlichen gibt man dagegen die Cortison-Stoss-Therapie, weil man zu wenig Cortisol hat. Cortisol wirkt nämlich antientzündlich. Warum jetzt die einen Menschen anfangs einen hohen Cortisolspiegel und die anderen einen zu niedrigen haben, weiss ich noch nicht. Stress spielt auf jeden Fall eine Rolle. Denn wenn die Nebenniere zuviel Stress hat, kommt sie irgendwann mit der Cortisolproduktion nicht mehr nach und erschöpft. Dann ist der Cortisolspiegel zu niedrig.

Es scheint auch so zu sein, dass man beides zu unterschiedlichen Zeiten bei CRPS haben kann. Denn es gibt CRPSler, die sowohl eine Dystonie mit Muskelabbau an einem Arm oder Bein haben als auch an einem anderen Körperteil die geschwollene Variante...

Ob dann der Cortisolspiegel die Ursache oder die Folge (nur ein weiteres Symptom) ist, das weiss ich noch nicht. Wie gesagt, dass sind keine fundierten Tatsachen, sondern nur meine Beobachtungen und Überlegungen. Jetzt will ich den Cortisolspiegel mal messen lassen. Mal gucken, was dabei rauskommt.

Euch wünsch ich, frohe Ostern! Erhaltet Euren Entdeckergeist!

 
Die Glaa aus ERH - Moderne Zeiten Sandra Jaeger 2018
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